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Bergwehen

Roman

(2)
München 1811: Lucilie Vinzenz gehört zu den Hebammen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass bei einer Geburt Mutter und Kind häufig sterben. Ständig erweitert sie ihr Wissen, gibt es an die Frauen weiter und achtet streng auf Hygiene. Allerdings bringt sie damit Ärzte und Kirchenherren gegen sich auf. Was muss das Weib andere Weiber aufwiegeln gegen die gottgegebene Ordnung?

Als man eine Intrige gegen sie spinnt, flieht sie in ihr Heimatdorf, an den Ort, der ihr Schutz gewährt. Die Rückkehr ist auch eine Reise in die Vergangenheit: Als junge Frau war sie schwanger geworden und von ihrem Vater dafür grausam bestraft worden. Mit ihm, der ihr damals das Kind wegnahm, hat sie seither nie wieder ein Wort gewechselt.
Ausgerechnet hier trifft sie auf einen Gleichgesinnten, den Dorfarzt Denaro. Sie verlieben sich ineinander – doch dann muss Lucilie erfahren, dass er auf schreckliche Weise mit ihrer Vergangenheit verknüpft ist ...
Portrait
Monika Bittl, 1963 in einem kleinen Dorf im Altmühltal geboren und dort aufgewachsen, hat Germanistik und Psychologie studiert und lange als Journalistin gearbeitet. Seit 1992 ist sie freie Autorin und schreibt u.a. mit großem Erfolg Drehbücher. Für "Sau sticht" erhielt sie 1996 den Bayerischen Fernsehpreis. Monika Bittl lebt mit ihrer Familie in München. Ihr erster Roman "Irrwetter" ist 2006 bei Droemer erschienen; 2008 folgte "Bergwehen", 2010 "Die Expedition", 2012 der Roman "Freiwild".
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 336 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.10.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783426419175
Verlag Droemer eBook
Dateigröße 646 KB
eBook
8,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Bemerkenswert und sehr lesenswert “

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Das Titelbild dieses Buches kommt sehr düster daher – eine Bäuerin mit geschulterter Mistgabel in schwarz im unteren Viertel und der Rest ein bedrohlicher Himmel. Aber dieses Cover fängt die Stimmung dieses ungewöhnlichen Romans sehr gut ein. Was verbirgt sich dahinter? Ein Heimatroman, ein historischer Arztroman oder ein klassischer Frauenroman? Ich finde, er ist dies alles und doch etwas ganz eigenes und unbedingt lesenswertes noch dazu. Der Roman spielt um 1811 als der große Komet über Europas Himmel erstrahlt. Er beginnt mit dem Ende, nämlich dem Tod der Hauptperson und erzählt dann die Geschichte rückwirkend. Es ist die Geschichte der Münchner Oberhebamme Lucilie Vinzenz und des Tiroler Arztes Denaro. In dieser Zeit ist die Medizin noch weit hinter unseren heutigen Standards zurück. Es gibt studierte Ärzte und die sogenannten Scharlatane, die die Drecksarbeit machen dürfen. Zu den Scharlatanen zählen die Wundärzte, die Bader und auch die Hebammen. Aber Lucilie ist eine gebildete Frau, verwitwete Apothekergattin und Kräuterheilkundige. Sie versucht die Umstände in ihrer Gebäranstalt zu verbessern und hegt einen ersten Verdacht, dass fehlende Hygiene Grund für den häufigen Kindstod ist. Außerdem versucht sie sowohl den Körper, als auch den Verstand und das Gefühl in ihre Überlegungen mit einfließen zu lassen. Ebenso fortschrittlich für seine Zeit forscht der Mediziner Denaro. Er ist auf den Suche nach einem Betäubungsmittel, um Patienten den Schmerz bei Operationen zu mildern. Leider bringen die beiden damit sowohl die studierte Ärzteschaft als auch die Kirche gegen sich auf. Die Art wie die Autorin ihre Geschichte aufgebaut hat und ihr teilweises Einbringen von Dialekt erinnerte mich ganz entfernt an die Novellen des Klassikers Gottfried Kellers, deshalb auch der Heimatroman. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und erschüttert. Da sind Menschen, die anderen helfen wollen, aber die Kirche ist dagegen, weil sie angeblich in Gottes Willen eingreifen würden. Und die Ärzte haben Angst um ihre Macht und deshalb müssen unschuldige Menschen sterben. Mir war nicht bewusst, dass es Anfang des 19. Jahrhunderts noch so „mittelalterlich“ in Europa war. Ich kann Ihnen dieses Buch nur empfehlen. Es ist gut geschrieben, fesselt und erschreckt mit seiner Handlung. Das Titelbild dieses Buches kommt sehr düster daher – eine Bäuerin mit geschulterter Mistgabel in schwarz im unteren Viertel und der Rest ein bedrohlicher Himmel. Aber dieses Cover fängt die Stimmung dieses ungewöhnlichen Romans sehr gut ein. Was verbirgt sich dahinter? Ein Heimatroman, ein historischer Arztroman oder ein klassischer Frauenroman? Ich finde, er ist dies alles und doch etwas ganz eigenes und unbedingt lesenswertes noch dazu. Der Roman spielt um 1811 als der große Komet über Europas Himmel erstrahlt. Er beginnt mit dem Ende, nämlich dem Tod der Hauptperson und erzählt dann die Geschichte rückwirkend. Es ist die Geschichte der Münchner Oberhebamme Lucilie Vinzenz und des Tiroler Arztes Denaro. In dieser Zeit ist die Medizin noch weit hinter unseren heutigen Standards zurück. Es gibt studierte Ärzte und die sogenannten Scharlatane, die die Drecksarbeit machen dürfen. Zu den Scharlatanen zählen die Wundärzte, die Bader und auch die Hebammen. Aber Lucilie ist eine gebildete Frau, verwitwete Apothekergattin und Kräuterheilkundige. Sie versucht die Umstände in ihrer Gebäranstalt zu verbessern und hegt einen ersten Verdacht, dass fehlende Hygiene Grund für den häufigen Kindstod ist. Außerdem versucht sie sowohl den Körper, als auch den Verstand und das Gefühl in ihre Überlegungen mit einfließen zu lassen. Ebenso fortschrittlich für seine Zeit forscht der Mediziner Denaro. Er ist auf den Suche nach einem Betäubungsmittel, um Patienten den Schmerz bei Operationen zu mildern. Leider bringen die beiden damit sowohl die studierte Ärzteschaft als auch die Kirche gegen sich auf. Die Art wie die Autorin ihre Geschichte aufgebaut hat und ihr teilweises Einbringen von Dialekt erinnerte mich ganz entfernt an die Novellen des Klassikers Gottfried Kellers, deshalb auch der Heimatroman. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und erschüttert. Da sind Menschen, die anderen helfen wollen, aber die Kirche ist dagegen, weil sie angeblich in Gottes Willen eingreifen würden. Und die Ärzte haben Angst um ihre Macht und deshalb müssen unschuldige Menschen sterben. Mir war nicht bewusst, dass es Anfang des 19. Jahrhunderts noch so „mittelalterlich“ in Europa war. Ich kann Ihnen dieses Buch nur empfehlen. Es ist gut geschrieben, fesselt und erschreckt mit seiner Handlung.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
2 Bewertungen
Übersicht
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fesselnd
von einer Kundin/einem Kunden am 30.07.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

München 1811: Lucilie Vinzenz gehört zu den Hebammen die sich nicht damit abfinden wollen, dass bei der Geburt Mutter und Kind häufig sterben. Ständig erweitert sie ihr Wissen, gibt es an die Frauen weiter und achtet streng auf Hygiene. Allerdings bringt sie damit Ärzte und Kirchenmänner gegen sich... München 1811: Lucilie Vinzenz gehört zu den Hebammen die sich nicht damit abfinden wollen, dass bei der Geburt Mutter und Kind häufig sterben. Ständig erweitert sie ihr Wissen, gibt es an die Frauen weiter und achtet streng auf Hygiene. Allerdings bringt sie damit Ärzte und Kirchenmänner gegen sich auf. Als man eine Intrige gegen sie spinnt flieht sie in ihr Heimatdorf. Die Rückkehr ist auch eine Reise in ihre eigene Vergangenheit. Das Buch ist ein sehr spannendes Zeitdokument und fesselt bis zur letzten Seite.