Das Floß der Medusa

Roman

(17)
18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Erscheinungsdatum 30.01.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783552058439
Verlag Paul Zsolnay Verlag
Verkaufsrang 8.993
eBook
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„Wie hoch ist der Preis der Menschlichkeit ??“

Susanne Gey, Thalia-Buchhandlung Hürth

Die Fregatte Medusa sinkt im Jahre 1816 vor der Westküste Afrikas. Es gibt zwar zu wenig Rettungsboote und schnell wird ein Floss gezimmert, auf dem 147 Menschen Platz finden. In den Rettungsbooten erkennt man schnell die Lage auf dem Floss, das irgendwann sinken wird. Leider musste man den größten Teil des Proviants über Bord werfen, Die Fregatte Medusa sinkt im Jahre 1816 vor der Westküste Afrikas. Es gibt zwar zu wenig Rettungsboote und schnell wird ein Floss gezimmert, auf dem 147 Menschen Platz finden. In den Rettungsbooten erkennt man schnell die Lage auf dem Floss, das irgendwann sinken wird. Leider musste man den größten Teil des Proviants über Bord werfen, denn das Gewicht war zu groß für das Floss und jetzt geht es nur noch ums nackte Überleben. Die Rettungsboote rudern aus Angst um ihr eigenes Leben einfach davon und lassen das Floss zurück. Und bald beginnt schon der Kampf um Nahrung, Wasser und einen trockenen Platz auf dem Floss. Unvorstellbare Szenen spielen sich ab, bis das Floss 14 Tage später mit nur noch15 Menschen an Bord aufgebracht wird.
Ein atmosphärisch dichter und aufwühlender Roman um unmenschliche Grausamkeiten - aber auch um Nächstenliebe und Verzicht. Was hätten wir an Stelle dieser Menschen getan ? Eine Frage, die man sich nicht so gerne beantwortet, denn die Schicht der Menschlichkeit ist sehr, sehr dünn.

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Die wahre Begebenheit des Schiffsbruchs der Medusa wird von Franzobel in eine muntere, durchaus derbe und sehr modern geschriebene Geschichte integriert. Ein grandioses Buch! Die wahre Begebenheit des Schiffsbruchs der Medusa wird von Franzobel in eine muntere, durchaus derbe und sehr modern geschriebene Geschichte integriert. Ein grandioses Buch!

Esther Kolbe, Thalia-Buchhandlung Berlin

Gewaltig, eindringlich, unvorstellbar. Dieses literarische Werk ist derart grausam und zugleich realistisch, sodass man ihm kaum entkommen kann. Gewaltig, eindringlich, unvorstellbar. Dieses literarische Werk ist derart grausam und zugleich realistisch, sodass man ihm kaum entkommen kann.

„Schiffbruch, Kannibalismus und eine wahre Begebenheit!“

Woldemar Deines, Thalia-Buchhandlung Worms

Am 17. Juni 1816 erliegt die Méduse, eine französische Fregatte, einem Schiffbruch. Von 400 Passagieren können sich nur 147 auf ein Floß retten. Von diesen 147 kommen jedoch nur 15 Personen an ihrem eigentlichen Ziel an. Um zu überleben mussten diese Personen etwas grausames tun.

Die Geschichte der Méduse wurde schon in der Kunst verarbeitet.
Am 17. Juni 1816 erliegt die Méduse, eine französische Fregatte, einem Schiffbruch. Von 400 Passagieren können sich nur 147 auf ein Floß retten. Von diesen 147 kommen jedoch nur 15 Personen an ihrem eigentlichen Ziel an. Um zu überleben mussten diese Personen etwas grausames tun.

Die Geschichte der Méduse wurde schon in der Kunst verarbeitet. Der Einband dieses Buches zeigt das Bild "Das Floß der Medusa" von Théodore Géricault und war Namensgeber dieses eigentümlichen Romans.

Franzobel weiß mit Sprache und Wirkung umzugehen. Scheint es anfangs holprig und plump, wird der Leser mehr und mehr in die Handlung mit hineingezogen. Wörtliche Rede ist hier passé, die Handlungen der Protagonisten werden in deren Dialoge direkt eingeflochten, sodass man sich mitten in das Gespräch hineingeworfen fühlt.

Verwirrender wird es, wenn der Autor Bezüge zur Neuzeit zieht und beispielsweise Passagiere mit Persönlichkeiten der Neuzeit beschreibt. So findet sich plötzlich ein Gerard Depardieu oder ein Alain Delon als Passagier wieder.

Besonders faszinierend ist der Mix aus Ästhetik und Groteske, denn Franzobel schafft es mit vulgärsten Ausdrücken die Schönheit und mit den elegantesten Worten die niederträchtigsten Eigenschaften seiner Protagonisten darzustellen.

Dieses Buch ist ein Erlebnis. Man kann es schlecht beschreiben, man muss es selbst erleben!

„Große Literatur !!“

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Absolut großartiges Leseerlebnis! Franzobel erzählt von einem historischen
Ereignis mit Bezug zur Gegenwart.Wie lange brauchen Menschen in
Extremsituationen um ihre Werte von Zivilisation , Moral und Menschlichkeit
über Bord zu werfen.
Unterscheiden wir Europäer uns da wirklich von den vermeintlich " Fremden " ?
Absolut großartiges Leseerlebnis! Franzobel erzählt von einem historischen
Ereignis mit Bezug zur Gegenwart.Wie lange brauchen Menschen in
Extremsituationen um ihre Werte von Zivilisation , Moral und Menschlichkeit
über Bord zu werfen.
Unterscheiden wir Europäer uns da wirklich von den vermeintlich " Fremden " ?

Jessica Hattler, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Eine Geschichte so erschütternd und zugleich faszinierend, dass man kaum glauben mag, dass diese auf einer wahren Begebenheit beruht! Eine Geschichte so erschütternd und zugleich faszinierend, dass man kaum glauben mag, dass diese auf einer wahren Begebenheit beruht!

„Wenn der Mensch zum Monster wird...“

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Oldenburg

Am 18. Juli 1816 macht der Kapitän der „Argus“ vor der Westküste Afrikas eine furchtbare Entdeckung. Auf einem manövrierunfähigen Floß befinden sich 15 ausgemergelte Personen, hohle Augen, Haare starr vom Salzwasser und die Körper übersät mit Wunden und Blasen. Sie sind die letzten Überlebenden von ehemals 147 Menschen, die keinen Platz Am 18. Juli 1816 macht der Kapitän der „Argus“ vor der Westküste Afrikas eine furchtbare Entdeckung. Auf einem manövrierunfähigen Floß befinden sich 15 ausgemergelte Personen, hohle Augen, Haare starr vom Salzwasser und die Körper übersät mit Wunden und Blasen. Sie sind die letzten Überlebenden von ehemals 147 Menschen, die keinen Platz mehr in den Rettungsbooten gefunden haben, als die Fregatte „Medusa“ auf eine Sandbank auflief und auseinanderbrach. Sie sind die letzten Überlebenden von einem 12-tägigen Kampf gegen den Tod, der sie jede Menschlichkeit vergessen ließ…

Franzobels absolut grandioser Roman orientiert sich an dieser historisch belegten Geschichte, die dem Leser eine der größten Katastrophen der Seefahrt sehr explizit vor Augen führt. Als die „Medusa“ vor der afrikanischen Küste auf eine Sandbank auflief und drohte auseinanderzubrechen, wird deutlich, wo der einfache Mensch steht. Die Gardrobe der Reichen ist wichtiger als das Leben der einfachen Matrosen und nimmt Platz in den Rettungsbooten ein und auch zuvor kam es zu massiven Fehlentscheidungen seitens der Führung. Nur so kam es überhaupt zu diesem Unglück. Dies sind dann jedoch auch die Personen, die auf Rettung und einen Platz in den Booten bestehen, sich letztendlich auch mal wieder durchsetzen. Das Leben an Bord und die hierarchischen und brutalen Strukturen, werden von Franzobel sehr eindringlich geschildert und er nimmt diesbezüglich kein Blatt vor den Mund. Das tut er auch im Folgenden nicht, wenn er die Situation auf dem Floß ins Auge fasst. Wie definieren sich Wörter wie Moral und Zivilisation in einer so extremen Situation? Wie bewahrt man seine Menschlichkeit? Die Antworten sind erschreckend! Der eigene Urin wird getrunken, die Exkremente verzehrt, es wir gemordet und auch Kannibalismus betrieben. Um das eigene Leben zu retten, wird der Mensch zum Monster. Wenn eine Situation aussichtslos erscheint, ist der Wahnsinn nicht mehr weit und Franzobel zeigt dem Leser dieses Extrem des Wahnsinns, mit allem, was seine vorzügliche Sprache zu bieten hat. Um das Ganze nicht zu drastisch erscheinen zu lassen, arbeitet er mit einer Form von Humor, die er sehr gut an die Geschichte angepasst hat und zudem nimmt er viele moderne Elemente mit hinein, die das Ganze ebenfalls etwas auflockern. Er überlegt beim Schreiben beispielsweise, welche Schauspieler welchen Charakter am besten verkörpern, um zu dem Schluss zu gelangen, dass das doch am besten die Castingleute vom Film machen sollen, bevor er sich den Kopf zerbricht.
Wie Eingangs schon erwähnt, ein wirklich grandioser Roman, der jedoch trotzdem einen kleinen Punkt der Kritik ertragen muss! Ich bin kein Seefahrer und leider auch nicht sonderlich bewandert, was die Begrifflichkeiten auf See angeht, lese aber Sätze wie: „Marssegel und Bramsegel vierkant brassen (…). Achterrah aufholen.“ (S. 56) und habe keinen Plan, um was es geht. An diesem Punkt wäre eine Glossar absolut wünschenswert gewesen, da es aber zum Verständnis der eigentlichen Geschichte nicht notwendig ist, diese Sätze zur Gänze zu begreifen, ist das absolut zu verschmerzen und somit auch nur ein kleiner Kritikpunkt!
Der Romans ist sprachlich absolut wundervoll, die Geschichte absolut packend und auch der Hintergrund des Ganzen unheimlich gut recherchiert. Zudem bietet Franzobel mit seiner Geschichte eine Blaupause für schlechte Führung, Unterwürfigkeit in den falschen Situationen, Kritiklosigkeit und das Abfinden mit einer nahenden Katastrophe, obwohl man die Chance gehabt hätte, sie abzuwenden, wenn man nur einmal laut und mutig genug gewesen wäre. Dieser Roman kommt definitiv mit in die Liste der besten Romane, die ich bisher in diesem Jahr gelesen habe. Eine große Empfehlung an alle, die sich trauen, in den schaurigen Abgrund der Menschlichkeit zu blicken!

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Fesselnde Geschichte mit historischem Hintergrund! Spannend erzählt und absolut mitreißend! Fesselnde Geschichte mit historischem Hintergrund! Spannend erzählt und absolut mitreißend!

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Diese Nacherzählung einer wahren Begebenheit hält uns den Spiegel vor: wie würden wir handeln, wenn es um unser nacktes Überleben ginge? - Aufwühlend, intensiv und menschlich! Diese Nacherzählung einer wahren Begebenheit hält uns den Spiegel vor: wie würden wir handeln, wenn es um unser nacktes Überleben ginge? - Aufwühlend, intensiv und menschlich!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
13
3
0
1
0

Der Kampf ums Überleben
von Magische Farbwelt am 01.11.2017

Geschichtlich bin ich ja absolut interessiert, wobei das in meiner Schulzeit übrigens überhaupt nicht der Fall war. Aber jetzt schaue ich mir sehr gern historische Dokumentationen an und lese sehr gern Geschichten aus einer anderen Zeit. „Das Floß der Medusa“ von Franzobel ist ein geschichtlicher Roman, der den Untergang... Geschichtlich bin ich ja absolut interessiert, wobei das in meiner Schulzeit übrigens überhaupt nicht der Fall war. Aber jetzt schaue ich mir sehr gern historische Dokumentationen an und lese sehr gern Geschichten aus einer anderen Zeit. „Das Floß der Medusa“ von Franzobel ist ein geschichtlicher Roman, der den Untergang des damals sehr imposanten Schiffes begleitet und die anschließende Irrfahrt der Überlebenden auf einem manövrierunfähigen Floß beschreibt. Immer wieder schmückt der Autor die Geschichte mit uns heute bekannten Gegebenheiten und Persönlichkeiten aus, sodass die Geschehnisse für mich leichter nachvollziehbar werden. Da manch geschichtlichen Abhandlungen etwas zäh zu lesen sind, hatte ich auch bei dem Roman „Das Floß der Medusa“ zunächst eine ähnliche Befürchtung. Aber für mich hat sich das Buch leicht und flüssig lesen lassen. Der Autor Franzobel beschreibt bis ins kleinste Detail die Unwägbarkeiten der den ums Leben kämpfenden Personen, ja, bis hin zum Kannibalismus ist alles dabei. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mit meinem Mann eine kleine Diskussion darüber geführt habe. Zudem erinnert mich dieser Kampf ums Überleben ein bisschen an meine Diplomarbeit, worin ich mir die Frage stellte, wen ich rette, wenn ich nicht alle retten kann. Und ja, diese Diskussion spiegelt sich auch in dem Roman „Das Floß der Medusa“ wider. Dieser Roman hat meinen Gedankenschatz um einiges vergrößert. Auch wenn die Geschichte natürlich sehr tragisch ist, fällt es mir beinah ein wenig schwer, sie loszulassen.

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Ein ganz großer Wurf
von Sursulapitschi am 05.10.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Was für ein Buch! Ein Buch über eine Katastrophe, die tatsächlich passiert ist. Im Juni 1816 lief die Fregatte Méduse kurz vor der afrikanischen Küste auf Grund. Wie es dazu kommen konnte, wird hier tatsächlich unterhaltsam und sehr nachvollziehbar erzählt. Ein unerfahrener Kapitän mit Adelstitel mit einem Hochstapler als... Was für ein Buch! Ein Buch über eine Katastrophe, die tatsächlich passiert ist. Im Juni 1816 lief die Fregatte Méduse kurz vor der afrikanischen Küste auf Grund. Wie es dazu kommen konnte, wird hier tatsächlich unterhaltsam und sehr nachvollziehbar erzählt. Ein unerfahrener Kapitän mit Adelstitel mit einem Hochstapler als Berater, setzt lieber ein großes Segelschiff in den Sand, als auf die erfahrene Besatzung zu hören. Da setzt sich die französische Revolution im Kleinen fort. Während die „Regierung“ auf Überlegenheit durch Geburtsrecht pocht, muss „das Volk“ unter deren willkürlichen Entscheidungen leiden. Wunderbar humorvoll, mit vielen aktuellen Bezügen, erzählt Franzobel von diesem Unglück und auch wenn er lustig vor sich hin scherzt, ist die Atmosphäre plastisch, die Figuren höchst lebendig. Man ist dabei, spürt den Wind und das Schwanken des Schiffs, ekelt sich vor Salzfleisch aus dem Fass und leidet mit Viktor, dem Küchenjungen, der schikaniert wird. Auf dem Schiff herrschen raue Sitten. Bisweilen meint man fast, jetzt übertreibt er es mit den Grausamkeiten, fängt an zu googeln und stellt fest: Tatsächlich, das ist nicht unrealistisch. Es sind nicht genügend Rettungsboote vorhanden. 147 Menschen werden auf einem schnell zusammengezimmerten Floß im Meer ausgesetzt. 15 davon kommen an. Hier wird dann die ohnehin schon grausame Geschichte unfassbar ekelhaft. Und auch wenn man kaum glaubt, was man da liest, ist es allerhöchst nachvollziehbar. So mag es sich abgespielt haben. Mit diesem Buch setzt Franzobel neue Maßstäbe für historische Romane. Mit leichter Hand und bitterböser Ironie erzählt er von einer historischen Tragödie, beleuchtet schonungslos die Dekadenz und Arroganz der herrschenden Klasse und lässt einen dabei immer wieder dezent in die Gegenwart blicken. Vergleiche zu ignoranten Despoten andernorts drängen sich auf. „Das Floss der Medusa“ ist ein ganz besonderes Buch, das es schafft, trotz erschütternder Thematik zu amüsieren und zu unterhalten. Man schwankt beim Lesen zwischen tiefstem Ekel und tiefster Bewunderung. Ein ganz großer Wurf. Von mir bekommt es den Buchpreis.

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DAS FLOSS DER MEDUSA Roman von Franzobel Zsolnay Verlag
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 17.08.2017
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Was bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben? Ein epochaler Roman von Franzobel. 18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den... Was bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben? Ein epochaler Roman von Franzobel. 18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens? Schlicht und ergreifend ein Meisterwerk. Diesen Roman habe ich förmlich genossen, habe mich an der Erzählkunst und der Sprache des österreichischen Autors und Bachmann Preisträgers Franzobel erfreut. Habe mir Zeit gelassen, manche Sätze noch einmal gelesen und sie mir auf der Zunge zergehen lassen, hinkend vergleichbar mit einem Glas Weißburgunder aus der Südsteiermark. Der Autor hat enorm viel an Recherche Energie in dieses Buch gesteckt bis hin zu zweiwöchigen Fasten. Dazu der Autor: Zuerst einmal wollte ich die Zeit und das Leben auf einem Segelschiff zu Beginn des 19. Jahrhunderts verstehen. Also habe ich alle verfügbare Literatur gelesen, soziologische Untersuchungen, historische Handbücher der Seemannschaft, Abenteuerromane, Forscherberichte et cetera. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, habe ich mir auch viele Seefahrerfilme angesehen und selbst ein paar Schiffsreisen unternommen. Dann habe ich mich mit Extremzuständen beschäftigt, Berichte darüber gelesen, selbst zwei Wochen lang gefastet. Außerdem war ich noch in Rochefort, wo die Flotte um die Medusa gestartet ist, sowie im Senegal, nahe der Stelle, wo das Schiff auf Grund gelaufen ist. Ich habe also alles unternommen, um den historischen Ereignissen nahe zu kommen. Im Nachhinein bin ich froh, mich mehrmals überwunden zu haben. Wie sind Sie auf den Stoff gekommen? Durch Zufall, ein befreundeter Theaterintendant (Alexander Kubelka) hat mir beiläufig davon erzählt. Für mich war es wie ein Blitzschlag, Liebe auf den ersten Blick. Ein Geschenk! So oft bekommt man als Schriftsteller nicht solch wuchtige Stoffe, über die noch kaum jemand geschrieben hat. Ich dachte sofort: Das ist es, so eine Geschichte bekommst du vielleicht nie wieder im Leben. Das ist ein Stoff für Hollywood, aber da ich nicht Paramount oder Warner Bros. bin, kann ich das nur mit meinen Mitteln erzählen, denen des Romans. Auch wenn ich für viel weniger gute Lektüre schon bessere Rezensionen (besonders in den österreichischen Medien) gelesen habe, kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen! Josef Brodträger. Die Fragen stellte © Herbert Ohrlinger.

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