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Briefe in die chinesische Vergangenheit

Roman

(13)

Mittels eines Zeitkompasses springt der Mandarin Kao-tai aus dem China des 10. Jahrhunderts mitten ins 20. Jahrhundert nach München in Bayern. Zunächst findet er sich gar nicht zurecht in der Welt der "Großnasen" und "A-taos", glaubt an Rauchopfer, die einer Gottheit dargebracht werden, wenn er Leute beim Zigaretterauchen sieht, und wundert sich über "Quellen", die in den Wohnungen fließen, wenn man an einem Strick zieht. Seine eigenen Maßstäbe sind die eines gebildeten aufgeklärten Chinesen der frühen Sung-Zeit: Er kennt seinen "Weisen vom Aprikosenhügel", seinen Meng-tzu und das Tao-te-ching. Und er hat klare, wenn auch zeitgebundene Vorstellungen von Würde und Sitte. Dass aus dieser Perspektive seine Sicht auf die betriebsame Welt der Technik und Arbeitsteilung nicht nur die groteskesten Missverständnisse, sondern auch die treffendsten Urteil zeitigen muss, ist unvermeidlich.
Mit der Unbefangenheit, die ein zeitlicher Abstand von 1 000 Jahren und ein völlig anderer Kulturkreis ermöglichen, betrachtet Kao-tai die "Errungenschaften" des 20. Jahrhunderts, die politischen und sozialen Systeme der Erde, die "Fern-Blick-Maschine" und die "Sao-na", vor allem aber den "Fortschritt" der "Großnasen", die nicht ruhen und rasten, sondern beständig von sich fortschreiten ...

Portrait
Herbert Rosendorfer, geb. 1934 in Bozen, ist Jurist und Professor für Bayerische Literaturgeschichte. Er war Gerichtsassessor in Bayreuth, dann Staatsanwalt und ab 1967 Richter in München, von 1993-97 in Naumburg/Saale. Seit 1969 zahlreiche Veröffentlichungen, unter denen die Briefe in die chinesische Vergangenheit am bekanntesten geworden sind. Herbert Rosendorfer, Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, wurde mit zahlreichen bedeutenden Auszeichnungen geehrt, u.a. dem Tukan-Preis, dem Jean-Paul-Preis, dem Deutschen Fantasypreis, dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und zuletzt 2010 mit dem Corine-Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten. Er lebte bis zu seinem Tod im September 2012 mit seiner Familie in Südtirol.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 25.09.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7844-3124-6
Verlag Langen/Müller
Maße (L/B/H) 211/136/34 mm
Gewicht 469
Auflage 17. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
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Eine ungewöhnliche Erzählperspektive hat sich Herbert Rosendorfer für seinen modernen „Klassiker“ „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ ausgesucht. Erzählt wird die Geschichte von Kao-tai, einem chinesischen Mandarin aus dem 10. Jahrhundert. Dieser gelangt durch eine Zeitmaschine in das „Min Chen“ der Achtziger Jahre und schreibt Eine ungewöhnliche Erzählperspektive hat sich Herbert Rosendorfer für seinen modernen „Klassiker“ „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ ausgesucht. Erzählt wird die Geschichte von Kao-tai, einem chinesischen Mandarin aus dem 10. Jahrhundert. Dieser gelangt durch eine Zeitmaschine in das „Min Chen“ der Achtziger Jahre und schreibt darüber Briefe an seinen Freund Dji-gu. Das schöne an dieser Geschichte sind zum einen die Verknüpfung von alter chinesischer Philosophie (Konfuzius und Laotse) mit unserer schnelllebigen Gegenwart und zum anderen die Beschreibung der Zeit in den Achtziger Jahren, die ja in der Zwischenzeit auch schon wieder etwas her ist. Ist unsere Fortschrittsgläubigkeit wirklich sinnvoll oder laufen wir dadurch vor unserem Leben davon? Entdecken Sie wunderbare Wortschöpfungen aus den Begriffen, wie sie Kao-tai versteht, wie z.B. den Traubenwein in schäumender Form (Mo-te Shang-dong) oder den Komponisten We-to-feng. Ein wunderbar humorvolles, intelligentes Buch, in dem es durchaus auch etwas zum Nachdenken und Innehalten gibt.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
10
2
1
0
0

München mal anders
von Stefan P. aus München am 31.01.2011

Das Buch zeigt München und unsere Zeit (1980er Jahre) aus einem ungewohnten Blickwinkel. Kao-tai, ein Chinesischer Mandarin wird aus dem 10.Jahrhundert in das München der Gegenwart versetzt. Seine Erlebnisse schreibt er in Briefen an seinen Freund in der chinesischen Vergangenheit. Ein Muß für München Kenner und auch für alle... Das Buch zeigt München und unsere Zeit (1980er Jahre) aus einem ungewohnten Blickwinkel. Kao-tai, ein Chinesischer Mandarin wird aus dem 10.Jahrhundert in das München der Gegenwart versetzt. Seine Erlebnisse schreibt er in Briefen an seinen Freund in der chinesischen Vergangenheit. Ein Muß für München Kenner und auch für alle Anderen die ein humorvolles kurzweiliges Buch lesen wollen

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Die "Briefe in die chinesische Vergangenheit" beinhalten so viel Esprit und Charme, dass man meint, den Autor zwischen den Zeilen schmunzeln zu sehen. Die Geschichte an sich ist simpel: ein Mandarin aus dem 10 Jahrhundert baut eine Zeitmaschine und reist nach "Min-chen" in "Ba Yan". Natürlich gibt es nicht nur... Die "Briefe in die chinesische Vergangenheit" beinhalten so viel Esprit und Charme, dass man meint, den Autor zwischen den Zeilen schmunzeln zu sehen. Die Geschichte an sich ist simpel: ein Mandarin aus dem 10 Jahrhundert baut eine Zeitmaschine und reist nach "Min-chen" in "Ba Yan". Natürlich gibt es nicht nur die Sprachbarriere für Kao-tai zu überwinden, und es macht einfach Riesenspaß, ihn bei allen möglichen herrlich normalen Problemen zu beobachten. Herbert Rosendorfer schreibt so wunderbar chinesisch, mit feinem Humor und tiefgründig, dass es eine reine Freude ist.

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