Baba Dunjas letzte Liebe

Roman

(52)
'Eine große Geschichte von Menschen und ihrem Mut, ihrer Kraft und ihrer Unbeugsamkeit' Christine Westermann
Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sie sich mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Mitten im Niemandsland, wo die Vögel so laut rufen wie nirgends sonst und manchmal ein Toter auf einen Plausch vorbeikommt. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe nach Deutschland, an ihre Tochter. Doch dann kommen Fremde ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.
Voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz lässt Alina Bronsky eine untergegangene Welt wiederauferstehen und erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die im hohen Alter ihr selbstbestimmtes Paradies findet.
Portrait
Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, lebt seit Anfang der Neunzigerjahre in Deutschland. Ihr Debütroman 'Scherbenpark' wurde zum Bestseller, fürs Kino verfilmt und ist inzwischen beliebte Lektüre im Deutschunterricht. Es folgten die Romane 'Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche' und 'Nenn mich einfach Superheld'. 'Baba Dunjas letzte Liebe' wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert. Die Rechte an Alina Bronskys Romanen wurden in 15 Länder verkauft. Sie lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 06.04.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05028-8
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19/12,3/1,5 cm
Gewicht 161 g
Verkaufsrang 12.747
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An einem Tag durchgelesen! Welch ein anrührender, fragwürdiger und interessanter Roman. Baba Dunja werden Sie mögen, auch wenn die Geschichte nicht immer zu glauben ist. An einem Tag durchgelesen! Welch ein anrührender, fragwürdiger und interessanter Roman. Baba Dunja werden Sie mögen, auch wenn die Geschichte nicht immer zu glauben ist.

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Ein kleines Buch über die Herzlichkeit und den Zusammenhalt der Menschen eines schon aufgegebenen Dorfes. Über Mut, Liebe und den Wert der kleinen Dinge im Leben. Sehr lesenswert! Ein kleines Buch über die Herzlichkeit und den Zusammenhalt der Menschen eines schon aufgegebenen Dorfes. Über Mut, Liebe und den Wert der kleinen Dinge im Leben. Sehr lesenswert!

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Baba Dunja ist unverwüstlich, jammert nicht und kommt immer irgendwie zurecht; Hauptsache selbstbestimmt.
Mit sprödem Charme und Wortwitz entwirft Alina Bronsky einen liebenswerten, ganz eigenen kleinen Kosmos im eigentlich unbewohnbaren Tschernowo; hintergründig auf den Punkt gebrachte Zeitgeschichte um Entwurzelung und Umweltkatastrophe - eine warmherzige, tiefgründige Geschichte, die nachklingt.
Sophie Rois erweckt mit ihrer unverwechselbaren Stimme Baba Dunja und ihr Dorf wunderbar zum Leben - ein ganz grosses (preisgekröntes) Hörvergnügen!!
Baba Dunja ist unverwüstlich, jammert nicht und kommt immer irgendwie zurecht; Hauptsache selbstbestimmt.
Mit sprödem Charme und Wortwitz entwirft Alina Bronsky einen liebenswerten, ganz eigenen kleinen Kosmos im eigentlich unbewohnbaren Tschernowo; hintergründig auf den Punkt gebrachte Zeitgeschichte um Entwurzelung und Umweltkatastrophe - eine warmherzige, tiefgründige Geschichte, die nachklingt.
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„Geschichte einer selbst bestimmten Frau“

Ulrike Walther, Thalia-Buchhandlung Gotha

Dieses schmale Büchlein erzählt auf intensive Art die Geschichte der Baba Dunja, die wieder in ihre alte Heimat Tschernobyl zurückkehrt. Wir erleben eine Dorfgemeinschaft der etwas spezielleren Art und eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Dieses schmale Büchlein erzählt auf intensive Art die Geschichte der Baba Dunja, die wieder in ihre alte Heimat Tschernobyl zurückkehrt. Wir erleben eine Dorfgemeinschaft der etwas spezielleren Art und eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

Maren Höll, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Kurzweilige Lektüre. Aber an einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, mehr zu erfahren über die Figuren außer Baba Dunja. Für mich blieben die Nebenfiguren zu eindimensional. Kurzweilige Lektüre. Aber an einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, mehr zu erfahren über die Figuren außer Baba Dunja. Für mich blieben die Nebenfiguren zu eindimensional.

Carolin Brummack, Thalia-Buchhandlung Dresden

“...aber ich glaube nicht, dass es mit der Strahlung zu tun hat. Man kann sie nicht für alles, was blöd zur Welt kommt, verantwortlich machen.“ (aus Baba Dunjas letzte Liebe) SUPER “...aber ich glaube nicht, dass es mit der Strahlung zu tun hat. Man kann sie nicht für alles, was blöd zur Welt kommt, verantwortlich machen.“ (aus Baba Dunjas letzte Liebe) SUPER

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Ein tiefgründiger und feiner Roman über eine beeindruckende Frau, die mich mit ihrer Sturheit wirklich fasziniert hat. Ein tiefgründiger und feiner Roman über eine beeindruckende Frau, die mich mit ihrer Sturheit wirklich fasziniert hat.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein wunderbar positves Buch über sehr ernste Themen. Diese beeindruckende Geschichte ist ein Lesegenuss der besonderen Art und kann noch lange nachwirken. Ein wunderbar positves Buch über sehr ernste Themen. Diese beeindruckende Geschichte ist ein Lesegenuss der besonderen Art und kann noch lange nachwirken.

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Ein wunderbarer kleiner Roman um eine alte Frau, die ihr Glück findet und bewahrt. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, die Sonne über diesem kleinen Ort strahlen zu sehen. Ein wunderbarer kleiner Roman um eine alte Frau, die ihr Glück findet und bewahrt. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, die Sonne über diesem kleinen Ort strahlen zu sehen.

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Ein kurzes Buch mit einer ganz besonderen Geschichte. Es hat eine angenehme Schreibweise, eine wirklich sympathische Protagonistin und ein sehr problematisches Thema. Einzigartig! Ein kurzes Buch mit einer ganz besonderen Geschichte. Es hat eine angenehme Schreibweise, eine wirklich sympathische Protagonistin und ein sehr problematisches Thema. Einzigartig!

A. Tesch, Thalia-Buchhandlung Berlin

Auch wenn das Buch dünn ist, ist die Geschichte sehr tiefgründig und unglaublich schön. Auch wenn das Buch dünn ist, ist die Geschichte sehr tiefgründig und unglaublich schön.

„Großartig erzählt!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Über die eigenwillige alte, kleine Dunja Baba, die zurück in das verstrahlte Dorf Tschernowa zieht, um mit ein paar anderen Alten dort ihre letzten Jahre zu verbringen. Eigentlich fast paradiesisch....... Über die eigenwillige alte, kleine Dunja Baba, die zurück in das verstrahlte Dorf Tschernowa zieht, um mit ein paar anderen Alten dort ihre letzten Jahre zu verbringen. Eigentlich fast paradiesisch.......

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Ich liebe Baba Dunja für ihre herrlichen Sturkopf und ihre Bodenständigkeit. Ein feiner Roman, der mich nachhaltig berührt hat. Ich liebe Baba Dunja für ihre herrlichen Sturkopf und ihre Bodenständigkeit. Ein feiner Roman, der mich nachhaltig berührt hat.

„Kleine "heile" Welt“

Ute Gantner, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Die alleinlebende und verwitwete Baba Dunja kehrt nach Jahren in ihr Heimatdorf in der Nähe von Tschernobyl zurück. Zusammen mit Gleichgesinnten baut sie sich dort in der "Todeszone", wo der Rest der Welt radioaktive Strahlen fürchtet, ein einfaches, aber selbstbestimmtes und unabhängiges Leben auf.
Als Selbstversorger baut die dörfliche Gemeinschaft alles Notwendige an und alle paar Wochen fährt Baba Dunja in die Kreisstadt, um dort ihr Postfach zu leeren, da kein Postbote die Todeszone betreten möchte.
Die Dorfbewohner führen eigentlich ein ganz beschauliches Leben, bis eines Tages Fremde ins Dorf kommen...
Alina Bronskys Roman besticht mit einer manchmal herzzerreißenden aber auch außergewöhnlich komischen Erzählweise und schaffte es sogar auf die Auswahlliste zum Deutschen Buchpreis.
Die alleinlebende und verwitwete Baba Dunja kehrt nach Jahren in ihr Heimatdorf in der Nähe von Tschernobyl zurück. Zusammen mit Gleichgesinnten baut sie sich dort in der "Todeszone", wo der Rest der Welt radioaktive Strahlen fürchtet, ein einfaches, aber selbstbestimmtes und unabhängiges Leben auf.
Als Selbstversorger baut die dörfliche Gemeinschaft alles Notwendige an und alle paar Wochen fährt Baba Dunja in die Kreisstadt, um dort ihr Postfach zu leeren, da kein Postbote die Todeszone betreten möchte.
Die Dorfbewohner führen eigentlich ein ganz beschauliches Leben, bis eines Tages Fremde ins Dorf kommen...
Alina Bronskys Roman besticht mit einer manchmal herzzerreißenden aber auch außergewöhnlich komischen Erzählweise und schaffte es sogar auf die Auswahlliste zum Deutschen Buchpreis.

„starke Bilder einer untergegangenen Welt...“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Für Baba Dunja, den sterbenskranken Petrow, die Melkerin Marja, die Gawrilos und den fast hundertjährigen Sidorow scheint es egal , ob sie ein Jahr mehr oder weniger leben. Sie kehren zurück nach Tschernow in ihre leerstehenden Häuser und versuchen ihr altes Leben wieder aufzunehmen. Ein beschwerliches Leben und eine zerbrechliche Gemeinschaft , die voller Humor beschrieben wird und eine tiefe Nachdenklichkeit zurück lässt. Baba Dunja erzählt böse in sperrigen Bildern und doch voller Wärme - und sie hat viel zu erzählen , von Jegor ihrem nichtsnutzigen Mann, den sie geliebt hat , von ihrer Tochter Irina, die Pakete aus Deutschland schickt, die sie in einem beschwerlichen Marsch aus dem nächsten Ort abholt und von ihrer unbekannten Enkelin, der sie lange Briefe schreibt. Die Welt scheint fast in Ordnung, kaum fassbar nach dem Reaktorunglück von 1986, bis ein viel greifbares Unglück hereinbricht : Fremde erreichen das Dorf, ein Vater strandet mit seinem kleinen Mädchen , was einer Katastrophe gleich kommt und die Auflösung dieser Gemeinschaft bedeutet ! Ein beeindruckendes starkes Buch , was anrührend poetisch ist und einen lange nicht mehr loslässt ! Für Baba Dunja, den sterbenskranken Petrow, die Melkerin Marja, die Gawrilos und den fast hundertjährigen Sidorow scheint es egal , ob sie ein Jahr mehr oder weniger leben. Sie kehren zurück nach Tschernow in ihre leerstehenden Häuser und versuchen ihr altes Leben wieder aufzunehmen. Ein beschwerliches Leben und eine zerbrechliche Gemeinschaft , die voller Humor beschrieben wird und eine tiefe Nachdenklichkeit zurück lässt. Baba Dunja erzählt böse in sperrigen Bildern und doch voller Wärme - und sie hat viel zu erzählen , von Jegor ihrem nichtsnutzigen Mann, den sie geliebt hat , von ihrer Tochter Irina, die Pakete aus Deutschland schickt, die sie in einem beschwerlichen Marsch aus dem nächsten Ort abholt und von ihrer unbekannten Enkelin, der sie lange Briefe schreibt. Die Welt scheint fast in Ordnung, kaum fassbar nach dem Reaktorunglück von 1986, bis ein viel greifbares Unglück hereinbricht : Fremde erreichen das Dorf, ein Vater strandet mit seinem kleinen Mädchen , was einer Katastrophe gleich kommt und die Auflösung dieser Gemeinschaft bedeutet ! Ein beeindruckendes starkes Buch , was anrührend poetisch ist und einen lange nicht mehr loslässt !

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
52 Bewertungen
Übersicht
38
10
4
0
0

Ein absoluter Geheimtipp!
von einer Kundin/einem Kunden am 26.09.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Ein sprachlich sehr gelungenes und inhaltlich überaus berührendes Buch. Trotz- oder vielleicht gerade wegen der ungewöhnlichen Ausgangslage der Geschichte ein großes Lesevergnügen. Traurig und lebensbejahend zugleich!

Lieblingsbuchalarm
von einer Kundin/einem Kunden am 12.07.2017

Dieses Buch habe ich in Berlin, bei einer Tour durch die kleinen Buchläden im lauschigen Prenzlauer Berg von der Buchverkäuferin empfohlen bekommen. Ich habe ihr gesagt das ich Masha Kaléko liebe und sie hat mir dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Ich fand die geringe Seitenanzahl für den stressigen Alltag... Dieses Buch habe ich in Berlin, bei einer Tour durch die kleinen Buchläden im lauschigen Prenzlauer Berg von der Buchverkäuferin empfohlen bekommen. Ich habe ihr gesagt das ich Masha Kaléko liebe und sie hat mir dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Ich fand die geringe Seitenanzahl für den stressigen Alltag genau richtig und die Story einer Tschernowo-Rückkehrerin einen interessanten Ausbruch aus den alltäglichen Themen. Die Geschichte fängt mitten im Leben von Baba Dunja an und fährt mit Worten eine Geschichte nach, die manch anderer auf dramatische Art und Weise mit Selbstmitleid untermauert hätte. Alina Bronsky hat einen weitaus bewegenderen Weg gefunden, Baba Dunja nimmt ihr Schicksal ohne Murren an und nur zwischen den Zeilen scheinen Gefühle durch. Desweiteren hat Baba Dunja eine faszinierende Art, die Menschen in ihrem Umfeld, durch wenige klare Worte in ihrer ganzen Tiefe zu beschreiben!!! Ein Buch das ich jedem Leser, der gerne auch mal über ein zwei Seiten ins Grübeln, Schmunzeln und Erinnern kommt ans Herz legen. :)

Ein wunderbares Büchlein
von Xirxe aus Hannover am 03.10.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Baba Dunja, die nun wirklich keine 82 Jahre mehr ist ;-) kehrt zurück in ihr Heimatdorf Tschernowo, das in der Todeszone von Tschernobyl liegt. Sie ist die Erste, die sich dort, in ihrem alten Haus, wieder niederlässt, doch nach und nach steigt die Zahl der BewohnerInnen. Es sind meist... Baba Dunja, die nun wirklich keine 82 Jahre mehr ist ;-) kehrt zurück in ihr Heimatdorf Tschernowo, das in der Todeszone von Tschernobyl liegt. Sie ist die Erste, die sich dort, in ihrem alten Haus, wieder niederlässt, doch nach und nach steigt die Zahl der BewohnerInnen. Es sind meist Alte, die Jüngsten um die 60 Jahre, zum Teil schwer krank, die nichts fürchten, auch nicht den Tod. Jede/r lebt dort sein Leben, eine wirkliche Gemeinschaft gibt es nicht. Gemüse und Obst werden im eigenen Garten angebaut, was man sonst so braucht und nicht selbst herstellen kann, wird von der kärglichen Rente im nächsten Städtchen Malyschi gekauft. Es könnte ein Idyll sein, doch Baba Dunja, die Ich-Erzählerin, ist sich der prekären Situation durchaus bewusst: Sie (wie auch der Rest in Tschernowo) strahlt mittlerweile selbst wie ein kleines Atomkraftwerk und ein Happy End ist bestimmt nicht zu erwarten. Wie sollte es in ihrem Alter auch aussehen? Denn eines ist gewiss: der Tod. Und diesem in Tschernowo zu begegnen, ist das Schlechteste nicht. Baba Dunja erzählt nicht nur von ihrem Leben im Dorf, sie erinnert sich auch an ihr Leben davor, das voller Mühsal war und darin bestand, für andere da zu sein: ihre Kinder Irina und Alexej; ihren Mann Jegor; die Kranken, die sie als medizinische Hilfsschwester behandelt hat. Nun kann sie zum erstem Mal in ihrem Leben das tun, was sie will: leben und sterben in Tschernowo. Ihrer Tochter Irina, die als Chirurgin in Deutschland lebt, ein Kind hat und nicht verstehen kann, weshalb ihre Mutter dorthin zurückgekehrt ist, schreibt sie beruhigende Briefe. Zitat: "Mädchen", sagte ich, "guck mich an. Siehst Du, wie alt ich bin? Und das alles ohne Vitamine und Operationen und Vorsorgeuntersuchungen. Wenn sich jetzt irgendetwas Schlechtes in mir einnistet, dann lasse ich es in Ruhe. Niemand soll mich mehr anfassen und mit Nadeln pieksen, wenigstens das habe ich mir verdient." Alina Bronskys Schreibstil trifft den Tonfall dieser alten Baba Dunja wunderbar: gelassen, durch nichts zu erschüttern und immer noch voller Lebensfreude. Sie weiß um die guten und schlechten Seiten der Menschen, verurteilt niemanden und nimmt das Leben wie es kommt - doch ohne sich sagen zu lassen, was sie zu tun hat. Zufälligerweise habe ich gerade zuvor das Buch Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre gelesen - das genaue Gegenteil eines Lebens im Alter. Dort wohl versorgt im Altenheim, alles läuft nach Plan: Essen, Trinken, Unterhaltungsprogramm, sofern es eines gibt. Ohne Eigeninitiative (die nicht unbedingt gerne gesehen wird) nichts als gepflegte Langeweile. Wie erfrischend hingegen das Leben in der Todeszone, ohne dass es verklärt wird. Wenn man mich fragen würde, wo ich lieber meine letzten Tage verbringen möchte, wäre die Antwort klar: Tschernowo ;-)