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Brief an D.

Geschichte einer Liebe

(15)
´Du wirst zweiundachtzig. Du bist sechs Zentimeter kleiner geworden, du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe dich mehr denn je.´
So beginnt diese ´Geschichte einer Liebe´, verfasst vom
83-jährigen Philosophen und Sozialtheoretiker André Gorz in Form eines langen Briefes. Er rekapituliert die 58 Jahre des Zusammenlebens mit D., einer Engländerin, die er 1947 in Lausanne kennen gelernt hatte und die dann seine Frau wurde.
Entstanden ist ein Rückblick der ganz besonderen Art auf ein gutes halbes Jahrhundert philosophisch-politischer und publizistischer Arbeit, bei der D. ihm immer zur Seite stand. Doch ganz am Anfang dieses Rückblicks steht auch die Frage: ´Warum nur bist du in dem, was ich geschrieben habe, so wenig präsent, während unsere Verbindung doch das Wichtigste in meinem Leben gewesen ist?´ Dieses Buch ist kurz; es handelt nur von den wichtigsten Dingen.
Der Suizid des Ehepaares Ende September 2007 erscheint nach der Lektüre des Buches in völlig anderem Licht. Keiner von beiden möchte den anderen überleben, schreibt Gorz am Schluss seines Briefes. Mit dem gemeinsamen Freitod sind beide der Notwendigkeit entronnen, in dieser Welt ohne den anderen sein zu müssen.
Rezension
Wie würde ein Philosoph seine Liebe in Worte fassen? André Gorz, der bekannte Sozialtheoretiker, Philosoph und Mitarbeiter Sartres, hat mit „Brief an D.“ ein persönliches Manifest der Liebe geschrieben, der Liebe zu seiner Frau und den gemeinsam verbrachten 58 Jahren. Seine Gründe hierfür beschreibt er folgendermaßen: „Ich muss Dir unbedingt diese einfachen Dinge noch einmal sagen, bevor ich auf die Fragen eingehe, die mich seit kurzem quälen. Warum nur bist Du in all dem, was ich geschrieben habe, so wenig präsent, während doch unsere Verbindung das Wichtigste in meinem Leben gewesen ist?“ Gorz erzählt in seinem Brief nicht nur die Geschichte einer Liebe, sondern macht auch die Rolle seiner Frau in seinem philosophisch-politischen und publizistischen Wirken sichtbar. Viele Leser hat dieses kurze, aber um so eindringlichere und zutiefst authentische Buch berührt, da es von einer Liebe erzählt, die scheinbar unmodern geworden ist, einer dauerhaften Liebe, die sich selbst erforscht hat und in sich ruht: „Beide waren wir Kinder der Ungewissheit und des Konflikts. Wir waren geschaffen, uns gegenseitig vor der einen wie dem anderen zu schützen. Gemeinsam mussten wir uns, einer durch den anderen, den Platz in der Welt schaffen, der uns ursprünglich abgesprochen worden war. Doch dazu musste unsere Liebe auch ein Pakt fürs Leben sein.“
Der gemeinsame Freitod des Ehepaares Ende September 2007 lässt die letzten Sätze des Buches in einem anderen Blickwinkel erschienen: „Soeben bist Du zweiundachtzig geworden. Und immer noch bist Du schön, anmutig und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je. Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt, und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag. [...] Jeder von uns möchte den anderen nicht überleben müssen. Oft haben wir uns gesagt, dass wir, sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbringen möchten.“
11/07 Anna Baumann
Portrait
André Gorz (1923 2007), geboren in Wien, verbrachte die Kriegsjahre in der Schweiz und ließ sich nach Kriegsende in Paris nieder. Er arbeite mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir an der Zeitschrift Les Temps modernes , war Redaktor bei L Express , später bei der Wochenzeitung Le Nouvel Observateur , die er 1964 zusammen mit Jean Daniel gegründet hatte.In seinen Buchpublikationen profiliert sich Gorz als Theoretiker der Arbeiterselbstverwaltung und der politischen Ökologie.
Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert. 2012 wurde Eva Moldenhauer mit dem "Prix de l'Académie de Berlin".ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 100
Erscheinungsdatum 10.01.2008
Sprache Deutsch, Französisch
ISBN 978-3-85869-353-2
Verlag Rotpunktverlag
Maße (L/B/H) 198/121/14 mm
Gewicht 189
Originaltitel Lettre à D
Auflage 7. Auflage 01.2008
Buch (gebundene Ausgabe)
9,90
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Buchhändler-Empfehlungen

„Brief an D. von André Gorz“

Melanie Nöthen, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Ein unglaublich rührendes Buch, in dem uns André Gorz einen tiefen und sehr persönlichen
Einblick in sein Leben und vor allem seiner Liebe gibt.
Selten hat mich ein Buch so berührt und nachdenklich gemacht.
Trotz seines bescheidenen Umfanges, ist dieses Buch wohl doch die
schönste Liebeserklärung die ich bis jetzt gelesen habe.
Ein unglaublich rührendes Buch, in dem uns André Gorz einen tiefen und sehr persönlichen
Einblick in sein Leben und vor allem seiner Liebe gibt.
Selten hat mich ein Buch so berührt und nachdenklich gemacht.
Trotz seines bescheidenen Umfanges, ist dieses Buch wohl doch die
schönste Liebeserklärung die ich bis jetzt gelesen habe.
Mit unglaublich schönen Textstellen voller Liebe..
Unbedingt lesen..

„"Die ganz große Liebe!"“

Christina Andraschke, Thalia-Buchhandlung Erlangen, Arcaden

Ich zitiere: "Bald wirst Du zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert..." So beginnt die schönste Liebeserklärung, die ich je lesen durfte. Ich zitiere: "Bald wirst Du zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert..." So beginnt die schönste Liebeserklärung, die ich je lesen durfte.

„Zart und Klug“

Udo Geithner, Thalia-Buchhandlung Freital Weißeritz-Park

Schon das Cover dieses kleinen Büchleins hat mich hingerissen. Es sind die ersten Zeilen einer ganz besonderen Liebesgeschichte. Gorz spricht mit jugendlicher Zärtlichkeit aber auch mit der Erfahrung und Klugheit eines reifen Mannes zu seiner Frau: "Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je." Schon das Cover dieses kleinen Büchleins hat mich hingerissen. Es sind die ersten Zeilen einer ganz besonderen Liebesgeschichte. Gorz spricht mit jugendlicher Zärtlichkeit aber auch mit der Erfahrung und Klugheit eines reifen Mannes zu seiner Frau: "Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je." Bis auf kurze, aber durchaus unterhaltsame Einschübe über Philosophie und Kultur gelingt ihm hier eine Liebeserklärung ohne Kitsch oder Hang zur Banalität.
Altersunabhängig ist dieses Buch ebenfalls ein wunderbarer Geschenktipp: leichtfüßig und teifgründig.

Kundenbewertungen


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15 Bewertungen
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Die Liebe als das Wesentliche
von Robert Oberlerchner aus Döbriach am 19.11.2007

Erst jetzt habe ich vom Freitod des Ehepaares Gorz erfahren. Umso prägender und faszinierender läßt sich diese Liebesgeschichte erfahren. In allen Teilen, Seiten, Zeilen- ja in jedem einzelnen Wort läßt sich die Reduktion des Werkes spüren - auf die Liebe als das Wesentliche. Und doch ist jedes einzelne Wort... Erst jetzt habe ich vom Freitod des Ehepaares Gorz erfahren. Umso prägender und faszinierender läßt sich diese Liebesgeschichte erfahren. In allen Teilen, Seiten, Zeilen- ja in jedem einzelnen Wort läßt sich die Reduktion des Werkes spüren - auf die Liebe als das Wesentliche. Und doch ist jedes einzelne Wort nur ein Kompromiss aus Gedanken und Gefühlen, Träumen und Realität. Der Sinn liegt für André Gorz viel, viel tiefer. Denn so wie sie gemeinsam lebten, so gingen sie auch gemeinsam. Und zurück bleibt ein sprachlos begeisterter, im Angesicht der tiefgründig bemerkenswerten Geschichte, dankbarer Leser

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Immerwährende Liebe
von Asti am 30.08.2010

Der bezaubernde Liebesbrief eines alternden Mannes an seine alte Frau, in dem er ihr auf rührende Weise seine Liebe beweisen möchte. Eine Liebe, die er viel zu lange vernachlässigte und der er viel zu wenig Wertschätzung entgegen brachte. Jetzt, im Alter, wird auf gemeinsame Jahre zurück geblickt, wodurch die... Der bezaubernde Liebesbrief eines alternden Mannes an seine alte Frau, in dem er ihr auf rührende Weise seine Liebe beweisen möchte. Eine Liebe, die er viel zu lange vernachlässigte und der er viel zu wenig Wertschätzung entgegen brachte. Jetzt, im Alter, wird auf gemeinsame Jahre zurück geblickt, wodurch die Großartigkeit der Liebe und einer Sprache, die zum Träumen anregt, wunderbar dargelegt wird.

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von einer Kundin/einem Kunden am 26.12.2016

Der Liebesbrief, den Andre Gorz an seine Frau im hohen Alter verfasst und in dem er auf all die gemeinsamen Jahre zurückblickt, hat mich tief berührt. Wunderschön

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