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Das Floß der Medusa

Roman

(20)
18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Erscheinungsdatum 30.01.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783552058439
Verlag Paul Zsolnay Verlag
Verkaufsrang 17.117
eBook
19,99
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„Große Literatur !!“

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Absolut großartiges Leseerlebnis! Franzobel erzählt von einem historischen
Ereignis mit Bezug zur Gegenwart.Wie lange brauchen Menschen in
Extremsituationen um ihre Werte von Zivilisation , Moral und Menschlichkeit
über Bord zu werfen.
Unterscheiden wir Europäer uns da wirklich von den vermeintlich " Fremden " ?
Absolut großartiges Leseerlebnis! Franzobel erzählt von einem historischen
Ereignis mit Bezug zur Gegenwart.Wie lange brauchen Menschen in
Extremsituationen um ihre Werte von Zivilisation , Moral und Menschlichkeit
über Bord zu werfen.
Unterscheiden wir Europäer uns da wirklich von den vermeintlich " Fremden " ?

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Der Roman ist grotesk, raffiniert, sehr temporeich und verstörend. Das Buch ist ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis. Eine Lektüre, sie lohnt sich! Der Roman ist grotesk, raffiniert, sehr temporeich und verstörend. Das Buch ist ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis. Eine Lektüre, sie lohnt sich!

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Hamm

Die wahre Begebenheit des Schiffsbruchs der Medusa wird von Franzobel in eine muntere, durchaus derbe und sehr modern geschriebene Geschichte integriert. Ein grandioses Buch! Die wahre Begebenheit des Schiffsbruchs der Medusa wird von Franzobel in eine muntere, durchaus derbe und sehr modern geschriebene Geschichte integriert. Ein grandioses Buch!

Esther Kolbe, Thalia-Buchhandlung Berlin

Gewaltig, eindringlich, unvorstellbar. Dieses literarische Werk ist derart grausam und zugleich realistisch, sodass man ihm kaum entkommen kann. Gewaltig, eindringlich, unvorstellbar. Dieses literarische Werk ist derart grausam und zugleich realistisch, sodass man ihm kaum entkommen kann.

„Schiffbruch, Kannibalismus und eine wahre Begebenheit!“

Woldemar Deines, Thalia-Buchhandlung Worms

Am 17. Juni 1816 erliegt die Méduse, eine französische Fregatte, einem Schiffbruch. Von 400 Passagieren können sich nur 147 auf ein Floß retten. Von diesen 147 kommen jedoch nur 15 Personen an ihrem eigentlichen Ziel an. Um zu überleben mussten diese Personen etwas grausames tun.

Die Geschichte der Méduse wurde schon in der Kunst verarbeitet.
Am 17. Juni 1816 erliegt die Méduse, eine französische Fregatte, einem Schiffbruch. Von 400 Passagieren können sich nur 147 auf ein Floß retten. Von diesen 147 kommen jedoch nur 15 Personen an ihrem eigentlichen Ziel an. Um zu überleben mussten diese Personen etwas grausames tun.

Die Geschichte der Méduse wurde schon in der Kunst verarbeitet. Der Einband dieses Buches zeigt das Bild "Das Floß der Medusa" von Théodore Géricault und war Namensgeber dieses eigentümlichen Romans.

Franzobel weiß mit Sprache und Wirkung umzugehen. Scheint es anfangs holprig und plump, wird der Leser mehr und mehr in die Handlung mit hineingezogen. Wörtliche Rede ist hier passé, die Handlungen der Protagonisten werden in deren Dialoge direkt eingeflochten, sodass man sich mitten in das Gespräch hineingeworfen fühlt.

Verwirrender wird es, wenn der Autor Bezüge zur Neuzeit zieht und beispielsweise Passagiere mit Persönlichkeiten der Neuzeit beschreibt. So findet sich plötzlich ein Gerard Depardieu oder ein Alain Delon als Passagier wieder.

Besonders faszinierend ist der Mix aus Ästhetik und Groteske, denn Franzobel schafft es mit vulgärsten Ausdrücken die Schönheit und mit den elegantesten Worten die niederträchtigsten Eigenschaften seiner Protagonisten darzustellen.

Dieses Buch ist ein Erlebnis. Man kann es schlecht beschreiben, man muss es selbst erleben!

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Fesselnde Geschichte mit historischem Hintergrund! Spannend erzählt und absolut mitreißend! Fesselnde Geschichte mit historischem Hintergrund! Spannend erzählt und absolut mitreißend!

Dorothea Weiss, Thalia-Buchhandlung Jena

Diese Nacherzählung einer wahren Begebenheit hält uns den Spiegel vor: wie würden wir handeln, wenn es um unser nacktes Überleben ginge? - Aufwühlend, intensiv und menschlich! Diese Nacherzählung einer wahren Begebenheit hält uns den Spiegel vor: wie würden wir handeln, wenn es um unser nacktes Überleben ginge? - Aufwühlend, intensiv und menschlich!

Jessica Hattler, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Eine Geschichte so erschütternd und zugleich faszinierend, dass man kaum glauben mag, dass diese auf einer wahren Begebenheit beruht! Eine Geschichte so erschütternd und zugleich faszinierend, dass man kaum glauben mag, dass diese auf einer wahren Begebenheit beruht!

„Wenn der Mensch zum Monster wird...“

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Bremen

Am 18. Juli 1816 macht der Kapitän der „Argus“ vor der Westküste Afrikas eine furchtbare Entdeckung. Auf einem manövrierunfähigen Floß befinden sich 15 ausgemergelte Personen, hohle Augen, Haare starr vom Salzwasser und die Körper übersät mit Wunden und Blasen. Sie sind die letzten Überlebenden von ehemals 147 Menschen, die keinen Platz Am 18. Juli 1816 macht der Kapitän der „Argus“ vor der Westküste Afrikas eine furchtbare Entdeckung. Auf einem manövrierunfähigen Floß befinden sich 15 ausgemergelte Personen, hohle Augen, Haare starr vom Salzwasser und die Körper übersät mit Wunden und Blasen. Sie sind die letzten Überlebenden von ehemals 147 Menschen, die keinen Platz mehr in den Rettungsbooten gefunden haben, als die Fregatte „Medusa“ auf eine Sandbank auflief und auseinanderbrach. Sie sind die letzten Überlebenden von einem 12-tägigen Kampf gegen den Tod, der sie jede Menschlichkeit vergessen ließ…

Franzobels absolut grandioser Roman orientiert sich an dieser historisch belegten Geschichte, die dem Leser eine der größten Katastrophen der Seefahrt sehr explizit vor Augen führt. Als die „Medusa“ vor der afrikanischen Küste auf eine Sandbank auflief und drohte auseinanderzubrechen, wird deutlich, wo der einfache Mensch steht. Die Gardrobe der Reichen ist wichtiger als das Leben der einfachen Matrosen und nimmt Platz in den Rettungsbooten ein und auch zuvor kam es zu massiven Fehlentscheidungen seitens der Führung. Nur so kam es überhaupt zu diesem Unglück. Dies sind dann jedoch auch die Personen, die auf Rettung und einen Platz in den Booten bestehen, sich letztendlich auch mal wieder durchsetzen. Das Leben an Bord und die hierarchischen und brutalen Strukturen, werden von Franzobel sehr eindringlich geschildert und er nimmt diesbezüglich kein Blatt vor den Mund. Das tut er auch im Folgenden nicht, wenn er die Situation auf dem Floß ins Auge fasst. Wie definieren sich Wörter wie Moral und Zivilisation in einer so extremen Situation? Wie bewahrt man seine Menschlichkeit? Die Antworten sind erschreckend! Der eigene Urin wird getrunken, die Exkremente verzehrt, es wir gemordet und auch Kannibalismus betrieben. Um das eigene Leben zu retten, wird der Mensch zum Monster. Wenn eine Situation aussichtslos erscheint, ist der Wahnsinn nicht mehr weit und Franzobel zeigt dem Leser dieses Extrem des Wahnsinns, mit allem, was seine vorzügliche Sprache zu bieten hat. Um das Ganze nicht zu drastisch erscheinen zu lassen, arbeitet er mit einer Form von Humor, die er sehr gut an die Geschichte angepasst hat und zudem nimmt er viele moderne Elemente mit hinein, die das Ganze ebenfalls etwas auflockern. Er überlegt beim Schreiben beispielsweise, welche Schauspieler welchen Charakter am besten verkörpern, um zu dem Schluss zu gelangen, dass das doch am besten die Castingleute vom Film machen sollen, bevor er sich den Kopf zerbricht.
Wie Eingangs schon erwähnt, ein wirklich grandioser Roman, der jedoch trotzdem einen kleinen Punkt der Kritik ertragen muss! Ich bin kein Seefahrer und leider auch nicht sonderlich bewandert, was die Begrifflichkeiten auf See angeht, lese aber Sätze wie: „Marssegel und Bramsegel vierkant brassen (…). Achterrah aufholen.“ (S. 56) und habe keinen Plan, um was es geht. An diesem Punkt wäre eine Glossar absolut wünschenswert gewesen, da es aber zum Verständnis der eigentlichen Geschichte nicht notwendig ist, diese Sätze zur Gänze zu begreifen, ist das absolut zu verschmerzen und somit auch nur ein kleiner Kritikpunkt!
Der Romans ist sprachlich absolut wundervoll, die Geschichte absolut packend und auch der Hintergrund des Ganzen unheimlich gut recherchiert. Zudem bietet Franzobel mit seiner Geschichte eine Blaupause für schlechte Führung, Unterwürfigkeit in den falschen Situationen, Kritiklosigkeit und das Abfinden mit einer nahenden Katastrophe, obwohl man die Chance gehabt hätte, sie abzuwenden, wenn man nur einmal laut und mutig genug gewesen wäre. Dieser Roman kommt definitiv mit in die Liste der besten Romane, die ich bisher in diesem Jahr gelesen habe. Eine große Empfehlung an alle, die sich trauen, in den schaurigen Abgrund der Menschlichkeit zu blicken!

„Wie hoch ist der Preis der Menschlichkeit ??“

Susanne Gey, Thalia-Buchhandlung Hürth

Die Fregatte Medusa sinkt im Jahre 1816 vor der Westküste Afrikas. Es gibt zwar zu wenig Rettungsboote und schnell wird ein Floss gezimmert, auf dem 147 Menschen Platz finden. In den Rettungsbooten erkennt man schnell die Lage auf dem Floss, das irgendwann sinken wird. Leider musste man den größten Teil des Proviants über Bord werfen, Die Fregatte Medusa sinkt im Jahre 1816 vor der Westküste Afrikas. Es gibt zwar zu wenig Rettungsboote und schnell wird ein Floss gezimmert, auf dem 147 Menschen Platz finden. In den Rettungsbooten erkennt man schnell die Lage auf dem Floss, das irgendwann sinken wird. Leider musste man den größten Teil des Proviants über Bord werfen, denn das Gewicht war zu groß für das Floss und jetzt geht es nur noch ums nackte Überleben. Die Rettungsboote rudern aus Angst um ihr eigenes Leben einfach davon und lassen das Floss zurück. Und bald beginnt schon der Kampf um Nahrung, Wasser und einen trockenen Platz auf dem Floss. Unvorstellbare Szenen spielen sich ab, bis das Floss 14 Tage später mit nur noch15 Menschen an Bord aufgebracht wird.
Ein atmosphärisch dichter und aufwühlender Roman um unmenschliche Grausamkeiten - aber auch um Nächstenliebe und Verzicht. Was hätten wir an Stelle dieser Menschen getan ? Eine Frage, die man sich nicht so gerne beantwortet, denn die Schicht der Menschlichkeit ist sehr, sehr dünn.

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
15
4
0
1
0

Von Kannibalen und anderen Menschen
von einer Kundin/einem Kunden am 18.02.2018

Mit dem Roman - Das Floss der Medusa - ist dem österreichischen Schriftsteller Franzobel das Debüt auf der ganz großen Bühne gelungen: es war für den deutschen Buchpreis 2017 nominiert und hat es bis zur Shortlist geschafft. Den Preis hat ein anderer Österreicher bekommen, allerdings muss sich Franzobels Roman... Mit dem Roman - Das Floss der Medusa - ist dem österreichischen Schriftsteller Franzobel das Debüt auf der ganz großen Bühne gelungen: es war für den deutschen Buchpreis 2017 nominiert und hat es bis zur Shortlist geschafft. Den Preis hat ein anderer Österreicher bekommen, allerdings muss sich Franzobels Roman nicht unter seinem Scheffel stellen. Gewonnen hat er dann schlussendlich den bayrischen Buchpreis. Eine tatsächlich geschehene Katastrophe dient als Vorlage für diese sehr realitätsnah beschriebene Ereignisse. Der Roman teilt sich mit einem berühmten Gemälde seinen Titel. Jenes wurde von Théodore Géricault gemalt und erinnert an die katastrophale Seefahrt. 1816 war das Schiff Medusa auf dem Weg in eine westafrikanische Kolonie, lief auf eine Sandbank auf. Weil es zuwenig Rettungsboote gab - wurde knapp die Hälfte der 400 Personen an Bord - auf ein hastig zusammengebautes Floss verfrachtet. Mir hat dieser düstere Abenteuerroman sehr gut gefallen und das lag auch am Erzählstil. Der Schriftsteller schafft es den Leser trotz der harten Kost, Schiffsunglück, Trauma und Kannibalismus, immer bei Laune zu halten und den Text sprachlich aufzulockern. Etwa indem der Schriftsteller seine Protagonisten mit Personen aus Film und Fernsehen vergleicht und somit die eine oder andere Figur dem Leser länger in Erinnerung bleibt. In den ersten Kapiteln wird dem geneigten Leser einige der 400 Passagiere und Besatzungsmitglieder vorgestellt, vom Schiffsjungen der zu Hause ausgerissen ist, bis zum Kapitän, der sein Amt nicht durch sein Können zu Verdanken hat. Dem Leser drängt aber auch ein anderer Vergleich auf, etwa die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer. Zwischen den Zeilen kreist die Geschichte also auch immer ein wenig um die Frage der Menschlichkeit, damals wie heute. Franzobel hat mit - Das Floss der Medusa - mein Interesse geweckt und bin gespannt, was der Autor noch in petto hat.

Der Kampf ums Überleben
von Magische Farbwelt am 01.11.2017

Geschichtlich bin ich ja absolut interessiert, wobei das in meiner Schulzeit übrigens überhaupt nicht der Fall war. Aber jetzt schaue ich mir sehr gern historische Dokumentationen an und lese sehr gern Geschichten aus einer anderen Zeit. „Das Floß der Medusa“ von Franzobel ist ein geschichtlicher Roman, der den Untergang... Geschichtlich bin ich ja absolut interessiert, wobei das in meiner Schulzeit übrigens überhaupt nicht der Fall war. Aber jetzt schaue ich mir sehr gern historische Dokumentationen an und lese sehr gern Geschichten aus einer anderen Zeit. „Das Floß der Medusa“ von Franzobel ist ein geschichtlicher Roman, der den Untergang des damals sehr imposanten Schiffes begleitet und die anschließende Irrfahrt der Überlebenden auf einem manövrierunfähigen Floß beschreibt. Immer wieder schmückt der Autor die Geschichte mit uns heute bekannten Gegebenheiten und Persönlichkeiten aus, sodass die Geschehnisse für mich leichter nachvollziehbar werden. Da manch geschichtlichen Abhandlungen etwas zäh zu lesen sind, hatte ich auch bei dem Roman „Das Floß der Medusa“ zunächst eine ähnliche Befürchtung. Aber für mich hat sich das Buch leicht und flüssig lesen lassen. Der Autor Franzobel beschreibt bis ins kleinste Detail die Unwägbarkeiten der den ums Leben kämpfenden Personen, ja, bis hin zum Kannibalismus ist alles dabei. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mit meinem Mann eine kleine Diskussion darüber geführt habe. Zudem erinnert mich dieser Kampf ums Überleben ein bisschen an meine Diplomarbeit, worin ich mir die Frage stellte, wen ich rette, wenn ich nicht alle retten kann. Und ja, diese Diskussion spiegelt sich auch in dem Roman „Das Floß der Medusa“ wider. Dieser Roman hat meinen Gedankenschatz um einiges vergrößert. Auch wenn die Geschichte natürlich sehr tragisch ist, fällt es mir beinah ein wenig schwer, sie loszulassen.

Wozu Menschen fähig sind
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 24.10.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

1816: Die unter französischer Flagge segelnde Fregatte Medusa beginnt ihre Reise von Rochefort nach Saint-Louis im Senegal. Niemand von der Besatzung und von den Zivilisten ahnt, dass ihnen eine Katastrophe bevor steht. Der ohnehin unfähige Kapitän Chaumarey lässt sich von seinem betrügerischen Freund Richeford beraten, anstatt auf weisere Offiziere... 1816: Die unter französischer Flagge segelnde Fregatte Medusa beginnt ihre Reise von Rochefort nach Saint-Louis im Senegal. Niemand von der Besatzung und von den Zivilisten ahnt, dass ihnen eine Katastrophe bevor steht. Der ohnehin unfähige Kapitän Chaumarey lässt sich von seinem betrügerischen Freund Richeford beraten, anstatt auf weisere Offiziere zu hören, weshalb die Medusa kurz vor der afrikanischen Küste strandet. Während sich die feinen Herrschaften mit den wenigen Rettungsbooten davon machen, bleibt für die übrig gebliebenen 147 Menschen nur ein notdürftig gebautes Floss... . Franzobel hat sich dem tatsächlich ereignetem Schiffsunglück der Medusa angenommen und daraus einen historischen Roman gemacht. Darin zeigt er nicht nur, wozu Menschen fähig sind, wenn es um das eigene Überleben geht, sondern auch den ganz normalen Alltag auf hoher See im 19. Jahrhundert. Die ganze Zeit über wird man als Leser von einem allwissenden und stets präsentem Erzähler durch die Handlung geführt. Er kommentiert die verschiedenen Begebenheiten und Figuren, blickt bis in unsere Gegenwart und setzt vergangene und auch zukünftige Ereignisse in Zusammenhang mit dem Unglück auf der Medusa. Mir hat diese Art und Weise, das Geschehen präsentiert zu bekommen, nicht immer gefallen und war mir manchmal zuviel des Guten. An einigen Stellen jedoch zeigt der Erzähler bestimmte Dinge auf, die ich sonst übersehen hätte. Von den Figuren her ist die Geschichte gerade am Anfang etwas unübersichtlich, doch nach und nach gewöhnt man sich an die Namen und kann diese auch zuordnen. Besonders spannend fand ich, gemeinsam mit dem neuen Schiffsjungen Victor, der ebenfalls das erste Mal eine Fregatte betritt, das Schiffsleben mitzubekommen. Für ihn beginnt gewissermaßen schon vor dem Unglück ein Überlebenskampf, da er sich gegen den brutalen Koch wehren muss und erst bei Savigny, einem etwas übereifrigem Arzt, Ruhe findet. Erwähnen möchte ich hier auch den Kapitän Chaumarey, der eigentlich nur aufgrund von seinen Bittbriefen und durch seinen Stand der Medusa vorstehen darf. Qualifikationen als auch Erfahrung auf hoher See kann er nicht vorweisen, was für mich doch schon ziemlich erschreckend war. An ihm, aber auch an der generellen Situation auf der Fregatte zeigt Franzobel, dass schon damals, aber leider auch heute noch immer viele Missstände in der Seefahrt herrschen und man aus dem Schicksal der Medusa nicht viel gelernt hat. So gibt es knapp ein Jahrhundert später auf der Titanic noch immer zu wenige Rettungsboote, so dass nicht alle Menschen gerettet werden können. Franzobel schreibt gut verständlich und schafft es, dass man sich die einzelnen Situationen und auch die Menschen gut vorstellen kann. Gerade, wenn die Zustände auf dem Floß beschrieben werden, wird es ziemlich eklig und manchmal muss man sich beim lesen wirklich vor Entsetzen die Hand vor den Mund halten. Dennoch bin ich der Meinung, dass es ihm außergewöhnlich gut gelingt, den Überlebensdrang der Figuren darzustellen. Jede Abmilderung und Beschönigung wäre hier fehl am Platz gewesen. Insgesamt ist ,,Das Floss der Medusa" gleichzeitig ein sehr beeindruckendes, aber auch schockierendes Buch, das zeigt, wie schnell Menschen in Extremsituationen bereit sind, alles zu tun, um ihr Leben zu retten. Diesen besonderen historischen Roman empfehle ich gerne weiter.


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