Das Mädchen, das rückwärts ging

Roman

(26)

»Über Trennung und Trauer.Seite für Seite liest man in rasendem Tempo.«
Celeste Ng in >The Guardian<
Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln.
Carmels Mutter, seit kurzem wieder Single, gibt sich voller Verzweiflung selbst die Schuld: Hat sie Signale übersehen, nicht genug achtgegeben auf ihr einziges Kind? Carmel ist ein besonderes Mädchen: Sensibel und reifer als andere in ihrem Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend, verträumt. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht sucht die Mutter schließlich selbst nach ihr. Schritt für Schritt geht sie zurück in der gemeinsamen Zeit, jede Kleinigkeit zählt. Währenddessen beginnt für Carmel eine lange und ungewöhnliche Reise.

Portrait

Kate Hamer wuchs in Pembrokeshire (England) auf und studierte Kunstgeschichte an der Manchester University. Nach zehn Jahren als Dokumentarfilmerin nahm sie 2011 ein Creative-Writing-Studium auf. Ihr Debüt >Das Mädchen, das rückwärts ging< wurde bereits während ihrer Arbeit daran mit einem Preis für den besten Romananfang ausgezeichnet. Für eine ihrer Kurzgeschichten erhielt sie den Rhys-Davies-Short-Story-Preis. Kate Hamer lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Cardiff (Wales).

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 424
Erscheinungsdatum 23.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14521-3
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12,1/2,5 cm
Gewicht 348 g
Originaltitel The Girl in the Red Coat
Übersetzer Brigitte Aus dem Englischen Jakobeit
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
26 Bewertungen
Übersicht
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Licht und Schatten
von Karlheinz aus Frankfurt am 16.04.2017

Als die achtjährige Carmel spurlos verschwindet, macht sich die alleinerziehende Beth große Vorwürfe, aber sie gibt die Hoffnung nicht auf, das Carmel noch lebt und wieder zu ihr zurückkommt. Schon das außergewöhnliche und vor allem auffällige Cover, welches mir nicht wirklich gefällt, weist auf ein eher ungewöhnliches Buch hin. So... Als die achtjährige Carmel spurlos verschwindet, macht sich die alleinerziehende Beth große Vorwürfe, aber sie gibt die Hoffnung nicht auf, das Carmel noch lebt und wieder zu ihr zurückkommt. Schon das außergewöhnliche und vor allem auffällige Cover, welches mir nicht wirklich gefällt, weist auf ein eher ungewöhnliches Buch hin. So wird abwechselnd aus der Sichtweise von der entführten Carmel und ihrer Mutter Beth erzählt. Diese Perspektivwechsel vermitteln dem Leser die Möglichkeit sich in beide Seiten hinein zu versetzen ohne jedoch hektisch oder verwirrend zu sein. Die Handlung ist passend zu den Perspektivenwechseln, ohne dass dabei der rote Faden des Buchs verloren geht. Manches hätte man gerne genauer erfahren und teilweise sind die Zeitsprünge für mich ein wenig zu groß geraten. Es besteht von Anfang an eine Spannung, ohne dass reißerische Elemente benötigt werden. Die Spannung kommt aus der Handlung und wird durch immer wieder kleine Einblicke in das Gesamtgeschehen aufrechterhalten. Der Schreibstil von Kate Hammer ist ein eher sachlicher und mir persönlich bei dieser er Art von Buch und Handlung nicht emotional genug. Für einen Erstlingsroman verzeihlich, dennoch wäre ein wenig mehr Herzblut erfrischend gewesen. Wäre dann nicht das schnelle und schmerzlose Ende des Romans wären es vier Sterne geworden, jedoch wirkt der Roman am Ende zu überhastet und im Gegensatz zum Rest des Buches nicht gelungen. Fazit: Guter Erstlingsroman der durch die Perspektivenwechsel und die Handlung auf 416 Seiten überzeugt. Der Schreibstil, sowie das abrupte Ende führen zu Abzügen, somit drei Sterne.

Mutter-Tochter-Liebe
von einer Kundin/einem Kunden aus syke am 01.11.2015
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Fünf Jahre und zweihundertfünfzehn Tage sind Beth und ihre achtjährige Tochter Carmel voneinander getrennt, nachdem das Mädchen bei einer gemeinsam besuchten Veranstaltung unter falschen Tatsachen von seinem vorgeblichen Großvater verschleppt wird. Beth geht während dieser Zeit fast zu Grunde, gibt aber den Glauben an ein Wiedersehen mit der Tochter... Fünf Jahre und zweihundertfünfzehn Tage sind Beth und ihre achtjährige Tochter Carmel voneinander getrennt, nachdem das Mädchen bei einer gemeinsam besuchten Veranstaltung unter falschen Tatsachen von seinem vorgeblichen Großvater verschleppt wird. Beth geht während dieser Zeit fast zu Grunde, gibt aber den Glauben an ein Wiedersehen mit der Tochter und die Suche nach ihr niemals auf. Vor allem gibt sie sich die Schuld an deren Verschwinden, weil sie, gerade vom Ehemann verlassen, zu sehr an der nach Eigenständigkeit strebenden Carmel geklammert hat aus Angst, sie zu verlieren. Carmel, im Glauben gelassen, ihre Mutter sei tot, wird von England nach Amerika verbracht und vagabundiert mit dem Großvater umher, der aus ihren Heilungskräften Kapital schlägt. Ohne ein Thriller zu sein, ist das Buch dennoch spannend wie ein ebensolcher. Es fesselt zu erfahren, ob es letztendlich ein Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter gibt. Statt wie in anderen Kindesentführungsfällen die polizeilichen Ermittlungen in den Fokus zu rücken, konzentriert sich hier die Geschichte auf die Tragödie, die es für Mutter und Tochter bedeutet, getrennt voneinander zu sein. Was sie dennoch verbindet, auch wenn sie fern voneinander sind, wird ergreifend dargestellt. Jede Mutter wird sich gut in Beth hineinversetzen können. Wir spüren quasi zwischen den Zeilen ihre Panik, Wut und Hilflosigkeit. Beide Protagonistinnen entwickeln sich während all der Jahre weiter. Beth reift und ist am Ende ein besserer Mensch. Carmel leidet weniger. Sie arrangiert sich mit ihrer Lage, ruft sich aber immer wieder ins Gedächtnis, wer sie ist, um sich nicht zu verlieren. Ihr Blick auf die Welt ist erfrischend. Ein gelungener Kunstgriff ist es, die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Carmel und Beth zu schildern. So lässt es sich gut an beider Gedanken und Gefühle teilhaben. Wie endlos das Leben für Beth ohne ihre Tochter ist, wird dadurch kenntlich gemacht, dass ihren Abschnitten die Zahl der Tage vorangestellt ist, die sie schon ohne ihre Tochter ist. Etwas gestört habe ich mich daran, dass das spirituelle Geschehen und der religiöse Fanatismus rund um den vermeintlichen Großvater ebenso wie Carmels besondere Gabe zu unrealistisch sind. Ein vielversprechender Debütroman, der sich aus der Masse anderer Romane hervorhebt.

Eine ungewöhnliche Geschichte, die eine aussergewöhnliche Sogwirkung entwickelt
von Marakkaram aus dem Emsland am 18.08.2015
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

>>Ich ging aus dem Zimmer, in dem sie so oft geatmet hatte und ihre Gedanken noch immer unter der Decke hingen.>> Carmel ist ein ganz besonderes Kind, hochsensibel und viel reifer als ihre Altersgenossen und dabei oftmals rätselhaft, abwesend und verträumt. So geht sie auch schon mal - schlafend in... >>Ich ging aus dem Zimmer, in dem sie so oft geatmet hatte und ihre Gedanken noch immer unter der Decke hingen.>> Carmel ist ein ganz besonderes Kind, hochsensibel und viel reifer als ihre Altersgenossen und dabei oftmals rätselhaft, abwesend und verträumt. So geht sie auch schon mal - schlafend in einer Hecke - in einem Irrgarten verloren. Für die alleinerziehende Beth ist diese Sorge und Angst ein ständiger Begleiter. Und dann passiert das Unfassbare. Auf einem Geschichtenfestival verschwindet Carmel im dichten Nebel und bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Beth macht sich schwere Vorwürfe und ihr Leben gerät aus den Fugen, aber die Hoffnung, die gibt sie nie auf... ~ ~ ~ Eine ungewöhnliche Geschichte, über ein ungewöhnliches Mädchen, das einen immer tiefer in seinen Bann zieht. Ich weiß gar nicht so richtig, was ich von dem Buch erwartet habe, es fiel mir rein zufällig in die Hände und die ersten Seiten habe ich mich auch ein wenig schwer getan. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und bei Carmel wusste ich nicht so recht, was ich von ihr halten sollte; ich konnte einige Aktionen sehr schwer greifen und einordnen (wie die Situation im Irrgarten).... und trotzdem vermochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Der Schreibstil ist in seiner Art wunderschön, unheimlich atmosphärisch und entwickelt einen Sog, dem man sich nicht mehr entziehen kann ~ Carmel lässt einen nicht mehr los. Die Autorin hat eine ganz eigene, aussergewöhnliche Art mit Emotionen umzugehen; stark, intensiv und überwältigend. Obwohl oftmals nur kurz angerissen, überrollen sie einen mit voller Wucht. Der Leser wird quasi mit ihnen allein gelassen; so allein, wie Carmel oder Beth. Das ist beeindruckend und eindringlich, ganz ohne große und dramatische Worte. Auch die Fragen, die sich kleine Menschen in so einer Situation stellen ohne darauf eine Antwort zu bekommen, haben mich oft nachdenklich und bedrückt zurückgelassen. Carmel ist ein großartiger und unheimlich liebenswerter Charakter und obwohl es ein ganz anderes Thema hat, fühlte ich mich irgendwie oftmals an "Raum" von Emma Donoghue erinnert. Fazit: Ein großartiger, atmosphärisch dichter Debutroman, mit einem ungewöhnlichem Thema, der mich stark beeindruckt hat