Apollokalypse

Roman

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Portrait
Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände, u.a. »Hölderlin Reparatur«, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt den Gedichtband »Ignatien« (2014), mit Bildern von Yves Netzhammer. Für seine Novelle »Bruno« bekam er 2008 den Kranichsteiner Literaturpreis. Er gehört zu den meistausgezeichneten deutschsprachigen Autoren mit Aufenthalten in der Villa Massimo (Casa Baldi) und der Akademie Schloss Solitude. Er war 2013 der erste Fellow für Literatur in der neugegründeten Kulturakademie Tarabya in Istanbul und zuletzt, 2014, Stipendiat in der Villa Aurora in Los Angeles, Kalifornien. Er lebt in Berlin und Bayern. Sein Roman »Apollokalypse« wurde für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 432, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.09.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783827078940
Verlag EBook Berlin Verlag
Verkaufsrang 50.934
eBook
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Apollokalypse
von miss.mesmerized am 21.09.2016

Georg Authenrieth erinnert sich. Soweit er das noch kann, denn vieles ist weg oder nur noch verschwommen da, manches ergibt auch wenig Sinn. Aber vielleicht sind das ja auch nicht seine Erinnerungen, sondern die seines Doppelgängers. Schließlich ist ohnehin alles nur Rekonstruktion. Die Kindheit in Nürnberg, die erste Liebe... Georg Authenrieth erinnert sich. Soweit er das noch kann, denn vieles ist weg oder nur noch verschwommen da, manches ergibt auch wenig Sinn. Aber vielleicht sind das ja auch nicht seine Erinnerungen, sondern die seines Doppelgängers. Schließlich ist ohnehin alles nur Rekonstruktion. Die Kindheit in Nürnberg, die erste Liebe zu Isabel, das Leben im Berlin der 80er Jahre. Die zweite wichtige Frau, Billy, der Anschlag, der Geheimdienst, die Freunde, die Reisen in die USA und die DDR. Man muss das nehmen, was man hat und so macht es auch Georg oder Georg über den Menschen Georg Authenrieth, der vorgibt, er zu sein und es vielleicht sogar ist. Gerhard Falkners Roman hat es 2016 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Die Presse hat den Roman bejubelt: ein neues Kapitel der Berlin-Literatur (Süddeutsche), großartig (Deutschlandradio Kultur), fantastisch (Zeit), kunstvoll und komisch erzählt (LiteraturSpiegel). Ich habe mich auf jeder Seite gefragt: was soll das? Was will mir das sagen? Hä? Ein Erzähler, der sich seiner Erinnerung nicht sicher ist – ok, keine ganz originelle Idee, aber kann man was draus machen. Diskontinuierliche, unchronologische Erzählung – kein Thema, man darf als Leser schon ein wenig gefordert werden. Episodenhafte Erzählungen, lose Verbindungen – auch das kann seinen Reiz haben. Aber hier war mir alles zu lose, zu unverbindlich, zu wenig greifbar. Phasenweise waren zwar Ansätze einer Erzählung vorhanden, diese wurden dann wiederum von absurden Spekulationen über das Sein abgelöst und der Erzähler springt von der ersten zur dritten Person. Wenn alles im Rahmen von Spekulation und Unverbindlichkeit bleibt, wozu dann noch ein Roman? Wenn selbst die Literatur sich nicht mehr in der fiktiven Welt festlegt, wer soll dies denn noch in der Realität tun? Ein Roman, der nichts sagen will, ist für mich letztlich egal und auch irrelevant. Rechnet man die Idee einer inhaltlichen Aussage raus, könnte der Text immer noch durch seine Konstruktion und die Sprache punkten. Aber auch da erreicht er mich nicht. Insbesondere die Ergüsse im Bereich der Fäkalien sind einfach nur widerlich, die Wortwahl abstoßend und dezidierte Beobachtungen des Stuhlgangs sind für mich keine Kunst, sondern schlichtweg verzichtbar. Irgendwer scheint den Roman verstanden zu haben, ich offenkundig nicht.

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Roman ohne Zusammenhang
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 01.11.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

"Sie [meine Vermieterin| sagt, man wäre 'als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang', und es könne ja nicht Sinn eines Romans sein, 'sich bis zu seinem Ende damit abzukapseln, einen solchen Zusammenhang zu entdecken.'" Dies schreibt Falkner in seinem Roman "Apollokalypse", der für den Deutschen Buchpreis 2016... "Sie [meine Vermieterin| sagt, man wäre 'als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang', und es könne ja nicht Sinn eines Romans sein, 'sich bis zu seinem Ende damit abzukapseln, einen solchen Zusammenhang zu entdecken.'" Dies schreibt Falkner in seinem Roman "Apollokalypse", der für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert war. Wegen der vielen Besprechungen in allen großen Zeitungen konnte auch ich es kaum erwarten, diesen "Berlin-Roman" endlich zu lesen... und ich war leider etwas enttäuscht. Denn es gibt keinen Zusammenhang, es werden Namen erwähnt, die zwar kurz in einigen Kapiteln wieder auftauchen, dann jedoch einfach nicht mehr, Isabel, Billy, Pruy, Büttner, scheinbar ohne Verbindungen sind die unterschiedlich langen Kapitel aneinandergereiht, manche haben mich ratlos zurückgelassen, unter anderem die Passagen, in denen es um die beiden Identitäten des Georg Authenrieth geht. Es geht um sehr viel Sex, um "dauergeile Amazonen und Tigermädchen", wie Falkner beschreibt, um Freundschaft (?), die RAF und andere Menschenbeziehungen, die mir manchmal nicht ganz klar wurden. Sieht man die einzelnen Kapitel nicht in einem Zusammenhang, sondern viel mehr als 'Kurzgeschichten', sind einige sehr unterhaltsam, amüsant und auf jeden Fall sprachlich gewaltig zu lesen. Einige Beobachtungen, ja, auch über Berlin und seinen Alexanderplatz oder Ku'Damm sind interessant und sehr detailliert (aber gleich von einem Berlin-Roman oder Berlin-Gefühl zu sprechen... so weit würde ich nicht gehen). Trotz fehlendem Zusammenhang und der somit auch nicht vorhandenen Spannung konnte ich nicht aufhören zu lesen und kann doch behaupten, dass mir der Roman gefallen hat. Zum größten Teil wegen der Schreibweise mit vielen Wortspielen.

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