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Das Jahr der Flut

(8)
Es ist das Jahr der »wasserlosen« Flut: Eine tödliche Pandemie ist über die Menschheit hereingebrochen. Hoch über den Dächern der Stadt leben die wenigen Überlebenden, die Gottesgärtner, bei denen die robuste Toby und die zarte Prostituierte Ren Zuflucht gefunden haben. In ihrem biologisch bepflanzten Garten Eden kämpfen sie ums Überleben in einer Welt, die unter der Herrschaft verantwortungsloser Großkonzerne zugrunde gegangen ist. Eine Zukunftsvision, die vielleicht weniger fern liegt, als wir gerne glauben möchten.
Portrait
Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Ihr »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Bis heute stellt sie immer wieder ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Man Booker Prize, dem Nelly-Sachs-Preis, dem Pen-Pinter-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Margaret Atwood lebt in Toronto.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 480 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.10.2009
Sprache Deutsch
EAN 9783827070265
Verlag EBook Berlin Verlag
Dateigröße 827 KB
Übersetzer Monika Schmalz
Verkaufsrang 21.752
eBook
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„Toby, Ren und der Kampf um´s Überleben“

Susanne Gey, Thalia-Buchhandlung Hürth

"Das Jahr der Flut" spielt im gleichen Zeitraum wie der erste Teil "Oryx und Crake". Diesmal ist die Protagonistin Toby, eine junge Frau aus dem Plebsland. Ihr Vater wurde mit dem Tod ihrer Mutter nicht fertig und wurde von den allmächtigen Konzernen in den Selbstmord getrieben. Toby verschwand daraufhin im Untergrund und landete schließlich bei den "Gottesgärtnern", einer Art grüner Sekte. Aber wer gegen die Konzerne predigte, vor den Gefahren der neuen Technologien zu laut warnte, der machte sich verdächtig - und Toby wurde in einem Spa für die Frauen der Konzernmanager versteckt, wo sie die wasserlose Flut überlebt. Als sie die Hoffnung auf weitere Überlebende schon aufgegeben hatte, tauchten Ren und Amanda , zwei ihrer Schülerinnen bei den Gottesgärtnern, auf. Als sich drei weitere Gottesgärtner einfinden, wird die Situation gefährlich, denn diese werden von entflohenen Gewaltverbrechern, den Painballern, verfolgt. Plötzlich muß die Gruppe erneut um ihr Leben kämpfen.
Eine atemberaubende Geschichte, die voll von Verwicklungen und Querverbindungen zum ersten Teil ist. Obwohl es hier um das nackte Überleben geht, birgt diese Geschichte auch wieder humorvolle Elemente und an schrägen Typen mangelt es auch nicht. Sehr erfindungsreich hat Margaret Atwood hier eine Tier- und Pflanzenwelt erschaffen, die gar nicht mal so fern jeder Realität zu sein scheint. Und ihr feiner Humor ist es auch, der dieser Geschichte den Schrecken mildert und uns hoffen lässt diese Welt niemals erleben zu müssen.
"Das Jahr der Flut" spielt im gleichen Zeitraum wie der erste Teil "Oryx und Crake". Diesmal ist die Protagonistin Toby, eine junge Frau aus dem Plebsland. Ihr Vater wurde mit dem Tod ihrer Mutter nicht fertig und wurde von den allmächtigen Konzernen in den Selbstmord getrieben. Toby verschwand daraufhin im Untergrund und landete schließlich bei den "Gottesgärtnern", einer Art grüner Sekte. Aber wer gegen die Konzerne predigte, vor den Gefahren der neuen Technologien zu laut warnte, der machte sich verdächtig - und Toby wurde in einem Spa für die Frauen der Konzernmanager versteckt, wo sie die wasserlose Flut überlebt. Als sie die Hoffnung auf weitere Überlebende schon aufgegeben hatte, tauchten Ren und Amanda , zwei ihrer Schülerinnen bei den Gottesgärtnern, auf. Als sich drei weitere Gottesgärtner einfinden, wird die Situation gefährlich, denn diese werden von entflohenen Gewaltverbrechern, den Painballern, verfolgt. Plötzlich muß die Gruppe erneut um ihr Leben kämpfen.
Eine atemberaubende Geschichte, die voll von Verwicklungen und Querverbindungen zum ersten Teil ist. Obwohl es hier um das nackte Überleben geht, birgt diese Geschichte auch wieder humorvolle Elemente und an schrägen Typen mangelt es auch nicht. Sehr erfindungsreich hat Margaret Atwood hier eine Tier- und Pflanzenwelt erschaffen, die gar nicht mal so fern jeder Realität zu sein scheint. Und ihr feiner Humor ist es auch, der dieser Geschichte den Schrecken mildert und uns hoffen lässt diese Welt niemals erleben zu müssen.

„Von der Zerbrechlichkeit des Universums (Adam Eins)“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Überaus plastisch und tief ironisch beschreibt Margaret Atwood eine pervertierte Zukunft, die nicht gar so fern scheint. Konzerne überwachen alles und jeden, wenn man einen Geheimburger ißt, ist der Inhalt so fraglich wie er klingt. Strafen, wie der Tod durch das Spraygewehr oder Painball - eine Art Gladiatorenkampf im Big-Brother-Format - sind an der Tagesordnung.
Die grüne Gegenbewegung, die Gottesgärtner, gelten als Spinner und werden daher gerade noch geduldet; ihre gesunde Lebensweise und das Überlebenstraining für die "wasserlose Flut" erweisen sich jedoch als richtig.
Spannend und einfallsreich bis in die Details - es gibt Genspleißtiere wie bunte Mo'Hairschafe und weniger harmlose Löwämmer - schildert die Autorin die Zeit vor und nach der Katastrophe.
Überaus plastisch und tief ironisch beschreibt Margaret Atwood eine pervertierte Zukunft, die nicht gar so fern scheint. Konzerne überwachen alles und jeden, wenn man einen Geheimburger ißt, ist der Inhalt so fraglich wie er klingt. Strafen, wie der Tod durch das Spraygewehr oder Painball - eine Art Gladiatorenkampf im Big-Brother-Format - sind an der Tagesordnung.
Die grüne Gegenbewegung, die Gottesgärtner, gelten als Spinner und werden daher gerade noch geduldet; ihre gesunde Lebensweise und das Überlebenstraining für die "wasserlose Flut" erweisen sich jedoch als richtig.
Spannend und einfallsreich bis in die Details - es gibt Genspleißtiere wie bunte Mo'Hairschafe und weniger harmlose Löwämmer - schildert die Autorin die Zeit vor und nach der Katastrophe.

„Akokalypse now“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Nach dem ich Frau Atwood auf der lit.cologne erleben durfte, muss ich diesem Buch auf jeden Fall auch hier eine Bewertung widmen. Es steht natürlich wieder ganz in der Tradition ihrer Zukunftsromane und sie lässt es auch nicht an Brutalität und Schrecken mangeln...trotzdem , es ist noch mehr,denn auch hier gibt sie der Stellung der Frauen eine besondere Stimme und übermittelt ihre Klugheit und Inspiration... und die können wir doch alle gebrauchen, oder ? Nach dem ich Frau Atwood auf der lit.cologne erleben durfte, muss ich diesem Buch auf jeden Fall auch hier eine Bewertung widmen. Es steht natürlich wieder ganz in der Tradition ihrer Zukunftsromane und sie lässt es auch nicht an Brutalität und Schrecken mangeln...trotzdem , es ist noch mehr,denn auch hier gibt sie der Stellung der Frauen eine besondere Stimme und übermittelt ihre Klugheit und Inspiration... und die können wir doch alle gebrauchen, oder ?

„Gigantisch!“

Patricia Strack, Thalia-Buchhandlung Marburg

„Das Jahr der Flut“ besitzt Verbindungen zu Atwoods früheren Roman Oryx und Crake, ist aber eigenständig und durchaus gelungen.
Wie bei Margaret Atwood nicht anders zu erwarten, ist auch ihr jüngster Roman „Das Jahr der Flut“ von eindruckvoller Komplexität, steckt voller umwerfender Ideen und ist dabei noch gut lesbar. Das heißt nicht automatisch, dass es sich um leichte Kost handelt, man muss sich stellenweise konzentrieren.
Die Handlung ist nach der wasserlosen Flut ab dem Jahr 1 angesiedelt. Es springt dann meistens zwischen dem Jahr 25 und dem Jahr 10 oder 12 hin und her. Die herkömmliche, geradlinige Erzählweise ist daher natürlich aufgehoben.

Viele Menschen sind an Seuchen gestorben, die nicht so fern von Umweltkatastrophen und verheerenden Viren sind, die auch jetzt schon nicht unbekannt sind. Trotzdem gehört das Buch zur Speculative Fiction, einer Untergruppe der Science Fiction. Damit gehört Margaret Atwood unter anderen tatsächlich heutzutage auch zu den besten zeitgenössischen Science Fiction-Autorinen!

Nach diesen Katastrophen haben sich die überlebenden Menschen in verschiedene Lager aufgespalten. Zum Beispiel die Plesbanden, verrohte und gewalttätige Banden, vom CorpsScCorps notdürftig unter Kontrolle gehalten. Drakonische Strafen sind an der Tagesordnung, zum Beispiel die Painzone für Verbrecher als brutale Alternative zur Todesstrafe oder Gefängnis.
Mehr im Blickpunkt stehen aber die ökologisch geprägten „Gottesgärtner“, die in Einklang mit Gott und der Natur ganz praktisch ihr Leben verbringen. Dabei kommen durchaus auch sektenartige Verhaltensweisen zum tragen, es spricht zum Beispiel immer zu Anfang eines Kapitels Adam 1 zur Gemeinde und sie singen anschließend immer ein Lied aus dem Gesangsbuch der Gottesgärtner. Obskur!
Das dieser Blickwinkel kritisch gehalten wird, liegt an einer der Hauptfiguren, Toby, die einst bedroht bei den Gärtnern Schutz fand und zur Eva aufsteigen wird, obwohl sie bei vielen Regeln der Gärtner kritisch bleibt und nicht alles glaubt.
Die Handlung verzweigt sich, nach sehr gelungenem Anfang gibt es auch zwischendurch ein paar Längen, die man aber verschmerzen kann, da es zum Ende hin wieder sehr dramatisch wird.
„Das Jahr der Flut“ besitzt Verbindungen zu Atwoods früheren Roman Oryx und Crake, ist aber eigenständig und durchaus gelungen.
Wie bei Margaret Atwood nicht anders zu erwarten, ist auch ihr jüngster Roman „Das Jahr der Flut“ von eindruckvoller Komplexität, steckt voller umwerfender Ideen und ist dabei noch gut lesbar. Das heißt nicht automatisch, dass es sich um leichte Kost handelt, man muss sich stellenweise konzentrieren.
Die Handlung ist nach der wasserlosen Flut ab dem Jahr 1 angesiedelt. Es springt dann meistens zwischen dem Jahr 25 und dem Jahr 10 oder 12 hin und her. Die herkömmliche, geradlinige Erzählweise ist daher natürlich aufgehoben.

Viele Menschen sind an Seuchen gestorben, die nicht so fern von Umweltkatastrophen und verheerenden Viren sind, die auch jetzt schon nicht unbekannt sind. Trotzdem gehört das Buch zur Speculative Fiction, einer Untergruppe der Science Fiction. Damit gehört Margaret Atwood unter anderen tatsächlich heutzutage auch zu den besten zeitgenössischen Science Fiction-Autorinen!

Nach diesen Katastrophen haben sich die überlebenden Menschen in verschiedene Lager aufgespalten. Zum Beispiel die Plesbanden, verrohte und gewalttätige Banden, vom CorpsScCorps notdürftig unter Kontrolle gehalten. Drakonische Strafen sind an der Tagesordnung, zum Beispiel die Painzone für Verbrecher als brutale Alternative zur Todesstrafe oder Gefängnis.
Mehr im Blickpunkt stehen aber die ökologisch geprägten „Gottesgärtner“, die in Einklang mit Gott und der Natur ganz praktisch ihr Leben verbringen. Dabei kommen durchaus auch sektenartige Verhaltensweisen zum tragen, es spricht zum Beispiel immer zu Anfang eines Kapitels Adam 1 zur Gemeinde und sie singen anschließend immer ein Lied aus dem Gesangsbuch der Gottesgärtner. Obskur!
Das dieser Blickwinkel kritisch gehalten wird, liegt an einer der Hauptfiguren, Toby, die einst bedroht bei den Gärtnern Schutz fand und zur Eva aufsteigen wird, obwohl sie bei vielen Regeln der Gärtner kritisch bleibt und nicht alles glaubt.
Die Handlung verzweigt sich, nach sehr gelungenem Anfang gibt es auch zwischendurch ein paar Längen, die man aber verschmerzen kann, da es zum Ende hin wieder sehr dramatisch wird.

„Intelligente und erschreckende Zukunftsvision“

Gundi Schön, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Eine kleine Gruppe namens "die Gottesgärtner" versuchen der drohenden Apokalypse durch Autarkie, Gemeinschaftssinn und Rückbesinnung auf den Glauben entgegenzuwirken.

Mit wachem Geist - mal subtil, mal brutal - schafft Margaret Atwood eine erschreckende und äußerst realistisch anmutende Version unserer nahen Zukunft.

Ein fantasievoller und mitunter auch poetischer Roman, der auf alle Fälle noch lange nachhallen wird.

Bleibt zu hoffen, dass wir mit unserer Welt sorgsamer umgehen, als Frau Atwood es uns zutraut.
Eine kleine Gruppe namens "die Gottesgärtner" versuchen der drohenden Apokalypse durch Autarkie, Gemeinschaftssinn und Rückbesinnung auf den Glauben entgegenzuwirken.

Mit wachem Geist - mal subtil, mal brutal - schafft Margaret Atwood eine erschreckende und äußerst realistisch anmutende Version unserer nahen Zukunft.

Ein fantasievoller und mitunter auch poetischer Roman, der auf alle Fälle noch lange nachhallen wird.

Bleibt zu hoffen, dass wir mit unserer Welt sorgsamer umgehen, als Frau Atwood es uns zutraut.

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  • 29590936
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
3
3
1
1
0

Von Sekten & Konzernen
von NiWa aus Euratsfeld am 10.05.2018
Bewertet: Taschenbuch

Wenige haben die 'wasserlose Flut' überlebt, denn eine Pandemie hat die Menschheit so gut wie ausgelöscht. Dank der Sekte der Gottesgärtner haben es Toby und Ren geschafft. Nun ringen sie mit sich und dem weiteren Leben. Bei diesem Buch handelt es sich um den 2. Band der MaddAddam-Trilogie. Margaret Atwood... Wenige haben die 'wasserlose Flut' überlebt, denn eine Pandemie hat die Menschheit so gut wie ausgelöscht. Dank der Sekte der Gottesgärtner haben es Toby und Ren geschafft. Nun ringen sie mit sich und dem weiteren Leben. Bei diesem Buch handelt es sich um den 2. Band der MaddAddam-Trilogie. Margaret Atwood hat mit "Das Jahr der Flut" eine seltsam realistische Vision geschaffen, die verstörend ist. Die Welt ist aufgrund der Gewinnsucht der Großkonzerne zerstört. Es bleibt ein tristes Leben mit außergewöhnlichen Herausforderungen, die bei den Grundbedürfnissen beginnen und sich bis zum eigenen Lebenssinn strecken. Denn es haben nur wenige Menschen die wasserlose Flut überlebt. Kaum jemand weiß, dass es noch andere gibt. Darunter ist unter anderem Toby, die sich in einem Art Spa verschanzt hat. Ren hat es sich in ihrer Arbeitsstätte - einem Freudenhaus - einigermaßen bequem gemacht. Die beiden blicken unabhängig voneinander auf die Ereignisse ihres Lebens zurück, um später ihren eigenen Weg zu gehen. Eine Rezension zu diesem Buch fällt mir schwer, weil Margaret Atwood hochintelligent erzählt, exzellent schreibt und mich dennoch nur schwer bei der Stange halten konnte. Großteils ist man mit den Figuren in ihrer Vergangenheit unterwegs. Es geht um die Gottesgärtner, eine Art Sekte, die sich von den Konzernen losgesagt hat und mehr oder weniger ausschließlich der Natur dient. Es darf zum Beispiel nur in Ausnahmefällen Fleisch gegessen werden, sie haben merkwürdige Regeln und es fällt sogar den Sektenmitgliedern schwer, diese zu verstehen. Dabei schildert Margaret Atwood eine Welt, die ausschließlich aus Konzernen und Konsum besteht. Das ist eindeutig ein aktuelles Thema und sie greift es wunderbar - mit Sonnen- und Schattenseiten - auf. In ihrer Welt sind die weltumspannenden Unternehmen etliche Schritte weitergegangen als in unserer Gegenwart. Sie haben weder vor Regierungen noch vor Genen zurückgescheut. Daraus hat sich ein unbegreifliches Wirrwarr aus Gegebenheiten ergeben, denen ich nur schwer folgen konnte. Von der ersten Seite an wird man in diese Welt hineingeschmissen, was trotz der Kenntnis des 1. Teils sehr verwirrend ist. Es gibt keine Erklärungen und die Erzählung nimmt ihren Lauf. Es kommen Tiere vor, die es nicht gibt. Diese haben einen Eigennamen und es wird vorausgesetzt, dass man weiß, was sie sind. Genauso ist es bei Technologien, die von den Menschen verwendet werden. Alles hat abstruse Namen und nichts wird näher erklärt. Es mangelt deutlich an Beschreibungen, damit man sich in diese Welt einfühlen kann. Damit hat es mir Frau Atwood nicht leicht gemacht und ich habe das Buch mit äußerster Konzentration gelesen, damit ich der Handlung folgen kann. Genauso ist es auch mit dem Sektenleben. Die Mitglieder hängen ihren Vermutungen und Gedanken nach, jeder denkt sich, dass das alles eigentlich Nonsense ist und keiner - inklusive Leser - weiß, worum es überhaupt geht. Zudem nahm mir das Geschehen in der Sekte zu sehr überhand. Interessant ist jedoch, dass man dadurch auf Figuren aus dem 1. Teil trifft, was doch auch faszinierend war. Das Ende war dennoch spannend, weil so manche Fäden aus dem vorherigen Teil zusammengeführt wurden. Allerdings sind sie noch nicht vollständig verwoben, was auf den Abschlussband hoffen lässt. Insgesamt ist es kein Buch für zwischendurch, muss hochkonzentriert gelesen werden, kann aber dennoch fesseln und sich mit einem erschreckenden Ausblick auf eine eventuelle Zukunft behaupten. Die MaddAddam-Trilogie: 1) Oryx und Crake 2) Das Jahr der Flut 3) Die Geschichte von Zeb

Enttäuschend belanglos
von Sandra am 16.07.2010
Bewertet: gebundene Ausgabe

Eine gute Idee ist leider noch kein gutes Buch - lange Seiten verbringt der Leser mit dem Ist-Zustand, dem Warten auf die Flut, und hier verliert sich Margaret Atwood allzu häufig in ihren Figuren und kommt vom (durchaus spannenden) Hauptstrang weit ab. Margaret Atwood passt die Sprache den erzählenden... Eine gute Idee ist leider noch kein gutes Buch - lange Seiten verbringt der Leser mit dem Ist-Zustand, dem Warten auf die Flut, und hier verliert sich Margaret Atwood allzu häufig in ihren Figuren und kommt vom (durchaus spannenden) Hauptstrang weit ab. Margaret Atwood passt die Sprache den erzählenden Personen an, vergisst aber offensichtlich, dass die sich (und in welchem Ausmass!) entwickeln. Hauptsächlich bei Ren wirkt das je länger je mehr irritierend und sie selbst schliesslich unglaubwürdig. Schade insgesamt um die Geschichte und die Figuren: das Buch fällt enttäuschend belanglos und schlecht überarbeitet aus.

Große Literatur zum Nachdenken
von Mirjam Berle aus Hagen am 27.04.2010
Bewertet: gebundene Ausgabe

Eine Epidemie hat die Menschheit ausgelöscht, nur wenige wurden verschont. Doch um zu überleben, müssen sie an ihre eigenen Grenzen gehen. Erzählt wird die Geschichte (die parallel zum Roman „Oryx und Crake“ angelegt ist) aus der Perspektive von Toby und Ren, zwei starke Frauen, die den Kampf auf sehr... Eine Epidemie hat die Menschheit ausgelöscht, nur wenige wurden verschont. Doch um zu überleben, müssen sie an ihre eigenen Grenzen gehen. Erzählt wird die Geschichte (die parallel zum Roman „Oryx und Crake“ angelegt ist) aus der Perspektive von Toby und Ren, zwei starke Frauen, die den Kampf auf sehr eigene und sympathische Weise annehmen. Margaret Atwood ist zweifelsohne eine Grande Dame der Literatur. Kaum eine brilliert in so vielen literarischen Genres wie sie und erfindet sie auf ihre Art immer wieder neu. In diesem Roman beweist sie einmal mehr, dass sie aktuelle Themen dank akribischer Recherchearbeit messerscharf zu Ende denkt und hält uns einen gesellschaftskritischen Spiegel vor, der hintergründig und vielschichtig aktuelle Entwicklungen anprangert. Mit sprachlicher Leichtigkeit und entlarvendem Wortwitz macht sie vermeintlich schwere Kost zugänglich - das ist große Literatur und macht ihre Klasse aus.