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Das Büro der einsamen Toten

Pieter Posthumus 1

(24)
Er ist kein Polizist, kein Privatdetektiv - und trotzdem dreht sich in seinem Leben alles um den Tod. Im "Büro der einsamen Toten" bei der Stadt Amsterdam kümmert sich Pieter Posthumus um die einsamen Toten - Menschen ohne Angehörige, Menschen, die keiner vermisst - und richtet ihnen ein würdiges Begräbnis aus, mit Musik und Gedichten. Bei seinen Recherchen stößt er auf so manche Ungereimtheit. In der Prinsengracht ist die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Die Umstände seines Todes sind mysteriös. Posthumus nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf und gerät in ein Netz von Intrigen ...
Rezension
Kati Wascher, Thalia-Buchhändlerin und Krimi-Süchtige sagt:
Es gibt viele Dinge, die ein Buch ansprechend machen. In diesem Fall ist es zunächst einmal das ziemlich coole Cover, das einen schon von Weitem geradezu magnetisch anzieht. Noch besser allerdings ist, dass der Inhalt hält, was das Äußere verspricht! Das "Büro der einsamen Toten" ist eine Einrichtung der Stadt Amsterdam, die sich um jene Leichen kümmert, die keine Freunde, Familie oder sonstige Angehörigen haben, und deren Beisetzung organisiert. Pieter Posthumus arbeitet für dieses Büro und ist dabei ein wenig gründlicher, als es seinen Kollegen lieb ist. Er möchte verstehen, wer seine "Kunden" zu Lebzeiten waren, wie sie lebten und was ihnen wichtig war, um ein für sie passendes Begräbnis zu arrangieren. Eines Tages hat er den Fall eines ertrunkenen jungen Marokkaners auf dem Schreibtisch und stößt bei seinen Nachforschungen zufällig auf echte und vermeintliche Terroristen, politische Verwicklungen und ganz persönliche Tragödien. Britta Bolt, alias Britta Böhler und Rodney Bolt, gibt hier ein fesselndes Debüt mit einem faszinierenden Protagonisten, der ein wenig an Hercule Poirot von Großmeisterin Agatha Christie erinnert. Darüber hinaus vermittelt Bolt ein sehr anschauliches Bild von Amsterdam, sodass man als Leser das Gefühl hat, man würde mit Pieter Posthumus Seite an Seite durch die Stadt streifen. Wer also mal einen Krimi der etwas anderen Art lesen möchte, sollte hier unbedingt zugreifen!
Portrait
Britta Bolt ist das Pseudonym des Autorenduos Britta Böhler und Rodney Bolt. Britta Böhler, in Freiburg im Breisgau geboren, hat viele Jahre als Anwältin gearbeitet. 1991 zog sie in die Niederlande und wurde dort berühmt durch ihre strafrechtlichen Mandate und ihre Haltung zur Anti-Terror-Gesetzgebung. Seit 2012 ist sie Professorin an der Universität von Amsterdam. Rodney Bolt, in Südafrika geboren, ist Autor mehrerer Biographien, Dramatiker und Reisejournalist. Nach Stationen in Cambridge und London lebt er seit den 90er Jahren in Amsterdam.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 384 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.03.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783455813500
Verlag Hoffmann und Campe
Übersetzer Kathleen Mallett, Heike Schlatterer
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Spannend, gut recherchiert und viel wissenswertes über Amsterdam“

Joachim Riegel, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

"Britta Bolt" ist ein Pseudonym einer Anwältin und eines Reisejournalisten, welche sich nach jeweils vielen Stationen in Amsterdam niedergelassen haben. In dem ersten Fall geht es um "Tote die niemand vermisst". Eine speziell dafür ins Leben gerufene Behörden kümmert sich um solche Fälle. Sehr fesselnd, amüsant und ausgesprochen realistisch "Britta Bolt" ist ein Pseudonym einer Anwältin und eines Reisejournalisten, welche sich nach jeweils vielen Stationen in Amsterdam niedergelassen haben. In dem ersten Fall geht es um "Tote die niemand vermisst". Eine speziell dafür ins Leben gerufene Behörden kümmert sich um solche Fälle. Sehr fesselnd, amüsant und ausgesprochen realistisch taucht man anhand dieses gut gemachten Krimis in den Amsterdamer Alltag ein, welcher wirklich viel interessanter ist als nur der klischeehafte Käse, die bunten Tulpen und die weichen Drogen. Spannend und informativ!

Sebastian Schuy, Thalia-Buchhandlung Mülheim

Ein aktueller Krimi um den Amsterdamer Ermittler Pieter Posthumus. Spannende Ereignisse und ein typisch niederländischer Held machen dieses Buch zu einem Lesevergnügen. Groot! Ein aktueller Krimi um den Amsterdamer Ermittler Pieter Posthumus. Spannende Ereignisse und ein typisch niederländischer Held machen dieses Buch zu einem Lesevergnügen. Groot!

Ulrike Kaiser, Thalia-Buchhandlung Mülheim Rhein-Ruhr-Zentrum

Neuer Schauplatz: Amsterdam.Neuer Ermittler:Pieter Posthumus, städtischer Beauftragter in Nachlassfragen Alleinlebender. Das ist so ungewöhnlich und spannend: einfach selbst lesen! Neuer Schauplatz: Amsterdam.Neuer Ermittler:Pieter Posthumus, städtischer Beauftragter in Nachlassfragen Alleinlebender. Das ist so ungewöhnlich und spannend: einfach selbst lesen!

„Amsterdam - Krimi“

Beate Mildenberger, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Peter Posthumus ist im Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen beschäftigt. Er kümmert sich um ein Begräbnis jener Menschen, die alleine auf der Welt sind. Dabei hat er es auch öfters mit ungeklärten Todesfällen zu tun und fängt an zu ermitteln.
Der Krimi entwickelt sich langsam und fällt durch detailliert beschriebene Ermittlungsarbeit
Peter Posthumus ist im Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen beschäftigt. Er kümmert sich um ein Begräbnis jener Menschen, die alleine auf der Welt sind. Dabei hat er es auch öfters mit ungeklärten Todesfällen zu tun und fängt an zu ermitteln.
Der Krimi entwickelt sich langsam und fällt durch detailliert beschriebene Ermittlungsarbeit auf.
Dicht erzählt und dabei ein guter Reisebegleiter. Man taucht in die alten Stadtteile Amsterdams und deren Geschichte ab.

„Amsterdam namenlos“

Maja Günther, Thalia-Buchhandlung Berlin

Amsterdam ist der wahre STAR dieser Story, der Mittelpunkt der "Leidenschaft" - voller Flair, voll von Geschichten und einer gesellschaftlich/sozialen Entwicklung, die auch in vielen anderen Großstädten anzutreffen (aber nicht unbedingt gut zu heißen) ist. Gekonnt verwebt das Autorenduo eine aktuelle Thematik mit einem kauzigen Ermittler Amsterdam ist der wahre STAR dieser Story, der Mittelpunkt der "Leidenschaft" - voller Flair, voll von Geschichten und einer gesellschaftlich/sozialen Entwicklung, die auch in vielen anderen Großstädten anzutreffen (aber nicht unbedingt gut zu heißen) ist. Gekonnt verwebt das Autorenduo eine aktuelle Thematik mit einem kauzigen Ermittler wider Willen - und entwickeln somit eine Sog, der vergessen lässt, dass die Geschichte nur langsam in Gang kommt. Diese Story hat was ganz spezielles an sich! Und Amsterdam Kenner werden die eine oder andere Ecke wiedererkennen, in Erinnerungen schwelgen - und eventuell die nächste Reise planen wollen.

Michael Wasel, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein gelungener Auftakt, auch wenn gewisse Längen und Klischees vorhanden sind. Der Hauptcharakter ist sehr gelungen und die aktuelle und spannende Handlung machen Lust auf mehr. Ein gelungener Auftakt, auch wenn gewisse Längen und Klischees vorhanden sind. Der Hauptcharakter ist sehr gelungen und die aktuelle und spannende Handlung machen Lust auf mehr.

Sonja Hertkens, Thalia-Buchhandlung Freiburg

Kommt sehr ruhig daher und doch ist das Thema zu brisant... Terror!
Und ein kleiner Reiseführer durch Amsterdam von einer Freiburgerin
Kommt sehr ruhig daher und doch ist das Thema zu brisant... Terror!
Und ein kleiner Reiseführer durch Amsterdam von einer Freiburgerin

Thomas Canje, Thalia-Buchhandlung Langenfeld

Spannender Krimi aus Amsterdam. Mit einem außergewöhnlichen Ermittler. Sehr viel Amsterdamer Flair und Charme und dadurch sehr unterhaltsam bis zum furiosen Spannender Krimi aus Amsterdam. Mit einem außergewöhnlichen Ermittler. Sehr viel Amsterdamer Flair und Charme und dadurch sehr unterhaltsam bis zum furiosen

Anka Ziegler, Thalia-Buchhandlung Chemnitz-Center

Endlich noch mal eine neue Figur: Pieter Posthumus! Verwaltungsangestellter. Eine sehr aktuelle Gechichte und nicht die üblichen Knalleffekte. Der Krimi hat mir gut gefallen! Endlich noch mal eine neue Figur: Pieter Posthumus! Verwaltungsangestellter. Eine sehr aktuelle Gechichte und nicht die üblichen Knalleffekte. Der Krimi hat mir gut gefallen!

Petra Dressing, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

Ein etwas anderer neuer Ermittler und die tolle Kulisse von Amsterdam, dazu ein spannender Fall mit sehr aktuellem politischen Hintergrund, klasse! Ein etwas anderer neuer Ermittler und die tolle Kulisse von Amsterdam, dazu ein spannender Fall mit sehr aktuellem politischen Hintergrund, klasse!

„Interessantes Sujet“

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Auch wenn das Amt für Katastrophenschutz u.Bestattungen samt seinen Angestellten eine fiktive Behörde ist,bereitet die Stadt Amsterdam ihren unbekannten Toten durchaus ein Begräbnis mit Musik und Gedichten, Blumen und Kaffee, eine noble Geste in heutigen (Sparzwang-)Zeiten.
Das in diesem ersten Roman eines Autorenduos aus den Niederlanden,
Auch wenn das Amt für Katastrophenschutz u.Bestattungen samt seinen Angestellten eine fiktive Behörde ist,bereitet die Stadt Amsterdam ihren unbekannten Toten durchaus ein Begräbnis mit Musik und Gedichten, Blumen und Kaffee, eine noble Geste in heutigen (Sparzwang-)Zeiten.
Das in diesem ersten Roman eines Autorenduos aus den Niederlanden, er von Geburt Südafrikaner, sie Deutsche (!),das Buch der Beiden auf holländisch herauskam , um dann vom Hoffmann und Campe Verlag aus dem Englischen übersetzt zu werden, ist noch so eine kleine Besonderheit.
Und da ich den Namen des "Ermittlers" in diesem Erstling von Britta(Böhler) und (Rodney)Bolt, als natürlich superpassend empfand: nämlich Pieter Posthumus, hatte dieses Buch sozusagen einen Vorschussbonus.
Es ist definitiv kein bluttriefender Thriller, sondern ein ruhig erzählter, sich langsam steigernder Roman (wohlgemerkt steht nicht Kriminalroman auf dem Einband...) über einen jungen Mann mit besonderer Mission.Denn besagter Pieter arbeitet mit zwei Kollegen in dieser besonderen Behörde, die für die unbekannten Toten der Stadt Amsterdam zuständig ist.Und Pieter hängt sich immer ganz besonders in seine "Fälle", um mit Akribie und Forscherdrang doch noch irgendwelche Verwandten seiner Toten aufzuspüren.Da er bei seinen Bemühungen aber auch dem niederländischen Geheimdienst ein bißchen in die Quere kommt, bringt er seine Nichte Merel, ihres Zeichens Reporterin ,unbeabsichtigt ein Stück weit in die Schusslinie...
Posthumus, von sehr guten Freunden PP genannt, ist eine sympathische Identifikationsfigur mit seelischem Ballast aus der Vergangenheit, die Story rund um junge Migranten und ihre Identitätsprobleme und ein Geheimdienst, der sich am Rande der Legalität bewegt : das alles war gut wegzulesen.Trotzdem hätte ich nichts dagegen, beim nächsten Fall von PP etwas mehr "Showdown" geboten zu bekommen, aber das lässt sich ja vielleicht machen bzw.ist schon passiert, denn ein zweiter Teil ist zumindestens auf englisch schon in Sicht:"Lives Lost", erscheint Mai 2015.
P.S.Die Titelbildgestaltung ist übrigens meiner Meinung nach ein echter Hingucker (um Klassen besser als die engl.Ausgabe ), obwohl Handfeuerwaffen eigentlich weniger im Spiel waren :-) .....

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Durchschnitt
24 Bewertungen
Übersicht
7
14
3
0
0

von einer Kundin/einem Kunden aus Gotha am 22.11.2016
Bewertet: anderes Format

Melancholischer Krimi, der auf intelligente und gefühlvolle Weise ein aktuelles Thema behandelt.

Tod in der Prinzengracht
von gaby2707 aus München am 05.09.2016
Bewertet: Klappenbroschur

Pieter Posthumus, 47, von seinen Freunden PP genannt, arbeitet bei der Stadtverwaltung Amsterdam in der Abteilung für Bestattungen. Zusammen mit seinen Kollegen Sulung und Maja widmet er sich speziell den „einsamen“ Toten, die keine Angehörigen haben bzw. er versucht, deren Angehörige ausfindig zu machen. Auch die Begräbnisse versucht er... Pieter Posthumus, 47, von seinen Freunden PP genannt, arbeitet bei der Stadtverwaltung Amsterdam in der Abteilung für Bestattungen. Zusammen mit seinen Kollegen Sulung und Maja widmet er sich speziell den „einsamen“ Toten, die keine Angehörigen haben bzw. er versucht, deren Angehörige ausfindig zu machen. Auch die Begräbnisse versucht er einigermaßen würdevoll z.B. mit kleinen Gedichten zu gestalten. Von Mittwoch, dem 11. Mai bis Mittwoch, den 15. Juni bin ich mit PP in Amsterdam unterwegs. In dieser Zeit lerne ich besonders ihn und sein Umfeld etwas näher kennen und bin ganz nahe dran an den Ermittlungen, von denen er mit seiner Akribie nicht die Finger lassen kann. Diesmal beißt er sich an einem jungen Ausländer fest, der eine Djellaba trägt und in einer Gracht ertrunken ist. Fremdverschulden wird zunächst ausgeschlossen, woran PP aber nicht glaubt. Und er sollte Recht haben... Die Autoren nehmen mich mit in eine Stadt, die ich schon einmal kennenlernen durfte. Daher kam es hier und da vor, dass ich eine ungenaue Vorstellung hatte, wo die Geschichte gerade spielte. Der auf den Innenseiten des Buches abgedruckte Stadtplan hat mir da sehr weitergeholfen und ich war immer direkt am Geschehen dabei. Die Stadt mit ihrem ganz eigenen Flair, mit ihren vielen Fahrradfahrern, den wunderschönen alten Häusern, den Grachten, Brücken, den Menschen, aber auch den weniger sehenswerten Teilen der Stadt bekomme ich in diesem Buch sehr gut vermittelt. Ich kann mir vorstellen, dass man da „Appetit“ bekommt, die Stadt einmal selbst zu besuchen. Pieter Posthumus ist mir von Anfang an sehr sympathisch. Mit seiner etwas behäbigen, sich zeit lassenden Art kann ich ihn mir sehr gut vorstellen. Aber auch die anderen Protagonisten kann ich mir recht bald vor mein inneres Auge aufrufen. Die Geschichte, in der es hauptsächlich um Emigranten aus Marokko und terroristische Aspekte geht, bekomme ich aus zwei verschiedenen Gesichtswinkeln zu sehen. Einerseits bin ich mit PP unterwegs, andererseits ermittelt aber auch der Geheimschutz NASD. Hier sind es besonders Onno Veldhuizen, der Chef, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, und Lisette Lammers, die meine Sympathie auch schnell gewinnen konnte. Obwohl dieser Krimi nicht durch Rasantheit oder undurchsichtige Wendungen besticht, sondern durch sehr genaue Recherchen des Hauptprotagonisten, leise, hintergründige Töne und eine Geschichte, die heute aktueller ist denn je, habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen und es bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

gelungener Auftakt für einen ungewöhnlichen Ermittler
von einer Kundin/einem Kunden am 22.08.2016
Bewertet: Klappenbroschur

In Amsterdam gibt es im „Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen“ eine kleine Abteilung, die sich um unbekannte Tote kümmert. Die Mitarbeiter dort finden heraus, ob es doch noch Verwandte gibt, die entweder erben könnten oder das Begräbnis bezahlen sollen und kümmern sich in letzter Konsequenz auch darum, die Verstorbenen... In Amsterdam gibt es im „Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen“ eine kleine Abteilung, die sich um unbekannte Tote kümmert. Die Mitarbeiter dort finden heraus, ob es doch noch Verwandte gibt, die entweder erben könnten oder das Begräbnis bezahlen sollen und kümmern sich in letzter Konsequenz auch darum, die Verstorbenen würdevoll zu bestatten. Dieser Teil der Arbeit liegt Pieter Posthumus besonders am Herzen, zudem macht er seine Arbeit nicht nur oberflächlich, sondern verbeißt sich durchaus in einen Fall, um aus den kleinsten Indizien noch auf Identität und daraus der Herkunft oder mögliche Verwandte eines Toten zu schließen. Diesmal versteckt sich ein Verbrechen hinter einer der Akten, die auf seinem Schreibtisch landen. Parallel dazu ermittelt ein Anti-Terror-Team in der Stadt und versucht einen Anschlag zu vermeiden, von dessen unmittelbarem Bevorstehen ihr karrierewütiger Chef überzeugt ist. Noch vor Beginn war ich etwas irritiert, dass das Buch aus dem Englischen übersetzt ist, die Originalausgabe erschien aber auf Niederländisch. (Sie ist wohl ebenfalls aus dem Englischen übersetzt). Das Autorenteam, das sich hinter Britta Bolt verbirgt, setzt sich aus einer Deutschen und einem Südafrikaner zusammen, die beide in Amsterdam leben. Möglicherweise aus diesem Grund legen sie besonders viel Wert darauf, die Stadt als stimmungsvollen Hintergrund aufzubauen. Eine Vielzahl von Straßennamen und Vierteln und so einige Beschreibungen der Wege, die die Figuren zurücklegen, erzeugen durchaus ein entsprechendes Lokalkolorit, manchmal war es schon zu viel, immerhin ist dankenswerterweise im Umschlag ein Stadtplan abgebildet, der hilft gewaltig. Zwar kann Bolt nicht widerstehen, malerische Klischees einzubauen, aber immerhin werden sie bewusst eingesetzt, wie zum Beispiel das Touristenpaar, das die Nachbarin in weitem Rock auf blumengeschmücktem Fahrrad fotografiert und dann von Posthumus weggeklingelt wird. Posthumus ist eine sympathische Figur, etwas behäbig und eigenwillig, er arbeitet darauf hin, ein echtes Original zu werden. Sein Alltag ist liebevoll mit Details ausgestaltet, die allerdings manchmal etwas unausgearbeitet wirken. So taucht sein Faible für gutes Essen inkl. entsprechender Kochkünste zwischendurch einmal sehr prominent auf, um den Rest des Buches nur ein Nebensatzdasein zu fristen, ähnlich ergeht es auch anderen charakteristischen Details aus seinem Leben. Die Nebenfiguren, sowohl in seinem Umfeld, wie auch die Marokkaner oder die Antiterrorbeamten sind erst recht viel zu zahlreich, wodurch zu wenig Platz bleibt, um ihnen ein echtes Profil zu verpassen. Das ist schade, denn der erste Eindruck von einigen von ihnen ist ziemlich vielversprechend. Hier kann man nur hoffen, dass zumindest ein Teil von ihnen in den Folgebänden erneut auftaucht und dann ihre Persönlichkeiten besser herausgearbeitet werden. Der Zusammenhang zwischen den Ermittlungen, also Posthumus einzelne Fälle, seine Nichte, dazu das Anti-Terror-Team ist leider dann auch ein wenig zu dicht, um glaubwürdig zu sein. Hier wären ein paar weniger Verwicklungen besser für das Buch gewesen, es muss nicht jeder mit jedem in irgendeiner Art von Verbindung stehen. Nichtsdestotrotz mochte ich das Buch, ganz besonders gefiel Posthumus würdevolles Durchwühlen der Leben unbekannter Toter, davon will ich mehr lesen. Den nächsten Band hatte ich schon in der Hand und freue mich darauf, ihn in Kürze zu lesen. Und dann warte ich auf die Übersetzung von Teil 3...


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