Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

Das kalte Haus

Meine unglückliche Kindheit in einer heilen Familie

(1)
Martin Osterberg hat Eltern und einen Bruder, aber er will mit ihnen am liebsten nichts zu tun haben. Denn bis er selbst eine Familie gründet, verbindet er damit nichts Liebevolles, sondern vor allem Sprachlosigkeit und Ablehnung. Heute Anfang Fünfzig beschreibt er beklemmend und ohne Larmoyanz, was viele Männer seiner Generation erlebten: Die emotionale Verwahrlosung und Kälte einer Zweckgemeinschaft, in der materieller Wohlstand und Leistung wichtig sind, die Väter meist abwesend oder desinteressiert und die Mütter hilflos. Was in der Kindheit beginnt und in der Pubertät eskaliert, setzt sich im Erwachsenenalter fort: Sein Vater bezeichnet ihn bei einem seiner seltenen Besuche als »Arschloch«, seine Mutter schweigt. Er braucht fast ein ganzes Leben, um sich von seinen Eltern und deren Bild von ihm zu lösen.
Rezension
»Dass er sich unter dem Pseudonym Martin Osterberg noch einmal auf den Weg zurück gemacht hat und die Situation seiner Kindheit und Jugend in der Wohlstandsversorgung beleuchtet, ist eine große Stärke seines Buchs.«, neue-buchtipps.de, 30.07.2017
Portrait
Martin Osterberg (Pseudonym) arbeitet als Journalist in Berlin. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
… weiterlesen

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.03.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783492965866
Verlag Piper ebooks
eBook
18,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 47911306
    "Und er wird es wieder tun"
    von Simone Schmollack
    eBook
    13,99
  • 36613649
    Das Haus ihrer Kindheit
    von Katja Maybach
    eBook
    9,99
  • 44401518
    Medium zwischen Himmel und Erde
    von Eva-Maria Mora
    (3)
    eBook
    13,99
  • 65234080
    Das Geheimnis des Winterhauses
    von Sarah Lark
    (21)
    eBook
    15,99
  • 58105546
    Schattenjahre
    von Ilona Krömer
    eBook
    7,99
  • 50392585
    Allein vor dem Löwen
    von Simone Arnold-Liebster
    eBook
    3,99
  • 32973955
    Verachtung / Carl Mørck Sonderdezernat Q Bd. 4
    von Jussi Adler-Olsen
    (73)
    eBook
    7,99
  • 23957403
    Deutschland schafft sich ab
    von Thilo Sarrazin
    (70)
    eBook
    11,99
  • 48782111
    GRIT - Die neue Formel zum Erfolg
    von Angela Duckworth
    eBook
    16,99
  • 57994666
    Ich habe ja gewusst, dass ich fliegen kann
    von Senta Berger
    eBook
    9,99
  • 48778908
    Mein Herz ist eine Insel
    von Anne Sanders
    (24)
    eBook
    11,99
  • 56802777
    In Transit
    von Rachel Cusk
    eBook
    10,99
  • 50257033
    Alles, was ich am Strand gefunden habe
    von Cynan Jones
    eBook
    15,99
  • 56612959
    Im Stehen sterben
    von Werner Burgheim
    eBook
    11,99
  • 48780015
    Gotland
    von Michael Stavarič
    eBook
    15,99
  • 50257145
    Sterben kann man jeden Tag
    von Andreas Meyer
    eBook
    14,99
  • 56697406
    Alles wird gut mit 50 Kilogramm
    von Lara Brockhage
    (1)
    eBook
    12,99
  • 47840951
    Das kalte Blut
    von Chris Kraus
    eBook
    27,99
  • 62292386
    Die Kinder
    von Wulf Dorn
    (27)
    eBook
    13,99
  • 54112898
    Gebrauchsanweisung für das Leben
    von Andreas Altmann
    (2)
    eBook
    12,99

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertung
Übersicht
0
1
0
0
0

Weil eine sorgenfreie Kindheit nicht alles ist…
von warmerSommerregen aus Essen am 26.08.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Martin Osterberg, Pseudonym eines Berliner Journalisten, hat mittlerweile zwei Kinder im erwachsenen Alter. Mit der von seiner Frau und ihm gegründeten Familie ist er, trotz gelegentlicher Schwierigkeiten, sehr glücklich. Dennoch lässt ihn seine Stammfamilie nicht los, niemals kann er ihrer kalten Atmosphäre entfliehen. Obwohl er eine sorgenfreie Kindheit hatte,... Martin Osterberg, Pseudonym eines Berliner Journalisten, hat mittlerweile zwei Kinder im erwachsenen Alter. Mit der von seiner Frau und ihm gegründeten Familie ist er, trotz gelegentlicher Schwierigkeiten, sehr glücklich. Dennoch lässt ihn seine Stammfamilie nicht los, niemals kann er ihrer kalten Atmosphäre entfliehen. Obwohl er eine sorgenfreie Kindheit hatte, wie man es wohl nennen würde, hatte er bei weitem keine glückliche oder gute. Seine heile Familie war von Distanz geprägt, eine Grundhaltung die Martin schwer zu schaffen machte und es noch immer tut. Seine Eltern sind als Kriegskinder nicht einmal bewusst kühl, reserviert und lieblos, sondern kennen diese Art des Zusammenlebens aus eigener Erfahrung und erachten sie als normal. Besonders schmerzhaft ist für den Protagonisten die defizitäre Beziehung zu seinem Vater, der ihn mal ignoriert oder ihn zu anderer Gelegenheit als ein Arschloch bezeichnet; keineswegs im Streit sondern eher als allgemeine Feststellung. Erzählt werden in diesem Buch Episoden aus Martins Kindheit, seiner Jugend sowie seinem Erwachsenenalter in deren Verlauf er immer mehr versucht, sich seiner Familie loszusagen. Doch verfolgt sie ihn auch noch als er dieses Buch schreibt – obwohl es besser geworden ist. „Ich bin Veteran des Krieges zwischen mir und meinem Vater.“ (S.8) Und dieser Kampf beginnt leider schon sehr früh und bleibt meist unterschwellig spürbar. Doch auch die Mutter kann der Familie keine Liebe oder Fürsorge einhauchen, stattdessen gibt sie jedes Mal wenn Besuch kommt eine Inszenierung ab, sodass nach Außen hin alles normal wirkt. So wird aus kritischen Kommentaren beim Betreten des Kinderzimmers ein sorgsames „Braucht ihr noch etwas?“. Martins Versuche, sich aus dem Familienleben zurückzuziehen kann man immer besser erkennen, wenn er beginnt immer mehr zu lesen und ihm bald die Bücher ausgehen. Während des gesamten Buches wird bei Dialogen auf die Anführungszeichen verzichtet, was mich zwar zunehmend störte, aber bestens zu der bedrückenden Stimmung passte und sie noch zu verstärken vermochte. Beklemmend sind die meisten Abschnitte des Buches, denn man spürt sehr schnell, dass eine Familie so nicht sein sollte. Und dennoch ist Martins Geschichte und Familie nicht untypisch für die damalige Zeit – es regt zum Nachdenken an, dass viele Menschen unter einem derart kalten Haus gelitten haben und sich ein Zuhause, einen Ort, an den man wiederkehren kann, an dem man in Sicherheit ist, gewünscht haben. Mit „Das kalte Haus“ geht Osterberg einen weiteren Schritt von seinen Eltern weg und auf ein eigenes, unabhängiges Leben zu. Auch wenn ihm die vollständige Abnabelung wohl niemals gelingen wird, da er von der Familiensituation viel zu sehr geprägt und gefangen ist. Und vergessen kann man etwas solches nicht einfach. Die Eltern werden einen immer begleiten – selbst wenn sie bereits seit Jahren verstorben sein sollten, bahnen sie sich doch stets den Weg in die Gedanken ihres Kindes oder tauchen plötzlich und unerwartet in Form einer Erinnerung wieder auf. „Ich habe einen Vater. Ich habe eine Mutter. Ich habe einen Bruder. Ich fühle nichts.“ Leider hat das Buch, da der Autor so viele unterschiedliche Situationen wie nur eben möglich zu schildern versucht, durchaus passagenweise auch seine Längen. Obwohl das Thema ausgesprochen spannend ist, musste ich mich gelegentlich aufrappeln, weiterzulesen. Da dieses Buch keine leichte Lektüre ist, lässt es sich keineswegs an einem Stück lesen. Irgendwann ist immer ein Punkt erreicht da man abbrechen muss, um das Gelesene erst einmal zu rekapitulieren und zu verarbeiten. Empfehlen kann ich das Buch durchaus, da es einem zeigt, woran es einer Familie nicht mangeln darf: An Wärme, Zuneigung, Verständnis, Interesse und auch einer gesunden Kritikfähigkeit.


Wird oft zusammen gekauft

Das kalte Haus - Martin Osterberg

Das kalte Haus

von Martin Osterberg

(1)
eBook
18,99
+
=
In seiner Freizeit las der Angeklagte Märchen - Georg Seidel

In seiner Freizeit las der Angeklagte Märchen

von Georg Seidel

eBook
11,99
+
=

für

30,98

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen