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Brief an D.

Geschichte einer Liebe

(15)
Eine ewige Liebe ? sie haben alles geteilt, bis in den Tod, in den sie gemeinsam gingen ?Bald wirst Du jetzt zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je.? ?Jeder von uns möchte den anderen nicht überleben müssen. Oft haben wir uns gesagt, dass wir, sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbringen möchten.? So endet die ?Geschichte einer Liebe?, verfasst vom dreiundachtzigjährigen Philosophen und Sozialtheoretiker André Gorz in Form eines langen Briefes, in dem er die achtundfünfzig Jahre seines Zusammenlebens mit seiner Frau Dorine rekapituliert. Entstanden ist ein Rückblick der ganz besonderen Art. Auf achtzig Seiten gibt Gorz Zeugnis von ihrer Liebe ? in der ?Du?-Form, der wohl anrührendsten und ehrlichsten Art der Anrede. Dieses Buch ist kurz; es handelt nur von den wichtigsten Dingen. »Dieses Buch erzählt von dem vielleicht begehrtesten aller Güter: von der Liebe, die dauerhaft ist.« Elisabeth von Thadden, Die Zeit »Eine der schönsten veröffentlichten Liebesgeschichten seit langem.« 3 sat »Was ich in dem Brief herausarbeite, erlebt machen wollte, ist, dass der einzige menschliche und größte Reichtum das Empfindungsvermögen ist.« André Gorz in einem Interview mit 3 sat
Rezension
Wie würde ein Philosoph seine Liebe in Worte fassen? André Gorz, der bekannte Sozialtheoretiker, Philosoph und Mitarbeiter Sartres, hat mit "Brief an D." ein persönliches Manifest der Liebe geschrieben, der Liebe zu seiner Frau und den gemeinsam verbrachten 58 Jahren. Seine Gründe hierfür beschreibt er folgendermaßen: "Ich muss Dir unbedingt diese einfachen Dinge noch einmal sagen, bevor ich auf die Fragen eingehe, die mich seit kurzem quälen. Warum nur bist Du in all dem, was ich geschrieben habe, so wenig präsent, während doch unsere Verbindung das Wichtigste in meinem Leben gewesen ist?" Gorz erzählt in seinem Brief nicht nur die Geschichte einer Liebe, sondern macht auch die Rolle seiner Frau in seinem philosophisch-politischen und publizistischen Wirken sichtbar. Viele Leser hat dieses kurze, aber um so eindringlichere und zutiefst authentische Buch berührt, da es von einer sehr reflektierten und unmodern dauerhaften Liebe erzählt, deren Geheimnis man durch das Buch ein wenig näherzukommen glaubt.
Der gemeinsame Freitod des Ehepaares Ende September 2007 lässt die letzten Sätze des Buches in einem anderen Blickwinkel erschienen: "Soeben bist Du zweiundachtzig geworden. Und immer noch bist Du schön, anmutig und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je. Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt, und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag. [...] Jeder von uns möchte den anderen nicht überleben müssen. Oft haben wir uns gesagt, dass wir, sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbringen möchten." 4/09 Anna Baumann
Portrait
André Gorz (1923–2007), geboren in Wien, verbrachte die Kriegsjahre in der Schweiz und ließ sich nach Kriegsende in Paris nieder. Er arbeite mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir an der Zeitschrift „Les Temps modernes“, war Redaktor bei „L'Express“, später bei der Wochenzeitung „Le Nouvel Observateur“, die er 1964 zusammen mit Jean Daniel gegründet hatte.
In seinen Buchpublikationen profiliert sich Gorz als Theoretiker der Arbeiterselbstverwaltung und der politischen Ökologie. 1958 erschien die Autobiografie »Der Verräter« (dt. 1980), zu der Sartre das Vorwort schrieb. Dort erscheint bereits seine Frau Dorine unter dem Namen Kay. Das vorliegende Buch ist gewissermaßen die Fortsetzung (und was Kay/Dorine betrifft auch Korrektur) dieser Autobiographie fünfzig Jahre danach. Und jetzt ist es auch Gorz' Vermächtnis. Gorz hat die Entstehung der deutschen Ausgabe noch bis in die Details begleitet, er hat die Übersetzung in dieser Form autorisiert und das Personenverzeichnis redigiert; er und seine Frau fanden das Büchlein, als sie es in Händen hielten, »wunderschön«.
André Gorz und seine schwerkranke Frau Dorine nahmen sich am 24. September 2007 gemeinsam in ihrem Haus in Vosnon in Frankreich das Leben.

Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 108
Erscheinungsdatum 02.03.2009
Sprache Deutsch, Französisch
ISBN 978-3-442-73875-5
Verlag btb
Maße (L/B/H) 188/119/12 mm
Gewicht 124
Originaltitel Lettre à D. Histoire d'un amour
Verkaufsrang 69.207
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Buchhändler-Empfehlungen

„Brief an D. von André Gorz“

Melanie Nöthen, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Ein unglaublich rührendes Buch, in dem uns André Gorz einen tiefen und sehr persönlichen
Einblick in sein Leben und vor allem seiner Liebe gibt.
Selten hat mich ein Buch so berührt und nachdenklich gemacht.
Trotz seines bescheidenen Umfanges, ist dieses Buch wohl doch die
schönste Liebeserklärung die ich bis jetzt gelesen habe.
Ein unglaublich rührendes Buch, in dem uns André Gorz einen tiefen und sehr persönlichen
Einblick in sein Leben und vor allem seiner Liebe gibt.
Selten hat mich ein Buch so berührt und nachdenklich gemacht.
Trotz seines bescheidenen Umfanges, ist dieses Buch wohl doch die
schönste Liebeserklärung die ich bis jetzt gelesen habe.
Mit unglaublich schönen Textstellen voller Liebe..
Unbedingt lesen..

„"Die ganz große Liebe!"“

Christina Andraschke, Thalia-Buchhandlung Erlangen, Arcaden

Ich zitiere: "Bald wirst Du zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert..." So beginnt die schönste Liebeserklärung, die ich je lesen durfte. Ich zitiere: "Bald wirst Du zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert..." So beginnt die schönste Liebeserklärung, die ich je lesen durfte.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
15 Bewertungen
Übersicht
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Eine Liebeserklärung die ihresgleichen sucht
von einer Kundin/einem Kunden am 31.03.2010

Nach diesem wunderschönen, bewegenden Buch fragt man sich leise, gibt es so eine tiefgründige Liebe für einen selbst? Unbedingt lesen!!!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Wie schön kann Liebe und Leben sein?
von Julia Klode am 19.11.2009

Wie wundervoll ist dieser Brief? Wie traurig und schön? Wie rührend und menschlich? Es ist ein bewegender Rückblick, eine der schönsten Liebeserklärungen, die man sich vorstellen kann! Weinen und fühlen Sie mit- Sie werden diesen Brief nie vergessen!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Die schönste Liebeserklärung
von J.G. aus Berlin am 07.06.2009

André Gorz war einer der bedeutendsten Kapitalismuskritiker des 20. Jahrhunderts. 2007 hat er mit seiner Frau, mit der er fast sechzig Jahre zusammen war, den Freitod gewählt. Sie war schwer krank und er wollte sie nicht überleben. Vor dem gemeinsamen Freitod hat er diesen Liebesbrief an seine Frau geschrieben... André Gorz war einer der bedeutendsten Kapitalismuskritiker des 20. Jahrhunderts. 2007 hat er mit seiner Frau, mit der er fast sechzig Jahre zusammen war, den Freitod gewählt. Sie war schwer krank und er wollte sie nicht überleben. Vor dem gemeinsamen Freitod hat er diesen Liebesbrief an seine Frau geschrieben und veröffentlicht. Darin bekennt er zum ersten Mal öffentlich, dass er ohne die Liebe zu seiner Frau niemals als Schriftsteller hätte erfolgreich werden können. Immer habe er diese Tatsache verleugnet. Begonnen habe diese Verdrängung, wie er das nennt, schon mit seinem ersten Buch, in dem er sich zu allem möglichen bekannt habe, nur nicht zu seiner Frau Dorine. In meinen Augen muss sie eine starke Frau gewesen sein, die ihrem Mann zu jeder Zeit der Rücken gestärkt hat. Sie ging arbeiten, während ihr Mann seine Studien zu Ende führen konnte. Sie war seine erste Leserin und Kritikerin, die wichtigste Person in seinem Leben. Bei diesem kurzen Buch handelt es sich sowohl um ein autobiographisches Werk als auch um die schönste Liebeserklärung, die ich je gelesen habe.

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