Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung

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Occupy Wall Street. Gezi-Park, Tahrir, Majdan. Ferguson und Hongkong. Tea Party. Pegida. Die »Politik der Straße« hat Hochkonjunktur, wirft aber auch Fragen auf. Sind solche Versammlungen als Ausdruck der Souveränität des Volkes aus radikaldemokratischer Perspektive zu begrüßen oder geben sie Anlass zur Sorge vor der Herrschaft des »Mobs«? Und wer ist überhaupt »das Volk«?
Judith Butler geht den Dynamiken und Taktiken öffentlicher Versammlungen unter den derzeit herrschenden ökonomischen und politischen Bedingungen auf den Grund. In Erweiterung der sprechaktzentrierten Theorie der Performativität und gegen Hannah Arendts »körperlose« Konzeption politischen Handelns unterstreicht sie die Bedeutung der physischen Präsenz kollektiver Akteure im öffentlichen Raum und arbeitet an aktuellen Beispielen die Effekte dieser Ausdrucksdimension heraus sowie die Inklusions- und Exklusionsmechanismen, die dabei am Werk sind. Der kollektive Schrei »Wir sind das Volk!« zieht eben auch eine Grenze und lässt die Frage, wer wirklich das Volk ist, umso deutlicher hervortreten.
Fluchtpunkt dieses hochpolitischen Buches ist eine Ethik des gewaltlosen Widerstands in einer gefährdeten Welt, in der die Grundlagen solidarischen Handelns allmählich zerfallen oder zerstört werden.
Portrait
Judith Butler, geb. 1956, ist Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley. Sie ist eine der einflussreichsten Philosophinnen der Gegenwart und gilt als wichtigste Theoretikerin der Geschlechterforschung und Begründerin der Queer Theory. 2012 wird Judith Butler mit dem Theodor W. Adorno-Preis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 312
Erscheinungsdatum 10.10.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-58696-9
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 20,3/12,5/3 cm
Gewicht 408 g
Originaltitel Notes Toward a Performative Theory of Assembly
Auflage 1
Übersetzer Frank Born
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Ein wichtiges Buch in Zeiten der Prekarität.
von einer Kundin/einem Kunden am 23.10.2016

Judith Butler, bekannt geworden mit den Büchern „Körper von Gewicht“ und „Das Unbehagen der Geschlechter“, erweist sich wieder als eine Philosophin des Politischen. Diesmal nimmt sie sich den Phänomenen der politischen Versammlungen an, zu denen es in letzten Jahren vermehrt außerhalb der offiziellen politischen Institutionen, aber dennoch innerhalb des... Judith Butler, bekannt geworden mit den Büchern „Körper von Gewicht“ und „Das Unbehagen der Geschlechter“, erweist sich wieder als eine Philosophin des Politischen. Diesmal nimmt sie sich den Phänomenen der politischen Versammlungen an, zu denen es in letzten Jahren vermehrt außerhalb der offiziellen politischen Institutionen, aber dennoch innerhalb des öffentlichen Raumes kam: so z.B. während des arabischen Frühlings, bei den Montagsdemonstrationen in der DDR, auch in Dresden, während den Aktionen der Occupy-Bewegung, der Black-Lives-Matter-Bewegung usw. In ihren „Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung“ knüpft sie an Foucault, Arendt und Levinas an. Sie wirft die Frage nach dem Verhältnis zwischen den politischen Institutionen und den politischen Versammlungen im öffentlichen Raum auf. Welche Zugehörigkeiten werden in diesem Konflikt zwischen den politischen Institutionen und den politischen Versammlungen im öffentlichen Raum formuliert und performiert? Welche Eingrenzungen und Ausgrenzung werden in diesen Feldern ausgetragen? Ein wichtiges Buch in Zeiten der Prekarität: In Zeiten, in denen soziale Gruppen und Klassen, die vom sozialen Abstieg bedroht sind oder sich bedroht fühlen, sich nicht mehr von den etablierten demokratischen Institutionen vertreten sehen.