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Charlotte

Roman

(25)
»Das ist mein ganzes Leben« – mit diesen Worten übergibt Charlotte einem Vertrauten 1942 einen Koffer voller Bilder. Sie erzählen ihre viel zu kurze Geschichte: von der Kindheit im Berlin der 20 Jahre, dem frühen Tod der Mutter, dem Zugang zu Berlins Künstlerkreisen durch die neue Frau des Vaters, dem Studium an der Kunstakademie, dem Leben als Malerin. Und dann: Flucht vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich, Leben im Exil, aber auch Liebe und Hochzeit. Nur ihre Bilder überleben – und damit ihre Geschichte, die David Foenkinos anrührend erzählt. Charlotte ist das Porträt eines verheißungsvollen Lebens, das viel zu früh beendet wurde.




Rezension
"Der Autor hat eine fabelhafte ... Methode gefunden, dieses dramatische Leben zu erzählen ... klar, gerade, erschütternd schön." Elke Heidenreich in WDR 4
Portrait
David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. „Charlotte“, wurde 2014 mit dem Prix Renaudot und dem Prix Goncourt des lycéens ausgezeichnet und hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft.

Christian Kolb wurde 1970 geboren und studierte französische Literatur und Filmwissenschaft in Berlin und Paris. Neben den Romanen von David Foenkinos übersetzte er u. a. auch Nicolas Fargues „Die Rolle meines Lebens“. Er lebt in Berlin.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 14.11.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-328-10022-5
Verlag Penguin Verlag
Maße (L/B/H) 185/118/20 mm
Gewicht 225
Verkaufsrang 18.381
Buch (Taschenbuch)
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„Wer ist Charlotte Salome?“

Christel Cader, Thalia-Buchhandlung bonn

Mir war die Künstlerin nicht bekannt. Wir kennen Kandinsky Paula Moderson Becker, Marc Chagall usw. Die Künstler, deren Bilder als entartete Kunst vom Nazi Regime diffamiert und vernichtet wurden. Was wäre aus Charlotte geworden,
wenn die Nazis sie nicht mit ihren 26 Jahren ermordet hätten? Bevor David Foenikos seine literarische Annäherung
begann,
Mir war die Künstlerin nicht bekannt. Wir kennen Kandinsky Paula Moderson Becker, Marc Chagall usw. Die Künstler, deren Bilder als entartete Kunst vom Nazi Regime diffamiert und vernichtet wurden. Was wäre aus Charlotte geworden,
wenn die Nazis sie nicht mit ihren 26 Jahren ermordet hätten? Bevor David Foenikos seine literarische Annäherung
begann, ging er auf Spurensuche. Die Recherchen lässt der Autor offensichtlich in den Roman einfließen.
Ihm gelingt auf besondere Weise Charlottes Spuren, die ihr kurzes Leben hinterlassen hat, sichtbar zu machen.
Charlotte Salomes Werk und Leben erfährt durch diesen wunderbaren Roman endlich Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

„"C'est toute ma vie."“

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Oldenburg

Charlotte Salomon kommt im Berlin der 20er-Jahre zur Welt und ihre Lebensgeschichte wird geprägt vom frühen Tod ihrer Mutter und vielen Selbstmorden innerhalb der Familie. Doch auch der Zugang zu Berliner Künstlerkreisen bestimmt schon früh ihren Werdegang, ihren späteren Besuch der Kunstakademie und ihr folgendes Leben als Malerin. Charlotte Salomon kommt im Berlin der 20er-Jahre zur Welt und ihre Lebensgeschichte wird geprägt vom frühen Tod ihrer Mutter und vielen Selbstmorden innerhalb der Familie. Doch auch der Zugang zu Berliner Künstlerkreisen bestimmt schon früh ihren Werdegang, ihren späteren Besuch der Kunstakademie und ihr folgendes Leben als Malerin. Auf Grund ihrer jüdischen Herkunft muss sie Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus verlassen und sucht Zuflucht in Südfrankreich...

David Foenkinos ist mit "Charlotte" ein wirklich überwältigendes Buch gelungen, in welchem er sich der Biografie der Künstlerin Charlotte Salomon annimmt. Anfangs irritiert seine Schreibweise etwas und hemmt den Lesefluss, denn es klingt stichwortartig, irgendwie abgehackt, doch sobald man sich auf wenigen Seiten eingelesen hat, fühlt man sich fortgetragen von seinen Worten und wird immer weiter in das tragische Leben der Künstlerin gezogen, mit den wenigen Höhen und den umso stärker vertretenen Tiefen. Ich mochte auch sehr seine Begründung für diese ganz besondere Form des Schreibens, denn jeder Satz ist auch gleich eine neue Zeile:
"Ich brachte keine zwei Zeilen zu Papier.
Nach jedem Satz geriet ich ins Stocken.
Es ging einfach nicht weiter.
Das war körperlich beklemmend.
Ich verspürte beständig das Verlangen, eine neue Zeile zu beginnen.
Um durchatmen zu können." (S. 73 - 74)
Und durchatmen muss man wirklich des Öfteren in diesem Buch, denn dieses kurze Leben reißt einen mit seinen tragischen Momenten völlig mit. Man weiß auch, wie dieses Leben endet, denn schließlich ist einiges über die Künstlerin bekannt, doch man hofft bis zum Schluss inständig, dass es anders verläuft, als ihre wirkliche Biografie. Unfassbar mitreißend, erschreckend und erschütternd ist dieses Buch, aber man sollte es trotz der vielen tragischen Elemente im Leben von Charlotte wirklich lesen! Es ist wieder einmal ein dieser kleinen Perlen, die den Beruf des Buchhändlers und die Arbeit mit Büchern so interessant machen!

„Charlotte“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

David Foenkinos nähert sich dem Leben der jüdischen Künstlerin Charlotte Salomon. Geboren 1917 wächst sie in einer bürgerlichen Familie auf. Depressionen und zahlreiche Suizide überschatten ihr Familienleben. So nahm sich ihre Mutter das Leben als Charlotte neun Jahre alt war. Die Todesursache der Mutter wird verschwiegen, um das Kind David Foenkinos nähert sich dem Leben der jüdischen Künstlerin Charlotte Salomon. Geboren 1917 wächst sie in einer bürgerlichen Familie auf. Depressionen und zahlreiche Suizide überschatten ihr Familienleben. So nahm sich ihre Mutter das Leben als Charlotte neun Jahre alt war. Die Todesursache der Mutter wird verschwiegen, um das Kind nicht zu beunruhigen. Fortan wird Charlotte von verschiedenen Kindermädchen erzogen. Der Vater, ein angesehener Arzt flüchtet in seine Arbeit. Erst als er eine berühmte Sängerin heiratet bekommt Charlottes Leben wieder einen neuen Sinn. Sie verehrt ihre Stiefmutter Paula und ist beglückt über das kulturelle Leben im Hause Salomon. Ausdrucksstark beginnt Charlotte selbst zu malen. Als die Nazis die Macht ergreifen verändert sich Charlottes Leben gravierend.
Foenkinos ist eine großartige einfühlsame Geschichte über das bewegende Leben der Charlotte Salomon gelungen.

„Einfühlsames Portrait einer beeindruckenden Frau.“

Thomas Neumann, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Foenkinos gelingt ein intimes und bewegendes Portrait einer jungen und talentierten Frau, die der Schatten des Todes durch ihr gesamtes Leben verfolgt hat. Der Autor zeichnet den Lebensweg der jungen Malerin Charlotte Salomon nach: von den Tragödien der eigenen Familie, den ersten zaghaften Begegnungen mit Kunst und Kultur, bis hin Foenkinos gelingt ein intimes und bewegendes Portrait einer jungen und talentierten Frau, die der Schatten des Todes durch ihr gesamtes Leben verfolgt hat. Der Autor zeichnet den Lebensweg der jungen Malerin Charlotte Salomon nach: von den Tragödien der eigenen Familie, den ersten zaghaften Begegnungen mit Kunst und Kultur, bis hin zur ersten Liebe. Von der Machtergreifung der Nazis, zum französischen Exil nach der Reichsprogromnacht.

Die Form mag den Lesefluss zu Beginn zwar hemmen, aber der Leser wird dem Autor für die regelmäßigen Atempausen dankbar sein. Foenkinos bewegt sich zwar sehr elegant durch die Sprache, aber dennoch merkt man ihm an, wie sehr ihn das Leben Charlottes berührt. Ein außergewöhnliches Buch über eine außergewöhnliche Frau.

„Ungewöhnlich und sehr eindringlich“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Was ist David Foenkinos für ein ungewöhnlicher Autor! Vor einiger Zeit habe ich „Natalie küsst“ (DTV) von ihm gelesen und war begeistert. Danach kam bei mir „Souvenirs“ (DTV), wovon ich enttäuscht war. Und nun wollte ich eigentlich keinen neuen Versuch wagen. Aber nachdem mir Buchhändlerinnen einer kleinen Buchhandlung dieses Buch so Was ist David Foenkinos für ein ungewöhnlicher Autor! Vor einiger Zeit habe ich „Natalie küsst“ (DTV) von ihm gelesen und war begeistert. Danach kam bei mir „Souvenirs“ (DTV), wovon ich enttäuscht war. Und nun wollte ich eigentlich keinen neuen Versuch wagen. Aber nachdem mir Buchhändlerinnen einer kleinen Buchhandlung dieses Buch so sehr empfohlen haben, habe ich es dann doch gewagt. Und das Thema ist ja eins, welches, wie einige von Ihnen gleich erkennen werden, ich sehr gerne lese – eine Geschichte vom Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin.

David Foenkinos erzählt dieses Mal die Geschichte von Charlotte Salomon, einer jungen Berliner Jüdin, die nur 26 Jahre alt wurde. Sie hat ein einziges, allerdings sehr umfangreiches und ungewöhnliches Werk verfasst – „Leben? Oder Theater?“. Dieses Werk umfasst ca. 800 Gouachen im expressionistischen Stil, die sie mit erläuternden Texten und Hinweisen zu Musikstücken kombiniert hat. Das Ganze ist aufgebaut wie ein Theaterstück. Und es erzählt die Geschichte ihrer Familie und ihrer großen Liebe. Als Buch ist das Werk leider nicht mehr neu erhältlich. Und die Bilder werden im Joods Historisch Museum in Amsterdam verwahrt. Und David Foenkinos erzählt nun diese Familiengeschichte. Eine tragische Geschichte, in der sehr viel von Depressionen und Selbstmord die Rede sein wird. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht zum Inhalt sagen.

Als ich das Buch das erste Mal aufgeschlagen hab, hat es mich erschreckt. Auf den ersten Blick sieht es nämlich so aus, als ob es ein Gedicht sei. Aber das täuscht. Der Autor schreibt nur sehr kurze Sätze und macht nach jedem Satz einen Zeilensprung. Dadurch sieht es aus wie ein Gedicht. Was anfangs etwas gekünzelt wirkt, macht nach längerem Lesen durchaus Sinn. Ich habe etwas gebraucht, bis ich in dem Buch drin war. Aber dann hat es mich nicht wieder losgelassen. Und dieser besondere Stil passt hervorragend. Charlotte war nur eine kurze Lebenszeit gegönnt. Und gerade kurz vor ihrem Ende musste sie die Zeit gut nutzen. Und so zieht einen dieses Buch mit seinen knappen Sätzen immer mehr in die Geschichte rein. Man wird beim Lesen hast atemlos.

Sehr interessant ist während des Lesens, dass der Autor nicht nur die Geschichte von Charlotte Salomon erzählt, sondern auch immer wieder einmal mit einfließen lässt, wie er überhaupt auf die Idee zu diesem Roman gekommen ist, und was er während der Recherche erlebt hat.

Mich hat dieses Buch zutiefst beeindruckt. Ich kann es nur empfehlen. 240 Buchseiten, die einen gefangennehmen.

Daniela Blank, Thalia-Buchhandlung Köln

Die wahre Lebensgeschichte der Charlotte Salomon verpackt in diesen wunderbaren und bewegenden Roman.
Ein großartiges und wichtiges Werk gegen das Vergessen.
Die wahre Lebensgeschichte der Charlotte Salomon verpackt in diesen wunderbaren und bewegenden Roman.
Ein großartiges und wichtiges Werk gegen das Vergessen.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Faszinierend kurze, prägnante Sätze erschaffen einen Roman, der etwas ganz besonderes ist ,und einen außergewöhnlichen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Innere Bilder entstehen. Faszinierend kurze, prägnante Sätze erschaffen einen Roman, der etwas ganz besonderes ist ,und einen außergewöhnlichen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Innere Bilder entstehen.

Lisa Golitsch, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein tolles Buch! In ungewöhnlichem, vermeintlich distanziertem Stil beschreibt Foenkinos das Schicksal von Charlotte Salomon - und schafft gerade dadurch eine unglaubliche Nähe. Ein tolles Buch! In ungewöhnlichem, vermeintlich distanziertem Stil beschreibt Foenkinos das Schicksal von Charlotte Salomon - und schafft gerade dadurch eine unglaubliche Nähe.

Julia Neudeck, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Tragisches Künstlerportrait, das uns mit seiner etwas unkonventionellen Erzählweise mit in das kurze Leben einer ungewöhnlichen Frau nimmt. Tragisches Künstlerportrait, das uns mit seiner etwas unkonventionellen Erzählweise mit in das kurze Leben einer ungewöhnlichen Frau nimmt.

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Charlotte macht einen sprachlos vor Begeisterung, Betroffenheit und Schönheit. Eins dieser ganz besonderen Bücher, die man als Leser entdecken darf.... Charlotte macht einen sprachlos vor Begeisterung, Betroffenheit und Schönheit. Eins dieser ganz besonderen Bücher, die man als Leser entdecken darf....

Sigrid Heipcke, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Charlotte Salomon ist eine Frau, die unbedingt entdeckt werden muss! Foenkinos hat seinem Roman eine beeindruckende literarische Form gegeben, in der man sich ihr sehr nahe fühlt. Charlotte Salomon ist eine Frau, die unbedingt entdeckt werden muss! Foenkinos hat seinem Roman eine beeindruckende literarische Form gegeben, in der man sich ihr sehr nahe fühlt.

„"Das ist mein ganzes Leben."“

Stephanie Bilke, Thalia-Buchhandlung Münster

"Charlotte" ist ein biografischer Roman über die junge Malerin Charlotte Salomon, die mit nur 26 Jahren im KZ Auschwitz ermordet wurde. Er basiert auf der Grundlage ihres autobiografischen Werkes "Leben? Oder Theater?". Die ungewöhnliche Form, der notizhafte Stil diesen Roman zu schreiben ist vom Autor bewusst gewählt und könnte meiner "Charlotte" ist ein biografischer Roman über die junge Malerin Charlotte Salomon, die mit nur 26 Jahren im KZ Auschwitz ermordet wurde. Er basiert auf der Grundlage ihres autobiografischen Werkes "Leben? Oder Theater?". Die ungewöhnliche Form, der notizhafte Stil diesen Roman zu schreiben ist vom Autor bewusst gewählt und könnte meiner Meinung nach nicht passender sein.

2014 ist "Charlotte" mit dem Prix Goncourt des lycéens, dessen Jury aus rund 2000 Schülern zwischen 15 und 18 Jahren besteht, ausgezeichnet worden.

„Charlotte Salomon “

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Eine außerordentlich bemerkenswerte Sammlung von über 1300 autobiografisch geprägten Bildzyklen hat Charlotte Salomon mit nur 26 Jahren hinterlassen , als sie 1943 nach Ausschwitz deportiert und dort im 5. Monat schwanger ermordet wird ! Kurz war ihr bewegtes Leben, schrecklich tragisch die Familienkonstellation in der sie aufwuchs,- Eine außerordentlich bemerkenswerte Sammlung von über 1300 autobiografisch geprägten Bildzyklen hat Charlotte Salomon mit nur 26 Jahren hinterlassen , als sie 1943 nach Ausschwitz deportiert und dort im 5. Monat schwanger ermordet wird ! Kurz war ihr bewegtes Leben, schrecklich tragisch die Familienkonstellation in der sie aufwuchs,- Mutter ,Tante und Großmutter wählten den Freitod ! Mit diesem schweren Erbe und künstlerisch in keinster Weise öffentlich anerkannt, wählte sie jedoch genau diesen Weg , um sich auszudrücken und ihre Traumata zu bewältigen. 1939 floh sie vor dem Naziregime nach Frankreich und erarbeitete in kürzester Zeit ihr unglaubliches Gesamtwerk.
Den Lebenspuren dieser jungen jüdischen Künstlerin ist David Foenkinos in seinem neuesten Buch nachgegangen. Behutsam, voller Respekt und Zuneigung hat er sich Charlotte genähert und ihr ein anrührendes, poetisches Zeugnis gesetzt , bei dem jedes Wort genau trifft und den Leser von der ersten Seite an mitnimmt und bis zum bitteren Ende nicht mehr loslässt. Ein großartiges Buch !

Nicole Simic, Thalia-Buchhandlung Remscheid

Eine sehr lesenswertes Buch, das nicht nur die zeitgeschichtlichen Hintergründe, sondern auch das Seelenleben der Malerin Charlotte Salomon auf eindrucksvolle Weise erforscht. Eine sehr lesenswertes Buch, das nicht nur die zeitgeschichtlichen Hintergründe, sondern auch das Seelenleben der Malerin Charlotte Salomon auf eindrucksvolle Weise erforscht.

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Foenkino einmal ganz anders! Literarisch gewagt, in kurzen prägnanten Sätzen beschreibt er das Leben und Leiden der Malerin Charlotte Salomon. Lassen Sie sich darauf ein, es lohnt! Foenkino einmal ganz anders! Literarisch gewagt, in kurzen prägnanten Sätzen beschreibt er das Leben und Leiden der Malerin Charlotte Salomon. Lassen Sie sich darauf ein, es lohnt!

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
25 Bewertungen
Übersicht
22
2
1
0
0

„Charlotte, mon obsession"
von einer Kundin/einem Kunden aus Weeze am 10.03.2017

„Der folgende Roman beruht auf dem Leben der deutschen Malerin Charlotte Salomon. Sie war sechsundzwanzig und schwanger, als sie ermordet wurde. Ihr autobiografisches Werk Leben? Oder Theater ist die Quelle, auf die ich mich hauptsächlich beziehe.“ Dies teilt der Autor mit, bevor er uns einem Roman überlässt, dessen Textgestaltung schon... „Der folgende Roman beruht auf dem Leben der deutschen Malerin Charlotte Salomon. Sie war sechsundzwanzig und schwanger, als sie ermordet wurde. Ihr autobiografisches Werk Leben? Oder Theater ist die Quelle, auf die ich mich hauptsächlich beziehe.“ Dies teilt der Autor mit, bevor er uns einem Roman überlässt, dessen Textgestaltung schon ungewöhnlich ist. Jeder, der meist kurzen Sätze beginnt in einer neuen Zeile, so dass es eher scheint, als habe man hier Lyrik statt eines Romans in Händen. Die fast schon abgehackt wirkende Erzählweise und die im Präsens erzählte Geschichte Charlottes lässt einen beim Lesen zunächst stocken, erzeugt aber nachfolgend immer mehr den Eindruck, als berichte der gelegentlich in der Ich-Form auftauchende Autor in aufgeregter Weise über die ihn stark bewegende Biografie dieser Künstlerin. „Konnte ich aus Charlottes Geschichte einen Roman machen? Welche Form sollte das Ganze annehmen? Ich schrieb, löschte, kapitulierte. Ich brachte keine zwei Zeilen zu Papier. Nach jedem Satz geriet ich ins Stocken. Es ging einfach nicht weiter. Das war körperlich beklemmend. Ich verspürte beständig das Verlangen, eine neue Zeile zu beginnen. Um durchatmen zu können. Irgendwann begriff ich, dass ich das Buch genau so schreiben musste.“ (S. 73/74) Und so fliegt man aufgrund des Erzählstils geradezu durch dieses Buch, in dem eindringlich das Leben Charlottes zu einem Roman geformt und gefühlvoll untermalt wird, dabei aber glücklicherweise nicht ins Rührseelige abdriftet. „Das ist mein ganzes Leben“ – mit diesen Worten übergibt Charlotte einem Vertrauten 1942 einen Koffer voller Bilder. Sie erzählen ihre viel zu kurze Geschichte: von der Kindheit im Berlin der 20 Jahre, dem frühen Tod der Mutter, dem Zugang zu Berlins Künstlerkreisen durch die neue Frau des Vaters, dem Studium an der Kunstakademie, dem Leben als Malerin. Und dann: Flucht vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich, Leben im Exil, aber auch Liebe und Hochzeit. Nur ihre Bilder überleben – und damit ihre Geschichte, die David Foenkinos anrührend erzählt. Charlotte ist das Porträt eines verheißungsvollen Lebens, das viel zu früh beendet wurde. „Charlotte, mon obsession. Ich habe an den Schauplätzen ihres Lebens gesucht. Im Traum, in der Wirklichkeit. Nach den Farben in ihren Bildern. Mir gefielen die verschiedenen Gesichter von Charlotte, denen ich begegnete. Es waren viele Gesichter. Am wichtigsten bleibt für mich jedoch ihr Werk, Leben? Oder Theater? In dem sie durch den Filter der Kunst auf ihr Leben schaut. Um ihre Sicht der Dinge zu verzerren.“ (S. 186) Und so blickt uns auf dem Buchcover ein Ausschnitt aus dem Selbstporträt Charlotte Salomons (Gouache, um 1940) an, das eine gewisse Traurigkeit ausstrahlt und mich ebenso in den Bann zu ziehen vermag, wie der Schreibstil und die Geschichte, die dieser Roman erzählt. Ich mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und kann es nur wärmstens empfehlen. „Charlotte“ von David Foenkinos ist für mich ein echtes Lesehighlight und wird in meinem Bücherregal einen Ehrenplatz bekommen.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Die Geschichte der Charlotte Salomon
von Daniela P. am 31.07.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Die Erzählung beginnt in Berlin in den 1930er Jahren. Charlotte ist eine junge Frau, deren Kindheit leider nicht sehr glücklich war. Ihre Mutter hat sich genau wie viele andere Verwandten mütterlicherseits das Leben genommen. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Arzt und hat mittlerweile wieder geheiratet - eine gefeierte Sängerin.... Die Erzählung beginnt in Berlin in den 1930er Jahren. Charlotte ist eine junge Frau, deren Kindheit leider nicht sehr glücklich war. Ihre Mutter hat sich genau wie viele andere Verwandten mütterlicherseits das Leben genommen. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Arzt und hat mittlerweile wieder geheiratet - eine gefeierte Sängerin. Charlotte kommt mit vielen Künstlern, Schriftstellern, Wissenschaftlern usw. in Kontakt. Ihr eigener Traum ist es Malerin zu werden und tatsächlich wird sie trotz des aufsteigenden Nazi-Regimes an der Berliner Kunstakademie aufgenommen. Dort feiert sie frühe Erfolge und lernt in dieser Zeit ihre erste große Liebe Albert kennen, den Gesangslehrer ihrer Stiefmutter. Doch als Charlottes Vater kurzzeitig in einem Lager inhaftiert wird, woraus er zum Glück wieder entlassen wird, entschließt sich die Familie Charlotte zu ihren Großeltern in das vermeintlich sichere Südfrankreich vorzuschicken. Sie selbst wollen ebenfalls schnellstmöglich fliehen. Charlotte verlebt noch einige sowohl glückliche als auch traurige Jahre in Frankreich, wobei einzig die Malerei ihr die Kraft zum Weiterleben gibt. Ihre Familie und Albert schaffen es leider nicht ihr nach Frankreich zu folgen, dafür findet sie andere Freunde und Vertraute in ihrer neuen Umgebung bis sie wenige Monate vor Kriegsende doch noch den Nazis in die Hände fällt... Was ein toller und ergreifender Roman! Die Malerin Charlotte Salomon inklusive ihrer Werke ist mir zwar ein Begriff, doch ihre genauen Lebensumstände waren mir bisher unbekannt. Das für mich beeindruckende an David Foenkinos' Roman ist seine Erzählweise. Er schafft es in kurzen, prägnanten Sätzen alles Wichtige zu sagen und gleichzeitig eine emotionale Ebene zu schaffen. Wenn man das Buch aufschlägt, meint man im ersten Moment Gedichte zu erkennen. Eine kurzweilige Geschichte, die jedoch ein tiefes Gefühl hinterlässt. Sehr beeindruckend und lesenswert!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Ein Muss
von Nach(t)lese aus Bad Münstereifel am 23.04.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Beim Aufschlagen des Buches glaubt man zunächst ein Songbuch von Bob Dylan vor sich liegen zu haben: Der Roman sieht aus wie ein endloses Gedicht. Lauter Einzeiler mit Satzenden springen einem ins Gesicht. Was soll das? Der Autor erklärt später im Buch dazu, dass er beim Schreiben 'beständig das... Beim Aufschlagen des Buches glaubt man zunächst ein Songbuch von Bob Dylan vor sich liegen zu haben: Der Roman sieht aus wie ein endloses Gedicht. Lauter Einzeiler mit Satzenden springen einem ins Gesicht. Was soll das? Der Autor erklärt später im Buch dazu, dass er beim Schreiben 'beständig das Gefühl verspürte', eine Zeile neu zu beginnen. Irgendwann begriff er, 'dass ich das Buch genau so schreiben musste.' Eine mutige Entscheidung, die Biographie der jungen Malerin Charlotte Salomon (geb. 16.04.1917) optisch so ungewöhnlich zu erzählen. Aber keine Bange: Die anfängliche Verwirrung hält nicht lange an, zu schnell gewöhnt man sich an die gekonnte, einfühlsame und sehr persönliche Erzählweise von David Foenkinos, dem französischen Autor, aus dessen Feder auch 'Nathalie küsst' stammt. Foenkinos erzählt dabei auch, wie er durch eine Berliner Bekannte auf Charlotte aufmerksam wurde. Bereits beim Betrachten ihrer expressionistischen Bilder, in denen sie Momente ihres allzu kurzen Daseins hinterlassen hatte, verschlug es dem Schriftsteller die Sprache. 1942 muss sie einem Bekannten einen Koffer mit den Bildern und den Worten, darin sei ihr ganzes Leben, gegeben haben. So kurz Charlottes Leben auch gewesen war, es war dennoch ereignisreich und schicksalshaft. In ihrer Familie gab es eine geradezu zwanghafte Sucht zum Suizid. Neben anderen Verwandten hatte sich auch ihre Mutter sowie deren Schwester in die Tiefe gestürzt. So lernte die kleine Charlotte ihren eigenen Namen auf dem Grabstein der gleichnamigen Tante lesen. Später heiratete ihr Vater, ein ehrgeiziger Arzt, eine bekannte jüdische Sängerin. Für eine kurze Zeit herrschte reges Leben in der Berliner Wielandstraße 15, wo Künstler und andere Größen des gesellschaftlichen Lebens ein- und ausgingen. Mit Unterstützung des Professors Bartning wurde Charlotte 1933 noch als Jüdin an der Staatsschule für Freie und Angewandte Kunst aufgenommen, doch auch dieses Glück dauerte nicht lange an: 'Scharenweise ekeln sich die Menschen vor den jüdischen Kunstwerken. Die Bücher sind bereits verbrannt, jetzt werden Bilder bespuckt.' Ein bewegendes Buch über eine außergewöhnliche, Kraft ausstrahlende, sensible Künstlerin, die mit 26 Jahren im KZ sterben musste. Einfühlsam geschrieben und nicht minder gekonnt übersetzt von Christian Kolb.

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