Der glücklose Therapeut

Roman

(6)
Ein Psychologe kann zwar anderen helfen – aber nicht unbedingt sich selbst.

Zu David Winter kommen Menschen, die in ihrem Leben in eine Sackgasse geraten sind. Sie erho en sich von dem Therapeuten, dass er ihnen den Weg zurück in die Normalität bahnt. Doch dann übernimmt er den Fall eines schwer depressiven Versicherungsangestellten und ist zum ersten Mal in seinem Berufsleben überfordert. Als auch seine Familie ihm immer mehr entgleitet, ringt er verzweifelt um Kontrolle – und begeht eine therapeutische Todsünde. Noam Shpancer gelingt erneut ein kurzweiliger Einblick in die Arbeit und die Psyche eines Therapeuten. Fazit: Ein Psychologe kann zwar anderen helfen, aber nicht unbedingt sich selbst.

Portrait
Noam Shpancer, geboren 1959 in einem Kibbuz, lebt heute in den USA. Er ist Professor für klinische Psychologie an der Universität von Ohio und arbeitet nebenbei als Therapeut. Sein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Angstpatienten.
Brigitte Heinrich, die Herausgeberin, 1957 am Bodensee geboren, lebt nach Verlagstätigkeit in etlichen Städten und Häusern als Übersetzerin, Herausgeberin und Lektorin in Frankfurt am Main.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 10.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74952-2
Verlag btb
Maße (L/B/H) 19/12,1/2,2 cm
Gewicht 233 g
Originaltitel Midat ha-ra?amim (The Measure of Mercy)
Übersetzer Brigitte Heinrich
Buch (Taschenbuch)
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Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Koblenz

Ein sehr intelligentes Buch, dass einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche gewährt.
Außerdem wird offen angesprochen, dass es Profis nicht immer gelingt Lösungen zu finden
Ein sehr intelligentes Buch, dass einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche gewährt.
Außerdem wird offen angesprochen, dass es Profis nicht immer gelingt Lösungen zu finden

„Fesselnde Geschichte.“

Sabrina Hermes, Thalia-Buchhandlung Bad Oeynhausen

Nach "Der gute Psychologe" liegt mit diesem Buch nun das zweite Buch von Noam Shpancer vor, in dem er aus der täglichen Arbeit eines Therapeuten erzählt. Diesmal begleitet der Leser David Winter. Ein neuer, sehr depressiver Patient nimmt dessen volle Aufmerksamkeit ein. Schon bald kommt er an Grenzen, sodass selbst einer seiner Kollegen Nach "Der gute Psychologe" liegt mit diesem Buch nun das zweite Buch von Noam Shpancer vor, in dem er aus der täglichen Arbeit eines Therapeuten erzählt. Diesmal begleitet der Leser David Winter. Ein neuer, sehr depressiver Patient nimmt dessen volle Aufmerksamkeit ein. Schon bald kommt er an Grenzen, sodass selbst einer seiner Kollegen ihm dazu rät, die Behandlung abzubrechen. Auch in seinem Privatleben gerät einiges ausser Kontrolle und so weiss der geschulte Psychologe bald für sich selbst keinen Rat mehr...

Noahm Shpancer versteht es bei der gesamten Geschichte den Leser wie auch schon in seinem ersten Buch zu fesseln. Die Gespräche zwischen Patient und Therapeuten sind ansprechend erzählt und auch das Privatleben von David Winter hält so manche Überraschung bereit.

Ein spannender Roman über einen Therapeuten, dessen Leben urplötzlich ein wenig durcheinandergerät.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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Empfehlung
von einer Kundin/einem Kunden am 07.11.2013
Bewertet: Buch (gebunden)

Lesenswerter Roman! Wunderbar geschrieben. Noam Shpancer nimmt seinen Leser gekonnt mit ins Leben des Therapeuten!

Mit melancholischen Untertönen
von Michael Lehmann-Pape am 16.10.2013
Bewertet: Buch (gebunden)

Glücklos kommt sich David Winter, seines Zeichens Psychotherapeut, im Lauf der Geschichte durchaus mehrfach vor. Eine Glücklosigkeit, die sich im Übrigen nicht erst seit kurzem durch sein Leben zieht. Schon die Hoffnungen seines Vaters, Arzt zu werden, hat er nicht erfüllt und nur „irgendwie“ ist er dann „Mentalarzt“ geworden.... Glücklos kommt sich David Winter, seines Zeichens Psychotherapeut, im Lauf der Geschichte durchaus mehrfach vor. Eine Glücklosigkeit, die sich im Übrigen nicht erst seit kurzem durch sein Leben zieht. Schon die Hoffnungen seines Vaters, Arzt zu werden, hat er nicht erfüllt und nur „irgendwie“ ist er dann „Mentalarzt“ geworden. Trägt aber bis in die Gegenwart einen stetig zunehmenden Neid seinem Bruder gegenüber in sich. Dieser hat die Werkstatt des Vaters übernommen und „sieht am Ende des Tages, wenn etwas repariert ist“. Sein Jahr als Arzt im Praktikum in einer geschlossenen Einrichtung, das Grauen. Sein beruflicher Alltag inmitten all der Wohlstandsbürger mit all ihren kleinen bis kleinsten Problemen, ermattend. Seine Frau vielleicht auf Abwegen? Seine Tochter wird erwachsen und ist ernsthaft an einem jungen Mann interessiert. Genügend Gründe für Winter also, auch mal etwas positive Aufregung ins Leben zu lassen. Barry Long taucht als Patient bei ihm auf, geschickt von dessen Arbeitgeber, einer Versicherung, die ein hohes Interesse an Fortschritten ihres Angestellten in der Bewältigung seiner Depression hat. Mehr und mehr zieht Long nun Winter mit in seine Welt hinein. Nächtliche Anrufe, Hilfe-Rufe, stärker und stärker reicht der Einsatz Winters für seinen Patienten über die „normalen“ Therapiesitzungen hinaus. Doch sowohl der Leser wie das professionelle Umfeld Winters spüren: irgendwas stimmt bei all diesen Geschichten Barry Longs nicht. Mahnungen, die Winter nicht hören will, die er in den Wind schlägt. Nur zu verstehen auf eben jenem Hintergrund der eigenen Melancholie, des eigenen Wirrwarrs im Inneren des Psychologen. Bis er an den Rand des Tragbaren und den fast Verlust seiner eigenen Welt geführt werden wird. In ruhiger Art schreibt Shpancer, wie von ihm gewohnt. Allerdings wirkt sein David Winter hier und da doch etwas sehr naiv (oder zu sehr eingenommen von der ganzen Situation), denn offenkundig wird nach einer Weile in all den Ereignissen eine gewisse Surrealität ganz offen erkennbar. Auch der „private“ Verlauf in Bezug auf Winters Ehefrau Alex wirkt ein wenig aufgesetzt und doch sehr radikal an Veränderungen, deren Entstehung für Winter unerkannt stattgefunden haben soll. Wie immer sehr interessant und fundiert finden sich daneben allerdings gute bestens erläuterte Einblick in Denken und Arbeit der Psychotherapie, ebenso wird das ein oder andere Krankheitsbild und dessen geschichtliche Entwicklung in der Bewertung hervorragend dargestellt. Zusammen mit der sensiblen Darstellung der inneren Entwicklung David Winters und der sehr gut getroffenen Beschreibung seiner inneren Beziehungen, gerade zu seiner Tochter, ergibt sich am Ende ein schön zu lesender, fachlich fundierter Roman, der hier und da allerdings mit kaum glaubhaften Übertreibungen arbeitet, im Gesamten allerdings sehr gut den Verlust von professioneller Distanz und Kontrolle über das eigene Leben darstellt.


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