Das Zimmer

Roman. Ausgezeichnet mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2010 und dem Franz-Hessel-Preis 2012

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Mit einem Bein steht er noch im Paradies, dafür hat die Geburtszange gesorgt. Immer ist er ein Kind geblieben, und wurde doch stets älter, und leben mußte er auch irgendwie. Nun ist er schon dreißig. Ein Tag im Leben Onkel J.s. Es ist das Jahr der ersten Mondlandung. 1969.
Hin- und hergerissen zwischen Luis Trenker, der Begeisterung für Wehrmachtspanzer und den Frankfurter Nutten, wird J. plötzlich als ein Mensch erkennbar, der außerhalb jeden Schuldzusammenhangs steht, noch in den zweifelhaftesten Augenblicken. Einer, der nicht zugreift, weil er es gar nicht kann, während die Welt um ihn herum sich auf eine heillose Zukunft vorbereitet.

Portrait

Andreas Maier wurde 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren. Er studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und ist Doktor der Philosophie im Bereich Germanistik. Er lebte wechselweise in der Wetterau und in Südtirol. Andreas Maier wohnt in Frankfurt am Main.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 203
Erscheinungsdatum 12.12.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46303-1
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,7/10,9/1,5 cm
Gewicht 127 g
Auflage 2. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Eine Geschichte aus einer anderen Zeit
von Dr. Christian Rößner aus Göttingen am 08.09.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

Der Ich-Erzähler sitzt im Zimmer seines verstorbenen Onkels J. und porträtiert einen Tag aus dem Leben seines außergewöhnlichen Onkels. Wir schreiben das Jahr 1969. J. Boll ist wirklich eine merkwürdige Gestalt: von einer Zangengeburt hat er eine leichte geistige Behinderung davon getragen, die ihn - auf den ersten Blick... Der Ich-Erzähler sitzt im Zimmer seines verstorbenen Onkels J. und porträtiert einen Tag aus dem Leben seines außergewöhnlichen Onkels. Wir schreiben das Jahr 1969. J. Boll ist wirklich eine merkwürdige Gestalt: von einer Zangengeburt hat er eine leichte geistige Behinderung davon getragen, die ihn - auf den ersten Blick kaum ersichtlich – zu einer Außenseiterfigur macht. Nicht mal seine Begeisterung für Luis Trenker, die Bergwacht, alles Technische, Heino, seinem Opel Variant, für den er sogar einen Führerschein besitzt, und seinem Hang zum Rotlichtmilieu, können ihn zu einem bundesdeutschen Durchschnittsbürger der 60er Jahre machen. Er ist und bleibt ein Outsider – eine Witzfigur. Doch durch seine kindlichen Naivität, seinen Obrigkeitsglauben und den unbedingten – wenn auch mürrischen hingenommenen – Gehorsam gegenüber den Familienmitgliedern, wird ihm vor allem von seinem Neffen viel Zuneigung – wenn auch Jahre nach dem Tod des Onkels – zu Teil. Ein wunderbarer Familienroman, ein Sittenporträt der 60er Jahre und eine Hommage an die (un-) erschütterliche Würde des Menschen! Eine wunderbare Erzählung!