Der Bastard von Tolosa

Roman

(9)
Wie Tausende »Soldaten Christi« folgt auch der junge Edelmann Jaufré Montalban 1096 dem Aufruf des Papstes, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Viele grausame Schlachten später beginnt er, am Sinn des Kreuzzugs zu zweifeln. Als seine Geliebte brutal niedergemetzelt wird, will er sich auf seine Burg nahe dem heutigen Toulouse zurückziehen. Doch dort erwartet ihn eine Gattin, die er nur unter Zwang geheiratet hatte – und eine tödliche Intrige um das Rätsel seiner Herkunft.
Portrait
Ulf Schiewe wurde 1947 geboren. Er begann seine Berufskarriere als Software-Entwickler und war später in mehreren europäischen Ländern als Marketingmanager internationaler Softwarehersteller tätig. Ulf Schiewe war schon immer eine Leseratte, den spannende Geschichten in exotischer Umgebung faszinierten. Im Laufe der Jahre wuchs der Wunsch, selbst historische Romane zu schreiben. So entstand »Der Bastard von Tolosa«, sein erster Roman, dem inzwischen eine ganze Reihe weiterer, gut recherchierter und vor allem spannender Abenteuerromane folgten. Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 928
Erscheinungsdatum 01.12.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-50309-6
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 22,3/12,9/5,8 cm
Gewicht 677 g
Verkaufsrang 35.676
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„Des Krieges müde“

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Ulf Schiewe hat als Schriftsteller einen wirklich guten Start mit diesem historischen Roman hingelegt.Ursprünglich hatte ich nur hineinschnuppern wollen, blieb aber hängen und habe es nicht bereut.Die Geschichte der Kreuzzüge bietet sich sicherlich immer wieder mal an in Mittelalter-Romanen, aber hier wird weder der Krieg gegen die "Ungläubigen" noch die Rolle der Kirche verherrlicht, sondern der Leser bekommt ein vielschichtiges Bild der damaligen Gesellschaft.Trotzdem hat man nicht das Gefühl mit Fachwissen überhäuft zu werden, sondern die in Ich-Form angelegte Geschichte des Jaufre Montalban liest sich durchaus mitreissend, man lebt, leidet und lacht mit ihm und gewinnt gleichzeitig einen Einblick in die damalige Gesellschaft der Landedelmänner,, ihrer Frauen und bäuerlichen Gefolgsleute.Kaufempfehlung ! Ulf Schiewe hat als Schriftsteller einen wirklich guten Start mit diesem historischen Roman hingelegt.Ursprünglich hatte ich nur hineinschnuppern wollen, blieb aber hängen und habe es nicht bereut.Die Geschichte der Kreuzzüge bietet sich sicherlich immer wieder mal an in Mittelalter-Romanen, aber hier wird weder der Krieg gegen die "Ungläubigen" noch die Rolle der Kirche verherrlicht, sondern der Leser bekommt ein vielschichtiges Bild der damaligen Gesellschaft.Trotzdem hat man nicht das Gefühl mit Fachwissen überhäuft zu werden, sondern die in Ich-Form angelegte Geschichte des Jaufre Montalban liest sich durchaus mitreissend, man lebt, leidet und lacht mit ihm und gewinnt gleichzeitig einen Einblick in die damalige Gesellschaft der Landedelmänner,, ihrer Frauen und bäuerlichen Gefolgsleute.Kaufempfehlung !

„Gott will es!“

Sarah Aksamit, Thalia-Buchhandlung Heilbronn


Mit derart überzeugenden Argumenten wurde vor etwas mehr als tausend Jahren zum Krieg gegen die Ungläubigen aufgerufen. Dieser Roman gibt tiefe und spannende Einblicke in das Leben eines Edelmannes, der diesem Aufruf folgte und in der Fremde mehr Abenteuer erlebte, als ihm lieb war (ganz zu Schweigen von der ungeliebten Ehefrau, die er in der Heimat zurückgelassen hatte).
Nicht ganz so bunt und mitreißend wie etwa Rebecca Gable, aber ein toller historischer Roman (auch für Männer!). Jedem der den Film "Königreich der Himmel" mochte wird dieses Buch auch gefallen.

Mit derart überzeugenden Argumenten wurde vor etwas mehr als tausend Jahren zum Krieg gegen die Ungläubigen aufgerufen. Dieser Roman gibt tiefe und spannende Einblicke in das Leben eines Edelmannes, der diesem Aufruf folgte und in der Fremde mehr Abenteuer erlebte, als ihm lieb war (ganz zu Schweigen von der ungeliebten Ehefrau, die er in der Heimat zurückgelassen hatte).
Nicht ganz so bunt und mitreißend wie etwa Rebecca Gable, aber ein toller historischer Roman (auch für Männer!). Jedem der den Film "Königreich der Himmel" mochte wird dieses Buch auch gefallen.

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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Fulminanter historischer Roman
von mabuerele am 22.03.2016

"...Wer hält euch den Rücken frei, damit ihr eure ... Gier nach Abenteuer und Eroberung austoben könnt?..." Wir schreiben das Jahr 1131. Im Castel Rocafort ist gerade Aimar, ein junger Mönch angekommen. Jaufré Montalban; Senher de Rocafort, hatte bei Prior Jacobus einen Schreiber angefordert. Aimar sollte Jaufrés Geschichte aufschreiben. Jaufrés... "...Wer hält euch den Rücken frei, damit ihr eure ... Gier nach Abenteuer und Eroberung austoben könnt?..." Wir schreiben das Jahr 1131. Im Castel Rocafort ist gerade Aimar, ein junger Mönch angekommen. Jaufré Montalban; Senher de Rocafort, hatte bei Prior Jacobus einen Schreiber angefordert. Aimar sollte Jaufrés Geschichte aufschreiben. Jaufrés Gedanken gehen 21 Jahre zurück. Es war im Jahre 1110 in Outremer, als sein Schicksal eine neue Wendung nahm. Sie waren auf der Jagd nach einer reichen Karawane. Jaufré diente unter Graf Bertran. Schon 14 Jahre gehörte er zu den Soldaten Christi. Auch an der Eroberung von Jerusalem war er beteiligt. Der Autor hat einen fulminanten und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Die Geschichte gliedert sich in zwei Abschnitte. Zum einen geht es um das Leben als Soldat in Tripolis. Dann aber erhält Jaufré einen Brief von Bischof Odo, der ihn zurück in die Heimat ruft. Nach einem persönlichen Schicksalsschlag und zunehmender Kriegsmüdigkeit folgt Jaufré dem Ruf. Doch in Rocafort wartet nicht nur ein lange gehütetes Familiengeheimnis auf ihn. Missgunst und Neid, Machtstreben und Gier zwingen Jaufré zu neuen Entscheidungen. Das friedliche Leben muss warten. Jaufré erzählt die Geschichte selbst. Die Personen werden gut charakterisiert. Ich möchte mich hier auf vier beschränken. Das ist zum einen Jaufré selbst, der seinen Auftrag ernst nimmt, ein kluger Stratege ist, aber mit Schicksalsschlägen schwer umgehen kann. Der zweite wäre sein Freund Hamid. Er ist zwar Moslem, sieht aber das Geschehen mit wachen Augen. Seine fast philosophischen Gedanken sind für die Geschichte eine besondere Bereicherung. Ricard, ein Verwandter des Grafen, entwickelt sich schnell zu Jaufrés Intimfeind. Zügellosigkeit, Machthunger und Grausamkeit zeichnen ihn aus. Berta, Jaufrés angetraute Gemahlin, ist eine starke Frau. Sie war DIE Überraschung des Buches. Der Schriftstil ist gut lesbar. Dazu tragen die detaillierten Beschreibungen von Land und Leuten bei. Die Verteidigungsmöglichkeiten der Burgen, der Kriegsverlauf, aber auch die Leiden der Zivilbevölkerung werden genau dargestellt. Das zeugt von exakter Recherche des Autors.Außerdem nutzt der Autor ein besonderes Stilmittel. Obwohl der Roman chronologisch aufgebaut ist, gibt es zwei Abweichungen. Zum einen sind das die kurzen Episoden zwischen Jaufré und Aimar, zum anderen werden an passender Stelle häufig Erinnerungssequenzen eingefügt, die das Geschehen vor 1310 beleuchten. Viel Wert legt der Autor auf die Wiedergabe von Emotionen. Trauer und Wut, Liebe und Zuneigung sind nur einige Beispiele, die sich durch die Handlung ziehen. Durch ihr Tun oder auch Lassen vermitteln die Protagonisten ihren tiefen Schmerz, ihre innere Zerrissenheit, aber auch ihre Stärke. Krieg und Kampf bedeuten immer wieder Abschiede, Abschiede von denen, die vor wenigen Minuten noch an der gleichen Seite gekämpft haben, aber ebenfalls von denen, die als Zivilisten Opfer der Kriegerscharen wurden. In gut herausgearbeiteten Dialogen wird dieser Wahnsinn des Krieges thematisiert. Manchem werden die Augen geöffnet, als er plötzlich selbst das Liebste verliert. Der Autor räumt den Protagonisten die Chance ein, sich zu entwickeln, die Vergangenheit mit neuen Augen zu sehen und den künftigen Weg zu überdenken. Das führt zu überraschenden Wendungen. Ernste und besinnliche Worte wechseln mit anklagenden Sätzen. Obiges Zitat stammt von Berta und zeigt die Sicht der Frauen. Doch auch ein feiner Humor fehlt nicht. Karten von den Handlungsorten, ein Register der historischen Personen und Anmerkungen des Autors ergänzen das Buch. Das Cover ist eher schlicht, passt aber zum Geschehen. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Einerseits wurde ich spannend unterhalten, andererseits wurde mir eine Menge an historischen Wissen vermittelt und nicht zuletzt gab es Sätze, die in Erinnerung bleiben werden, weil sie den Sinn von Krieg und Kampf infrage stellen.

Zeit der Kreuzzüge
von Everett am 01.03.2016

Die Zeit der Kreuzzüge, 1096 meint auch der junge Jaufre Montalban dem Ruf folgen zu müssen und ins sog. Outremer zu ziehen, um Jerusalem zu befreien. Er durchsteht viele Kämpfe, findet dort eine Frau und wird Castelan vom Graf Bertran in der Nähe von Tripolis. Doch bei einem brutalen... Die Zeit der Kreuzzüge, 1096 meint auch der junge Jaufre Montalban dem Ruf folgen zu müssen und ins sog. Outremer zu ziehen, um Jerusalem zu befreien. Er durchsteht viele Kämpfe, findet dort eine Frau und wird Castelan vom Graf Bertran in der Nähe von Tripolis. Doch bei einem brutalen Überfall wird seine Lebensgefährtin getötet und er beschließt zurück in seine Heimat zu gehen, zusammen mit seiner Tochter und seinem besten Freund Hamid. Zu Hause erwarten ihn allerdings Schwierigkeiten. Seine Frau, die sich all die Jahre alleine um die Burg Rocafort gekümmert hat, und Feinde, die aus seiner Herkunft begründet sind, von der Jaufre aber nichts weiß. Die Geschichte wird von Jaufre in der Ich-Erzählung geschildert. Von seinen Kämpfen im Outremer, seiner Reise nach Hause und seinen Erlebnissen und Kämpfen um seine Burg. Eine sehr umfangreiche Geschichte, wo ich beim Lesen merke, wie viel Mühe und Recherche sich der Autor dabei gegeben hat. Ich finde, hier wird ein gutes Bild der damaligen Zeit dargestellt. Dazu sind die Charaktere absolut gut vorstellbar beschrieben und auch die Nebenfiguren haben mir gefallen, brachten viel Lebendigkeit in den Roman. Die Dialoge haben mir gut gefallen und brachten einen nochmal mehr in die Handlung. Durch die sehr umfassende und intensive Beschreibung kamen mir manche Stelle etwas lang vor, doch im Nachhinein machten diese durchaus Sinn und gehören einfach zu diesem Roman. Ein sehr gelungener historischer Roman, der sehr facettenreich ist, geschrieben in einem wirklich gut lesbaren Stil.

Der Bastard von Tolosa
von leseratte1310 am 01.02.2016

Enttäuschung über seine Familie veranlasst den jungen Edelmann Jaufré Montalban, sich den Kreuzzügen anzuschließen, um Jerusalem von den Heiden zu befreien. Da ihn nichts zurück in seine Heimat zog, ist er in Outremer geblieben. Nun dient er Bertram dem Bastard und ist Castelan einer Festung. Aber rundherum herrscht noch... Enttäuschung über seine Familie veranlasst den jungen Edelmann Jaufré Montalban, sich den Kreuzzügen anzuschließen, um Jerusalem von den Heiden zu befreien. Da ihn nichts zurück in seine Heimat zog, ist er in Outremer geblieben. Nun dient er Bertram dem Bastard und ist Castelan einer Festung. Aber rundherum herrscht noch lange kein Frieden. Als seine Geliebte Noura grausam getötet wird, kommen ihm langsam Zweifel, ob er dieses Leben weiter führen will. Deshalb begibt er sich zusammen mit seiner Tochter Adela zurück zu seiner Familie nach Südfrankreich. Er will nicht mehr kämpfen. Aber auch in der Heimat bleiben ihm Kämpfe nicht erspart. Jaufré ist kein Heiliger. Er ist ein Kämpfer, der sehr hart sein muss, um in einem feindlichen Land zu überleben. Aber immer wieder zeigt sich, dass er auch eine andere Seite hat. Er leidet als ihm Noura genommen wird und es macht ihm nichts aus, das zu zeigen. Gut für ihn ist, dass er Freunde hat, die ihn unterstützen. Er ist ein sympathischer Mensch, der Wunden trägt, die ihm das Leben schlug. In der Heimat erwartet ihn seine resolute Frau Berta, die ihm einst aufgezwungen wurde und sein Sohn, der ihm feindlich gegenüber tritt. Berta musste unter schwierigen Bedingungen die Familie durchbringen. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass ihr Mann noch lebt. Daher ist sie zunächst nicht so erfreut, als er wieder auftaucht. Dann da ist jemand, der ein Auge auf Berta und Jaufrés hochverschuldeten Besitz geworfen hat. Bertram der Bastard ist ein schwer zu durchschauender Mensch. Seine Aufgabe scheint ihm auch nicht so recht zu gefallen, aber auch er hat keine Wahl. Sein Verhalten ist sehr unterschiedlich, manchmal freundschaftlich, aber er nutzt auch seine Macht. Er hat seinen Vetter Ricard aufgenommen, der jung und sadistisch ist. Dem macht es Spaß, anderen Angst einzujagen. Mit Jaufré verbindet ihn wahre Feindschaft und so müssen sich die beider später auch wieder über den Weg laufen. Die Andeutungen von seinem Onkel über seine Herkunft sowie seine Aufforderung zur Aufrüstungen muten Jaufré eigenartig an. Doch bald schon bleibt ihm nichts anderes, als wieder zu kämpfen. Die Geschichte ist mit über 900 Seiten sehr umfangreich, aber sie zieht einen in ihren Bann. Wir lernen Jaufré Montalban ganzes Leben kennen, seine Zeit in Outremer, seine Jugend und auch das, was er als alter Mann dem Mönch Aimar zu erzählen weiß. Der Geschichte ist einer wunderbare Verquickung von historischen Fakten und Fiktion. Es ist eine grausame Zeit und es ist manchmal hart, wenn über die begangenen Gräueltaten berichtet wird. Dennoch ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen. Wir erleben eine sehr spannende Geschichte, die wunderbar erzählt ist. Daher kann ich das Buch nur empfehlen.