Butcher's Crossing

Roman

(28)
Ein überwältigender Roman über die Zerbrechlichkeit von Menschlichkeit und Würde.
Es ist um 1870, als Will Andrews der Aussicht auf eine glänzende Karriere und Harvard den Rücken kehrt. Beflügelt von der Naturauffassung Ralph W. Emersons, sucht er im Westen nach einer »ursprünglichen Beziehung zur Natur«.
In Butcher’s Crossing, einem kleinen entlegenen Städtchen in Kansas, wimmelt es von rastlosen Männern, die das Abenteuer suchen und schnell verdientes Geld ebenso schnell wieder vergeuden. Einer von ihnen lockt Andrews mit Geschichten von riesigen Büffelherden, die, versteckt in einem entlegenen Tal tief in den Colorado Rockies, nur eingefangen werden müssten: Andrews schließt sich einer Expedition an, mit dem Ziel, die Tiere aufzuspüren. Die Reise ist aufreibend und strapaziös, aber am Ende erreichen die Männer einen Ort von paradiesischer Schönheit. Doch statt von Ehrfurcht werden sie von Gier ergriffen – und entfesseln eine Tragödie.
Ein Roman darüber, wie man im Leben verliert und was man dadurch gewinnen kann.
Rezension
Kai Lohnert, Literatur-Experte von Thalia:
"Stoner" fand ich wirklich klasse. Hab' das Buch auch ein paarmal verschenkt - und so ging es wohl vielen Lesern mit der Wiederentdeckung des Romans des 1994 verstorbenen Autors. Nun also eine weitere Wiederentdeckung: "Butcher's Crossing". Wo in "Stoner" der Farmersohn William Stoner die Literatur für sich entdeckt und ihr sein Leben widmet, vom Land in die Stadt geht, zieht es Will Andrews in "Buchter's Crossing" hinaus in den Wilden Westen. Ja, 1873 war er noch wild, aber der Niedergang deutet sich schon überall an. Will, Harvard-Absolvent und Emerson-Anhänger, will zurück zur Natur, einfach leben und landet im Nirgendwo. Dort lernt er einen verkrachten Abenteurer kennen, Miller, der immer noch von einer riesigen Büffelherde spricht, die er Jahre zuvor in einem versteckten Tal in den Bergen entdeckt hatte. Es scheint ein paradiesischer Ort zu sein, und der junge Will investiert in Miller und einen Treck, um er selbst zu werden, sich zu finden. Diese Selbstfindung wird allerdings ein knallharter Trip - und als die Männer das Paradies wirklich finden, tun sie alles, um es zu zerstören. Realistisch, packend, dicht - eine Parabel auch darauf, dass der Mensch das wildeste Tier von allen ist. Großartig!
Portrait
John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Trotz seiner Begabung brach er sein Studium ab. Widerstrebend beteiligte er sich an den Kriegsvorbereitungen der Amerikaner und wurde Mitglied des Army Air Corps. Während dieser Zeit entstand die Erstfassung seines ersten Romans, der später von einem kleinen Verlag publiziert wurde. Williams erlangte an der University of Denver seinen Master. 1954 kehrte er als Dozent an diese Universität zurück und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1985. Er veröffentlichte zwei Gedichtbände und vier Romane, von denen einer mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.John Williams starb 1994 in Fayetteville, Arkansas.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 368, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.02.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783423427708
Verlag dtv
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„Für Ihren eReader“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Schon 1960 wurde dieser großartige Roman über einen jungen Mann, den es um 1870 von der Stadt in die Weite der Prärie zieht, verlegt. In Butcher´s Crossing, einem kleinen Ort in Kansas, lernt Will Andrews rauhe harte Kerle kennen, die nur eins im Sinn haben: in den Rockies Büffel jagen. Man atmet den Staub der Prärie und riecht die Schon 1960 wurde dieser großartige Roman über einen jungen Mann, den es um 1870 von der Stadt in die Weite der Prärie zieht, verlegt. In Butcher´s Crossing, einem kleinen Ort in Kansas, lernt Will Andrews rauhe harte Kerle kennen, die nur eins im Sinn haben: in den Rockies Büffel jagen. Man atmet den Staub der Prärie und riecht die stille Würde der Büffelherden. Großes Kopfkino!

„Natur?“

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Will Andrews ist ein Naturliebhaber. Was tut er dann im Jahr 1870 in Butchers Crossing? Zusammen mit drei weiteren Jägern raus in die Prärie und Büffel jagen? Wie kommt er da der Natur näher?
Williams beschreibt eindrucksvoll wie sich die Männer auf der Jagd nach der letzten Büffelherde verändern - ist es die Natur, die sie verändert?
Will Andrews ist ein Naturliebhaber. Was tut er dann im Jahr 1870 in Butchers Crossing? Zusammen mit drei weiteren Jägern raus in die Prärie und Büffel jagen? Wie kommt er da der Natur näher?
Williams beschreibt eindrucksvoll wie sich die Männer auf der Jagd nach der letzten Büffelherde verändern - ist es die Natur, die sie verändert? Was ist es, was den erfahrenen Jäger Miller dazu treibt, mehr als 1000 Büffel abzuknallen? Als sie schließlich zurückkommen, kommen veränderte Männer in eine fremde Welt zurück.

„Überzeugend“

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Roman über die Büffeljagd in Kansas für mich dermaßen spannend und interessant ist. Aber Williams beschreibt die raue Natur in den Colorado Rockies sprachlich so gut und anschaulich, dass das Lesen ein Vergnügen ist. Präzise und ohne überflüssige Worte charakterisiert er jene vier Männer, die Ich hätte nicht gedacht, dass ein Roman über die Büffeljagd in Kansas für mich dermaßen spannend und interessant ist. Aber Williams beschreibt die raue Natur in den Colorado Rockies sprachlich so gut und anschaulich, dass das Lesen ein Vergnügen ist. Präzise und ohne überflüssige Worte charakterisiert er jene vier Männer, die sich auf der Suche nach Ansehen und Geld in Lebensgefahr begeben.
Williams erzählt von den entbehrungsreichen Monaten der Reise in die Wildnis und von der blutigen Jagd sehr pragmatisch. Es gelingt ihm dabei sehr gut eine stimmige Atmosphäre herzustellen und einen Spannungsbogen aufzubauen. Auch wenn ich selbst in Zukunft kein Fan von Western sein werde, hat mich dieser Roman überzeugt.

„Der Wilde Westen als Metapher - großartig erzählt“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Will Andrews, Student in Harvard und begeisterter Anhänger von Emersons Naturphilosophie begibt sich 1870 auf einen Selbstfindungstrip in den Wilden Westen – und als Leser ahnt man schnell, das dies eigentlich nur schief gehen kann. Von diesem Scheitern schreibt John Williams auf brillante und großartige Weise, so eindringlich und berührend, Will Andrews, Student in Harvard und begeisterter Anhänger von Emersons Naturphilosophie begibt sich 1870 auf einen Selbstfindungstrip in den Wilden Westen – und als Leser ahnt man schnell, das dies eigentlich nur schief gehen kann. Von diesem Scheitern schreibt John Williams auf brillante und großartige Weise, so eindringlich und berührend, das der Leser sich diesem Sog nicht entziehen kann. Wie gesagt, wir befinden uns im sogenannten Wilden Westen, und zwar in Kansas und es ist die Zeit der großen Büffeljagden. Will Andrews trifft in Butcher´s Crossing ein, einem verlassenen kleinen Nest, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Er hat ein bisschen Geld gespart, das er gerne investieren möchte, um das „wahre“ Leben kennenzulernen und wendet sich nun an Mr.McDonald, einen Büffelfellhändler, der ihm als Verbindungsmann genannt wurde. Dieser vermittelt ihn eher widerwillig, weil er schon eine dunkle Vorahnung hat, an den Büffeljäger Miller, der schnell Feuer und Flamme dafür ist, eine Expedition von Andrews finanziert, zu starten. Bald schon hat Miller alles Notwendige besorgt, einen Karren mit Ochsen, Proviant, Munition, einen Häuter namens Fred Schneider und auch sein alter stark dem Alkohol zugeneigter Freund Charley Hoge ist mit von der Partie. Währenddessen knüpft Andrews zarte Bande zu der Prostituierten Francine, die ihn in ihr Herz geschlossen hat und ihn auch nicht wirklich ziehen lassen will. Aber dann geht es doch los, in ein einsames Tal weit weg in den Bergen, in dem Miller einst eine riesige Büffelherde entdeckt hatte. Nur das dies schon zehn Jahre her ist...wird es dort immer noch Büffel geben und werden die Büffeljäger den Widrigkeiten wie Durst, Hunger und schlechtem Wetter trotzen können?
John Williams hat ein leises und schlichtes Buch geschrieben, das fast beiläufig dem Menschen in seinem tiefsten Inneren nahekommt. Der Wilde Westen als Metapher, als Bild für das Leben in all seiner erbarmungslosen Wahrhaftigkeit. Nach seinem Überraschungserfolg mit „Stoner“ hat Williams endgültig bewiesen, dass er zu den Großen der Literatur zählt.

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Nach "Stoner" nun ein Roman über die Büffeljagd eines aus besten Bostoner Verhältnissen stammenden Harvard-Stundenten, der das andere, wilde Leben sucht. Starke Symbolkraft! Nach "Stoner" nun ein Roman über die Büffeljagd eines aus besten Bostoner Verhältnissen stammenden Harvard-Stundenten, der das andere, wilde Leben sucht. Starke Symbolkraft!

Evgenia Bolshakova, Thalia-Buchhandlung Halle

Ein Buch so gewaltig und prägend wie der raue Winter in den Bergen. Über die menschliche Gier und das Kräftemessen mit der Natur, bei dem es nur einen Gewinner geben kann... Ein Buch so gewaltig und prägend wie der raue Winter in den Bergen. Über die menschliche Gier und das Kräftemessen mit der Natur, bei dem es nur einen Gewinner geben kann...

Thomas Neumann, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Anders als in "Stoner" zieht es den Protagonisten in die Einsamkeit der Wildnis. Ein eindringliches Portrait über den Mythos der ungezähmten Natur Nordamerikas. Anders als in "Stoner" zieht es den Protagonisten in die Einsamkeit der Wildnis. Ein eindringliches Portrait über den Mythos der ungezähmten Natur Nordamerikas.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein spannender Abenteuerroman in der Tradition von Jack London oder Josef Conrad mit großartigen Naturbeschreibungen unbedingt lesenswert! Ein spannender Abenteuerroman in der Tradition von Jack London oder Josef Conrad mit großartigen Naturbeschreibungen unbedingt lesenswert!

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

John Williams ist einer der großartigsten Erzähler der amerikanischen Literatur. Dieses Buch ist ein Western-Epos im besten Sinne: sehnsuchtsvoll, spannend, voll rauer Poesie. John Williams ist einer der großartigsten Erzähler der amerikanischen Literatur. Dieses Buch ist ein Western-Epos im besten Sinne: sehnsuchtsvoll, spannend, voll rauer Poesie.

Britta von Hacht, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Ein großartiger Abenteuerroman bester Manier!Atemlos jagt man durch das Buch und lässt sich ein auf diese Geschichte von Hoffnung,Wahn,Leben und Tod. Ein großartiger Abenteuerroman bester Manier!Atemlos jagt man durch das Buch und lässt sich ein auf diese Geschichte von Hoffnung,Wahn,Leben und Tod.

Franz-Ludwig Martin, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Hinreißender Edelwestern. Hinreißender Edelwestern.

„Großartige Geschichte!“

Verena Hoffmeister, Thalia-Buchhandlung Worms

Vier Männer machen sich auf zur größten Jagd ihres Lebens. Will Andrews ist noch grün hinter den Ohren, stammt aus gutem Hause und weiß selbst nicht genau, was er auf dieser Reise zu finden hofft. Miller ist ein erfahrener Jäger, besessen von der Idee eine riesige Büffelherde zu jagen, die er in einem versteckten Tal vermutet. Charlie Vier Männer machen sich auf zur größten Jagd ihres Lebens. Will Andrews ist noch grün hinter den Ohren, stammt aus gutem Hause und weiß selbst nicht genau, was er auf dieser Reise zu finden hofft. Miller ist ein erfahrener Jäger, besessen von der Idee eine riesige Büffelherde zu jagen, die er in einem versteckten Tal vermutet. Charlie Hoge mag drei Dinge: die Bibel, Whiskey und Miller. Deshalb folgt er ihm, egal wohin er geht. Schneider wird als Häuter angeheuert. Er glaubt nicht daran, dass die große Herde überhaupt existiert, aber die Aussicht auf gute Bezahlung überzeugt ihn schließlich mit auf die Reise zu gehen.

Doch die monatelange Reise verändert die Männer, unvorhergesehene Dinge passieren und vor der gewaltigen Kulisse des "Wilden Westens" entwickelt sich ein Überlebenskampf zwischen den Männern und der Natur.

Das klingt jetzt alles sehr nach "Männerbuch", aber John Williams schreibt und beschreibt stellenweise fast schon lyrisch das Geschehen, so dass man(n) oder frau dieses Buch nicht als simplen Western abtun sollte. Viel mehr geht es gerade für Will um die Entscheidung wie er sein Leben leben möchte, um das Verlangen nach Freiheit, Risiko, Unabhängigkeit und Abenteuer.

Ruhig und mit klaren Worten aber dennoch eindrucksvoll schildert Williams den Weg eines jungen Mannes zu sich selbst und zeigt die ganze schrecklich-schöne Gewalt der Natur. Ruhig und mit klaren Worten aber dennoch eindrucksvoll schildert Williams den Weg eines jungen Mannes zu sich selbst und zeigt die ganze schrecklich-schöne Gewalt der Natur.

„Ein stiller verstörender Western“

Katrin Knauft, Thalia-Buchhandlung Bernburg (Saale)

Ein ruhig erzählter Roman, der thematisch aber extrem aufwühlt. Die Sinnlosigkeit der Jagd auf Büffel wird durch den abgeklärten und sachlichen Ton des Autors umso deutlicher. Ein Buch, das sprachlich phantastisch geschrieben ist und inhaltlich noch für lange Zeit nachwirkt. Ein ruhig erzählter Roman, der thematisch aber extrem aufwühlt. Die Sinnlosigkeit der Jagd auf Büffel wird durch den abgeklärten und sachlichen Ton des Autors umso deutlicher. Ein Buch, das sprachlich phantastisch geschrieben ist und inhaltlich noch für lange Zeit nachwirkt.

Yvonne Kampa, Thalia-Buchhandlung Bayreuth

Eindringliche Natur- und Detailbeschreibungen dominieren das ruhige Werk, das ohne komplexen Plot und Wendungen auskommt. Williams kreiert eine beeindruckende, lesenswerte Kulisse. Eindringliche Natur- und Detailbeschreibungen dominieren das ruhige Werk, das ohne komplexen Plot und Wendungen auskommt. Williams kreiert eine beeindruckende, lesenswerte Kulisse.

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Norderstedt

Gut erzählter, anspruchsvoller Western. Eher ein Männerbuch. Gut erzählter, anspruchsvoller Western. Eher ein Männerbuch.

Petra Dressing, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

In seinem gewohnt zurückhaltenden Erzählton beschreibt Williams eine so grausame wie sinnlose Büffeljagd. Der wilde Westen ungeschönt und weit weg von jeder Cowboy-Romantik. In seinem gewohnt zurückhaltenden Erzählton beschreibt Williams eine so grausame wie sinnlose Büffeljagd. Der wilde Westen ungeschönt und weit weg von jeder Cowboy-Romantik.

„Ein Western ohne Western zu sein“

Nina Aselmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Gutes, solides Buch. Stilistisch nah an John Steinbeck, wenngleich die Protagonisten nichts differenziert dargestellt werden. Dennoch gibt dieses Buch einen sehr schönen Einblick in das 19 Jhd. in den USA und den rauhen Bedinungen im mittleren Westen vor Bau der Eisenbahn. Gutes, solides Buch. Stilistisch nah an John Steinbeck, wenngleich die Protagonisten nichts differenziert dargestellt werden. Dennoch gibt dieses Buch einen sehr schönen Einblick in das 19 Jhd. in den USA und den rauhen Bedinungen im mittleren Westen vor Bau der Eisenbahn.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
28 Bewertungen
Übersicht
18
9
1
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0

Ein ungemein packendes Buch!
von Magdalena van Teeffelen aus Münster am 21.07.2015
Bewertet: gebundene Ausgabe

Nach dem großen Erfolg "Stoner" nun wieder von J. Williams ein ganz starkes Buch. Ich stehe noch ganz unter dem intensiven Eindruck, den das Buch bei mir hinterlassen hat. Ein junger Mann der Harvard Universität ist auf der Suche, um sich, die Menschen und die Gesellschaft verstehen zu lernen.... Nach dem großen Erfolg "Stoner" nun wieder von J. Williams ein ganz starkes Buch. Ich stehe noch ganz unter dem intensiven Eindruck, den das Buch bei mir hinterlassen hat. Ein junger Mann der Harvard Universität ist auf der Suche, um sich, die Menschen und die Gesellschaft verstehen zu lernen. Er verlässt die Uni und geht gen Westen, nach Butcher's Crossing, einem winzigen Dorf in Kansas. Hier lernt er einen Büffeljäger kennen, der ihn überreden kann, sein Geld in eine große Büffeljagd zu investieren. Diese Jagd wird für die Jagdteilnehmer wie auch für den Leser zum Albtraum. Wie klein ist der Schritt vom zivilisierten Menschen zum reißenden "Wolf"? Vom Sinn und Wahnsinn menschlichen Handelns.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
von einer Kundin/einem Kunden aus Schweinfurt am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ungeschminkt, in einfachen Worten und mit Tiefe kann sich der Leser gut in die Situation des rauen, wilden Lebens hineinversetzen. Voller Sehnsucht und Grenzen der Menschheit.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
unverblümtes Wild West
von einer Kundin/einem Kunden am 17.09.2015
Bewertet: Hörbuch-Download

Hörbuch, 8 Stunden, 57 Minuten gesprochen von Johann von Bülow Nachdem ich von John Williams Buch „Stoner“ so begeistert war, habe ich mir diesen „Western“ als Hörbuch zugelegt und bin wieder begeistert. Der Vorgänger ist allerdings ein Klasse besser, der hätte 7* verdient. Dieses historische Buch in die Richtung moderner „Wild... Hörbuch, 8 Stunden, 57 Minuten gesprochen von Johann von Bülow Nachdem ich von John Williams Buch „Stoner“ so begeistert war, habe ich mir diesen „Western“ als Hörbuch zugelegt und bin wieder begeistert. Der Vorgänger ist allerdings ein Klasse besser, der hätte 7* verdient. Dieses historische Buch in die Richtung moderner „Wild West“ abzulegen, unverklärt, weit entfernt von einer „Karl-May Beschreibung“. Williams löst sich von den amerikanischen Mythen, weist dem Westernklischees den Rücken. Es geht nicht um große Ideale und Abenteuer, die Büffeljagd war ein Geschäft. Der Leser wird mit Entbehrung, harter Arbeit und dem Tötens konfrontiert, riecht förmlich beim Lesen die ungewaschen Männer, die Büffel, den Geruch von Blut. Männer und Tiere in der Wüste, die fast am Verdursten sind, Ochsen, deren Zungen mit dem letzten Wasser befeuchtet werden, damit ihre Zungen nicht anschwellen, eindrückliche Beschreibungen, die es dem Leser erscheinen lässt, als reite er mittendrin. „Behutsam badete Miller das rauhe, gequollene Fleisch; Hand und Handgelenk steckten tief im Hals des Ochsen.“ Phantastisch, wie Williams die Herstellung von Patronen beschreibt, die die Männer erst kurz vor der Jagd in der Einöde herstellen, weil sie sonst verdorben wären. Psychologisches, wie die Verhaltensweisen von Miller, der im Blutrausch einen Büffel nach dem anderen abknallt oder seine Handlungsweise, als die Truppe nach Butcher‘s Crossing zurückkehrt, sind fein beobachtet und erzählerisch eindrücklich dargestellt. Um 1870 finanziert Will Andrews, der Harward-Student aus Boston, Miller den Deal seines Lebens, eine Jagd auf die kostbaren Felle der Büffel in einem unbekannten Tal in den Rocky Mountains. Will sucht das große Abenteuer. Er wird es erhalten, den Ritt in die Hölle. Büffel sind zu der Zeit fast ausgestorben, für Felle wird viel Geld geboten. Miller behauptet, er wisse, wo sich immer noch große Herden aufhalten, völlig versteckt. Miller, ein knallharter Trapper alten Stils, geldgierig, abenteuerlustig, abgebrüht, dagegen Will Andrews, ein verweichtes Söhnchen, naturbegeistert und idealistisch, hochnaiv, ein Stoff, aus dem sich mehr als eine gute Geschichte entwickelt. Miller ist ein Mistkerl, aber auch er zeigt einen weichen Kern. Mit von der Partie ist sein Freund, der leicht verrückte Charley Hoge, den Miller einst vor dem Kältetod rettete, wobei er ihm allerdings die verfrorene und verfaulte Hand amputieren musste. Fred Schneider ist dabei, der beste Häuter. Er erklärt Will später, wie man Tiere ausweidet und das Fell sachgemäß abzieht. Innereien, die sich als schwierig gestalten, Gestank, Fliegenheere, der Leser ist mit allen Sinnen dabei. Nach acht Monaten kehren die Männer zurück: „Meine Güte, ihr Männer verbreitet einen mächtigen Gestank“, sagt der Rezeptionist im Hotel von Butcher‘s Crossing. Ich möchte den Ausgang der Geschichte nicht verraten. Nur so viel, es wäre kein Williams, wenn dieser Roman kein Drama wäre. Dieser Roman ist amerikanische Geschichte. Aber es ist mehr, denn Williams beschreibt eindrücklich Naturgewalten (die Wüste und Schneestürme), die Gier des Menschen und seine grausame Gewalt, seine Dummheit, sich selbst seine Lebensgrundlage durch Zerstörung zu entziehen. Williams beschreibt aber auch die Schnelligkeit der Märkte, den Zerfall von Siedlungen, wenn sie sich den Märkten nicht anpassen können. Schäbige Hotels, schmutzige Saloons, ein Stück von Wild West in seiner Reinform. Von den geschätzten 50 Millionen Büffeln, die es in Amerika einmal gegeben hat, waren um 1900 nur noch 500 Exemplare übrig. Fasziniert durch die Dramaturgie und die gewaltige Sprache wird der Leser mitgezogen in eine vergessene Welt, weit entfernt vom Kitsch des Malboroman.

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