Anti Freud

Die Psychoanalyse wird entzaubert

(3)
Eine Brandschrift gegen Freud

Verdrängung, Sublimierung der Triebe, Ödipuskomplex, der ganze Freud: Einer Religion gleich hat seine Psychoanalyse unsere Kultur verführt. Michel Onfray, der große radikale unter den Denkern der Gegenwart, führt Freud als Schamanen und mächtigen Guru vor und entlarvt dessen Vermächtnis als »großartiges Märchen« und kollektive Wahnvorstellung, der alle erliegen.

Freuds Doktrin vom Unbewussten und von den körperlichen Bedürfnissen (vulgo: den Trieben) hat eine ganze Zivilisation verführt. Kein gesellschaftliches Thema kann ohne Psychologisierung auskommen, nur zu gern bietet sich die Psychoanalyse als »wissenschaftliche« Erklärung an. Doch weder dachte Freud wissenschaftlich, noch heilte er, noch befreite er die Sexualität, so der französische Philosoph Michel Onfray. In einer furios geschriebenen »Gegenbiographie«, die in Frankreich einen Skandal auslöste und zum Nr.-1-Bestseller wurde, entzaubert Onfray die Psychoanalyse als das autobiographische Abenteuer eines einzelnen Mannes, der seine Bedürfnisse zur wissenschaftlichen Grundlage machte. Er demontiert den Freudismus als schamanisches Vermächtnis eines reaktionären Frauenhassers und postmodernen Hexenmeisters aus Wien.

Portrait
Der Philosoph Michel Onfray, geboren 1959 in Argentan/Frankreich, gründete 2002 in Caen die »Université Populaire«, eine Art Volksuniversität, zu der jedermann Zutritt hat. Jährlich besuchen Tausende Zuhörer seine Vorlesungen. Mit seiner Absage an alle Religionen und dem Plädoyer für ein freies, vernunftbestimmtes Leben entfachte er eine leidenschaftlich und kontrovers geführte Debatte. Er verfasste mehr als 50 Bücher, die in über 25 Ländern übersetzt wurden, unter anderem »Traité d'athéologie« (Dt: »Wir brauchen keinen Gott«) und eine mehrbändige Gegen-Geschichte der Philosophie.
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 539
Erscheinungsdatum 11.04.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8135-0408-8
Verlag Knaus
Maße (L/B/H) 22,1/14,5/4,4 cm
Gewicht 737 g
Originaltitel Le crépuscule d' une idole
Übersetzer Stephanie Singh
Buch (gebundene Ausgabe)
24,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • Duden Ratgeber - Briefe und E-Mails gut und richtig schreiben
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    18,99
  • Migräne
    von Oliver Sacks
    Buch (Taschenbuch)
    12,99
  • Bis nichts mehr ging
    von Matthias Onken
    Buch (Taschenbuch)
    8,99
  • Klassiker der Psychoanalyse
    von Josef Rattner
    Buch (gebundene Ausgabe)
    14,99
  • Niedergang
    von Michel Onfray
    (1)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    28,00
  • Grundinformation Altes Testament
    von Jan Christian Gertz
    Buch (Taschenbuch)
    45,99
  • Im Namen der Freiheit
    von Michel Onfray
    (1)
    Buch (Taschenbuch)
    12,99
  • Der Ernährungskompass
    von Bas Kast
    (22)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • Duden - Die deutsche Rechtschreibung / Duden - Deutsche Sprache Bd.1
    (12)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • ABC-Freunde - Östliche Bundesländer / Wörterbuch mit Bild-Wort-Lexikon Englisch
    von Christine M. Kaiser, Stefan Nagel, Gerhard Sennlaub, Christine Szelenko, Edmund Wendelmuth
    (2)
    Schulbuch (Taschenbuch)
    13,50
  • Die Gesetze der Gewinner
    von Bodo Schäfer
    (5)
    Buch (Taschenbuch)
    9,90
  • Darm mit Charme
    von Giulia Enders
    (145)
    Buch (Paperback)
    16,99
  • Langenscheidt Abitur-Wörterbuch Englisch - Buch und App
    Schulbuch (Set mit diversen Artikeln)
    24,00
  • Clever lernen
    von Fabian Grolimund, Stefanie Rietzler
    Buch (Taschenbuch)
    24,95
  • Menschen lesen
    von Joe Navarro
    (16)
    Buch (Taschenbuch)
    16,95
  • Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst
    von Haemin Sunim
    (16)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    18,00
  • Die 4-Stunden-Woche
    von Timothy Ferriss
    (11)
    Buch (Taschenbuch)
    11,00
  • Langenscheidt Schulwörterbuch Englisch - Mit Info-Fenstern zu Wortschatz & Landeskunde
    (2)
    Schulbuch (Kunststoff-Einband)
    14,99
  • Panikattacken und andere Angststörungen loswerden
    von Klaus Bernhardt
    (5)
    Buch (Paperback)
    16,99
  • Mögest Du glücklich sein
    von Laura Malina Seiler
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00

Wird oft zusammen gekauft

Anti Freud

Anti Freud

von Michel Onfray
(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,99
+
=
Sigmund Freud

Sigmund Freud

von Peter-Andre Alt
Buch (gebundene Ausgabe)
34,95
+
=

für

59,94

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
0
0
2
0
1

Was hätte wohl Freud über Onfray geschrieben?
von S.A.W aus Salzburg am 11.06.2018

Leider kann sich der Altmeister der Psychologie nicht mehr wehren, sonst wären ihm wohl jede Menge Diagnosen zum Persönlichkeitszustand des "Philosophen" Onfray eingefallen. Gehässige Meinungen über ein Thema abzugeben, in dem man sich weder auskennt, noch es je studiert hat, warum macht man das? Dazu haben alle großen Psychoanalytiker... Leider kann sich der Altmeister der Psychologie nicht mehr wehren, sonst wären ihm wohl jede Menge Diagnosen zum Persönlichkeitszustand des "Philosophen" Onfray eingefallen. Gehässige Meinungen über ein Thema abzugeben, in dem man sich weder auskennt, noch es je studiert hat, warum macht man das? Dazu haben alle großen Psychoanalytiker sehr plausible Modelle erarbeitet, die jedenfalls interessanter zu lesen sind als Onfrays Ergüsse. Was besonders peinlich ist: Onfrays Anti-Thesen sind weder mutig noch neu, sondern seit 100 Jahren völlig ausgelutscht. So lange nämlich versuchen die Positivisten schon, mit Freud-Bashing die Psychoanalyse totzuschlagen, allein es gelingt ihnen nicht. Vielmehr werden Freuds Grundthesen inzwischen von der Neurophysiologie bestätigt, die nun wirklich nicht im Verdacht der unwissenschaftlichen Freud-Anbetung steht. 95% der Vorgänge im Gehirn laufen unbewusst ab, sogar unsere Entscheidungen. Auch die Trauma-Theorie war und ist richtig, die posttraumatischen Belastungsstörungen werden zum immer effizienteren Modell, um psychische Krankheiten erkennen und heilen zu können. In 40 Jahren als Psychotherapeut habe ich erstaunt miterlebt, wie in den 80er Jahren der sexuelle Missbrauch als große Entdeckung gefeiert wurde, obwohl er schon in "Studien zur Hysterie" 1896 beschrieben ist. Aber natürlich hat Freuds Beschäftigung mit sexuellen Problemen falsch zu sein, denn 1896 war das halt wirklich ein Skandal. Skandalös ist allerdings, wenn jemand auf dem Stand des 19. Jhdt. stehen geblieben ist und dies als große Aufklärung verkauft. Dr. Rüdiger Opelt, Psychologe, Autor von "Die Kinder des Tantalus. Ausstieg aus dem Kreislauf seelischer Verletzungen"

Die verkannte Bewunderung.
von Domnec Êlle aus Bern am 20.09.2012

Annäherungen mit Samthandschuhen und Diskurse hinter vorgehaltener Hand stellen zwar mit Bestimmtheit keine Prämisse dar für eine transparente Auslegung eines umstrittenen Themas, wie Freud eines sein mag (denn man soll ja auch bei unbequemen oder totgeschwiegenen (Halb-)Wahrheiten nicht hinter dem Berg halten). Das heisst aber längst nicht, dass Grundlegendem... Annäherungen mit Samthandschuhen und Diskurse hinter vorgehaltener Hand stellen zwar mit Bestimmtheit keine Prämisse dar für eine transparente Auslegung eines umstrittenen Themas, wie Freud eines sein mag (denn man soll ja auch bei unbequemen oder totgeschwiegenen (Halb-)Wahrheiten nicht hinter dem Berg halten). Das heisst aber längst nicht, dass Grundlegendem (wie z.B. einer gründlichen und nachvollziehbarne Herleitung der Hypothesen, einer korrekten Quellenangabe, der Berücksichtigung chronologischer Zutragungen und/oder der Bemühung darum, subjektive sowie aktuell-politische Gegebenheiten auszuklammern) keine Beachtung mehr geschenkt werden darf. Vor allem letzteres – subjektive und aktuell-politische Diskurse, wie sie in Frankreich zum Zeitpunkt der Ausarbeitung des Buches in Gange waren und auch jetzt nach Erscheinung von „Anti Freud“ noch geführt werden - sollten auf die sachliche Gegenüberstellung wenig bis kaum Einfluss nehmen. Leider taten sie es doch. Anders ist die Schlammschlacht, wie sie in Frankreich zwischen orthodoxen Hagiographen, elitären Freudanhängern, universitären Intellektuellen, Schriftstellern, Psychoanalytikern und autonomen sowie kritischen Zeitgeistern geführt wird, nicht zu erklären. Zu letzteren, nämlich den kritischen Zeitgeistern, ist Onfray der gemeinen Auffassung hin nicht zu zählen. Vielmehr mutet es beinahe schon ironisch an, dass der „Entzauberer“ der Psychoanalyse, ein Schriftsteller mit schwerer Vergangenheit und unübersehbarem egomanischem Antrieb, dem Leser seine subjektiven und motivgeprägten Empfindungen in Form eines Schlagabtauschs vorlegt, der seinerseits den Anspruch erhebt, sich in die Reihe des philosophischen Kanons einreihen zu dürfen. Dabei ist Onfrays „Anti Freud“ nicht merklich mehr als ein persönlicher Rachefeldzug, dem es vor allem an einem fehlt: Weitsicht. Eine engstirnige Psychobiographik, die ihre Vermutungen und Hypothesen einzig und allein auf subjektive Briefwechsel zwischen Freud und seiner Familie und/oder Freunden stützt. Somit landen wir mit Onfrays Methode, die wir als Leser von ihm vorgesetzt bekommen, bei eben dieser Methode, die er wiederum bei Freud kritisiert: Der Sektion von Bruchteilen und Fragmenten; oftmals subjektiv und kontextlos. Mittels Vermutungen und gestützt auf (unvollständigen) Briefwechseln, werden bei Freud Homosexualität, Inzest, Geldgier, Faschismus, Grössenwahn, Verleugnung, Antisemitismus u.v.m. „diagnostiziert.“ Über 530 Seiten hinweg scheint bemerkenswert, wie Onfray ganze „Enthüllungsszenarien“ aus einem einzelnen Satz herauszulösen vermag, der wiederum aus einem einzelnen Brief stammt, den Freud irgendwann einmal aufgesetzt hat. Teilweise mutet dies ziemlich utopisch, um nicht zu sagen lachhaft an. Aufgrund jedes noch so kleinen Details, in jeder noch so kleinen Bewunderung Freuds (z.B. für Rom oder das Sammeln von Feuerzeugen), glaubt Onfray, Freud zu kennen, zu analysieren und zu entlarven. Dabei scheint sich am Schluss der Lektüre vor allem eine Frage in den Vordergrund zu drängen: Könnte es nicht sein, dass Onfrays Rachefeldzug schlicht und ergreifend (s)eine (von ihm nicht erkannte) Bewunderung (!) gegenüber Freud zum Ausdruck bringt? Bewunderung eines Noname-Philosophen, der in seinen jungen Jahren Freud regelrecht studiert, ja sogar gelehrt und verstanden hat, ehe er ihm urplötzlich den Rücken kehrte und ihn mit „nietzsches Werkzeugen“ (einer quasi selbsternannten, wissenschaftlichen Methode) auszuhebeln versucht? Vielleicht, so scheint es, sollte Onfray erst vor der eigenen Tür kehren, bevor er seine Projektionen buchreif aufarbeitet und für wissenschaftlich verkauft. Denn dann hätte er auch kaum eine Hand frei, um mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Abrechnung
von einer Kundin/einem Kunden am 29.06.2011

Der französiche Autor Michel Onfray, ursprüngliche ein "Freudianer", rechnet mit seinem einstigen Idol gründlich ab. Die Theorien des "Vaters der Psychoanalyse" werden gnadenlos zerpflückt. Freud hat, so die grundlegende These, seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse in eine allgemein gültige Wissenschaft umgedeutet. Der Autor arbeitet sich regelrecht ab an den... Der französiche Autor Michel Onfray, ursprüngliche ein "Freudianer", rechnet mit seinem einstigen Idol gründlich ab. Die Theorien des "Vaters der Psychoanalyse" werden gnadenlos zerpflückt. Freud hat, so die grundlegende These, seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse in eine allgemein gültige Wissenschaft umgedeutet. Der Autor arbeitet sich regelrecht ab an den Schwächen des Wissenschafters und Menschen Sigmund Freud. Übrig bleibt ein "Anti-Freud", der kein gutes Haar an seinem einstigen Idol lässt. Nach wie vor hoch im Kurs dürften beim Autor jedoch Karl Marx und Friedrich Nietzsche stehen. Deren Gedankengebäude sind bekanntlich für die Menschheit nicht minder relevant gewesen, wie etwa die im 20. Jahrhundert gescheiterte Idee des Kommunismus. Folgt auch hier eine "Abrechnung"?