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Blutrot blüht die Heide

Historischer Kriminalroman

KBV - Historische Krimis 276

(5)

Westpreußen, 21. September 1917, die Dunkelheit bricht herein. Die Förstersfrau Hilde Bechthold sucht nach ihrem Mann und findet seine Leiche.
Er ist der dritte tote Forstbeamte innerhalb weniger Monate. Als der Berliner Kommissar Otto Busdorf in Marienwerder eintrifft, erfährt er, dass Pole Franz Kleinschmidt, ein Wilddieb und Deserteur, längst als der Mörder bekannt ist. Ein einfacher Fall, denkt Busdorf, doch er irrt sich. Kleinschmidt taucht in den Wäldern Westpreußens unter, schart Gleichgesinnte um sich, stiehlt, legt Brände und macht nun seinerseits Jagd auf die Förster und Polizisten.
Auch Wilhelm Berger, der als Kommandojäger zum Schutz der Förster eingeteilt wird, unterschätzt das Problem. Hinzu kommt, dass Busdorf sich mit einer bloßen Festnahme des Mörders nicht zufrieden geben würde. Sein Wahlspruch lautet: Wer zuerst schießt, lebt länger.
Kann es Berger gelingen, Kleinschmidt zu stellen, ehe Schlimmeres geschieht?
Auch der fünfte historische Kriminalroman von Jürgen Ehlers beruht auf einem wahren Fall.

Portrait
Jürgen Ehlers wurde 1948 in Hamburg geboren, lebt heute mit seiner Familie auf dem Land und arbeitet hauptberuflich im Geologischen Landesamt Hamburg. Seit 1992 schreibt er Kurzkrimis, die in verschiedenen Verlagen im In- und Ausland veröffentlicht wurden, und ist Herausgeber von Krimianthologien. Er ist Mitglied im „Syndikat“ und in der „Crime Writer´s Association“
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 293
Erscheinungsdatum November 2012
Serie KBV - Historische Krimis 276
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-942446-67-9
Verlag KBV
Maße (L/B/H) 180/124/22 mm
Gewicht 236
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Guter historischer Krimi
von mabuerele am 27.06.2014

Man schreibt das Jahr 1917. Der Kommandojäger Wilhelm Berger wird in die Tucheler Heide abgeordnet. Er soll den dortigen Förster bei der Ergreifung von Wilddieben unterstützen. Doch kurze Zeit später ist der Förster tot. Der vermeintliche Täter ist namentlich bekannt, denn ihm werden weitere Morde zu Last gelegt. Der Autor... Man schreibt das Jahr 1917. Der Kommandojäger Wilhelm Berger wird in die Tucheler Heide abgeordnet. Er soll den dortigen Förster bei der Ergreifung von Wilddieben unterstützen. Doch kurze Zeit später ist der Förster tot. Der vermeintliche Täter ist namentlich bekannt, denn ihm werden weitere Morde zu Last gelegt. Der Autor hat einen über weite Strecken spannenden historischen Kriminalroman geschrieben. Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Wilhelm Berger möchte den Täter fassen, nimmt aber recht und Gesetz ernst. Kriminalschutzmann Paul Marquardt hat zwar das gleiche Ziel, aber er greift schnell zur Waffe. Das besondere an dem Krimi ist die politische Situation. Gutsbesitze und Arbeiter sind Polen. Nur der Förster und die Kommandojäger sind Deutsche. Die dadurch entstehenden Lebensverhältnisse kommen dem polnischen Täter entgegen. Er kann sich auf die Unterstützung seiner Landsleute verlassen. Der Förster ist aufgrund seines Verhaltens daran nicht ganz unschuldig. Der Autor hat an vielen Stellen die Sitten und Gebräuche der einheimischen Bevölkerung thematisiert. Dazu gehören neben den Polen auch die Kaschuben. Der Roman beruht auf einem historischen Fall. Ab und an werden Originaldokumente verwendet. Trotzdem bleibt viel Raum für die Phantasie des Autors. Nicht jede der Handlungen seiner Protagonisten konnte ich logisch nachvollziehen. Leichtsinn und Neugier gingen manchmal Hand in Hand. Die Kriegsereignisse spielten nur am Rande eine Rolle. Das Buch ließ sich zügig lesen. Die Sprache ist an einigen Stellen etwas rau. Das ist allerdings den Protagonisten und ihrem Umgangston geschuldet. Eine Karte der Handlungsorte befindet sich sowohl in Deutsch als auch in Polnisch im Buch. So konnte ich die Orte schnell einordnen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus J. F. Coopers Buch „Der Wildtöter“. Zwischen den Zitaten und der aktuellen Handlung gab es erstaunliche Parallelen. Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten. Besonders gefallen haben mir die Informationen über Land und Leute.

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was ist recht?
von leseratte1310 am 25.06.2014

Seine Kriegsverletzung muss noch heilen, deshalb wird Wilhelm Berger 1917 vorübergehend als Kommandojäger nach Ostpreußen versetzt. Kaum angekommen, erfährt er, dass ein Wilderer in der Gegend sein Unwesen treibt und bereits einen Menschen auf dem Gewissen hat. Wer der Wilderer ist, ist bekannt, aber die Festnahme von Kleinschmidt gestaltet... Seine Kriegsverletzung muss noch heilen, deshalb wird Wilhelm Berger 1917 vorübergehend als Kommandojäger nach Ostpreußen versetzt. Kaum angekommen, erfährt er, dass ein Wilderer in der Gegend sein Unwesen treibt und bereits einen Menschen auf dem Gewissen hat. Wer der Wilderer ist, ist bekannt, aber die Festnahme von Kleinschmidt gestaltet sich schwierig. Kurz darauf wird sein Chef Eisner ebenfalls getötet. Ein Kriminalbeamter namens Marquardt kommt aus Berlin um dem Treiben ein Ende zu setzen. Doch Kleinschmidt hat die Unterstützung der polnischen Bevölkerung. Berger versucht zusammen mit der polnischen Haushaltshilfe Maria der Ermittlungen voran zu treiben. Im Laufe der Zeit erkennt er Kleinschmidts Motivation. Aber rechtfertigt das Mord? Die Not in der polnischen Bevölkerung war zu jener Zeit groß und wurde immer schlimmer. Das abfällige Verhalten der Deutschen, die keine Not litten, erzeugte Missgunst. Kann man am Anfang noch Verständnis für Kleinschmidt aufbringen, ändert sich das mit der Zeit, denn er verändert sich vom Wilderer zum kaltblütigen Mörder, der seine Rache auslebt. Marquardt verkörpert den preußischen Beamten, der die Ordnung mit allen Mitteln aufrecht halten will. Wenn auch eine gehörige Portion Angst hinter seinen Entscheidungen steckt, so ist er doch keinen Deut besser als Kleinschmidt. Dagegen ist Berger ein sympathischer junger Mann, der zwar auch seine Pflicht erfüllen will, aber doch alles kritisch hinterfragt und auch keine Dünkel hat. Der Schreibstil ist eher sachlich, manchmal etwas langatmig. Die Geschichte basiert auf Tatsachen und ist gut recherchiert, man erfährt vieles über das Leben der Menschen und wie sie mit Aberglauben versuchen dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Ein historischer Krimi. Der zum Nachdenken anregt.

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Die Jagd auf den „Hauptmann der Wilderer-Kompanie“
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 17.06.2014

„Nein, das war nicht sauber, Wilhelm! – Und wer so etwas macht, der macht auch noch ganz andere Dinge. Wer mit dem Marquardt zusammenarbeitet, der muss aufpassen, dass er am Ende nicht schmutziger dasteht, als der Mörder, den er jagt.“ „Als Wilhelm Berger im September 1917 seinen Dienst als Kommandojäger... „Nein, das war nicht sauber, Wilhelm! – Und wer so etwas macht, der macht auch noch ganz andere Dinge. Wer mit dem Marquardt zusammenarbeitet, der muss aufpassen, dass er am Ende nicht schmutziger dasteht, als der Mörder, den er jagt.“ „Als Wilhelm Berger im September 1917 seinen Dienst als Kommandojäger der Försterei Jatty in Westpreußen antritt, erfährt er, dass in den Wäldern der Tucheler Heide ein Mörder sein Unwesen treibt. Ein Förster ist bereits getötet worden, und ehe die Polizei reagieren kann, schlägt der Mann ein zweites Mal zu. Der Täter ist bekannt. Es ist der Pole Franz Kleinschmidt, ein Wilddieb und Deserteur. Der Mann ist anscheinend nicht zu fassen, denn die kleinen Leute helfen ihm unterzutauchen. Paul Marquardt, der Polizist aus Berlin, würde den Mann am liebsten tot sehen, aber Berger will ihn lebend festnehmen. Gemeinsam mit der Polin Maria stellt er ihm eine Falle.“ (Klappentext) Dieses Buch hat bei mir ein herrliches Wechselbad der Gefühle ausgelöst. Ich liebe es, wenn das passiert! Wer ist gut, wer ist böse? Schauen wir mal... Da ist zunächst mal der Mörder und Wilderer Kleinschmidt – ganz klar der Böse, oder? Und der Polizist Marquardt, der Vertreter von Recht und Ordnung ist dann der Gute? Zeitweise. Denn das Buch beleuchtet auch detailliert die Hintergründe der Taten, die persönlichen Lebensumstände und die Gefühle der Protagonisten. So gibt es reichlich Infos zu der Notlage, in der viele Polen damals waren. Dies, zusammen mit der überheblichen Art vieler Deutscher, lässt Verständnis für den Wilderer aufkommen. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn Kleinschmidt verändert sich, versteht es, seine besondere Position als „Held“ des einfachen Mannes auszunutzen. Und ab einem gewissen Zeitpunkt scheint das Wildern nur noch zweitrangig zu sein, im Gegensatz zu seiner persönlichen Rache. Daneben Marquardt, ganz ordentlicher Beamter und ein Musterbeispiel preußischer Ordnung. Er gibt den erfahrenen Ermittler, der schon so manche Verbrecherlaufbahn beendet hat. Nur sind die Methoden, mit denen er vorgeht, nicht immer genau so ordentlich. Leicht beschleicht einen der Gedanke, dass diesem Polizisten jedes Mittel recht ist – ja, an einer Stelle wusste ich nicht mehr, wer von beiden Gegnern für mich der schlimmere Mörder ist. Aber andererseits ist auch dieser Polizist ein Mann, der nachts von Alpträumen geplagt wird. Der sich sorgt, was aus seiner Familie wird, wenn er im Einsatz sterben sollte und der letztlich vor allem von einem Gefühl angetrieben wird: Der Angst. Egal, von welcher Seite aus man es betrachtet, immer kann man sich fragen, was man selbst getan hätte. Der junge Berger wird im Gegensatz dazu als durchweg positiver Charakter aufgebaut. Er sieht die Taten beider Seiten kritisch, versucht, seine Pflicht zu tun und doch auch Verständnis aufzubringen. Interessiert beobachtet er zudem die kriminalistischen Ermittlungsmethoden des Polizisten Marquardt, ganz fasziniert von Dingen wie beispielsweise der Spurensuche am Tatort. In weiteren Bänden wird er, der als Soldat glücklich den Krieg überlebt hat, als Polizist tätig werden. Der Stoff des Buches basiert auf historischen Personen und Begebenheiten. Im Epilog werden dazu genaue Angaben gemacht. Zudem gibt es Kartenausschnitte, so dass man gut nachvollziehen kann, wo die Geschichte spielt. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die diversen genauen Schilderungen, mit deren Hilfe dem Leser das Denken/Empfinden und der vorherrschende Aberglaube der Bevölkerung nahe gebracht werden sollten, führten gleichzeitig zu – für meinen Geschmack – einigen Längen. Mehrfach hatte ich das Gefühl, dass man besser ein wenig gekürzt hätte. Auch der Spannungsaufbau litt darunter. Das, zusammen mit einem eher trockenen Schreibstil, machte das Lesen zeitweise etwas mühsam. Nun bin ich bereit, das zu Gunsten einer Handlung, die zum Nachdenken anregt, hinzunehmen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass andere Leser dadurch verschreckt werden. Fazit: Toller Stoff und reichlich Denkanstöße, aber mühsam zu lesen. Ich jedenfalls werde mir demnächst „Die Nacht von Barmbeck“ zulegen und mal schauen, wie es mit Berger weitergeht.

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