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Barrakuda

Roman

(24)
Für Daniel Kelly zählt nur eins: schneller zu schwimmen als jeder andere. Ein Sportstipendium öffnet ihm die Tür zu einer Eliteschule. Er trainiert wie besessen. Sein ganzes Leben ist auf den einen großen Traum ausgerichtet. Doch dann verliert er einen entscheidenden Wettkampf, und nichts ist mehr wie zuvor. Daniel beginnt, alles zu zerstören, wofür er je gekämpft hat. Christos Tsiolkas erzählt die berührende Geschichte eines Außenseiters und zeichnet das Bild einer modernen Leistungsgesellschaft, in der Scheitern und Erfolg nahe beieinanderliegen.




Rezension
"Ein großartiges, wundervolles Buch. Wen das nicht zum Weinen bringt, der lebt nicht richtig." Sunday Times
Portrait
Christos Tsiolkas, geboren 1965 im australischen Melbourne als Sohn griechischer Immigranten, arbeitet u.a. fürs Theater und Fernsehen. Mit »Nur eine Ohrfeige« legte er sein bislang erfolgreichstes Buch vor, das auch über Australien hinaus für Furore sorgte und mit dem »Commonwealth Writers‘ Prize« bedacht wurde sowie für den »Man Booker Prize« nominiert war. Tsiolkas lebt in Melbourne.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 08.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-41829-5
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 185/118/32 mm
Gewicht 380
Originaltitel Barracuda
Buch (Taschenbuch)
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Er kommt aus der Arbeiterklasse, also ist er ein Arbeiterkind. Zumindest sieht sein Vater das s o.
Danny bekommt ein Stipendium als Schwimmer auf einer Schule des Establishments, doch gehört er wirklich dazu? Ist der Barrakuda nicht ein Fremdkörper der
Wer bin ich?
Diese Frage stellt sich Danny, Dan oder auch Daniel immer wieder.
Er kommt aus der Arbeiterklasse, also ist er ein Arbeiterkind. Zumindest sieht sein Vater das s o.
Danny bekommt ein Stipendium als Schwimmer auf einer Schule des Establishments, doch gehört er wirklich dazu? Ist der Barrakuda nicht ein Fremdkörper der nur seines Erfolgs wegen geduldet wird?
Seine Mutter, Tochter griechischer Einwanderer die sich zum Schrecken ihrer Eltern von den Zeugen Jehovas losgesagt hat, tut alles für seine Karriere.
Doch dann kommt das Scheitern und Danny verliert den Halt. Er kommt ins Gefängnis und entdeckt, dass er Schwul ist. Nach dem Gefängnis verliebt sich in einen Schotten, doch auch dies ist kein Happyend.

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Der Fokus des Buches liegt klar auf der sehr glaubhaft geschilderten
Christos Tsiolkas ist mit "Barrakuda" eine starke Charakterstudie gelungen über den Athleten Daniel, der nach einem Misserfolg zum Antihelden wird und einen intensiven Kampf mit seinem Selbsthass und der Welt im Allgemeinen austragen muss, bis er Werte für sich findet.
Der Fokus des Buches liegt klar auf der sehr glaubhaft geschilderten Entwicklung von Daniels Persönlichkeit, zugleich handelt es sich aber auch um einen interessanten Familien- und Sportlerroman, der so unterhaltsam beklemmend geschrieben ist, daß man ihn einfach nicht aus der Hand legen kann. Die Zuspitzung und die verschachtelte Chronologie erinnert an Buwaldas "Bonita Aenue" - wenn auch nicht so drastisch im Inhalt; erkennbar sind auch Ähnlichkeiten zu Jennifer Haighs "Auftauchen" und Nicole Keegans "Schwimmen".
Dazu nutzt Tsiolkas eine glasklare, ausdrucksstarke Sprache, die formidabel von Barbara Heller ins Deutsche übersetzt wurde.
Einziges Manko ist die meiner Ansicht nach für die Handlung nicht so relevante, explizite Darstellung sexueller Präferenzen - auch wenn sie natürlich ein Mosaikstein der verachtenswerten (so denkt zumindest Daniel) Hauptperson darstellen. Dafür ein Abzug in der B-Note, ansonsten aber von Anfang bis Ende ein tolles Buch.

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Tsolkios erzählt von einem Außenseiter auf der neuen Upperclass-Schule. Nur der Trainer hält zu ihm, er will den besten Schwimmer aus ihm machen. Ein tiefes Psychogramm von Danny, der doch scheitern wird und tief fallen wird. Manchmal sehr lang und im Grunde nur deprimierend.
„Nur eine Ohrfeige“ hat mir sehr viel besser gefallen.
Tsolkios erzählt von einem Außenseiter auf der neuen Upperclass-Schule. Nur der Trainer hält zu ihm, er will den besten Schwimmer aus ihm machen. Ein tiefes Psychogramm von Danny, der doch scheitern wird und tief fallen wird. Manchmal sehr lang und im Grunde nur deprimierend.
„Nur eine Ohrfeige“ hat mir sehr viel besser gefallen.

Dr. Andreas Schmidt, Thalia-Buchhandlung Gießen

Dieser Roman vereint Vieles: die Entwicklungsgeschichte eines Jungen, die Erwartungen der Leistungsgesellschaft, die Trainingsmaschinerie des modernen Sports und das Scheitern. Dieser Roman vereint Vieles: die Entwicklungsgeschichte eines Jungen, die Erwartungen der Leistungsgesellschaft, die Trainingsmaschinerie des modernen Sports und das Scheitern.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
24 Bewertungen
Übersicht
11
6
4
3
0

Schwimmen
von einer Kundin/einem Kunden aus Perpignan am 07.11.2015

Für Christos Tsiolkas lag die Messlatte nach dem Bestseller „Nur eine Ohrfeige“ denkbar hoch. Nun ist sein zweiter Roman erschienen, indem es im weitesten Sinne um Sport geht, eigentlich aber um verlorene Träume und dem Zurechtkommen im Alltäglichen. Keine einfache Aufgabe also. Den Mutigen gehört die Welt, das gilt... Für Christos Tsiolkas lag die Messlatte nach dem Bestseller „Nur eine Ohrfeige“ denkbar hoch. Nun ist sein zweiter Roman erschienen, indem es im weitesten Sinne um Sport geht, eigentlich aber um verlorene Träume und dem Zurechtkommen im Alltäglichen. Keine einfache Aufgabe also. Den Mutigen gehört die Welt, das gilt für Tsiolkas ebenso wie für seinen Protagonisten Dan Kelly, der schon ihn Jugendtagen genau weiß, was er will: Bei der Heimolympiade in Sydney Olympiasieger im Schwimmen zu werden. Einer der Golden Boys zu werden, jener australischen Schwimmelite, die ohne Ende Goldmedaillen sammelt. Das Wasser ist sein Element, es ist seine zweite Haut, eine Erlösung aus der Mittelmäßigkeit, die Chance auf dem Podest zu stehen, statt von unten auf die Sieger herauf zu gaffen. Zunächst treibt Danny der Hass auf seine Konkurrenten, die Zöglinge wohlhabender Eltern sind bei weitem weniger Zielgerichtet, dafür aber fies und hochmütig. Der Platz an der Sonne ist Ihnen eben in die Wiege gelegt. Ehrfurchtsvoll nennen sie Danny Barrakuda oder Psycho Kelly, weil die Willensstärke und das Durchsetzungsvermögen des Arbeiterkindes den Absolventen einer höheren Schule Respekt abnötigt. Danny Kelly ist faul, wenn es um Mathe geht. Er wird zum Tier, wenn er vor einem Schwimmbecken steht, angetrieben von seinem Trainer entwickelt er einen galaktischen Ehrgeiz, dem alles untergeordnet werden muss, was lediglich sein skeptischen Vater bisweilen torpediert. „Es gibt doch noch andere Dinge auf der Welt“..., sondert dieser bisweilen ab. Diese simple Wahrheit findet im Denkmodell seines Sohnes keinen Platz. Der will sein Stipendium nutzen, um auf einer Stufe mit seinen Mitschülern zu stehen. Im Grunde glaubt er nach den anfänglichen Erfolgen, er stünde dort bereits. Schließlich verbringt er gelegentlich sogar seine Freizeit mit den gelangweilten Burschen aus der Oberschicht. Es ist eine läppische Kleinigkeit, die Kelly seinen Traum kostet. Christos Tsiolkas ist seit „Nur eine Ohrfeige“ Meister darin, sein Romanpersonal durch Lappalien ins Stolpern zu bringen und hinter die aufgebauten Fassaden zu blicken. In seinem ersten Buch erschütterte eine banale Ohrfeige die australische Mittelschicht. Hier sind es die Stunden vor dem Wettkampf, die nicht optimal verlaufen und eine Niederlage einläuten, die das geistige Grundgerüst für die Egomaschine Danny Kelly zum Einsturz bringt. Eine Welt bricht für ihn, den besten und schnellsten Schwimmer seiner Altersklasse zusammen und die Reichen zeigen ihm von nun an die kalte Schulter. Danny Kellys Leben gerät aus den Fugen. Schließlich landet er sogar im Gefängnis, wo ein Lernprozess für ihn beginnt. Das einzige, was ihm eine ungefähre Peilung auf seinem Weg gibt ist seine Homosexualität und die Familie. Erfrischender weise zeichnet Tsiolkas seinen Helden nicht übertrieben sensibel oder besonders intelligent. Er siedelt also Danny Kelly in der Welt der Normalos an, ohne ihn intellektuell darüber zu stellen. Danny Kelly hat die Aggressivität eines Underdogs und einen gesunden Selbstbehauptungswillen, der ihn schließlich durch das Leben trägt. Mich hat der Roman von der ersten Seite an gepackt. Phasenweise konnte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen. Dieses zweite Buch von Christos Tsiolkas finde ich noch besser, als seinen Bestseller Vorgänger. Mir hat es Danny wirklich angetan. Man lebt, liebt und leidet förmlich mit diesem Menschen, der authentisch daher kommt, als wäre es der eigene Bruder. Danny kommt ungeheuer facettenreich und vielschichtig daher. Das Buch hat ungemein tragische Momente, weil sich Tsiolkas weigerte eine der üblichen Aufsteigerstorys zu kredenzen. Viel lieber zeigt er das Scheitern und das emotionale taumeln eines jungen Mannes, der alles gemacht hat, wie es einem die Gesellschaft rät. Fokussiere dich auf ein Ziel und bleibe beharrlich am Ball, bis du zu den Golden Boys deiner Berufsgattung gehörst, dann kann nichts schief gehen. Als wenn das Leben so einfach wäre.... Die Geschichte birgt mehrere Überraschungen, von denen eines das geniale Ende des Romans einleitet. Wie sich der Blick Dannys auf die Welt verändert, weg vom eigenen Bauchnabel, weg vom Hass, hin zur eigenen Mitte, davon erzählt dieser Roman in einer aufwühlenden Weise, wie sie das Buch-Jahr nur wenige Male im Jahr zu bieten hat.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Nicht überzeugend
von Karlheinz aus Frankfurt am 02.04.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Danny Kelly ist Schwimmer mit Leib und Seele und hat seine Erfolge, die ihn an eine große Kariere im Schwimmsport glauben lassen. Doch trotz seines herausragenden Talents und viel Trainings scheitert er und sein Leben nimmt einen negativen Verlauf. Die Handlung hat viel Potential und Tiefe wird allerdings nicht in... Danny Kelly ist Schwimmer mit Leib und Seele und hat seine Erfolge, die ihn an eine große Kariere im Schwimmsport glauben lassen. Doch trotz seines herausragenden Talents und viel Trainings scheitert er und sein Leben nimmt einen negativen Verlauf. Die Handlung hat viel Potential und Tiefe wird allerdings nicht in grader Zeitlinie erzählt, sondern der Autor springt in den Jahren hin und her, mal mit Zeit- und Ortsangabe, aber größtenteils ohne Angaben womit der Leser gefordert ist, die Kapitel in die korrekte Zeitlinie zu integrieren. Teilweise ist die Handlung in der Ich-Erzählung und bei den Rückblicken in der Erzählform dargestellt. Sie befasst sich nicht nur mit dem Schwimmen und dem Leben des Protagonisten, sondern betrachtet die Gesellschaft immer wieder kritisch. Der Autor hat einen guten Schreibstil, dennoch schießt er manchmal schießt er sprachlich mit seiner Direktheit über das Ziel hinaus. Überzeugend ist die Darstellung wenn der Protagonist schwimmt, hier kommt die literarische Stärke das Autoren zum Tragen, leider spielt er diese zu wenig aus. Der Protagonist Daniel steht im Vordergrund und wird dementsprechend auch intensiv betrachtet. Der Autor stellt den Protagonisten negativ dar, so dass man sich kaum mit ihm identifizieren kann. Die Neben-Protagonisten fallen dagegen ab und werden ihrer Stellung im Buch eher oberflächlich behandelt. Fazit: Ambitioniertes Werk das leider an meinem Geschmack vorbei geht. Durch die vielen Zeitsprünge, die sich nur durch die Handlung erklären, wirkt das Buch ebenso wie der Protagonist zerrissen, was vielleicht künstlerisch so gewollt ist, jedoch auf mich als Leser negativ wirkt.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Barrakuda
von einer Kundin/einem Kunden aus Perpignan am 18.07.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Für Christos Tsiolkas lag die Messlatte nach dem Bestseller „Nur eine Ohrfeige“ denkbar hoch. Nun ist sein zweiter Roman erschienen, indem es im weitesten Sinne um Sport geht, eigentlich aber um verlorene Träume und dem Zurechtkommen im Alltäglichen. Keine einfache Aufgabe also. Den Mutigen gehört die Welt, das gilt... Für Christos Tsiolkas lag die Messlatte nach dem Bestseller „Nur eine Ohrfeige“ denkbar hoch. Nun ist sein zweiter Roman erschienen, indem es im weitesten Sinne um Sport geht, eigentlich aber um verlorene Träume und dem Zurechtkommen im Alltäglichen. Keine einfache Aufgabe also. Den Mutigen gehört die Welt, das gilt für Tsiolkas ebenso wie für seinen Protagonisten Dan Kelly, der schon ihn Jugendtagen genau weiß, was er will: Bei der Heimolympiade in Sydney Olympiasieger im Schwimmen zu werden. Einer der Golden Boys zu werden, jener australischen Schwimmelite, die ohne Ende Goldmedaillen sammelt. Das Wasser ist sein Element, es ist seine zweite Haut, eine Erlösung aus der Mittelmäßigkeit, die Chance auf dem Podest zu stehen, statt von unten auf die Sieger herauf zu gaffen. Zunächst treibt Danny der Hass auf seine Konkurrenten, die Zöglinge wohlhabender Eltern sind bei weitem weniger Zielgerichtet, dafür aber fies und hochmütig. Der Platz an der Sonne ist Ihnen eben in die Wiege gelegt. Ehrfurchtsvoll nennen sie Danny Barrakuda oder Psycho Kelly, weil die Willensstärke und das Durchsetzungsvermögen des Arbeiterkindes den Absolventen einer höheren Schule Respekt abnötigt. Danny Kelly ist faul, wenn es um Mathe geht. Er wird zum Tier, wenn er vor einem Schwimmbecken steht, angetrieben von seinem Trainer entwickelt er einen galaktischen Ehrgeiz, dem alles untergeordnet werden muss, was lediglich sein skeptischen Vater bisweilen torpediert. „Es gibt doch noch andere Dinge auf der Welt“..., sondert dieser bisweilen ab. Diese simple Wahrheit findet im Denkmodell seines Sohnes keinen Platz. Der will sein Stipendium nutzen, um auf einer Stufe mit seinen Mitschülern zu stehen. Im Grunde glaubt er nach den anfänglichen Erfolgen, er stünde dort bereits. Schließlich verbringt er gelegentlich sogar seine Freizeit mit den gelangweilten Burschen aus der Oberschicht. Es ist eine läppische Kleinigkeit, die Kelly seinen Traum kostet. Christos Tsiolkas ist seit „Nur eine Ohrfeige“ Meister darin, sein Romanpersonal durch Lappalien ins Stolpern zu bringen und hinter die aufgebauten Fassaden zu blicken. In seinem ersten Buch erschütterte eine banale Ohrfeige die australische Mittelschicht. Hier sind es die Stunden vor dem Wettkampf, die nicht optimal verlaufen und eine Niederlage einläuten, die das geistige Grundgerüst für die Egomaschine Danny Kelly zum Einsturz bringt. Eine Welt bricht für ihn, den besten und schnellsten Schwimmer seiner Altersklasse zusammen und die Reichen zeigen ihm von nun an die kalte Schulter. Danny Kellys Leben gerät aus den Fugen. Schließlich landet er sogar im Gefängnis, wo ein Lernprozess für ihn beginnt. Das einzige, was ihm eine ungefähre Peilung auf seinem Weg gibt ist seine Homosexualität und die Familie. Erfrischender weise zeichnet Tsiolkas seinen Helden nicht übertrieben sensibel oder besonders intelligent. Er siedelt also Danny Kelly in der Welt der Normalos an, ohne ihn intellektuell darüber zu stellen. Danny Kelly hat die Aggressivität eines Underdogs und einen gesunden Selbstbehauptungswillen, der ihn schließlich durch das Leben trägt. Mich hat der Roman von der ersten Seite an gepackt. Phasenweise konnte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen. Dieses zweite Buch von Christos Tsiolkas finde ich noch besser, als seinen Bestseller Vorgänger. Mir hat es Danny wirklich angetan. Man lebt, liebt und leidet förmlich mit diesem Menschen, der authentisch daher kommt, als wäre es der eigene Bruder. Danny kommt ungeheuer facettenreich und vielschichtig daher. Das Buch hat ungemein tragische Momente, weil sich Tsiolkas weigerte eine der üblichen Aufsteigerstorys zu kredenzen. Viel lieber zeigt er das Scheitern und das emotionale taumeln eines jungen Mannes, der alles gemacht hat, wie es einem die Gesellschaft rät. Fokussiere dich auf ein Ziel und bleibe beharrlich am Ball, bis du zu den Golden Boys deiner Berufsgattung gehörst, dann kann nichts schief gehen. Als wenn das Leben so einfach wäre.... Die Geschichte birgt mehrere Überraschungen, von denen eines das geniale Ende des Romans einleitet. Wie sich der Blick Dannys auf die Welt verändert, weg vom eigenen Bauchnabel, weg vom Hass, hin zur eigenen Mitte, davon erzählt dieser Roman in einer aufwühlenden Weise, wie sie das Buch-Jahr nur wenige Male im Jahr zu bieten hat. Ganz großes Tennis!

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