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Das dreizehnte Kapitel

Roman

(11)
Die meisten leiden ohne Gewinn - so steht es im Roman Das dreizehnte Kapitel, der ebendiesen Satz widerlegen will. Mit einem Festessen im Schloss Bellevue fängt er an: Ein Mann sitzt am Tisch einer ihm unbekannten Frau und kann den Blick nicht von ihr lösen. Wenig später schreibt er ihr, und zwar so, dass sie antworten muss. Es kommt zu einem Briefwechsel, der von Mal zu Mal dringlicher, intensiver wird. Beide, der Schriftsteller und die Theologin, beteuern immer wieder, dass sie glücklich verheiratet sind. Aber sie gestehen auch, dass sie in dem, was sie einander schreiben, aus sich herausgehen können wie nirgends sonst und dass sie ihre Ehepartner verraten. Nur weil ihr Briefabenteuer so aussichtslos ist, darf es sein. An ein persönliches Treffen ist nicht zu denken. Die Buchstabenketten sind Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit.
Eines Tages teilt die Theologin mit, ihr Mann sei schwer erkrankt. Während sie auf einer Fahrradtour durch Kanadas Wildnis mit ihm noch einmal das Leben feiert, wartet der Schriftsteller auf Nachrichten. Als wieder eine eintrifft, wirft sie alles um.
Martin Walsers Roman über eine Liebe, die als Unmöglichkeit so tiefgründig und lebendig ist wie kaum etwas, kreist auf schwindelerregende Weise um das Wesen der menschlichen Existenz. Und führt dabei vor Augen, dass ein Lieben ohne Hoffnung auf Hoffnung das eigene Leben erst empfindbar macht. Ein bewegender, lebenskluger, ja aufregender Roman über eine Frau und einen Mann, die gerade durch die Unmöglichkeit ihrer Liebe zu einer noch nie erfahrenen Gefühlsheftigkeit gesteigert werden.
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 05.11.12
Endlich mal wieder ein Walser, der an seine früheren, großen Werke anknüpft. ?Das dreizehnte Kapitel? ist eine betörende, elegante, ja atemberaubende Geschichte über den unbändigen Willen nach Liebe, Zufriedenheit und Glück.
Portrait
Martin Walser, geboren 1927 in Wasserburg/Bodensee, lebt heute in Nußdorf/Bodensee. 1957 erhielt er den Hermann-Hesse-Preis, 1962 den Gerhart-Hauptmann-Preis und 1965 den Schiller-Gedächtnis-Förderpreis. 1981 wurde Martin Walser mit dem Georg-Büchner-Preis, 1996 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und 1998, dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und dem Corine - Internationaler Buchpreis; Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2008 ausgezeichnet. 2015 wurde Martin Walser der Internationale Friedrich-Nietzsche-Preis für sein Lebenswerk verliehen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 07.09.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-07382-4
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 212/137/27 mm
Gewicht 367
Auflage 3
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Intellektueller Briefroman“

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Einerseits geht es in diesem intellektuellen Briefwechsel zwischen dem Schriftsteller Basil und der Theologin Maja um philosophische Diskurse und den Theologen Karl Barth, zum anderen um Alltäglichkeiten im Leben der beiden Protagonisten.
So habe ich mit Vergnügen gelesen, wie es zunächst dem alternden Basil gelingt, zu der jüngeren,
Einerseits geht es in diesem intellektuellen Briefwechsel zwischen dem Schriftsteller Basil und der Theologin Maja um philosophische Diskurse und den Theologen Karl Barth, zum anderen um Alltäglichkeiten im Leben der beiden Protagonisten.
So habe ich mit Vergnügen gelesen, wie es zunächst dem alternden Basil gelingt, zu der jüngeren, verheirateten Frau eine geistige Beziehung aufzubauen. In deren Verlauf spüren beide zunehmend eine einzigartige Vertrautheit und Nähe, sodass sie, als die Beziehung droht heikel zu werden, die Korrespondenz sogar abzubrechen versuchen. Letztlich aber hilft der Austausch beiden, besonders aber Maja, als deren Mann lebensbedrohlich erkrankt.
Die Gesamtheit der Briefe ergibt eine interessante und reizvolle Geschichte voll sprachlicher Akrobatik, Intelligenz und Wortwitz. Ich empfehle das Buch daher geübten Lesern, die Walser sehr anspruchsvoll zu unterhalten vermag.

„Von der Unmöglichkeit“

Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

`Sie sind meine Unmöglichkeit, ohne Unmöglichkeit kann ich nicht leben`...so lautet ein Satz des Schriftstellers im Briefwechsel mit der Theologin. Beide sind, wie sie immer wieder betonen, jeweils glücklich verheiratet. Martin Walser lotet die Befindlichkeiten der Seelen aus, deren Begegnung nicht in die Wirklichkeit des Lebens paßt. `Sie sind meine Unmöglichkeit, ohne Unmöglichkeit kann ich nicht leben`...so lautet ein Satz des Schriftstellers im Briefwechsel mit der Theologin. Beide sind, wie sie immer wieder betonen, jeweils glücklich verheiratet. Martin Walser lotet die Befindlichkeiten der Seelen aus, deren Begegnung nicht in die Wirklichkeit des Lebens paßt. So bleibt ein Briefabenteuer, eine Erzählung von der Unmöglichkeit, von Liebe und Ehe, aufgeschrieben ohne Kitsch und Pathos, sondern auf der Suche nach der Wahrheit der Gefühle.

„Ein Mann und eine Frau und die Möglichkeit der Liebe“

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Walser wäre nicht Walser, wenn er nicht solche Bücher schriebe. Ein Mann und eine Frau, der Austausch in Briefform, Emotionen die hochkochen und doch nicht sein dürfen oder wollen. Und immer wieder diese Distanz und gleichzeitige Nähe. Tolles Buch! Walser wäre nicht Walser, wenn er nicht solche Bücher schriebe. Ein Mann und eine Frau, der Austausch in Briefform, Emotionen die hochkochen und doch nicht sein dürfen oder wollen. Und immer wieder diese Distanz und gleichzeitige Nähe. Tolles Buch!

„Lückenbrücke“

Britta Weiler

Als der bekannte Schriftsteller Basil bei einem Bankett die Ehefrau des Ehrengastes sieht, ist er sofort fasziniert. Er findet die Mailadresse der renommierten Theologin und Karl Barth- Anhängerin heraus und baggert sie schriftlich an. Aus dem Geplänkel wird schnell eine Diskussionsplattform über - buchstäblich - Gott und die Welt Als der bekannte Schriftsteller Basil bei einem Bankett die Ehefrau des Ehrengastes sieht, ist er sofort fasziniert. Er findet die Mailadresse der renommierten Theologin und Karl Barth- Anhängerin heraus und baggert sie schriftlich an. Aus dem Geplänkel wird schnell eine Diskussionsplattform über - buchstäblich - Gott und die Welt und für die beiden Protagonisten eine Begegnung mit zunehmender Vertrautheit, wo all die Dinge Platz finden, die in den jeweiligen Ehen zu kurz kommen.

Teils rätselhaft, teils weise weiß Walser sein Publikum von Anfang bis Ende intelligent zu fesseln!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
3
8
0
0
0

sehr zügig zu lesen
von Dorothea Rose aus Frankfurt am 02.12.2012

Seit langem mal wieder konnte ich dieses Buch gut mit meinem Mann diskutieren: Es ist wie ein intellektuelles "Gut gegen Nordwind". Sind geheime Gedanken zu Papier gebracht an eine Person, die man nur von einmaligem Sehen "kennt" schon Ehebruch? Was bleibt in Ehen ungesagt? Gibt es die eine Wahrheit... Seit langem mal wieder konnte ich dieses Buch gut mit meinem Mann diskutieren: Es ist wie ein intellektuelles "Gut gegen Nordwind". Sind geheime Gedanken zu Papier gebracht an eine Person, die man nur von einmaligem Sehen "kennt" schon Ehebruch? Was bleibt in Ehen ungesagt? Gibt es die eine Wahrheit in unserer gelebten Rolle als Ehepartner? Das Buch macht Spaß, weil man sich an so vielen Gedanken der beiden Intellektuellen Briefpartner reiben kann. Es ist flüssig, ja zuweilen spannend und abenteuerlich geschrieben. Das Ende vielleicht nicht sooo gelungen wie das Gesamtwerk, nichts desto trotz meine uneingeschränkte Lesempfehlung!

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Ein Roman in Briefen
von Jenny Lentes aus Düren am 14.01.2013

Basil und Maja, beide glücklich verheiratet, lernen sich beinem Festessen im Schloss Bellevue kennen. Dort weckt Maja Basils Interesse, welcher infolgedessen ihre Adresse ausfindig macht und einen Brief für sie verfasst. So kommt es zu einem ausführlichen, vetrauensvollen Briefwechseln, in welchem jeder Brief sehnsüchtiger erwartet wird, als der vorherige. Gefühlvoll und absolut... Basil und Maja, beide glücklich verheiratet, lernen sich beinem Festessen im Schloss Bellevue kennen. Dort weckt Maja Basils Interesse, welcher infolgedessen ihre Adresse ausfindig macht und einen Brief für sie verfasst. So kommt es zu einem ausführlichen, vetrauensvollen Briefwechseln, in welchem jeder Brief sehnsüchtiger erwartet wird, als der vorherige. Gefühlvoll und absolut aufrichtig!

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Leben, wie es ist....
von Marion Olßon aus Reutlingen am 13.01.2013

Wenn zwei Menschen sich begegnen und sie sich intellektuell ansprechend finden, spricht nichts dagegen, eine Brieffreundschaft zu beginnen. Auch dann nicht, wenn beide glücklich verheiratet sind….so wird es zumindest beteuert. Doch was ist, wenn nach und nach klar wird, dass nichts so ist wie gedacht und nichts unmöglich scheint.... Wenn zwei Menschen sich begegnen und sie sich intellektuell ansprechend finden, spricht nichts dagegen, eine Brieffreundschaft zu beginnen. Auch dann nicht, wenn beide glücklich verheiratet sind….so wird es zumindest beteuert. Doch was ist, wenn nach und nach klar wird, dass nichts so ist wie gedacht und nichts unmöglich scheint. Wie wird aus dem Beziehungsgeflecht, eine klare Linie? Was, wenn das Unvorhergesehene eintrifft, und die Regeln außer Kraft setzt? Ein gut gelungenes Bild von einer Beziehung, die anders ist als gedacht. Gefühle, Gedanken, Ängste und Hoffnungen. Ein Bild zweier Menschen, die erst lernen müssen, das Leben so zu sehen ,wie es ist und nicht so wie sie es sich wünschen.

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