Aus dem Berliner Journal

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Als Max Frisch 1973 in der Berliner Sarrazinstraße eine neue Wohnung bezog, begann er, wieder ein Tagebuch zu führen, und nannte es Berliner Journal. Einige Jahre später betonte er in einem Interview, es handle sich dabei mitnichten um ein »Sudelheft«, sondern um ein »durchgeschriebenes Buch«. Seiner literarischen Form nach entspricht es den weltberühmt gewordenen Tagebüchern der Jahre 1946-1949 und 1966-1971: Neben Betrachtungen aus dem Alltag des Schriftstellers finden sich erzählende und essayistische Texte sowie sorgfältig gezeichnete Porträts von Kolleginnen und Kollegen wie Günter Grass, Uwe Johnson, Wolf Biermann und Christa Wolf. Nicht zuletzt zeugen die Tagebucheinträge von der außergewöhnlichen Wachheit, mit der Frisch als Bewohner West-Berlins die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR beobachtet und erlebt hat. Es gilt als einer der großen Schätze in Max Frischs Nachlass, das legendäre Berliner Journal, vom Autor selbst mit einer Sperrfrist von zwanzig Jahren nach seinem Tod versehen, der »privaten Sachen« wegen, die er darin verzeichnete. Nun wird es erstmals in Auszügen publiziert, nun ist der unverwechselbare Frisch wieder da: illusionslos und voller Zweifel im Ton und mit lustvoll scharfem Blick auf die Welt und das Leben.
Rezension
»Aus dem Berliner Journal der Jahre 1973/74 ist die ausführlichste Beschäftigung Frischs mit den DDR-Verhältnissen ... Für heutige Leser liest sich das alles wie Berichte aus einer fremden Welt, beinahe selbst wie ein düsterer Deutschland-Science-Fiction, fast schon wie die Fantasie von einem geteilten Zürich für einen Schweizer.«
Richard Kämmerlings, DIE WELT 18.01.2014
Portrait
Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.
Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 235, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.01.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783518734094
Verlag Suhrkamp
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Dieses e-book ist leider viel zu kurz!
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 24.01.2014

Als Max Frisch im Frühjahr 1973 nach Berlin (West, Friedenau) zog, führte er ein Tagebuch, das erst jetzt (zumindest in Teilen) veröffentlicht werden durfte. Ich lese mit Begeisterung seine Eintragungen über Autorenkollegen (z.B. Uwe Johnson) und seine Aufzeichnungen über Besuche in Ost-Berlin. Aber, es ist so wenig Text!... Als Max Frisch im Frühjahr 1973 nach Berlin (West, Friedenau) zog, führte er ein Tagebuch, das erst jetzt (zumindest in Teilen) veröffentlicht werden durfte. Ich lese mit Begeisterung seine Eintragungen über Autorenkollegen (z.B. Uwe Johnson) und seine Aufzeichnungen über Besuche in Ost-Berlin. Aber, es ist so wenig Text! Schade! Deshalb auch nur vier Sterne. Nachwort und Anmerkungen finde ich ebenfalls sehr lesenswert. Und es macht Lust, "Montauk" und "Der Mensch erscheint im Holozän" zu lesen.

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