Das amerikanische Hospital

Roman

(19)
Liebe in Zeiten der neuen Kriege
Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und David Cote, einem amerikanischen Soldaten. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst.
Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise, Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre von Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen.
Portrait
Michael Kleeberg, 1959 in Stuttgart geboren, studierte Politische Wissenschaften und Geschichte. Nach Aufenthalten in Rom und Amsterdam lebte er von 1986 bis 1999 in Paris. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. 2008 als Mainzer Stadtschreiber. Zu seinen wichtigsten Büchern zählen: „Ein Garten im Norden“ (1998), „Der König von Korsika“ (2001) und "Karlmann" (2007). 2010 erschien der Roman „Das amerikanische Hospital“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde und für den Michael Kleeberg 2011 den Evangelischen Buchpreis erhielt. Sein neuester Roman „Vaterjahre“ wurde u.a. mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet. 2016 erhielt Michael Kleeberg für sein Gesamtwerk den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 240, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 31.08.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783641048792
Verlag DVA
eBook
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„Spaziergänge durch Paris“

Joke Hoogendoorn, Thalia-Buchhandlung Leer (Ostfriesland)

Es gibt Bücher zum Verschlingen und Bücher zum Genießen. Dieses Buch gehört definitiv zur letzten Kategorie. Sicher, spannend ist es auch. Aber Michael Kleeberg jongliert mit Worten, baut wunderschöne Sätze wie sprudelnde Bächlein, die den Leser mitreißen.

Im Paris der 90-er Jahre begegnen sich Hélène und David immer wieder im amerikanischen
Es gibt Bücher zum Verschlingen und Bücher zum Genießen. Dieses Buch gehört definitiv zur letzten Kategorie. Sicher, spannend ist es auch. Aber Michael Kleeberg jongliert mit Worten, baut wunderschöne Sätze wie sprudelnde Bächlein, die den Leser mitreißen.

Im Paris der 90-er Jahre begegnen sich Hélène und David immer wieder im amerikanischen Hospital. Sie kommt da für IVF-Behandlungen. Zuerst voller Hoffnung schwindet diese mit jedem Fehlschlag. Er ist mit einem Trauma aus dem Golf-Krieg gekommen und erhofft Heilung von Psychiatern. Für beide gewinnen die Begegnungen immer mehr an Bedeutung. Durch die Gespräche und Spaziergänge durch Paris und Umgebung, die sie zusammen unternehmen, kommen sie sich Schritt für Schritt näher. So können sie sich gegenseitig in der Krise unterstützen.

Mit Paris als Kulisse gewinnen die persönlichen Schicksale der Hauptpersonen noch an Tiefe. Michael Kleeberg ist ein Meistererzähler, der die Sprache so knetet wie es ihm passt. Das Ergebnis ist diese wunderschöne Geschichte.

„Ein Buch über das Leben und den Tod“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Michael Kleeberg wurde in Deutschland durch seinen Roman Karlmann bekannt. Für „Das amerikanische Hospital“ erhielt er 2011 den „Evangelischen Buchpreis“

In diesem in Paris angesiedelten Roman erzählt Michael Kleeberg die Geschichte von Hélène und David. Hélène ist Ende Zwanzig und möchte gerne mit ihrem Mann ein Kind haben, aber
Michael Kleeberg wurde in Deutschland durch seinen Roman Karlmann bekannt. Für „Das amerikanische Hospital“ erhielt er 2011 den „Evangelischen Buchpreis“

In diesem in Paris angesiedelten Roman erzählt Michael Kleeberg die Geschichte von Hélène und David. Hélène ist Ende Zwanzig und möchte gerne mit ihrem Mann ein Kind haben, aber auf natürlichem Weg ist es für sie nicht möglich. Also wenden sie sich an eine Klinik, die für künstliche Befruchtungen als eine der besten Frankreichs gilt - das amerikanische Hospital. Hélène ist eine Frau, die sehr positiv durch das Leben geht. Ganz anders der amerikanische Soldat David Cote. Für ihn war schon immer klar, dass er zur Armee gehen wird. Die Familientradition sah es so vor. Dies haben schon sein Urgroßvater, sein Großvater und sein Vater getan. Er stellt diese Tradition nicht in Frage. Doch irgendwann spielt sein Körper nicht mehr mit und bricht zusammen. Da er zu dieser Zeit gerade in Frankreich ist, kommt auch er ins amerikanische Hospital. Und dort lernen sich die beiden 1991 kennen. Anfangs treffen sie eher zufällig aufeinander, haben beide zur gleichen Zeit Termine, aber nach und nach verabreden sie sich. Und ihre Unterhaltungen werden immer intensiver. Anfangs philosophieren sie über Lyrik und Kunst, über den Krieg und die Stellung der USA. Aber ihre Gespräche werden immer persönlicher. Sie sprechen über das Leben und den Tod, über Hoffnungen und Enttäuschungen. Und langsam aber sicher ändert sich das Leben für Hélène und David. Am Ende des Buches treffen sie beide endgültig eine Entscheidung.

Lassen Sie sich nicht von dem Anfang des Buches abschrecken. Bei den beiden ersten Seiten des Buches war mir noch überhaupt nicht klar, wohin diese Geschichte wollte, aber als die eigentliche Geschichte mit Hélène und David anfing, hat mich dieses Buch immer mehr in seinen Bann gezogen. Michael Kleeberg hat eine ergreifende Geschichte über zwei Menschen geschrieben, die in dem Zeitraum zwischen 1991 und 1996 ihr Leben nicht mehr selbst im Griff haben, sondern sich von anderen helfen lassen müssen. Dabei hat er sehr geschickt die damals aktuelle Situation im Irak mit eingebunden. Und obwohl der Autor die einzelnen Szenen des Krieges sehr rational beschreibt, prägen sich diese Bilder in all ihrem Grauen ein, oder auch gerade deshalb. Er ist sehr sprachgewaltig und hat mich mit seinen Bildern, die er zeichnet, überzeugt. Das einzige, was mich an diesem Buch wirklich gestört hat, sind seine sehr medizinischen Beschreibungen der Behandlungen, denen sich Hélène im Rahmen ihrer künstlichen Befruchtungen unterziehen musste. Er beschreibt sie wie auch Stefan Moster in seinem Roman „Lieben sich zwei“ (Mare Verlag) sehr technisch und unemotional.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich dieser Roman sehr beeindruckt. Er ist erschütternd, großartig und ergreifend und dabei sprachlich brillant!

„Das Hospital als Symbol“

Annette Ordnung, Thalia-Buchhandlung Dresden

Das Hospital als Ort der Versehrtheit, der Krankheit, des Verfalls, aber auch der Genesung, der Besinnung, des wieder Aufstehens. Die Frau, die Kinder will und keine bekommen kann, und der im Krieg traumatisierte Soldat finden und stützen einander auf dem Weg zurück in ein neues Leben. Ein vielschichtiges Buch, dass fast wie nebenbei Das Hospital als Ort der Versehrtheit, der Krankheit, des Verfalls, aber auch der Genesung, der Besinnung, des wieder Aufstehens. Die Frau, die Kinder will und keine bekommen kann, und der im Krieg traumatisierte Soldat finden und stützen einander auf dem Weg zurück in ein neues Leben. Ein vielschichtiges Buch, dass fast wie nebenbei die Zeit spiegelt in der wir leben. Mit dem US-Soldat David Cote als Zeitzeuge des möglichen Wahnsinns der Welt, der anderswo Alltag ist und mit der lebensbejahenden Pariserin Helene, die wie Cote die Literatur liebt und kennt, aber deren geregelt scheinendes Leben durch die nicht zustande kommende Schwangerschaft ins Trudeln gerät.
Schon der Schutzumschlag bietet einen sehr schönen Ausblick auf den Roman, er ist ein Symbol und vielleicht ist das ganze Buch eines: 2 Haltsuchende finden über Gespräche zu einer Therapie, die Ärzte so nicht leisten können. (Thoralf Böser)

„Schicksalhafte Begegnung“

Beatrix Gandt, Thalia-Buchhandlung Lingen (Ems)

"L'Hôpital Americain" in Neuilly: An diesem Ort begegnen sich zwei Menschen, die jeder für sich vom Schicksal getroffen sind. Helene, eine junge unfruchtbare Pariserin, die hofft durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden und David Cote, ein amerikanischer Soldat, traumatisiert durch seinen Einsatz im Irakkrieg. Die beiden freunden "L'Hôpital Americain" in Neuilly: An diesem Ort begegnen sich zwei Menschen, die jeder für sich vom Schicksal getroffen sind. Helene, eine junge unfruchtbare Pariserin, die hofft durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden und David Cote, ein amerikanischer Soldat, traumatisiert durch seinen Einsatz im Irakkrieg. Die beiden freunden sich vorsichtig an, bewahren aber stets eine gewisse Distanz. Durch regelmäßige Gespräche versuchen sie sich gegenseitig zu stützen und aus ihrer Misere herauszuholen. Sie haben große Achtung voreinander und helfen sich gegenseitig ihren Platz im Leben wiederzufinden. Nur wer selbst vom Unglück betroffen ist, kann so großes Verständnis für einen Anderen aufbringen. Der Roman gewährt einerseits tiefe Einblicke in die erschütternden Kriegserlebnisse und deren psychischen Folgen für die Soldaten. Andererseits zeigt er die hohe seelische Belastung der Frauen, deren Körper nicht so funktioniert, wie man es sich wünscht. Ein Buch, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte, vielleicht schaffen Sie es ja! Absolut lesenswert!

„***“

Maja Mischke, Thalia-Buchhandlung Coburg

Nicht der Soldat ist Ursache des Krieges und für die damit verbundenen Leiden, sondern der Krieg selbst!
Und nicht die Tatsache, auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen zu können, sondern der Kampf mit der Natur entscheidet das Ausmaß der Qualen.

Im amerikanischen Hospital treffen sich zwei völlig verschiedene Menschen, die innerlich
Nicht der Soldat ist Ursache des Krieges und für die damit verbundenen Leiden, sondern der Krieg selbst!
Und nicht die Tatsache, auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen zu können, sondern der Kampf mit der Natur entscheidet das Ausmaß der Qualen.

Im amerikanischen Hospital treffen sich zwei völlig verschiedene Menschen, die innerlich einen sehr ähnlichen Kampf austragen und sich mehr Hilfe sind, als zu vermuten.

Erstklassige Lektüre auf ganz hohem Niveau!

„Interessant“

Bärbel Nusselt-Seibert, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Die Geschichte "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg ist sehr langatmig und sehr ausführlich nacherzählt. Der Autor schreibt sehr interessant und wirklichkeitsnah. Die Geschichte "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg ist sehr langatmig und sehr ausführlich nacherzählt. Der Autor schreibt sehr interessant und wirklichkeitsnah.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
19 Bewertungen
Übersicht
10
7
2
0
0

WOW
von Doris O. am 20.10.2011

Also dieses Buch ist echt gut! Ein unscheinbares Cover aber so eine tolle Geschichte! 2 Personen mit ihren tragischen Schicksalen treffen in einem Hospital aufeinander. Ein wundervoller Roman!!!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
wundervoll
von einer Kundin/einem Kunden am 05.08.2011

Helene ist Innenarchitektin,30 Jahre alt, verheiratet und kinderlos. Der Kinderwunsch und die damit einhergehenden Untersuchungen sind der Grund, weshalb sie sich im "Hôpital Americain" in Neuilly aufhält. Zum gleichen Zeitpunkt befindet sich David Cote / amerikanischer Offizier zur Behandlung seines Kriegstraumas in diesem amerikanischen Hospital. Er ist seelisch gebrochen von seinem... Helene ist Innenarchitektin,30 Jahre alt, verheiratet und kinderlos. Der Kinderwunsch und die damit einhergehenden Untersuchungen sind der Grund, weshalb sie sich im "Hôpital Americain" in Neuilly aufhält. Zum gleichen Zeitpunkt befindet sich David Cote / amerikanischer Offizier zur Behandlung seines Kriegstraumas in diesem amerikanischen Hospital. Er ist seelisch gebrochen von seinem Einsatz im Irak zurückgekehrt. In der Empfangshalle treffen sie unter dramatischen Umständen das erste Mal aufeinander - David Cote bricht neben Helene zusammen........ Danach treffen sie sich in unregelmäßigen Abständen immer wieder und freunden sich an.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Weiterleben
von Dr. Christian Rößner aus Göttingen am 24.10.2010

Hélène ist dreißig, als sie den Amerikaner David im Herbst 1991 im Amerikanischen Hospital von Paris trifft. Beide sind Beschädigte des Lebens: Hélène versucht verzweifelt mittels künstlicher Befruchtung schwanger zu werden und David ist als Soldat vom ersten Irakkrieg so traumatisiert, dass er sich in dauerhafter Therapie befindet. Aus... Hélène ist dreißig, als sie den Amerikaner David im Herbst 1991 im Amerikanischen Hospital von Paris trifft. Beide sind Beschädigte des Lebens: Hélène versucht verzweifelt mittels künstlicher Befruchtung schwanger zu werden und David ist als Soldat vom ersten Irakkrieg so traumatisiert, dass er sich in dauerhafter Therapie befindet. Aus dem zufälligen Aufeinandertreffen wird eine Freundschaft, vielleicht sogar Liebe, und macht Hélène und David zu Verbündeten im Kampf um ein Weiterleben. Michael Kleebergs Roman beeindruckt durch die genauen Schilderungen der Schicksale der beiden Hauptfiguren. Hélènes selbstquälerischer Versuch, durch ein Kind ihrem Leben und der Zukunft einen Sinn zu geben wird durch Davids grausame Erfahrungen mit Tod und Vergangenheit konterkariert. Ein wunderbar erzählter Beziehungsroman, der aufgrund seiner dichten und psychologisch genauen Beschreibung tiefe Einblicke in das Seelenleben der Figuren zulässt. Michael Kleeberg ist einfach ein herausragender Erzähler!

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