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Der Dreißigjährige Krieg

Eine europäische Tragödie

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Der Dreißigjährige Krieg kostete Millionen Leben und veränderte die politische wie religiöse Landkarte Europas. Bis heute hält die Auseinandersetzung mit dem verheerenden Krieg an. War es ein »teutscher« Krieg? In erster Linie ein Religionskrieg? Oder war es der Kampf Frankreichs, Schwedens, Englands, niederländischer und deutscher Protestanten gegen die spanisch-habsburgische Hegemonie? Peter H. Wilsons große Gesamtdarstellung nimmt alle Aspekte in den Blick: beginnend mit der Vorgeschichte des Krieges und einem europaweiten Panorama der strukturellen Gegebenheiten über eine breite Schilderung des Kriegsgeschehens bis hin zum Westfälischen Frieden und den Folgen. In die Darstellung eingestreut finden sich Kurzporträts der wichtigsten politischen und militärischen Akteure. Doch Wilson verharrt nicht auf der Ebene der großen Gestalter, ihn interessieren immer auch Schicksal und Lebensrealitäten der gewöhnlichen Soldaten und Zivilisten. Ein opus magnum im besten Sinn.
Portrait
Peter H. Wilson ist Lehrstuhlinhaber für Militärgeschichte an der Oxford University. Zahlreiche Publikationen zur deutschen und europäischen Militärgeschichte der Neuzeit, zuletzt erschienen: The Holy Roman Empire: A Thousand Years of Europe’s History.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 1168 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.10.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783806236309
Verlag WBG Theiss
Dateigröße 6829 KB
Übersetzer Tobias Gabel, Thomas Bertram, Michael Haupt
eBook
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Kriege sind immer verheerend, erst recht wenn die Religion mit hereingezogen wird. Umfangreiche Darstellung zum Jahrestag, die die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Kriege sind immer verheerend, erst recht wenn die Religion mit hereingezogen wird. Umfangreiche Darstellung zum Jahrestag, die die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt stellt.

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Die Spaltung Europas
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Bewertet: gebundene Ausgabe

Wilson schreibt ein umfassendes Werk über die Glaubenskriege, die im Dreißigjährigen Krieg gipfeln. Er beginnt mit den Umwälzungen, die durch Marin Luther, den Schmalkaldener Bund, Calvin, den Buchdruck und die Übersetzung der Bibel ins Deutsche ausgelöst werden. Die Protestanten lehnen sich geben die Dominanz von Kirche und Adel auf,... Wilson schreibt ein umfassendes Werk über die Glaubenskriege, die im Dreißigjährigen Krieg gipfeln. Er beginnt mit den Umwälzungen, die durch Marin Luther, den Schmalkaldener Bund, Calvin, den Buchdruck und die Übersetzung der Bibel ins Deutsche ausgelöst werden. Die Protestanten lehnen sich geben die Dominanz von Kirche und Adel auf, der Adel sieht eine Möglichkeit, sich durch die Unterstützung Luthers vom Joch des Kaisers zu befreien. Obwohl Luther die Bauernkriege verteufelt, vermischt sich die Reformation mit nationalen Emanzipationsbewegungen. Die Calvinisten in Holland führen von 1568-1609 einen Befreiungskrieg gegen die Großmacht Spanien, Frankreich unterdrückt die Hugenotten, die nach Preußen fliehen, in den Habsburgischen Ländern geht es drunter und drüber, bis unter Ferdinand III. die Gegenreformation die Oberhand gewinnt. Die Spanische Vormacht wird durch die niederländische Flotte mit ihren Kaperbriefen eingegrenzt und trotz der Spanischen Heerstraße durch Mitteleuropa kann Spanien seine imperialen Ambitionen nicht durchsetzen. Frankreich erstarkt unter Henry IV. und verwendet die Glaubenskriege, um die spanische Umzingelung aufzubrechen. Im Norden rivalisieren Dänemark und Schweden um die Vormacht und machen sich nacheinander zum Beschützer der Protestanten. Dänemark hat durch den Schiffszoll im Öresund genug Geld um Truppen auszurüsten und versucht Hamburg und Bremen einzunehmen, wird aber besiegt. Schweden unter Gustav Adolf will ein Ostseeimperium errichten und dies gelingt ihm auch durch den Gewinn von Vorpommern und Bremen. Durch den Prager Fenstersturz wollen die Böhmen die nationale Unabhängigkeit erringen und machen Friedrich von der Pfalz zum „Winterkönig“, der aber in der Schlacht am weißen Berg verliert, da seine Truppen zu wenig Zusammenhalt haben. Danach triumphiert Ferdinand und alle Teile seines Reiches huldigen ihm. Friedrich flieht in die Pfalz, wohin sich der Krieg verlagert. Die protestantischen Söldner unter Manstein verlieren bei Wimpfen, Höchst und Stadtlohn drei Schlachten gegen Tilly und fliehen nach Holland, danach nach Ostfriesland, das sie plündern. Ferdinand festigt seine Macht, übergibt eroberte Ländereien an katholische Vasallen und führt die Primogenitur ein, um einen erneuten Bruderzwist im Hause Habsburg zu verhindern. Holland verlagerte den Seekrieg in die Kolonien und eroberte Indonesien und Bahia, während Richelieu der spanischen Vormacht durch einen Angriff auf Genua zu entkommen suchte, der die spanische Straße unterbrach. 1925 griff Dänemark auf Seiten der Protestanten in den Krieg ein, dessen Schauplatz nun Niedersachsen war. Tilly besiegte die Dänen bei Lutter durch 2 Flankenangriffe. Christian v Dänemark verlor seine Festlandsbesitzungen und schloss 1629 in Lübeck Frieden. 1628 bestand die Gefahr, dass alle europäischen Konflikte sich zu einem einzige verbanden, weil Polen zu Ferdinand, Frankreich, Holland, England u Schweden zur protestantischen Liga tendierten 1630 landete Gustav Adolf mit 80000 Mann auf Udedom, das er als Basis für seinen Feldzug ausbaute. Durch die Allianz mit Frankreich erhielt er finanzielle Unterstützung für den Unterhalt seiner Truppen. Tillys Belagerung von Magdeburg endete in einem grausigen Gemetzel. In der Schlacht bei Breitenfeld schlugen die Schweden Tilly in die Flucht und marschierten bis Mainz, wobei sich ihnen immer mehr Protestantische Fürsten anschlossen. Durch Donationen an seine Anhänger verteilte Gustav Adolf allen eroberten Besitz um. 1632 fiel der Schwedenkönig in der Schlacht bei Lützen und der schwedische Vormarsch versandete. Durch den Aufstand Portugals 1940, den Krieg gegen Frankreich und finanzielle Überschuldung war Spanien geschwächt, ebenso wie alle anderen Kriegsparteien. So wurde 1645-48 der Westfälische Friede ausgehandelt, der Europa in Zukunft auf ein diplomatisches Gleichgewicht festlegte. Wilson beschreibt sehr ausführlich jedes Detail dieses Krieges, was das Buch vor allem für Historiker zum Standardwerk macht. Für Laien ist es zu langatmig, weswegen es sich empfiehlt, Nebensächliches zu überspringen. Etwas zu kurz kommen Analyse und Interpretation der großen Entwicklungslinien dieses Krieges, der bis zu 8 Millionen von 25 Mill Einwohnern des Reiches kostete, prozentuell mehr wie jeder andere europäische Krieg. So verlor die Sowjetunion 12%, Europa im 1. Weltkrieg 5%, im 2. WK 6% seiner Bevölkerung.