Das Leben und Sterben der Flugzeuge

Roman

(5)
Kann man ein ganz gewöhnlicher Pariser Bahnhofsspatz sein und gleichzeitig ein deutscher Kommissar namens Blind? Kann es in Belfast ein Hochhaus mit einer geheimen Etage geben, das für Spatz und Kommissar lebenswichtig ist, obwohl dieser Wolkenkratzer doch nie gebaut worden ist? Und vor allem: Kann an einem verborgenen Ort das Wrack eines gewissen Flugzeugs der Malaysia Airlines liegen, das doch erst Monate später spurlos verschwinden wird? Wer die Romane Heinrich Steinfests kennt, weiß: In seinen Welten ist das alles ein Leichtes. Seine Gratwanderung zwischen Phantastischem und Realität gerät ihm auch diesmal wieder zu einem hochliterarischen Drahtseilakt, der die Lektüre dieses Romans zu einem überaus spannenden, ja atemberaubenden Vergnügen macht.
Portrait
Heinrich Steinfest wurde 1961 geboren. Albury, Wien, Stuttgart – das sind die Lebensstationen des erklärten Nesthockers und preisgekrönten Autors, welcher den einarmigen Detektiv Cheng erfand. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, erhielt 2009 den Stuttgarter Krimipreis und den Heimito-von-Doderer-Literaturpreis. Bereits zweimal wurde Heinrich Steinfest für den Deutschen Buchpreis nominiert: 2006 mit »Ein dickes Fell«; 2014 stand er mit »Der Allesforscher« auf der Shortlist. 2016 erhielt er den Bayerischen Buchpreis für »Das Leben und Sterben der Flugzeuge«.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 608
Erscheinungsdatum 01.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-05662-5
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 21,1/13,1/4,2 cm
Gewicht 721 g
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Ein deutscher Kommissar ohne Vorname, der von allen nur Blind genannt wird (obwohl er es nicht ist), und der in einen mysteriösen Fall ermittelt.
Das Wrack eines abgestürzten Flugzeuges, welches aber eigentlich noch unversehrt durch die Lüfte fliegt.
Und zu guter Letzt ein Albatros, der sowohl Spatz, als auch Kommissar permanent da-zwischen quasselt und der zu jeder Situation mal mehr und mal weniger sinnvolle Rat-schläge beizusteuern hat.
Der neue Roman von Heinrich Steinfest besitzt wirklich alles, was notwenig ist, um die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion, zwischen Traum und Realität langsam ver-schwinden zu lassen.
Paralleluniversen, Traumreisen, Zeitsprünge und Verwischungen.
Steinfest schöpft aus dem Vollen und präsentiert einen Roman à la David Mitchell, bei dem der Leser irgendwann selbst nicht mehr genau weiß, wo die Grenze zwischen Realen und Surrealem zu Ziehen ist bzw. ob diese Grenze überhaupt jemals existiert hat.
Zugegeben, es benötigt ab und an etwas Anstrengung, den teilweisen wirren Gedanken-gängen von Steinfest zu folgen und auch sprachlich ist der Roman durchaus anspruchs-voll.
Lässt man sich jedoch darauf ein, lässt man sich Treiben in dem Chaos und folgt Spatz und Kommissar bereitwillig durch die komplexen Strukturen der Traumwelten, wird man mit einem Roman belohnt, der mitreißt und in den Bann zieht.
Zum Schluss steht man beeindruckt, fasziniert, aber auch durcheinander und erschöpft vor der Frage, ob es nicht doch möglich ist, dass man selbst mehr als ein Leben führt und vielleicht gerade jetzt, zu diesem Zeitpunkt, als Rennmaus durch die Gassen von Bar-celona stürmt.
Einer Frage muss sich der Leser nach Vollendung des Romans aber auf jeden Fall stellen: Ist der Spatz in der vollen Bahnhofshalle wirklich nur ein Spatz oder ist es vielleicht doch Quimp, der gerade darüber nachdenkt, mit welchem Zug er am schnellsten nach Wien reisen kann?
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Einer Frage muss sich der Leser nach Vollendung des Romans aber auf jeden Fall stellen: Ist der Spatz in der vollen Bahnhofshalle wirklich nur ein Spatz oder ist es vielleicht doch Quimp, der gerade darüber nachdenkt, mit welchem Zug er am schnellsten nach Wien reisen kann?

Michael Wasel, Thalia-Buchhandlung Münster

Heinrich Steinfest gelingt es wieder den Leser zu verblüffen und zu begeistern. Ein sprachliches und fantasievolles Meisterwerk mit viel Herz und vielen Überraschungen. Heinrich Steinfest gelingt es wieder den Leser zu verblüffen und zu begeistern. Ein sprachliches und fantasievolles Meisterwerk mit viel Herz und vielen Überraschungen.

„Es tut gut, recht zu haben“

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Der Hausspatz als die personifizierte Nachdenklichkeit gewöhnt sich einfach nicht an Autos, die, einmal in Bewegung, sich zu einer echten Bedrohung entwickeln. Daneben sucht ein halber Österreicher und erster Kriminalhauptkommissar mit krankem, besser neuem Herzen nach einer Wunde, in die man den Finger legen kann, um genau das auch zu tun. Satz für fast sämtliche Dinge des Lebens: Alles ist eine Frage der Gewohnheit. Erkenntnis: Das Drohen ist die erste Stufe der Folter. Und Folter führt stets zu einer Lüge. Der Hausspatz als die personifizierte Nachdenklichkeit gewöhnt sich einfach nicht an Autos, die, einmal in Bewegung, sich zu einer echten Bedrohung entwickeln. Daneben sucht ein halber Österreicher und erster Kriminalhauptkommissar mit krankem, besser neuem Herzen nach einer Wunde, in die man den Finger legen kann, um genau das auch zu tun. Satz für fast sämtliche Dinge des Lebens: Alles ist eine Frage der Gewohnheit. Erkenntnis: Das Drohen ist die erste Stufe der Folter. Und Folter führt stets zu einer Lüge.

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Kundenbewertungen

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Paralleluniversen, Verwischungen, Quantenverschränkungen und Zeitreisen - ein Traum schlechthin
von Dr. M. am 29.06.2018

Ein Spatz aus Paris hat einen Albatros im Kopf, der ihm ständig ins Leben hineinquasselt, was schließlich dazu führt, dass dieser Spatz, Quimp genannt, nach Wien reist, um dort einen anderen Spatzen zu besuchen, der wegen seines biblischen Spatzenalters eine ungemeine Berühmtheit im Spatzenuniversum zu sein scheint. Natürlich reist... Ein Spatz aus Paris hat einen Albatros im Kopf, der ihm ständig ins Leben hineinquasselt, was schließlich dazu führt, dass dieser Spatz, Quimp genannt, nach Wien reist, um dort einen anderen Spatzen zu besuchen, der wegen seines biblischen Spatzenalters eine ungemeine Berühmtheit im Spatzenuniversum zu sein scheint. Natürlich reist Quimp mit dem Zug. Und später auch mit dem Flugzeug - aber das ist eine andere Geschichte, die hier nicht weiter erzählt werden kann. Parallel dazu ermittelt der deutsche Kommissar Blind in einem Selbstmord-Fall, der nach der festen Überzeugung der hinterbliebenen Witwe ein solcher niemals war. Blind kann sich in eine Art Sekundenschlaf versetzen, in der er plötzlich Quimp ist. Und Quimp kann das auch. Wenn man das so liest, könnte man etwas verwirrt sein. Um welches Genre handelt es sich bei diesem Roman, fragt man sich vielleicht hilfesuchend. Aber darauf wird man keine Antwort finden. Sie wäre auch unnötig, denn schlauer würde man von ihr nicht werden, denn auch die Bemerkung, dass dieses Werk von allem etwas hat, aber nichts von alledem ist, wirkt nicht gerade gerade erhellend, auch wenn sie vielleicht nicht einmal falsch wäre. Man muss schon eine stark entwickelte Fähigkeit zu einer ganz besonderen Art des chaotischen Denkens besitzen, der es eigentlich egal ist, ob man selbst oder andere noch den Überblick über das erzählte Geschehen behalten können. Für die Bildungshungrigen unter uns: Das Hinundherspringen von einer Parallelwelt in die andere, in denen dieselben Personen unter möglicherweise ganz anderen Identitäten existieren, nennt der Autor dieses Romans "Verwischungen", wenn ich das hoffentlich richtig verstanden habe. Das gehört, so lernt man, zu einer Eigenart der Quantenverschränkung: "Wenn man sich nämlich zu dem System zweier Photonen ein drittes Lichtteilchen dachte, welches ebenfalls mit einem der beiden Photonen verschränkt wurde ( ... ), dann löste sich der Quantenzustand dieses Teilchens auf, wurde jedoch auf das entfernte Partnerteilchen übertragen, welches sich somit in ein Abbild dieses dritten Teilchens verwandelte." Wer das nicht gleich verstanden hat, muss sich nicht grämen, denn solche Sachen kommen erst auf den letzten hundert Seiten vor. Da hat man sowieso schon völlig den Überblick über die immer neuen Ideen von Meister Steinfest verloren. Wenn man denn überhaupt soweit kommt. Dass ich diesen Roman mit gelegentlichen Längen tatsächlich bis zum Ende durchgehalten habe, verdanke ich wohl nicht nur den chaotischen Geistesblitzen des Autors, sondern vor allem seinen immer wieder einmal völlig unerwartet auftretenden fast schon genial präzisen Beschreibungen von realen Vorgängen oder in den Handlungen auftretenden Figuren. Das hat etwas Einzigartiges an sich. Der Roman als solcher hingegen ist völlig absurd und irrwitzig, besitzt aber gleichzeitig immer wieder Stellen, die Lust nach mehr machen. Mir ist völlig rätselhaft, wie man einen solchen Text verfassen kann. Aber genau das ist es, was ihn wohl erst interessant macht.