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Das Lied der Störche

Roman

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Alte Heimat
Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt ...
Ein berührende Familien-Saga die auf wahren Begebenheiten beruht.
Portrait
Ulrike Renk, 1967 in Detmold geboren, studierte in Aachen Anglistik, Soziologie und Literaturwissenschaften.§Heute lebt sie mir ihrer Familie am Niederrhein.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 512
Erscheinungsdatum 19.01.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7466-3246-9
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 203/131/43 mm
Gewicht 494
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 344
Buch (Taschenbuch)
12,99
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Eine empfehlenswerte Familiengeschichte
von leseratte1310 am 06.02.2017

Nachdem Frederikes Mutter bereits zweimal verwitwet ist, heiratet sie Erik von Fennhusen und zieht mit ihren Kindern auf Eriks Gut. Vorher hatte Stefanie mit ihren Kindern in Potsdam gelebt und nun müssen sie sich an das eintönige Landleben gewöhnen. Frederike ahnt schon sehr früh, dass sie auf Gut Fennhusen... Nachdem Frederikes Mutter bereits zweimal verwitwet ist, heiratet sie Erik von Fennhusen und zieht mit ihren Kindern auf Eriks Gut. Vorher hatte Stefanie mit ihren Kindern in Potsdam gelebt und nun müssen sie sich an das eintönige Landleben gewöhnen. Frederike ahnt schon sehr früh, dass sie auf Gut Fennhusen keine Zukunft haben wird. Ihr Stiefvater wird immer wieder von Ax von Stieglitz besucht und Freddy fühlt sich gleich zu ihm hingezogen. Von Anfang an hat mich diese Geschichte gefangen genommen. Der wundervolle Schreibstil trägt genauso dazu bei wie liebevolle Darstellung von Land und Leuten. Hin und wieder gibt es ein wenig ostpreußischen Dialekt, was alles noch authentischer macht. Die politischen Verhältnisse in jener Zeit sind nicht einfach. Wollte man aus Ostpreußen nach Berlin, musste man durch den polnischen Korridor. Die Züge wurden dafür verplombt und oft auch verdunkelt. Zunehmend wird auch die wirtschaftliche Lage schwieriger. Freddy ist 11 Jahre alt als sie mit ihrer Mutter und den Halbgeschwistern auf das Gut kommt. Für alle ist es nicht einfach, sich dort zurecht zu finden. Stefanie ist nun Gutsfrau und muss erst lernen, wie man so ein Gut führt. Dabei eckt sie bei „den Leuten“, wie man die Bediensteten nennt, auch an. Die Kinder haben ein unbeschwertes Leben, auch wenn sie Regeln beachten und Pflichten übernehmen müssen. Stefanie ist eine gute Mutter, die für ihre Kinder das Beste will, aber sie plant manchmal so generalstabsmäßig, dass sie gefühllos wirkt. Erik ist ein sehr liebevoller Vater auch für seine Stiefkinder. Die verantwortungsvolle Frederike kümmert sich um ihre Geschwister und ist sehr wissbegierig. Mit den Angestellten kommt sie gut zurecht. Aber sie weiß auch, dass sie nicht die Ansprüche geltend machen kann wie ihre Geschwister. Daher ist sie schon früh besorgt, was die Zukunft ihr bringen wird. Sie freut sich immer, wenn Ax auf dem Gut auftaucht. Wie Freddy ist auch er fasziniert von Wölfen. Doch den jungen Mann umgibt auch ein Geheimnis. Aber auch die Nebencharaktere sind interessant und sehr individuell dargestellt. Ganz besonders hat es mir die warmherzige Köchin angetan, aber auch Hans, der nicht nur ein Herz für die Tiere hat. Ich habe mich sehr wohlgefühlt auf Gut Fennhusen und bin schon gespannt, wie es mit Frederike weitergeht.

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abgetaucht ins Ostpreußen der 20er Jahre
von einer Kundin/einem Kunden aus Oranienburg am 05.02.2017

Frederike von Weidenfels, erstes Kind von Stefanie von Fennhusen aus erster Ehe, ist gerade mal 11 Jahre als sie mit ihrer Mutter und den Halbgeschwistern auf das Gut derer von Fennhusen zu ihrem Stiefvater ziehen. Wird sie sich in das eintönige, ihr ungewohnte Landleben eingewöhnen können? Und wird... Frederike von Weidenfels, erstes Kind von Stefanie von Fennhusen aus erster Ehe, ist gerade mal 11 Jahre als sie mit ihrer Mutter und den Halbgeschwistern auf das Gut derer von Fennhusen zu ihrem Stiefvater ziehen. Wird sie sich in das eintönige, ihr ungewohnte Landleben eingewöhnen können? Und wird sie, mittellos als Stieftochter von Erik von Fennhusen jemals einen angemessenen Ehemann finden? Lest selbst… Mich hat dieses Buch von Anfang an gefangen genommen und in das Ostpreußen Anfang des 20. Jahrhunderts eintauchen lassen. Ulrike Renk hat dazu viele legale Mittel verwendet. So sind die Charaktere liebevoll beschrieben. Besonders gefallen hat mir der in den Dialogen beschriebene Kinderwitz der Geschwister/Halbgeschwister um Frederike. Das war so realistisch und glaubhaft – einfach Kindermund zum Schmunzeln. Ich finde, es ist der Autorin bei Frederike wunderbar gelungen die Entwicklung vom verwöhnten Stadtkind zur verantwortungsbewussten jungen Frau in dieser Geschichte darzustellen. Aber auch die im ostpreußischen Dialekt geschriebenen Dialoge der Leute (Angestellten) haben mich stark an meine Kindheit erinnert. Da war ich oft im alten Forsthaus, wo Förster und deren Vater diesen Dialekt sprachen. Für mich ein klares Zeichen dafür, dass die sprachliche Darstellung absolut authentisch ist. Durch dieses Buch wurde mir erst wieder in Erinnerung gerufen, dass Ostpreußen – nur erreichbar durch eine bewachte Fahrt durch den polnischen „Korridor“ – total vom restlichen Deutschland abgeschnitten war. Das Buch muss man einfach Lesen, wenn man Familiensagas mag. Von mir gibt’s dafür 5 wohlverdiente Lesesterne! Am Ende habe ich mich gefreut, dass die Autorin noch einen Folgeband zu diesem Buch versprochen hat. Dem fiebere ich schon jetzt entgegen.

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Mein Leseeindruck
von Diana Jacoby aus Bretten am 08.03.2017

Auch in diesem Fall beschreibe ich das Buch wieder von außen nach innen. Die blassen Farben deuten auf eine zarte Geschichte hin. Eine Geschichte aus der Vergangenheit, die jedoch alles andere als blass war. Der Verlag beschreibt das Buch als eine Familiensaga, die auf eine wahre Begebenheit geruht. Ohne große Umschweife... Auch in diesem Fall beschreibe ich das Buch wieder von außen nach innen. Die blassen Farben deuten auf eine zarte Geschichte hin. Eine Geschichte aus der Vergangenheit, die jedoch alles andere als blass war. Der Verlag beschreibt das Buch als eine Familiensaga, die auf eine wahre Begebenheit geruht. Ohne große Umschweife landet der Leser auf Gut Fennhusen in Ostpreußen im Jahr 1920. Durch den Schreibstil findet man sich sehr schnell im Jahr und auch in den Örtlichkeiten zurecht. Die Protagonisten wurden sehr feinfühlig charakterisiert, so dass die Handlungen stets nachvollziehbar waren und auch emotional berührten. Frederikes Ängste schienen mir alters- und zeitgemäß. Auch die Entwicklung der Personen waren sehr gut ausgereift und dem jeweiligen Alter entsprechend und angepasst. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die dialektischen Einwürfe, die mal mehr und mal weniger ausgeprägt waren, aber deutlich an Ostpreußen erinnern und den Fortgang der Geschichte authentischer machen. Fazit: Diese Familiengeschichte hat mich absolut begeistert. Authentisch, spannend, unterhaltsam....all diese Eigenschaften spiegeln den Inhalt des Romans wieder, so dass ich nun voller Erwartung der Fortsetzung Frederikes Geschichte entgegen fiebere.

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Liebe und Verpflichtung
von Eliza am 19.02.2017

Meine Meinung: „Aber manchmal muss man auf das Beste hoffen und auf das Schlimmste gefasst sein.“ (S. 176) Ulrike Renk hat mich auch diesmal wieder restlos begeistert, mit „Das Lied der Störche“ ist ihr ein wunderbarer Auftakt zu einer neuen Saga gelungen, dem die Fans des ersten Bandes schon jetzt entgegenfiebern... Meine Meinung: „Aber manchmal muss man auf das Beste hoffen und auf das Schlimmste gefasst sein.“ (S. 176) Ulrike Renk hat mich auch diesmal wieder restlos begeistert, mit „Das Lied der Störche“ ist ihr ein wunderbarer Auftakt zu einer neuen Saga gelungen, dem die Fans des ersten Bandes schon jetzt entgegenfiebern werden. Das Cover ist wie auch wie die der Australien-Saga sehr schlicht und einfach gehalten. Mit dem Titelbild assoziiere ich automatisch Sehnsucht und ein feudales Anwesen, welches man im Hintergrund erahnen kann. Der Roman spielt in Ostpreußen in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts und wird von der Autorin chronologisch erzählt. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten, die die Autorin akribisch recherchiert zu haben scheint, denn sie zeichnet ein wunderbares Sittengemälde des ostpreußischen Landadels. Frederike, von allen nur Freddy genannt, ist eine wunderbare Hauptfigur, die man als Leser bereits nach wenigen Seiten ins Herz geschlossen hat. Sie ist sehr reif und klug für ihr Alter, es scheint manchmal so als wenn sie die Kindheit schon komplett abgestreift hat. Dies liegt zum einen an der Zeit und zum anderen an ihrer Rolle innerhalb der Familie, sie ist die Älteste der Geschwister und die Mutter hat nun schon zum dritten Mal geheiratet. Die Spannung des Romans wird durch das abwechslungsreiche und gleichzeitig aufregende Leben des Guts bestimmt. Auch ist klar, dass es ein Geheimnis, ein Unheil geben wird, allerdings wird dies erst auf den letzten Seiten offenbar, sodass die Autorin hier gekonnt einen Cliffhanger eingebaut hat, der beim Leser sofort die Sehnsucht nach dem zweiten Teil weckt. Die Handlung des Romans ist nachvollziehbar und sehr unterhaltsam, man spielt gerne mit den Kindern der Familie oder schaut den Bediensteten bei ihrer Arbeit über die Schulter. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen, teilweise ist eine gute Portion Humor und Witz mit von der Partie, sodass einem beim Lesen schon mal ein Lächeln über die Lippen huscht. Erwähnenswert ist, dass die Bediensteten des Gutes den dortigen Dialekt sprechen, was ihnen eine sehr authentische Aura verleiht. Der Roman besticht vor allen Dingen durch seine sehr liebevollen Figuren und seine glaubwürdige Darstellung vom Leben auf dem Gut in Ostpreußen. Mein persönliches Fazit fällt sehr positiv aus, ein großartiger Roman, der traurig und schön zugleich ist, mit wunderbaren Figuren die zu Herzen gehen und einem einmaligen Setting. Für alle Fans historischer Romane und Familiensagas, sicherlich auch hier sind Frauen die bevorzugt angesprochene Zielgruppe. Dennoch bietet der Roman auch Männern einen sehr guten Einblick in die Zeit, von daher kann ich nur eine vollkommene Leseempfehlung aussprechen. Ich wünsche mir, dass „Das Lied der Störche“ möglichst viele Leser und Leserinnen findet, denn dieser Roman hat es wirklich verdient. Vielen Dank an Ulrike Renk, die diese Geschichte einem großen Publikum zugänglich gemacht hat.

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Wunderbar atmosphärischer Roman
von Marlen aus Dresden am 18.02.2017

Dieser Roman sticht aus der Masse der Bücher über das frühe 20. Jahrhundert heraus – nicht, weil er besonders spannend ist oder so viel passiert. Nein, das große Plus dieses Buches ist die Atmosphäre, die die Autorin so fabelhaft herausarbeitet. Der Roman spielt in den 1920er Jahren auf dem... Dieser Roman sticht aus der Masse der Bücher über das frühe 20. Jahrhundert heraus – nicht, weil er besonders spannend ist oder so viel passiert. Nein, das große Plus dieses Buches ist die Atmosphäre, die die Autorin so fabelhaft herausarbeitet. Der Roman spielt in den 1920er Jahren auf dem ostpreußischen Gut Fennhusen, auf dem Frederike als Stieftochter eines Gutsbesitzers behütet heranwächst. Sie und ihre Halbgeschwister erleben die „goldenen 20er“ auf dem Lande, weit weg vom glamourösen Berlin und vom Reich getrennt durch den „polnischen Korridor“. Es wird sehr gut dargestellt, wie viel Aufwand die Bewirtschaftung eines Gutes zu dieser Zeit macht und dass eine Gutsherrin weiß Gott nicht den ganzen Tag nur Däumchen drehen konnte – es waren wirtschaftliches Denken und teilweise auch viel Fingerspitzengefühl für „die Leute“ (das Personal) gefragt. So gibt der Roman vor allem ein Stimmungsbild jener Zeit wieder und man liest sich richtig fest in den anschaulichen Beschreibungen. Am liebsten hätte ich den nächsten Zug genommen und Frederike besucht :-) Besonders ans Herz gewachsen ist mir während der Lektüre die Köchin Schneider. Eine rundliche (wie sich das für eine Köchin gehört) und gutmütige Frau, die scheinbar die gute Seele des Hofes war. In ihrer herrlichen ostpreußischen Mundart bringt sie das Wesen der Angestellten auf dem Gut auf den Punkt. Erbarmen, wie gemietlich die Frau ist! :-) Nur eine Frage stellte sich mir während des Lesens: warum heißt das Buch „Das Lied der Störche“? Klar, die Störche sind charakteristisch für Ostpreußen und der Titel klingt so natürlich besonders romantisch. Aber im Buch treten die Tiere nur als Randerscheinung auf. Eine tragende (Neben-)Rolle hingegen spielt ein Rudel zahme Wölfe – auch charakteristische Tiere der Gegend, die jedoch im Titel wohl (leider) Gefahr und Arglist assoziieren ließen. Dennoch hätte ich mir – angelehnt an die Handlung des Buches – gewünscht, dass die Wölfe ihren Platz im Titel finden statt der Störche… Fazit: Wer ein actionreiches Buch erwartet, liegt hier falsch. Wer aber eintauchen will in eine andere Zeit, in einen anderen Lebensrhythmus und eine wunderbare Gegend, der darf „Das Lied der Störche“ keinesfalls verpassen! Der zweite Teil ist schon angekündigt und ich freue mich jetzt schon darauf!

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Traurig und schön zugleich!
von Sabine Mach aus München am 16.02.2017

Das "Lied der Störche" von Ulrike Renk ist der erste Teil einer neuen dreiteiligen Familiensaga. Sie spielt in Ostpreußen, beginnt Anfang 1920 und beruht teilweise auf wahren Begebenheiten. Die elfjährige Frederike zieht mit ihrer Mutter und ihren beiden Halbgeschwistern zum neuen Stiefvater auf dessen Gutshof in die ostpreußische Provinz.... Das "Lied der Störche" von Ulrike Renk ist der erste Teil einer neuen dreiteiligen Familiensaga. Sie spielt in Ostpreußen, beginnt Anfang 1920 und beruht teilweise auf wahren Begebenheiten. Die elfjährige Frederike zieht mit ihrer Mutter und ihren beiden Halbgeschwistern zum neuen Stiefvater auf dessen Gutshof in die ostpreußische Provinz. Dort erlebt sie eine relativ unbeschwerte Kindheit in einer beschaulichen Umgebung. Durch den Tod des Vaters hat sie ihr Anrecht auf ein Erbe verloren und soll nach Abschluß ihrer Ausbildung baldmöglichst gut verheiratet werden. Erste Bewerber sind auch schon da und umgarnen sie. Unter ihnen ist der ältere Ax von Stieglitz, den sie schon als Kind faszinierend fand und den ein dunkles Geheimnis umgibt. Ulrike Renk schreibt Bücher, die Suchtpotential entwickeln. Auch hier ist es ihr wieder gelungen, mich vollkommen zu fesseln. Ich wollte immer nur weiter lesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der wundervolle Schreibstil lies mich komplett in der Geschichte versinken, die 500 Seiten verflogen wie im Nu, nur der Cliffhanger am Ende ist fast ein wenig gemein. So bleibt nur die Hoffnung, dass Band Nummer Zwei möglichst bald auf dem Markt kommt. Die Autorin hat die wunderbare Atmosphäre der ostpreußischen Landschaft eingefangen und perfekt wiedergegeben. Sie erzählt vom Leben und Arbeiten auf dem Gut, man fühlt sich als Leser, als wäre man mitten drin. Jedes Detail passt und spiegelt die damalige Zeit ungekünstelt wieder. Sie zeigt die strengen gesellschaftlichen Konventionen, die damals extrem ernst genommen wurden und die das Leben, vor allem das der Frauen, stark beeinträchtigten. Obwohl Freddy in einer relativ heilen Welt aufwächst, wird sie oft mit der harten Wirklichkeit konfrontiert. Dies macht sie zu einer starken jungen Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Die einzelnen Charaktere, einschließlich der Nebencharaktere, wurden, wie gewohnt, von der Autorin hervorragend ausgearbeitet und sind sehr realistisch dargestellt. Die vielen kleinen und liebevollen Details, sei es das Treiben in der Küche, das Beschäftigen mit den Tieren, machen aus dem Buch ein lebendiges, facettenreiches Gesamtkunstwerk, das nur eine Ulrike Renk schaffen kann. Ich verneige mich vor ihrem Können und hoffe, dass ich noch viel von dieser wunderbaren Schriftstellerin lesen darf.

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Das Lied der Störche
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 08.02.2017

Nach der Hochzeit der verwitweten Mutter zieht Frederike mit ihr auf ein ostpreußisches Gut zum Stiefvater Erik. Dort verlebt sie mit ihren Halbgeschwistern eine behütete, geordnete aber glückliche Kindheit. Das Landleben, fernab einer größeren Stadt und auch fern vom Rest des Deutschen Reiches, ist geprägt von den jahreszeitlichen Arbeiten,... Nach der Hochzeit der verwitweten Mutter zieht Frederike mit ihr auf ein ostpreußisches Gut zum Stiefvater Erik. Dort verlebt sie mit ihren Halbgeschwistern eine behütete, geordnete aber glückliche Kindheit. Das Landleben, fernab einer größeren Stadt und auch fern vom Rest des Deutschen Reiches, ist geprägt von den jahreszeitlichen Arbeiten, vom Umgang mit den Tieren, dem Versuch einen großen Haushalt zu organisieren und zu finanzieren. Die Kinder werden von einem Hauslehrer unterrichtet, haben wenig Kontakt zu anderen Kindern. Ihre Eltern erziehen sie liebevoll aber streng und haben einen festen Blick auf die Zukunftspläne, die sie mit ihren Kindern verfolgen. Da Frederike keine leibliche Tochter von Erik von Fennhusen ist, wird im Laufe der Jahre immer wichtiger, dass sei eine solide Ausbildung bekommt, um sich so für die Ehe mit einem anderen Gutbesitzer zu qualifizieren. Schon von Kindheit an ist Frederike fasziniert von dem über 10 Jahre älteren Ax. Als sie ins heiratsfähige Alter kommt, möchte die Mutter eine Verbindung zwischen den beiden forcieren. Wer Ulrike Renk kennt weiß, dass ihre Geschichten von realen Personen handeln und deren Familiengeschichte erzählt wird. Im Zentrum stehen immer junge Frauen die für sich einen Platz im Leben suchen. Dabei hat sie einen ruhigen und unaufgeregten Erzählstil und nimmt sich viel Zeit für die zwischenmenschlichen Beziehungen der Familien. Im „Lied der Störche“ kommt dazu noch ein intensiver Blick auf die unteren Stände, die im Haushalt der Familie dafür sorgen, dass das Gut so reibungslos läuft. Die einfachen „Leute“ und die Gutsbesitzerfamilie bilden eine harmonische Einheit in der jeder seinen Platz kennt. Frederike, ihre Mutter und ihre Geschwister finden nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in Ostpreußen ein Zuhause. Freddy entwickelt sich zu einer klugen Frau, die von Anfang an eine große Empathie für Mensch und Tier hat. Vielleicht fehlt ihr auch deshalb manchmal etwas der gesunde Widerspruchsgeist der Jugend. Und sie tut sich auch schwer mit der Entscheidung, ob der etwas geheimnisvolle spröde Ax der Richtige für sie ist. Mir hat gefallen, wie nah man der Familie und dem Personal kommt. Es erinnert ein bisschen an ein deutschen Downton Abbey. Allerdings ist es viel idyllischer und entspannter und die Dramen hier im Buch sind verhältnismäßig klein und harmlos und lösen sich zumeist sehr schnell in Wohlgefallen auf. Im Mittelteil fand ich, dass die Geschichte etwas dahin plätscherte. Es wurde sehr viel von den Vorbereitungen diverser Feste berichtet und der Alltag war doch recht ereignislos auf so einem Gut – wenn man mal von der vielen Arbeit absah. Eine stille, anschaulich erzählte Geschichte, die ganz am Schluss noch eine Überraschung parat hatte und so neugierig macht auf die angekündigte Fortsetzung.

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Alte Heimat Ostpreußen
von einer Kundin/einem Kunden aus Wiesbaden am 03.02.2017

Ostpreußen Anfang der 20er Jahre. Frederike zieht mit ihrer Mutter und den Geschwistern zu ihrem Stiefvater auf dessen Gutshof in der „Provinz“. Dem Reich zugehörig, so nah, aber doch so fern. Berlin ist weit entfernt, auf dem Land ist das Leben so ein ganz anderes als in der Stadt.... Ostpreußen Anfang der 20er Jahre. Frederike zieht mit ihrer Mutter und den Geschwistern zu ihrem Stiefvater auf dessen Gutshof in der „Provinz“. Dem Reich zugehörig, so nah, aber doch so fern. Berlin ist weit entfernt, auf dem Land ist das Leben so ein ganz anderes als in der Stadt. Die Wege sind weit, die politische Lage angespannt, Reisen mit dem Zug gehen durch den Polen-Korridor in verplombten und verdunkelten Waggons. Die Kinder müssen sich eingewöhnen, doch schnell sind sie mit dem Leben vertraut, bringen sich auf dem Gut ein und werden zu richtigen Landjunkern. Frederike befasst sich sehr intensiv mit der Arbeit der Angestellten und übernimmt gerne Aufgaben in der Hauswirtschaft. Aber sie ist „nur“ die Stieftochter, ohne Mitgift und Anrecht auf das Erbe. Schon in jungen Jahren macht sie sich viele Gedanken um ihre Zukunft. Nach dem Besuch einer Hauswirtschaftsschule kehrt sie als junge Frau auf das Gut zurück und schon bald beginnt ihre Mutter, eine gute Partie für sie zu suchen. Sie fühlt sich zu Ax von Stieglitz hingezogen, aber er scheint ein Geheimnis zu hüten. Ulrike Renk hat mit dem Roman "Das Lied der Störche" wundervoll den früheren Zauber Ostpreußens eingefangen. Ebenso wie alle Charaktere, Menschen, die in einer Zeit des Umbruchs leben, nach dem 1. Weltkrieg zwischen dem alten Glanz der vergangenen Monarchie und dem Aufstreben der jungen Republik. Frederike und ihre Geschwister, die sich auf ein neues Leben auf dem Land einstellen müssen, sich in neue Rollenbilder einfügen müssen und trotzdem versuchen, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Eine spannende Familiengeschichte, basierend auf einer wahren Begebenheit, die man kaum aus der Hand legen kann. Der Roman ist rund und in sich absolut stimmig. Mit großem Gefühl geschrieben, fühlt man sich zugehörig zur Familie Fennhusen. Ich habe in der letzten Zeit nichts Vergleichbares gelesen. Eine absolute Leseempfehlung und wenn ich könnte, würde ich noch ein paar Sterne mehr vergeben. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Längst vergangene Zeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Waldrohrbach am 02.02.2017

Als Frederike`s Mutter Stefanie zum dritten Mal heiratet ändert sich das Leben der Elfjährigen und ihren beiden jüngeren Halbgeschwistern Fritz und Greta von Grund auf. Sie lassen das bisherige Stadtleben in Potsdam hinter sich und ziehen auf das ostpreußische Gut von Stiefvater Erik, der ein Vetter von Stefanies 2.... Als Frederike`s Mutter Stefanie zum dritten Mal heiratet ändert sich das Leben der Elfjährigen und ihren beiden jüngeren Halbgeschwistern Fritz und Greta von Grund auf. Sie lassen das bisherige Stadtleben in Potsdam hinter sich und ziehen auf das ostpreußische Gut von Stiefvater Erik, der ein Vetter von Stefanies 2. Mann war. Aus diesem Grund tragen auch ihre Geschwister den gleichen Namen von Fennhusen, alleine diese Tatsache empfindet Frederike, die von allen nur Freddy gerufen wird, in ihrem jungen Alter nicht als ein großes Hindernis. Allerdings muss sie mit zunehmendem Alter erkennen, dass sie der Aussenseiter in der Familie ist. Während für ihre Geschwister gesorgt ist, muss für Freddy eine gute Partie an Land gezogen werden, da ihre gesamte Mitgift in den vergangenen Kriegswirren verloren gegangen ist. Da kommen ihr die Aufmerksamkeiten von Ax von Stieglitz, den sie schon als Kind auf dem Gut kennen lernte, gerade recht. Doch irgendetwas scheint mit dem Mann nicht zu stimmen, er ist nicht nur wesentlich älter als sie, sondern es scheint auch ein dunkles Geheimnis zu geben über das niemand reden will. Selten hat mich ein Buch von der ersten Seite an so gefesselt. Ulrike Renk versteht es meisterlich Fiktion und tatsächliche Ereignisse gekonnt zu vermischen. Die Protagonisten sind sehr lebensnah beschrieben und man hat das Gefühl, dass man das Aufwachsen der Kinder, ihre späteren Probleme, die viele Arbeit, die ein Gut am Leben erhalten und das doch oft sehr beschwerliche Leben der Menschen hautnah miterlebt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und man möchte einfach immer nur weiterlesen. Leider muss ich mich da noch etwas gedulden, aber ich freue mich jetzt schon sehr auf den 2. Band rund um Frederike. Hier vergebe ich gerne 5 Sterne und kann für alle Freunde dieses Genres eine absolute Leseempfehlung aussprechen

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Beeindruckende Familiengeschichte
von mabuerele am 31.01.2017

„...Manchmal ist es besser, wenn man ehrlich sagt, dass man etwas nicht kann und um Hilfe bittet...“ Seit dem ersten Weltkrieg sind drei Jahre vergangen. Stefanie von Fennhusen hat zum dritten Mal geheiratet. Erik, ihr Gatte, ist ein Vetter ihres zweiten Mannes. Nun zieht sie mit ihren Kindern Frederike, Fritz... „...Manchmal ist es besser, wenn man ehrlich sagt, dass man etwas nicht kann und um Hilfe bittet...“ Seit dem ersten Weltkrieg sind drei Jahre vergangen. Stefanie von Fennhusen hat zum dritten Mal geheiratet. Erik, ihr Gatte, ist ein Vetter ihres zweiten Mannes. Nun zieht sie mit ihren Kindern Frederike, Fritz und Gerta aus Potsdam auf sein Gut nach Ostpreußen. Die elfjährige Frederike trägt einen anderen Familiennamen, denn sie ist die Tochter von Stefanies ersten Mann. Die Autorin hat einen interessanten und abwechslungsreichen Familienroman geschrieben. Das Buch lässt sich angenehm lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Erik legt zwar Wert darauf, dass gewisse Regeln eingehalten werden, doch er lässt seiner Frau viel Freiheit. Für sie ist der Anfang nicht einfach, denn die Führung eines städtischen Haushaltes und die Leitung eines Gutes sind nicht zu vergleichen. Bei letzteren bestimmen Wetter und Jahreszeit viele Entscheidungen. Frederike ist für ihr Alter sehr reif. Sie weiß, dass sie kein Anspruch auf das Gut hat. Andererseits bringt sie sich bei vielfältigen Arbeiten ein und hat einen Blick für die Leistung der Arbeiter. Obiges Zitat fällt, als ihr Bruder sich vor der Arbeit auf dem Gut drücken will, weil er vieles nicht kann. Der Schriftstil des Buches fällt durch seine bildhafte Sprache und seine Genauigkeit auf. Die Autorin beherrscht den Umgang mit Metaphern. Das Leben auf dem Hof wird in all seinen Facetten ausführlich beschrieben. Die Gespräche der Männer erlauben einen Einblick in die Weltpolitik. Hinzu kommt, dass Ostpreußen als Folge des Krieges vom Reich abgeschnitten ist und jede Reise durch den polnischen Korridor führt. Als besonderes Element ist zu werten, dass zu Beginn die Eingewöhnungsphase und die Vorstellung der Personen erfolgt und dann die Handlung acht Jahre später fortsetzt. Über die Zwischenzeit gibt es nur wenige wesentliche Informationen. Wieder werden die Sorgen der Gutsbesitzer wegen der politischen Lage thematisiert. Insbesondere spielen aber Feste und Jagden eine zunehmende Rolle, denn es gilt, für Frederike einen standesgemäßen Ehemann zu finden. Stefanies Vorgehensweise dabei muss man nicht mögen. Frederike hat sich zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau entwickelt. Sie sieht das Verhalten der Mutter kritisch. Natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz. Wo mehrere Kinder zusammenleben, bleiben Streiche und kleine Ungehorsamkeiten nicht aus. Es wird auch aufgezeigt, wie hart die Folgen sind, wenn Grenzen dabei überschritten werden. Sehr gut gibt die Autorin die Emotionen ihrer Protagonisten wieder. Das zeigt sich insbesondere in den Gesprächen zwischen Frederike und ihrer Mutter. Hier prallen Selbstbestimmungsrecht und ehrgeizige Pläne schonungslos aufeinander. Neben Frederike mochte ich besonders Erik. Er zeigt im Gegensatz zu seiner Frau viel Empathie und behandelt alle Kinder gleich. Eingebettet in die Geschichte sind einige Lieder aus der Gegend. Sie sorgen für Authentizität. Das Nachwort der Autorin trennt Fiktion von Realität. Das Cover mit der nachdenklichen jungen Frau vor dem Gutshaus passt zur Geschichte. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es gibt das Leben so wieder, wie es zur damaligen Zeit war mit all seinen Höhen und Tiefen. Es zeigt aber auch, das sich ein Umbruch andeutet. Die jungen Leute wollen ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Die Spannung nimmt das Buch aus den komplexen Beziehungen der Protagonisten und ihren Wünschen und Vorstellungen.

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Eine aufreegende Reise in die Vergangenheit
von zauberblume am 31.01.2017

"Das Lied der Störche" ist das erste Buch, das ich von der Autorin Ulrike Renk gelesen habe. Und ich war und bin immer noch total begeistert. Die Autorin entführt uns nach Ostpreußen. Hier befinden wir uns im Jahr 1920. Frederike verbringt auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von... "Das Lied der Störche" ist das erste Buch, das ich von der Autorin Ulrike Renk gelesen habe. Und ich war und bin immer noch total begeistert. Die Autorin entführt uns nach Ostpreußen. Hier befinden wir uns im Jahr 1920. Frederike verbringt auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz eine glückliche und unbeschwerte Kindeheit. Doch das sie ja eine von Weidenfels ist und aus der ersten Ehe ihrer Mutter stammt, hat sie keinen Anspruch auf den Familienbesitz und ihre Zukunft ist ungewiss. Denn ihr ganzes Erbe ist nach dem Krieg verlorengegangen. Während ihre Freundinnen in Berlin ihre Jugend genießen, besucht Frederike eine Gartenschule um für die Zukunft als Gutleiterin bestens vorbereitet zu sein. Doch da ist der Gutsbesitzer Ax von Sieglitz, den Frederike schon immer bewundert. Doch irgendwie scheint Ax von einem dunklen Geheimnis umgeben. Ich bin sofort eingetaucht in die Geschichte und habe mich auf dem Gut von Onkel Eric wohlgefühlt. Der Schreibstil der Autorin ist etwas ganz besonderes. Man lebt die Geschichte direkt mit. Ich habe meine Zeit bei Frederike sehr genossen. So ein Leben auf dem Gut war zu dieser Zeit schon etwas ganz besonderes. Frederike und ihre Geschwister hatten zwar gewisse Freiheiten und Onkel Eric hat sie wie seine eigenen Kinder behandelt, aber sie mußten auch die Arbeitsabläufe auf dem Gut kennenlernen und das fand ich total in Ordnung. Gerne hätte ich auch meine Runden in dem tollen Schwimmteich gedreht. Und die Stallungen waren ja herrlich. Und auch die Gesellschaften waren ein besonderes Highlight für die Bewohner des Gutes. Ich sehe die nette Köchin vor mir und dann Tante Edel. Frederikes Mutter hat es ja am Anfang auch nicht leicht gehabt. Aber ihr Mann hat ihr immer Rüchhalt gegeben und sie ist eine hervorragende Gutsherrin geworden. Und dann Ax, der viele Tage auf dem Gut verbracht hat und den Frederike kennt seit sie 11 Jahre alt ist. Ich fand es auch toll, die Entwicklung von Frederike zu beoachten. Sie ist jetzt eine junge Frau, die ihren Weg geht. Ein absolutes Traumbuch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gegeistert hat. Ein herausragende Familiensaga, die auf wahren Begebenheiten berührt. Das Cover ist für mich auch ein echter Hingucker. Genau so habe ich mir das Guthaus vorgestellt. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne und freue mich schon riesig auf die Fortsetzung.

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Zum Eintauchen in eine frühere Zeit
von vielleser18 aus Hessen am 31.01.2017

Gleich vorweg: Dies ist ein historischer Roman, in dem man vollkommen versinken kann, der einen enführt in eine andere Zeit und der Sog dabei hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen! Es beginnt im Jahr 1920, Friederike ist gerade 11, als ihre Mutter ein drittes Mal heiratet... Gleich vorweg: Dies ist ein historischer Roman, in dem man vollkommen versinken kann, der einen enführt in eine andere Zeit und der Sog dabei hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen! Es beginnt im Jahr 1920, Friederike ist gerade 11, als ihre Mutter ein drittes Mal heiratet und mit den 3 Kindern aus den ersten beiden Ehen nach Ostpreußen, auf das Gut Fennhusen zieht. Anfangs ist es Freddy, wie sie von ihrer Familie genannt wird, langweilig, ist es doch auf dem einsam gelegenen Hof so ganz anders als in Berlin, wo sie die ersten Jahre verbracht hat. Aber schnell ist sie begeistert von den Tieren und den Menschen, die auf dem Gut leben. Friederike wächst heran, währenddessen ist es ein Mann, der durch seine Freundschaft mit Stiefvater Erik immer wieder Fennhusen besucht : Ax von Stieglitz. Wesentlich älter als Friederike, aber schon von Anfang an ist sie von ihm fasziniert. Doch sie fragt sich auch: Warum ist er nicht verheiratet ? Warum ist er manchmal so still und in sich gekehrt? Urlike Renk hat es geschafft, dass ich kaum aufhören konnte zum Lesen, jede freie Minute genutzt habe und die 500 Seiten so schnell wie möglich ausgelesen hatte...mit Bedauern bin ich wieder aus dieser Zeit aufgetaucht als ich es durch hatte. Lange hat mich ein Roman nicht mehr so mit hinein gezogen. Die Autorin hat einen ungemein fesselnden Schreibstil, sie berichet aus der Sicht von Friederike, mit ihren Augen sehen wir förmlich das Gutsleben vor uns. Sie hat es auch geschafft, dass sich die Protagonistin glaubhaft entwickelt. Von einem Backfisch zu einer jungen Dame. Von einem Stadtkind zu einer Dame vom Land, die Tiere und die Natur liebt und Verwantwortung tragen kann. Was mir beim Lesen immer im HInterkopf geblieben ist, ist, dass der Roman eine reale Vorlage hatte, dass es diese "Friederike" (Namen und Ort wurden verändert) so oder so ähnlich gegeben hat. Die Rahmenbedigungen sind historisch, der Autorin ist es gelungen, sie überaus interessant mit Leben zu füllen. Als Leser hat man das Gefühl man sitzt in der ersten Reihe, man kann sich dieses Leben auf dem adligen Hof in Ostpreußen mit Gesinde und Gesellschaften so gut vorstellen. Auch die Tierliebe der Hauptfigur zu Pferden, Hunden und sogar Wölfen werden hier teils sehr magisch beschrieben. Dazu werden immer wieder - zwar am Rande - auch die politischen Rahmendbedingungen geschildert. Wie z.b. der polnische Korridor und Ende der 20er Jahre die steigenden Nöte und Probleme z.B. in der Landwirtschaft. Der Roman ist nicht auf "Action" ausgelegt, es ist eher wie ein ruhiger Fluss, der immer mal wieder einige Stromschnellen, einige geheimnisvolle, spannende oder auch humorvolle Momente hat. Aber dieser Lesefluss hat einen unheimlichen Sog, eine unheimliche Erzählkraft, die mich nicht losgelassesn hat, bis ich die letzte Seite gelesen hatte. Es ist der erste Teil der Geschichte von Friederike und es wird weitere geben. Zum Glück !!! Und während der Wartezeit auf die folgenden Bände werde ich mir die Serie um "Die Australierin" der Autorin vornehmen. Fazit: So mag ich historische Romane: wenn ich das Buch nicht aus der Hand legen kann und vollkommen in eine andere Welt versinke!!! Meine Empfehlung an alle, die opulente historische Romane mögen !!!!

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Eine Reise in die Vergangenheit ...
von einer Kundin/einem Kunden aus Bietigheim-Bissingen am 30.01.2017

Der Klappentext versprach eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack und ich wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, denn die sympathische und überaus talentierte Autorin, Ulrike Renk, begleitete mich in einer wunderbaren Leserunde, die dem Buch das i-Tüpfelchen aufsetzte. Basierend auf einer wahren Geschichte verfasste Frau Renk mit diesem Auftakt ihre... Der Klappentext versprach eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack und ich wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, denn die sympathische und überaus talentierte Autorin, Ulrike Renk, begleitete mich in einer wunderbaren Leserunde, die dem Buch das i-Tüpfelchen aufsetzte. Basierend auf einer wahren Geschichte verfasste Frau Renk mit diesem Auftakt ihre eigene kleine Ostpreußensaga. Anschaulich erlebt man als Leser das Leben auf einem Gut jenseits des polnischen Korridors, das uns aus einer anderen Welt erscheint. Für die drei jungen Geschwister Freddy, Fritz und Greta, ist es unbeschwerte Natur und Weite. Sie dürfen Teil haben am Landleben, helfen bei der Ernte, bei den Tieren und baden im Sommer im eiskalten See um sich danach von der Köchin verwöhnen zu lassen. Schnell ist das Leben in der Großstadt vergessen. Es könnte alles sehr idyllisch sein, hätte es Freddys Mutter sich nicht in den Kopf gesetzt Freddy standesgemäß zu vermitteln. Sie meint es wohl gut, aber ihre Methoden sind oft mehr als unsensibel und machen der Tochter das Leben schwer. Stefanies Credo scheint „Der Zweck heiligt die Mittel“ zu sein. Ob sie damit Erfolg hat, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Durch ihre wunderbar authentischen Darstellungen vom Leben in den 20er Jahren mit ostpreußischer Färbung fühlt man sich den Charakteren und dem ganzen Umfeld sehr nah. Ich denke an die warmherzige Köchin, die solch herrliche Spezialitäten wie Klunkersuppe und gespickten Rehbraten kreiert und für ihre Marjellechens immer ein extra Schmankerl bereithält. Oder den wunderbaren Stiefvater Erik, der die drei ins Herz geschlossen hat als wären es seine eigenen Kinder. Ein gutes Beispiel ist auch Eriks Schwester Edel, die trotz ihres Schicksals nicht bitter geworden ist. Frau Renks interessante Beschreibungen haben mich mal wieder neugierig auf Ostpreußen gemacht und zu weiteren Recherchen im Internet animiert. So überbrücke ich dann die Zeit bis zum nächsten Teil dieser herrlichen Trilogie. Ein kleines Sternchen ziehe ich ab, da mir das Buch an manchen Stellen ein bisschen zu wenig Action hatte. Aber es ist eben eine Geschichte aus dem wahren Leben, da kann wohl nicht immer etwas Großes passieren. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die Fortsetzung.

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Fortsetzung folgt
von hasirasi2 aus Dresden am 29.01.2017

Ostpreußen 1920: Frederike (Freddy) ist 11, als ihre Mutter einen Verwandten ihres verstorbenen Mannes heiratet und damit aus Onkel Erik Freddys Stiefvater wird. Dies ist bereits die dritte Ehe ihrer lebenslustigen Mutter. Freddys Halbgeschwister sind echte von Fennhusens, sie „nur“ einen von Weidenfels – „nur“, weil sie kein Erbe,... Ostpreußen 1920: Frederike (Freddy) ist 11, als ihre Mutter einen Verwandten ihres verstorbenen Mannes heiratet und damit aus Onkel Erik Freddys Stiefvater wird. Dies ist bereits die dritte Ehe ihrer lebenslustigen Mutter. Freddys Halbgeschwister sind echte von Fennhusens, sie „nur“ einen von Weidenfels – „nur“, weil sie kein Erbe, keine Mitgift zu erwarten hat. Aber Freddy ist klug, wissbegierig, lebensklug, und umsichtig. Sie besitzt Einfühlungsvermögen und ist mit einer sehr guten Beobachtungsgabe ausgestattet. Im Gegensatz zu ihrer Mutter findet sich Fredda schnell mit den Abläufen auf dem großen Gut und den Angestellten zurecht. Ihr ist klar, dass sie eine sichere Zukunft nur in einer Ehe oder ein Anstellung z.B. als Mamsell (Vorsteherin des Haushaltes) finden wird. 8 Jahre später hat Freddy erfolgreich eine Ausbildung an einer höheren Töchterschule für Gartenbau absolviert und dort alles gelernt, um einem Gut vorstehen zu können – egal ob als Ehefrau oder Mamsell. Ihre Eltern sähen sie natürlich lieber in der Rolle einer Ehefrau – am liebsten in der von Ax von Stieglitz. Ax ist ein langjähriger Bekannter von Erik und ca. 15 Jahre älter als Freddy. Aber warum war er noch nie verheiratet? Warum wird nie ein Gerücht über eine Affäre laut?! Welches Geheimnis verbirgt er? Was für ein Wohlfühlbuch! Von Anfang an war ich mitten im Geschehen, was vor allem an dem extrem anschaulichen Schreibstil der Autorin lag. Man merkt, dass sie auch eine große Familie hat. Freddys Familie ist toll inszeniert - groß, laut, sympathisch und mit einem ausgezeichneten Zusammenhalt. Freddy geht in ihrer Rolle als große Schwester perfekt auf und kann sich ein späteres Leben als Gutsherrin gut vorstellen. Das Gutsleben ist hart und alle, auch die Kinder müssen mit anpacken. Ax ist als enger Freund ihres Stiefvaters oft zu Besuch und sie schwärmt sofort für ihn – und das nicht nur wegen seines zahmen Wolfsrudels. Mit ihrer Mutter Stefanie bin ich nicht so recht warm geworden. Sie liebt ihre Kinder und Freddy als älteste Tochter wohl besonders, aber sie fordert von ihr immer mehr als von den anderen. Ihrer Meinung nach sollte sich Freddy nach einem reichen Ehemann umschauen. Dabei bleiben ihre Beweggründe im Dunklen. Geht es hier nur um das Ansehen der Familie? Erik ist der Ruhepol der Familie, seine Sorge gilt vor allem dem Gut und der politischen Lage, schließlich hängt beides fest zusammen. Der erste WK ist noch nicht lange vorbei und die politische Lage greift immer mehr ins Tagesgeschehen ein. Er liebt die Kinder gleichermaßen und sagt Freddy immer wieder, dass Fennhusen ihre Heimat ist und bleiben wird. Auch ihre Geschwister sind liebevoll herausgearbeitet, aber die Hauptrolle des Buches machen sie Freddy nie streitig. Meine Lieblings-Nebencharaktere waren die Köchin des Gutes, eine Seele von Mensch, und ihr männliches Pendant, der Stallmeister Hans. Einen schönen Gegensatz zu Freddy bildet ihre modebewusste Potsdamer Freundin Thea. Sie ist viel weltoffener, auch, was außereheliche Beziehungen angeht. „Das Lied der Störche“ war mein erstes Buch von Ulrike Renk und wird auf jeden Fall nicht mein letztes bleiben. Bereits die Leseprobe hatte mich so gefesselt, dass ich wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Wer meine Rezensionen kennt, weiß dass ich Familiensagas und dunkle Geheimisse liebe – meine Erwartungen an das Buch waren also sehr hoch und ich wurde keine Minute enttäuscht. Es war spannend, humorvoll, lehrreich und dabei nie kitschig. Das einzige Manko ist ein ganz gemeiner Cliffhanger am Ende des Buches – zum Glück soll die Fortsetzung aber schon im September erscheinen ("Die Jahre der Schwalben"). 5 Sterne und meine unbedingte Leseempfehlung.

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Beeindruckender Familienroman
von Bibliomarie aus Düsseldorf am 27.01.2017

Die 11 jährige Frederike kommt mit ihren Halbgeschwistern auf das Gut ihres Stiefvaters nach Ostpreußen. Eine große Umstellung für das Mädchen, das bisher in Potsdam lebte. Schon bald lernt sie das Leben auf dem Gut lieben und sie verbringt sorglose und behütete Jahre, auch wenn ihre Zukunft nicht rosig... Die 11 jährige Frederike kommt mit ihren Halbgeschwistern auf das Gut ihres Stiefvaters nach Ostpreußen. Eine große Umstellung für das Mädchen, das bisher in Potsdam lebte. Schon bald lernt sie das Leben auf dem Gut lieben und sie verbringt sorglose und behütete Jahre, auch wenn ihre Zukunft nicht rosig aussieht. Ihr leiblicher Vater ist früh verstorben und ließ die Mutter mittellos zurück, ohne Mitgift und Erbansprüchen, bleibt ihr nur die Hoffnung auf eine Ehe mit einem vermögenden Mann. Mit Ax von Stieglitz hat ihre Mutter auch schon den passenden Kandidaten im Auge. Der reiche Gutsbesitzer, ein langjähriger Freund der Familie, ist zwar deutlich älter als Freddy, aber seine geheimnisvolle Aura faszinierte Freddy schon als Kind und so lässt sie sich gern in diese Verbindung drängen. Ostpreußen in den Zwanziger Jahren ist noch eine heile Welt, auch wenn die Gutsbesitzer schon mit Sorge auf die Politik sehen. Getrennt durch den „polnischen Korridor“ vom Deutschen Reich klingen in kleinen Begebenheiten und Gesprächen die drohenden Veränderungen an. Diese Epoche wird lebendig und genau beschrieben. Ulrike Renk hat ein Händchen für historische Stoffe und kann sie wunderbar mit Leben erfüllen. Sie erzählt vom idyllischen Leben auf einem Gut des Landadels ist, wo es an nichts fehlt, Feste und Bälle den Alltag auflockern und dienstbare Geister auch ohne Elektrizität und fließend warm Wasser für Komfort sorgen. Auch in ihrem neuen Roman, der ähnlich wie ihre Trilogie über die „Australischen Schwestern“ von tatsächlichen Begebenheiten und wahren Personen angeregt ist, stellt sie ihr Können unter Beweis. Mit Frederike, genannt Freddy, ist ihr eine wunderbare Figur gelungen, liebenswert und sympathisch, begleitet man sie auf ihrem nicht leichten Lebensweg. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich diese Geschichte gefesselt und ließ mich in diese vergangene Epoche und Landschaft eintauchen. Ganz geschickt ist das Ende, denn es lässt mich und wohl auch jede andere Leserin ungeduldig auf die angekündigte Fortsetzung warten.

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Familien - Saga aus Ostpreußen
von Melanie Enns aus L. am 27.01.2017

"Das Lied der Störche" ist in mehrere Teile eingeteilt, die erst die Kindheit von Frederike erzählt, um dann sehr detailliert in die Jugendzeit einzutauchen. Gerade das sehr detaillierte Leben auf dem Gutshof des Stiefvaters hat mir sehr gefallen. Es ist eine definitiv andere Zeit und Frauen die ohne... "Das Lied der Störche" ist in mehrere Teile eingeteilt, die erst die Kindheit von Frederike erzählt, um dann sehr detailliert in die Jugendzeit einzutauchen. Gerade das sehr detaillierte Leben auf dem Gutshof des Stiefvaters hat mir sehr gefallen. Es ist eine definitiv andere Zeit und Frauen die ohne große Mitgift verheiratet werden sollen, werden regelrecht verschachert. Ich empfand es als sehr bitter und war erstaunt, das Frederike trotz großer Intelligenz und Fleiß sich unterordnet. Der erste Band ist mit "Alte Heimat" untertitelt, was sehr gut zu passen scheint, denn der zweite Band wird darauf aufbauen. Es endet mit einem echt miesen Cliffhanger und meine große Hoffnung nicht zu lange auf den Folgeband zu warten, wird sich hoffentlich erfüllen. Da die Seiten nur so dahin geflogen sind, wäre es wundervoll gewesen gleich weiterzulesen, denn ich erhoffe mir für Frederike das große Glück. Auch wenn sie nie Hunger oder Ablehnung gelitten hat, ist sie dennoch die Tochter, die nicht auf ein großes Erbe hoffen darf, zumal ihre Mutter und ihr Stiefvater für einige weitere Söhne und Töchter gesorgt haben. Der Wunsch der Mutter ist, Frederike in guten Händen zu wissen und erst spät wird deutlich, dass ihr das Wohl der Tochter ihr am Herzen liegt. Die Mutter erschien mitunter sehr gefühlskalt. Als Frederike ihre Schulbildung beendet hat, wird sie auf dem Gut regelrecht auf den Prüfstand gestellt, um festzustellen, ob sich die Investition der Schulgelder gelohnt hat. Manchmal empfand ich das Verhalten ihrer Mutter sehr oberflächlich, aber man muss natürlich auch bedenken, dass es andere Zeiten waren und Emanzipation noch nicht stattgefunden hat. Es ist natürlich nicht nur das Leben auf dem Gut, welches sehr detailliert wiedergegeben wurde, sondern auch die zarten Liebesbande zu Ax von Stieglitz, der schon seit langen Jahren im Hause der Familie ein gern gesehener Gast ist. Die politische Lage findet ihren Platz und auch die Schwierigkeiten und Ängst die damit einhergehen. Insgesamt ist die Story als sehr hochwertig einzustufen. Interessant ist, dass es sich hierbei um eine wahre Begebenheit handelt, die sicherlich auch ausgeschmückt wurde. Im Anhang findet sich dazu einige Erklärungen der Autorin. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung. Leser/innen, die gerne in historische Romane abtauchen, werden in "Das Lied der Störche" einen echten Buchschatz finden.

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Stimmiger Auftakt
von Jennifer aus Stadtroda am 26.01.2017

INHALT Ostpreußen um 1920: Die 11-jährige Frederike von Weidenfels und ihre Stiefgeschwister Fritz und Gerta von Fennhusen ziehen auf den Gutshof ihres Onkels und neuen Stiefvaters Erik. Das Leben auf dem Land in der Nähe von Graudenz unterscheidet sich fundamental von dem in der Stadt. Gab es in Potsdam noch... INHALT Ostpreußen um 1920: Die 11-jährige Frederike von Weidenfels und ihre Stiefgeschwister Fritz und Gerta von Fennhusen ziehen auf den Gutshof ihres Onkels und neuen Stiefvaters Erik. Das Leben auf dem Land in der Nähe von Graudenz unterscheidet sich fundamental von dem in der Stadt. Gab es in Potsdam noch in allen Bereichen des Wohnhauses Elektrizität und fließend Wasser, so ist dies im Gutshaus eher Mangelware. Hier steht die Pferdezucht und die Bewirtschaftung der Felder im Vordergrund. Auch eine Schule gibt es nicht, doch dafür einen, in die Jahre gekommenen Hauslehrer. Anfangs tun sich die Geschwister und vor allem Frederike noch schwer mit dem Hofleben, denn in Berlin pulsiert das Leben. Aber mit der Zeit lernt sie dessen Vorteile zu schätzen und will alles lernen, um eines Tages eine gute Gutsherrin zu werden. Da sie weder Mitgift noch Auskommen besitzt, ist eine wohlhabende Partie erstrebenswert. Der fünfzehn Jahre ältere Ax von Stieglitz hat nicht nur gute Manieren, sondern auch ein großes Gut. Doch ein Geheimnis umgibt ihn... MEINUNG Ulrike Renks neuester Wurf - Das Lied der Störche - basiert auf einer wahren Geschichte und überzeugt durch die realistische Abbildung der damaligen Lebensumstände. Die Gutsherren hatten es in den Zwanziger Jahren nicht leicht, da nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland politische Wirren herrschten und es die Menschen immer mehr in die Städte trieb, wo es Automobile, Elektrizität und allerhand kulturelle Amüsements gab. In der ländlichen Provinz kämpfte man ums tägliche Überleben und arbeitete hart. Protagonistin Frederike muss dies erst noch lernen, doch sie liebt den dort herrschenden familiären Zusammenhalt. Hier kann sie unbeschwerte Tage mit den Geschwistern in der Natur verbringen und muss sich nicht um die neueste Mode kümmern. Auch Hunde, Pferde, Kaninchen etc. wollen versorgt werden. Renks unverstellter, authentischer Einblick in das damalige Land- und Familienleben macht dieses Buch so lesenswert. Es geht um Rollenbilder, jugendliche Rebellion und Verwirklichung von Lebensträumen. Hierbei steht Frederikes Werdegang im Fokus. Letztere wandelt sich im Laufe der Handlung von der braven Stieftochter zur angesehenen Gutsherrin. Gern setzt sie sich über gängige Konventionen hinweg und handelt nach humanen Gesichtspunkten. Emotional nimmt sie ihre ungewisse Zukunft stark mit. Infolge hadert sich oft mit sich, weiß aber immer die rechten Entscheidungen zu treffen. Frederike sowie die Nebencharaktere (Geschwister, Tanten, Stiefvater, Mutter etc.) wurden passend zueinander ausgewählt, so dass ein wahres Familienidyll geschaffen wird. Handlungstechnisch lebt der Roman von dem bunten Familien- und Gutsleben im Hause Fennhusen. Das offene Ende weckt des Lesers Neugier auf den zweiten Band. Man fragt sich: Wie wird es wohl mit Frederike weitergehen? Wie werden die politischen und privaten Ereignisse ihr Leben verändern? Die Sprache der Autorin ist lebendig und sehr bildhaft. Zudem werden allerhand Redewendungen, Anreden sowie Dialekte der Zeit gewinnbringend mit eingeflochten. Auch bei der Namenswahl zeigt sich Renk sehr geschickt, indem zeitgenössische Namen für ihre Charaktere wählt. FAZIT Gelungener Auftakt zu einer neuen Familiensaga, deren Lektüre nicht nur gut unterhält, sondern ganz nebenbei viel Mentalitätsgeschichte vermittelt. Absolut lesenswert!

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Ein geschichtlicher Ausflug nach Ostpreußen
von Xanaka aus Berlin am 24.01.2017

Als Frederike mit 11 Jahren auf das Gut ihres zweiten Stiefvaters kommt, fängt für sie ein neues Leben an. Gemeinsam mit ihrer Mutter und den beiden Halbgeschwistern siedeln sie von Potsdam nach Ostpreußen aufs Land. Für Frederike fängt damit ein völlig neues Leben an, aber schnell findet sie sich... Als Frederike mit 11 Jahren auf das Gut ihres zweiten Stiefvaters kommt, fängt für sie ein neues Leben an. Gemeinsam mit ihrer Mutter und den beiden Halbgeschwistern siedeln sie von Potsdam nach Ostpreußen aufs Land. Für Frederike fängt damit ein völlig neues Leben an, aber schnell findet sie sich in die Gegebenheiten ein und findet Gefallen am Landleben. Ein eigener Hund, ein eigenes Pony erleichtern dieses Einleben schnell. Auch die Familie entwickelt sich weiter und so werden weitere Geschwister geboren. Friederike wird irgendwann klar, dass sie zwar eine Familie hat, aber trotzdem nicht so richtig dazu gehört. Um ihr weiteres Leben abzusichern, muss sie einen vermögenden Mann finden, denn ein eigenes Erbe hat sie nicht zu erwarten. Ein Kandidat wäre Ax von Stieglitz. Aber der ist viel älter als sie und ob er sie überhaupt als Frau wahrnimmt? Besonders gut hat mir die Protagonistin Friederike gefallen. Sie übernimmt schon früh die Verantwortung für jüngere Geschwister und doch ist ihre Welt nicht so in Ordnung, wie es scheint. Die Autorin hat das Leben Freddys sehr einfühlsam erzählt, auch an ihren Gedanken, Ängsten und Sorgen lies sie uns teilhaben. Und es ist nicht nur das Teilhaben, während des Lesens entsteht auch der Wunsch, dass für Freddy alles gut ausgehen wird. Lest selbst, wie alles sich entwickelt. Ulrike Renk hat mit ihrem Buch „Das Lied der Störche“ einen emotionalen und atmosphärisch dichten Roman vorgelegt. Von der ersten Seite an entwickelt die Geschichte einen derartigen Sog, dass der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. So darf man als unsichtbarer Beobachter im Hier und Jetzt zusammen mit Frederike die Ereignisse in der Familie miterleben. Gleichzeitig ist es eine Zeitreise in das vergangene Jahrhundert. Ostpreußen in den zwanziger Jahren, da war die Welt noch in Ordnung. Die Beschreibung des Landlebens zur damaligen Zeit, die Sommergäste, die jedes Jahr erscheinen, diese vielen Menschen, die auf so einem Landgut lebten. Man erfährt während des Lesens soviele Einzelheiten über das damalige Leben, die ich zum Teil so gar nicht gewusst oder wahrgenommen hatte. Von mir gibt es für dieses Buch verdiente 5 Lesesterne und eine unbedingte Leseempfehlung an alle.

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empfehlenswert - spannende Familiengeschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Meerbusch am 22.01.2017

Klappentext: Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre... Klappentext: Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt ... Frederike, genannt Freddy, die Protagonistin des Buches zieht, nachdem ihre Mutter 1920 den Gutsbesitzer Erik von Fennhusen geheiratet hat, zusammen mit ihrer Familie auf das Gut nach Ostpreußen. Nicht nur für die 11jährige Freddy eine große Umstellung, auch für die Familie, sie hat bislang in Berlin gelebt und zieht nun aufs Land. Auf dem Gut läuft vieles völlig anders, sie und ihre Geschwister bekommen nun Unterricht von einem Hauslehrer und auch die Gepflogenheiten sind auf dem Gut völlig anders als in der Stadt. Schon in den ersten Tagen kommt Ax von Sieglitz zu Besuch, ihn verbindet mit ihrem Stiefvater eine besondere Freundschaft… Das Buch schildert sehr gut die Gesellschaft der damaligen Zeit auf einem Gut, ein Original ist die Köchin, deren ostpreußischer Dialekt den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringt, auch die den Haushalt federführende Mamsell wird sehr gut charakterisiert und veranschaulicht sehr gut das damalige Zusammenleben, die Schwierigkeiten zwischen den doch höher gestellten Landadel und den Bediensteten des Gutes. Sehr gutbeschrieben und nachvollziehbar auch die Schwierigkeiten nach dem ersten Weltkrieg durch den durch den Versailler Vertrag entstandenen polnischen Korridor, der Ostpreußen zu einer Exklave machte. Die Probleme der Inflation du Arbeitslosigkeit, Preisverfall. Das Buch beschreibt das Heranwachsen der Kinder, die Veränderungen der damaligen Zeit zwischen 1920 und 1928, immer wieder aufgelockert durch nette und zum Schmunzeln bringende Anekdoten der Familie, man fühlt sich hineinversetzt in die damalige Zeit. Als Freddy nach ihrer Ausbildung in Bad Godesberg nach Hause zurückkehrt hat auch sie sich verändert, ist reifer geworden und stellt vieles in Frage. Ax von Stieglitz umwirbt sie, doch nicht so, wie sie es sich vorstellt, im Hintergrund spinnt ihre Mutter die Fäden und Freddy denkt immer wieder darüber nach, warum er sich ihr nicht so wirklich offenbart…. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es liest sich flüssig ich war als Leser immer mitten im Geschehen, ich würde mich freuen, wenn es, wie bereits angedeutet, eine Fortsetzung gehen würde.

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Eintauchen in vergangene Zeiten
von Monika Schulte aus Hagen am 03.02.2017

Frederike, die von allen liebevoll Freddy genannt wird, ist ein glückliches junges Mädchen, das auf dem Gut ihres Stiefvaters Erik aufwächst. Schon früh muss sie lernen, wie man ein Gut leitet. Nachdem sie auf der Gartenbauschale in Bad Godesberg ihren Abschluss gemacht hat, nimmt sie ihrer Mutter immer mehr... Frederike, die von allen liebevoll Freddy genannt wird, ist ein glückliches junges Mädchen, das auf dem Gut ihres Stiefvaters Erik aufwächst. Schon früh muss sie lernen, wie man ein Gut leitet. Nachdem sie auf der Gartenbauschale in Bad Godesberg ihren Abschluss gemacht hat, nimmt sie ihrer Mutter immer mehr Aufgaben ab, die eine Gutsfrau zu erfüllen hat. Doch Freddy macht sich ihre Gedanken. Wie wird ihre Zukunft aussehen? Welcher Mann wird sie zur Frau haben wollen? Freddy ist nicht erbberechtigt. Ihr einstiges Erbe, ihre mögliche Mitgift ist im großen Krieg verloren gegangen. Seit ihrem 11. Lebensjahr fühlt sich Freddy zu dem wesentlich älteren Ax von Stieglitz , hingezogen, doch ist er der Richtige für sie? Ein Geheimnis scheint ihn zu umgeben. „Das Lied der Störche“ - ein faszinierender Roman, der mich umso mehr begeistert, da es sich, wie schon bei den „Australischen Schwestern“, um eine Familiengeschichte mit wahrem Hintergrund handelt. Ulrike Renk macht Geschichte lebendig. Es ist so wunderbar zu lesen, wie die junge Freddy sich entwickelt und zur jungen Frau heranwächst. Ihre Gedanken, ihre Träume, ihre Sorgen. Bei den Fennhusens handelt es sich um keine überhebliche Gutsherrenfamilie. Hier wird mit angepackt. Schon die kleinesten Familienmitglieder helfen bei der Arbeit. Die Mamsell, die Köchin Schneider, sie sind mir alle sehr ans Herz gewachsen. Während Freddys Freundinnen in ihrer alten Heimat Berlin und Potsdam die Abende mit Theater und Tanzen erfüllen, geht es auf dem Gut in Ostpreußen eher beschaulich zu, doch auch hier weiß man zu feiern. Freddys Mutter liebt es Gesellschaften zu geben und so kommt es, dass man auch im fernen Ostpreußen in der Scheune Shimmy tanzt und laut bei „Ausgerechnet Bananen“ mitsingt. Das Lied habe ich übrigens immer noch im Ohr! Ulrike Renk hat mich mit ihrer Geschichte auf dieses ostpreußische Gut entführt. Ich war dabei. Ich konnte hautnah miterleben, wie sich das Leben auf so einem Gutshof abspielt. Wieder einmal schafft die Autorin es hervorragend, die damalige Zeit wiederaufleben zu lassen. Alles war mir vertraut. Liebevolle Details machen die Geschichte authentisch. „Das Lied der Störche“ - ein ganz wunderbares Buch mit einem mitreißenden Finale!Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Geschichte, die im Herbst 2017 erscheinen wird.

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