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Corpus Delicti

Ein Prozess

(28)
Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht dies aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Juli Zeh entwirft in Corpus Delicti das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert, in der Gesundheit zur höchsten Bürgerpflicht geworden ist.
Portrait
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Ihr Roman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in 24 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem "Deutschen Bücherpreis" (2002), dem "Rauriser Literaturpreis" (2002), dem "Hölderlin-Förderpreis" (2003), dem "Ernst-Toller-Preis" (2003), dem "Carl-Amery-Literaturpreis" (2009) und dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (2009). 2013 wurde sie mit dem"Thomas Mann Preis" für ihr "vielfälgiges Prosawerk" geehrt, 2014 mit dem "Hoffmann-von-Fallersleben-Preis" für zeitkritische Literatur. Juli Zeh lebt in Leipzig.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 263
Erscheinungsdatum 09.08.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74066-6
Verlag btb
Maße (L/B/H) 190/120/24 mm
Gewicht 253
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 338
Buch (Taschenbuch)
9,99
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Juli Zehs Text im Stile von Huxley und Orwell besticht durch brillante Dialoge und messerscharfe Argumente. Optimierungswahn und fehlende Ideologien zeichnen eine Utopie des 21. Jahrhunderts aus. Sehr zu empfehlen! Juli Zehs Text im Stile von Huxley und Orwell besticht durch brillante Dialoge und messerscharfe Argumente. Optimierungswahn und fehlende Ideologien zeichnen eine Utopie des 21. Jahrhunderts aus. Sehr zu empfehlen!

„Die totale Gesundheit“

Marcus Lehmann, Thalia-Buchhandlung Röhrsdorf

Juli Zehs Allegorie auf einen totalen Überwachungsstaat, der auf das Wohl seiner Bürger zu bauen meint, ist gleichzeitig ein Krimi und Plädoyer für die Menschlichkeit. Bis zum Schluss fiebert man mit der Hauptperson Mia mit, ja, sie wächst einem ans Herz. Umso überraschender das Ende, das ich an dieser Stelle aber leider nicht verraten Juli Zehs Allegorie auf einen totalen Überwachungsstaat, der auf das Wohl seiner Bürger zu bauen meint, ist gleichzeitig ein Krimi und Plädoyer für die Menschlichkeit. Bis zum Schluss fiebert man mit der Hauptperson Mia mit, ja, sie wächst einem ans Herz. Umso überraschender das Ende, das ich an dieser Stelle aber leider nicht verraten kann. Pflichtkauf für Fans von Orwells „1984“ oder Murakamis „1Q84“.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Bremen

Ein starker Roman, der zum Nachdenken anregt! Juli Zeh beschreibt hier gesellschaftskritisch, wie die Welt von morgen mit Gesundheitsdiktatur aussehen könnte. Anspruchsvoll! Ein starker Roman, der zum Nachdenken anregt! Juli Zeh beschreibt hier gesellschaftskritisch, wie die Welt von morgen mit Gesundheitsdiktatur aussehen könnte. Anspruchsvoll!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Weimar

In diesem Buch erleben Sie, wie Ihre Freiheit und Ihr Leben in einer fitkiven Gesundheitsdiktatur eingeschränkt werden würde. In diesem Buch erleben Sie, wie Ihre Freiheit und Ihr Leben in einer fitkiven Gesundheitsdiktatur eingeschränkt werden würde.

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Kühl und präzise entwirft Juli Zeh das Bild einer beklemmend nah erscheinenden Zukunft: niemand ist gnadenloser als der, der weiß, was am besten für alle ist! Kühl und präzise entwirft Juli Zeh das Bild einer beklemmend nah erscheinenden Zukunft: niemand ist gnadenloser als der, der weiß, was am besten für alle ist!

„A votre santé“

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Irgendwann in der Mitte unseres Jahrhunderts: Die METHODE hat den veralteten, ineffektiven Staatsapparat abgelöst. Oberste Maxime der METHODE ist es, die Gesundheit ihrer Bürger nicht nur zu erhalten, sondern einen perfekten Gesundheitszustand zur Normalität zu erheben. Ergebnis: die Welt hat sich in eine Fitnessdiktatur verwandelt, Irgendwann in der Mitte unseres Jahrhunderts: Die METHODE hat den veralteten, ineffektiven Staatsapparat abgelöst. Oberste Maxime der METHODE ist es, die Gesundheit ihrer Bürger nicht nur zu erhalten, sondern einen perfekten Gesundheitszustand zur Normalität zu erheben. Ergebnis: die Welt hat sich in eine Fitnessdiktatur verwandelt, in der Bürger im Namen der Gesundheit gegängelt werden und in der obligatorisch abzuleistende Heimtrainer-Kilometer und Laborwert-Messgeräte in der Toilettenschüssel noch die angenehmsten Schikanen darstellen.
In dieser Welt des Hygiene- und Gesundheitswahns ist Mia Holl, eine dreißigjährige Biologin, eine völlig linientreue und Bürgerin. Als jedoch ihr lebensfroher und nonkonformistischer Bruder Moritz von der METHODE der Vergewaltigung bezichtigt wird und sich umbringt, gerät ihr starres Weltbild ins Wanken. Mit Folgen für sie selbst und mit noch weitreichenderen Folgen für die METHODE...
Juli Zehs Roman kann seine Herkunft (er entstand aus einem Theaterstück der Autorin, das unter anderem bei der Ruhrtriennale 2007 aufgeführt wurde) nicht verleugnen. Das Buch ist sehr dialoglastig und lebt von den Konstellationen zwischen seinen wenigen Figuren Das ist die Atmosphäre des Romans kühl, beinahe frostig, außer in den wenigen Szenen zwischen Mia und Moritz.
"Corpus delicti" ist vieles - Dystopie, gesellschaftlicher Kommentar, Satire, Geschichte einer Geschwisterbeziehung, philosophische Novelle. "Corpus delicti" ist aber vor allem eines: ein intelligenter Roman, der den Leser zum Nachdenken anstiftet. Und solche Bücher kann es gar nicht genug geben.

„Streben nach Gesundheit“

Maike Hiltmann, Thalia-Buchhandlung Jena

Ein erschreckend realitätsnahes Buch, dem es im Zeitalter der Gentechnik besondere Bedeutung zuzuschreiben gilt. Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit, doch wie weit darf der Staat eingreifen, um den Körper zu schützen? Die auf den ersten Blick absurde Idee einer Gesundheitsdiktatur ist doch nicht ganz so abwegig. Ein erschreckend realitätsnahes Buch, dem es im Zeitalter der Gentechnik besondere Bedeutung zuzuschreiben gilt. Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit, doch wie weit darf der Staat eingreifen, um den Körper zu schützen? Die auf den ersten Blick absurde Idee einer Gesundheitsdiktatur ist doch nicht ganz so abwegig. Das zumindest zeigt Juli Zeh in ihrem Roman ziemlich deutlich. Ich war bei der Lektüre zunächst fasziniert, dann erschreckt, bedrückt und schließlich äußerst überrascht. Mein Fazit: Ein rundum geglücktes Buch, das mit den großen dystopischen Romanen „1984“ oder „Der Report der Magd“ durchaus mithalten kann.

„Spannend und sehr aktuell“

Monika Bauer, Thalia-Buchhandlung Nürnberg

Wir haben das Szenario eines diktatorischen Gesundheitsstaates. Alle gesundheitlichen Aspekte eines Menschen werden staatlich, elektronisch überwacht. Geschildert wird ein Prozess: Angeklagt ist eine junge Frau des Widerstands gegen die "Methode". Mir hat sehr gut gefallen die Sprache der Autorin, die gut ausgetüftelte, spannende und Wir haben das Szenario eines diktatorischen Gesundheitsstaates. Alle gesundheitlichen Aspekte eines Menschen werden staatlich, elektronisch überwacht. Geschildert wird ein Prozess: Angeklagt ist eine junge Frau des Widerstands gegen die "Methode". Mir hat sehr gut gefallen die Sprache der Autorin, die gut ausgetüftelte, spannende und sehr aktuelle Geschichte und vor allem die Kompromißlosigkeit, mit der sie ihren Roman "durchzieht".

Maria Radcke, Thalia-Buchhandlung Berlin

Kein sehr einfacher Schreibstil, aber die Handlung ist ein großartiges Gedankenexperiment. Jetzt schon ein Klassiker der Weltliteratur. Kein sehr einfacher Schreibstil, aber die Handlung ist ein großartiges Gedankenexperiment. Jetzt schon ein Klassiker der Weltliteratur.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ist schon so lange her das ich nicht mehr weiss um was es geht. Was ich aber noch gut weiss ist das mir das Buch sehr gut gefallen hat wie alles bislang von Frau Zeh... Ist schon so lange her das ich nicht mehr weiss um was es geht. Was ich aber noch gut weiss ist das mir das Buch sehr gut gefallen hat wie alles bislang von Frau Zeh...

Dirk Bluhm, Thalia-Buchhandlung Lünen

Das Juli Zeh zu den besten deutschsprachigen Gegenwartsautoren en gehört, beweist sie auch mit diesem Buch. Das Juli Zeh zu den besten deutschsprachigen Gegenwartsautoren en gehört, beweist sie auch mit diesem Buch.

„Wieder eine gute Juli Zeh“

Ursula Grützner, Thalia-Buchhandlung Radebeul

Das Szenario vom gläsernen Menschen begegnet uns als reale Gefahr immer öfter. Dieses Buch zeigt ein Gesundheitswesen in ungefähr 50 Jahren auf, das der Persönlichkeit jede Individualität nimmt. Die Handlung fasziniert und nahm mich total gefangen. Für die Hauptfigur Mia Holl gibt es ein "gutes" Ende, welches einen frieren lässt.
Mich
Das Szenario vom gläsernen Menschen begegnet uns als reale Gefahr immer öfter. Dieses Buch zeigt ein Gesundheitswesen in ungefähr 50 Jahren auf, das der Persönlichkeit jede Individualität nimmt. Die Handlung fasziniert und nahm mich total gefangen. Für die Hauptfigur Mia Holl gibt es ein "gutes" Ende, welches einen frieren lässt.
Mich haben bisher alle Bücher Juli Zehs beeindruckt. Sie hat einen ganz faszinierenden Stil, eine klare, durchdachte, schnörkellose Sprache. Den 1. Absatz von "Schilf" zu lesen war zum Beispiel für mich ein Fest! Oft sind ihre Bücher verstörend, z.B. "Spieltrieb" und doch fesselte auch dieses Buch mich bis zum Ende.

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Zwar ist das Thema der wichtig und richtig gewählt, aber diesmal liest sich Juli Zeh leider recht sperrig. Trotzdem sind die Fragen, die das Buch aufwirft, wichtig und lesenswert. Zwar ist das Thema der wichtig und richtig gewählt, aber diesmal liest sich Juli Zeh leider recht sperrig. Trotzdem sind die Fragen, die das Buch aufwirft, wichtig und lesenswert.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
28 Bewertungen
Übersicht
18
8
2
0
0

Super Buch
von denise s aus Beverungen am 17.09.2015

Wir lesen das Buch zur Zeit im Deutschunterricht und in den letzten 3 jahren haben wir jedes Jahr eine Lektüre/einen Roman gelesen und kein Buch war, meiner Meinung nach, so interessant wie dieses.Top +++++

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Die Zaunreiterin kämpft um ihren Bruder...
von Klaudia Szabo am 19.08.2015

Inhalt In einer Gesellschaft, als deren höchstes Gut die Gesundheit der Bewohner gilt, versinkt die Biologin Mia Holl in Depressionen. Seit ihr Bruder Moritz Selbstmord begangen hat, um einer langen Zeit in Kryostase, einer Form der Bestrafung von Verbrechen zu entgehen, kann sie ihre Pflichten nicht mehr wahrnehmen, weil sie... Inhalt In einer Gesellschaft, als deren höchstes Gut die Gesundheit der Bewohner gilt, versinkt die Biologin Mia Holl in Depressionen. Seit ihr Bruder Moritz Selbstmord begangen hat, um einer langen Zeit in Kryostase, einer Form der Bestrafung von Verbrechen zu entgehen, kann sie ihre Pflichten nicht mehr wahrnehmen, weil sie ihm hinterhertrauert. Durch die ständige Überwachung des Staates fällt ihr Verhalten aber auf, und führt dazu, dass sie sich vor Gericht verantworten muss. Dabei kommt ihre Beziehung zu ihrem Bruder ins Spiel, wird genau unter die Lupe genommen: Der lebensfrohe, rebellische Moritz soll angeblich einer Widerstandszelle, den “Schnecken”, angehört haben. Obwohl Mia ihn bewundert, ist sie doch zwiegespalten und versinkt damit in der Rolle der “Zaunreiterin”. Früher war sie diejenige, die immer die Regeln befolgt hat, um nicht aufzufallen, die ihre Gesundheit in den Fokus gestellt hat, nun fühlt sie sich in der Pflicht, Moritz’ Unschuld zu beweisen. Kann er denn wirklich eine junge Frau umgebracht haben? Seine DNA wurde am Tatort gefunden, und die Wissenschaft lügt nicht – aber gibt es wirklich keine Fehler im System? Im Kampf mit sich selbst versucht Mia verzweifelt, die Wahrheit zu finden, und löst dabei eine Lawine an Ereignissen aus, die sie für immer verändert – und viel zu schnell überrollt… Meine Bewertung Wo fange ich an? “Corpus Delicti” gehört zu meinen liebsten Büchern, meinen absoluten Favoriten. Wenn ich nur ein Buch besitzen dürfte, würde “Corpus Delicti” definitiv in der engeren Auswahl dazu sein. Konkurrenz macht diesem Meisterwerk nicht viel. Juli Zeh hat einfach einen ganz eigenen Stil, der mich bei jedem Lesen wieder in den Bann zieht. Mia Holl ist der fiktive Charakter, mit dem ich mich am meisten identifiziere. Noch nie habe ich über jemanden gelesen, der mir so nahe zu stehen schien, ich konnte jede ihrer Handlungen nachvollziehen, vollkommen verstehen, warum sie die Kontrolle verliert und in dem ganzen Strang der Ereignisse mitgerissen wird. Aber fangen wir am Beginn an: Mia ist ein Kind der Rationalität, der Wissenschaft, und damit charakterlich das Gegenteil ihres Bruders Moritz. Sein Freigeist macht ihr oft zu schaffen, was uns Lesern in eingeschobenen Flashbacks präsentiert wird. Mia genießt die Stunden mit ihrem Bruder, der in seiner Kindheit eine schwere Krankheit hatte und beinahe gestorben wäre, und seitdem seine Freiheit über alles stellt. Das System, in dem sie leben, kann er deshalb nicht gutheißen. Er fühlt sich eingeengt, überwacht, und bricht daher regelmäßig die Gesetze, worin er auch Mia verstrickt. Als er eines Tages festgenommen und des Mordes bezichtigt wird, ist es ihm lieber, Selbstmord zu begehen, als vom Staat eingefroren zu werden. Ausgerechnet Mia, die ihn über alles liebt, weil er ihr einziger Vertrauter ist, gibt ihm dabei das Werkzeug in die Hand. Doch nach seinem Tod versinkt sie in Depressionen, die Juli Zeh so gut beschreibt, dass es bei mir jedes Mal eine Gänsehaut auslöst. Mias innerer Konflikt, ob sie an Moritz Unschuld und einen Fehler im System, oder an die Möglichkeit, dass ihr Bruder ein Mörder ist, glauben soll, lässt ihr keine Ruhe, und tritt durch eine weitere tragende Rolle besonders stark auf: Die ideale Geliebte. Ihren Namen erfährt man nie – sie ein Erbstück, eine Freundin, die Mia von Moritz bekommen hat, und existiert nur in Mias Vorstellung, wo sie ihr mit sarkastischen Kommentaren zu helfen versucht, an Moritz’ Unschuld zu glauben. Weitere Nebencharaktere, wie Mias Anwalt Rosentreter, oder der Reporter Kramer, der gegen sie arbeitet und trotzdem immer versucht, ihr Vertrauen zu gewinnen, sind wahnsinnig gut gezeichnet, haben ihre eigene Persönlichkeit und interagieren mit Mia auf einem Niveau, das den Leser erschaudern lässt. Mias Unglück, ihr Kampf um Gerechtigkeit und die Wahrheit, reißt ihr gesamtes Umfeld mit sich – die Richterin Sophie, ihre Mitbewohner im Haus, ihren Anwalt, und die gesamte Gesellschaft, die davon durch die Medien erfährt. Der Spannungsaufbau des Buchs ist beeindruckend, vor Allem, weil Juli Zeh ihre Welt so meisterhaft aufbaut. Alles ist genau durchdacht, das System, das “Methode” genannt wird, agiert immer mehr mit gefährlichen und menschenrechtsverletzenden Mitteln, und stürzt dabei Mia immer tiefer in ihr Unglück. Der Überwachungsstaat, in dem alle Menschen auf ihre Gesundheit reduziert werden, in dem sie bestimmte Gebiete nicht betreten dürfen, in dem der ideale Partner nach wissenschaftlichen Maßstäben vorgeschlagen und ein Abweichen davon strafbar ist, und in dem auch Folter angewandt wird, wenn die Menschen nicht gehorchen – genau das ist die “Methode”, die teilweise erschreckend an heutige Maßnahmen erinnert, vor Allem in der Überwachung. Auch philosophische Ansätze lassen sich hier finden, etwa in Moritz mit seinem Freiheitsstreben, und dieses Buch eignet sich sehr gut für ethische Diskussionen. Wer ein fröhliches Buch haben möchte, sollte nicht zu “Corpus Delicti” greifen. Aber wenn ihr nachdenken möchtet, wirklich herausgefordert werden möchtet und auch nicht vor einigen rechtlichen Stellen zurückschreckt, ist Juli Zehs Meisterwerk definitiv geeignet. Ich werde wohl nie genug von diesem Buch kriegen – und wenn ihr darauf steht, eine Gänsehaut zu kriegen und noch wochenlang darüber nachzudenken, wie ihr in solch einem Staat handeln und leben würdet, ist Mia Holls Fall genau das Richtige für euch.

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Empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden am 18.02.2012

Wie gewohnt erhält man von Juli Zeh einen spannenden und verstrickten Roman. Wir befinden uns in einem totalitären Staat, welcher durch die "Methode" kontrolliert wird. Darin ist jede Kritik untersagt und es bezeichnet sich selbst als unfehlbar. Daran beginnt die Protagonistin, Mia Holl, aber zu zweifeln, als ihr Bruder... Wie gewohnt erhält man von Juli Zeh einen spannenden und verstrickten Roman. Wir befinden uns in einem totalitären Staat, welcher durch die "Methode" kontrolliert wird. Darin ist jede Kritik untersagt und es bezeichnet sich selbst als unfehlbar. Daran beginnt die Protagonistin, Mia Holl, aber zu zweifeln, als ihr Bruder im Gefängnis stirbt. Durch ihre Aussagen erzürnt sie das System und muss sich vor Gericht verantworten. Dabei spürt man wieder das Sachwissen der Autorin, welche Jura studierte. Diese dystopische Geschichte hat mir sehr gut gefallen und brachte mich zum Nachdenken. Es ist allen Lesern, die an möglichen Zukunftsszenarien interessiert sind. Es kann aber auf jeden Fall auch als Kritik an aktuellen Themen aufgefasst werden.

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