Der goldene Handschuh

(18)
Dieser phantastisch düstere, grell komische und unendlich traurige Roman ist der erste des Autors, der ohne autobiographische Züge auskommt. Ein Strunk-Buch ist es trotzdem ganz und gar. Sein schrecklicher Held heißt Fritz Honka – für in den siebziger Jahren aufgewachsene Deutsche der schwarze Mann ihrer Kindheit, ein Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der 1976 in einem spektakulären Prozess schaurige Berühmtheit erlangte. Honka, ein Würstchen, wie es im Buche steht, geistig und körperlich gezeichnet durch eine grausame Jugend voller Missbrauch und Gewalt, nahm seine Opfer aus der Hamburger Absturzkneipe «Zum Goldenen Handschuh» mit.
Strunks Roman taucht tief ein in die infernalische Nachtwelt von Kiez, Kneipe, Abbruchquartier, deren Bewohnern das mitleidlose Leben alles Menschliche zu rauben droht. Mit erzählerischem Furor, historischer Genauigkeit und ungeheurem Mitgefühl zeichnet er das Bild einer Welt, in der nicht nur der Täter gerichtsnotorisch war, sondern auch alle seine unglücklichen Opfer. Immer wieder unternimmt der Roman indes Ausflüge in die oberen Etagen der Gesellschaft, zu den Angehörigen einer hanseatischen Reederdynastie mit Sitz in den Elbvororten, wo das Geld wohnt, die Menschlichkeit aber auch nicht unbedingt. Am Ende treffen sich Arm und Reich in der Vierundzwanzigstundenkaschemme am Hamburger Berg, zwischen Alkohol, Sex, Elend und Verbrechen: Menschen allesamt, bis zur letzten Stunde geschlagen mit dem Wunsch nach Glück.
Rezension
Ein todtrauriges Leben in Suff und Unglück, ein großartiges Buch.
Portrait
Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Seit seinem ersten Roman «Fleisch ist mein Gemüse» hat er sieben weitere Bücher veröffentlicht. «Der goldene Handschuh» stand monatelang auf der Bestsellerliste und war für den Leipziger Buchpreis nominiert. Im Herbst 2016 wurde der Autor mit dem Wilhelm-Raabe-Preis geehrt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 256, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 26.02.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783644050815
Verlag Rowohlt E-Book
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„Eine wahre Schauergeschichte“

Ines Böcker, Thalia-Buchhandlung Essen

Wie mitleidlos die Gesellschaft mit Außenseitern umgehen kann, hat Fritz Honka sein Leben lang bitter zu spüren bekommen. Verlassen werden, Gewalt und Missbrauch prägen seine Kindheit. Ist es wirklich verwunderlich, was aus diesem Mann wird: ein sich selbst bemitleidender Trinker ohne Gespür und Empathie für seine Mitmenschen, ein Mann Wie mitleidlos die Gesellschaft mit Außenseitern umgehen kann, hat Fritz Honka sein Leben lang bitter zu spüren bekommen. Verlassen werden, Gewalt und Missbrauch prägen seine Kindheit. Ist es wirklich verwunderlich, was aus diesem Mann wird: ein sich selbst bemitleidender Trinker ohne Gespür und Empathie für seine Mitmenschen, ein Mann mit katastrophalem Frauenbild, der schließlich der legendäre Prostituiertenmörder von St. Pauli wird.
Auf der Grundlage dieser wahren Schauergeschichte stellt Heinz Strunk zwei gegensätzliche Milieus gegenüber: Die heruntergekommene Unterschicht St. Paulis, die ihr Leben größtenteils nur im Suff erträgt, und die hanseatische Oberschicht in Gestalt einer Reeder-Dynastie. Der ernüchternde einzige Unterschied: Die einen haben einfach nur mehr Geld - aber nicht mehr Menschlichkeit.
Mit beeindruckender Sprachkraft, die in ihrer Deutlichkeit dem Leser einiges abverlangt, inklusive schockiertem bis fassungslosem Kopfschütteln oder gelegentlichem Ekel, erzählt Strunk eine Geschichte vom nur allzu gerne verdrängten Rande unserer Gesellschaft. Ein manchmal grenzwertiges Buch - aber das zu sein ist ein Privileg großartiger Literatur.

Christine Pajak, Thalia-Buchhandlung Lutherstadt Wittenberg

Ein großartiges Buch über ein todtrauriges Leben. Meisterhafte Literatur, die Menschen eine Stimme gibt, die keine haben. Erbarmungslos, aufwühlend und grotesk. Sehr lesenswert. Ein großartiges Buch über ein todtrauriges Leben. Meisterhafte Literatur, die Menschen eine Stimme gibt, die keine haben. Erbarmungslos, aufwühlend und grotesk. Sehr lesenswert.

Julia Neubert, Thalia-Buchhandlung Dresden

Strunk geht bis an die Grenzen - und darüber hinaus...
Die Geschichte des Serienmördes Fritz Honka ist abstoßend und faszinierend zugleich. Nichts für schwache Nerven!
Strunk geht bis an die Grenzen - und darüber hinaus...
Die Geschichte des Serienmördes Fritz Honka ist abstoßend und faszinierend zugleich. Nichts für schwache Nerven!

„Hier beginnt die Hölle“

Iris Rosenthal, Thalia-Buchhandlung Braunschweig

Der Ort, in dem sich der Abschaum von St. Pauli trifft hat einen Namen: Der goldene Handschuh. In dieser eigentlich urigen Kneipe verkehren die Gestrandeten, unter ihnen Fritz Honka, der als einer der brutalsten Mörder überhaupt in den siebziger Jahren weltweit berühmt wird. Heinz Strunk gibt diesen Menschen eine Sprache und zeichnet Der Ort, in dem sich der Abschaum von St. Pauli trifft hat einen Namen: Der goldene Handschuh. In dieser eigentlich urigen Kneipe verkehren die Gestrandeten, unter ihnen Fritz Honka, der als einer der brutalsten Mörder überhaupt in den siebziger Jahren weltweit berühmt wird. Heinz Strunk gibt diesen Menschen eine Sprache und zeichnet seine kranke Persönlichkeit für den Leser überzeugend klar. Als Leser ist man erschrocken, dass es auch viele humorvolle Szenen gibt. Doch genau die machen dieses Buch so einmalig und überaus lesenswert. Das Portrait eines grausamen Mörders und die genaue Darstellung der sozialen Verhältnisse erschrecken und fesseln gleichermaßen. Großartig!!

„faszinierend, abstoßend, großartig“

Katrin Knauft, Thalia-Buchhandlung Bernburg (Saale)

Sollte man wirklich lesen! Sprache, Handlung, Charaktere - alles super. Tragisch und komisch, bis man merkt, worüber man da denn gerade lachen musste.
Sollte man wirklich lesen! Sprache, Handlung, Charaktere - alles super. Tragisch und komisch, bis man merkt, worüber man da denn gerade lachen musste.

Marta Gorecki, Thalia-Buchhandlung Münster

Abstoßend und faszinierend! Vielschichtige Perspektive auf eine Gesellschaft, die aus benachteiligten Menschen Opfer und Täter zugleich macht! Der reale Hintergrund schockt! Abstoßend und faszinierend! Vielschichtige Perspektive auf eine Gesellschaft, die aus benachteiligten Menschen Opfer und Täter zugleich macht! Der reale Hintergrund schockt!

Elke Schröder, Thalia-Buchhandlung Dinslaken

Hart, grausam, nichts für "Voyeure", die nur die Boulevardgeschichte "nachlesen" wollen. Empfehlenswert als Hörbuch, gelesen von Heinz Strunk. Super! Hart, grausam, nichts für "Voyeure", die nur die Boulevardgeschichte "nachlesen" wollen. Empfehlenswert als Hörbuch, gelesen von Heinz Strunk. Super!

Jörn Hördemann, Thalia-Buchhandlung Landau

Die Art und Weise wie Strunk die Geschichte erzählt, erzeugt eine unglaubliche Intensität. Eine Kontemplation über menschliche Abgründe. Ein düster-dumpfes Meisterwerk! Die Art und Weise wie Strunk die Geschichte erzählt, erzeugt eine unglaubliche Intensität. Eine Kontemplation über menschliche Abgründe. Ein düster-dumpfes Meisterwerk!

Indra Fürstenberg, Thalia-Buchhandlung Münster

Die Art und Weise, wie Strunk in die Abgründe der Hamburger Nachtwelt und v. a. in das Leben des Frauenmörders Honka eintaucht, ist erzählerisch phänomenal. Unbedingt lesen!!! Die Art und Weise, wie Strunk in die Abgründe der Hamburger Nachtwelt und v. a. in das Leben des Frauenmörders Honka eintaucht, ist erzählerisch phänomenal. Unbedingt lesen!!!

„"Sprachlich ist dieses Buch eine brilliante Zumutung" (ttt)“

Stephanie Bilke, Thalia-Buchhandlung Münster

Scharfsinnig, mit einer beeindruckenden Beobachtungsgabe und dem ihm eigenen Humor, erzählt Heinz Strunk vom Frauenmörder Fritz Honka, der seine Opfer in der Hamburger Kiezkneipe "Zum goldenen Handschuh" fand.

Starker, sehr lesenswerter Tobak.
Scharfsinnig, mit einer beeindruckenden Beobachtungsgabe und dem ihm eigenen Humor, erzählt Heinz Strunk vom Frauenmörder Fritz Honka, der seine Opfer in der Hamburger Kiezkneipe "Zum goldenen Handschuh" fand.

Starker, sehr lesenswerter Tobak.

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Die Geschichte eines Hamburger Frauenmörders und seiner Opfer. Kongenial erzählt von Heinz Strunk. Unbedingt lesen! Die Geschichte eines Hamburger Frauenmörders und seiner Opfer. Kongenial erzählt von Heinz Strunk. Unbedingt lesen!

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
18 Bewertungen
Übersicht
13
3
0
0
2

Fragliche Schriftstellerfantasie/Gertrud aus Bern
von einer Kundin/einem Kunden aus Köniz am 10.05.2016

Ich fand das Buch einfach nur unterste Schublade, krank und abartig. Diese Fantasie aus dem Hirn eines Schriftstellers gibt mir zu denken.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Und das schon im Februar: Mein Buch des Jahres 2016!
von Stephanie Manig aus Oelsnitz/Erzgeb. am 14.03.2016
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Neues von Heinz Strunk! Diesmal befasst sich der Hamburger Autor, der im wahren Leben Mathias Halfpape heißt, nicht mit seiner eigenen Biografie, sondern mit der eines gefürchteten Verbrechers. Obwohl es sich bei dem 256-seitigen Buch um einen Roman handelt, basiert es auf Fakten. Heinz Strunk hat dafür die Staubschicht... Neues von Heinz Strunk! Diesmal befasst sich der Hamburger Autor, der im wahren Leben Mathias Halfpape heißt, nicht mit seiner eigenen Biografie, sondern mit der eines gefürchteten Verbrechers. Obwohl es sich bei dem 256-seitigen Buch um einen Roman handelt, basiert es auf Fakten. Heinz Strunk hat dafür die Staubschicht der bislang im Staatsarchiv Hamburg unter Verschluss gehaltenen Akten zum Fall Honka abgetragen und das Leben eines Mannes aufgearbeitet, den nicht wenige für das personifizierte Böse halten: Der vierfache Frauenmörder Fritz Honka, geboren in Leipzig. Sein Lebenslauf ist von einer Tragik, die ihresgleichen sucht. Aufgewachsen in Kinderheimen, floh er 1951 in den Westen. 1956 erlitt er einen Verkehrsunfall, der ihm sein deformiertes Aussehen bescherte. Alkohol und Verwahrlosung bestimmten sein weiteres Leben. Und der “Goldene Handschuh” natürlich, eine recht urige Kneipe im berüchtigten Hamburger Stadtteil St. Pauli. Dort kehrte Honka (Spitzname: “Fiete”) regelmäßig ein, um sich sein Lieblingsgetränk “Fako” zu genehmigen – Orangenlimonade mit Korn. Im “Handschuh” schloss er auch Bekanntschaft mit seinen vier späteren Opfern, allesamt Damen des auf der Reeperbahn einschlägigen Milieus. Die Sprache des Romans, gleichermaßen bestehend aus niederstem Jargon und apart-kultivierter Diktion, ist genauso gegensätzlich wie die beiden Lebenswelten von Strunks Protagonisten – Fritz Honka als Vertreter des Bodensatzes der Gesellschaft, demgegenüber die adelige Reederfamilie von Dohren. Und doch sind sie sich näher als man denkt. Denn auch unter feinen Häusern verlaufen Abwasserkanäle, wie es im Film “Saw” heißt. Heinz Strunk versteht es, dem Leser Sympathien für den Trinker Honka zu entlocken, ohne ihn zu glorifizieren. Das ist nicht der einzige Balanceakt, den der 53-jährige Autor spielend meistert. Die Stimmung im Buch nämlich reicht von Ausgelassenheit bis hin zu purer Verzweiflung. “Der goldene Handschuh” deshalb mit dem Etikett “tragikomisch” zu versehen, wäre allerdings Frevel. Diese Bezeichnung ist schlicht und ergreifend zu klein für die aberwitzige literarische Reise, auf die der Hamburger Schriftsteller und Künstler seine Leser mitnimmt. Er beschreibt Momente, die Ekel und Abscheu hervorrufen, Mitleid und Fassungslosigkeit. Aber Heinz Strunk wäre nicht Heinz Strunk, wenn er nicht ebenfalls von Dingen erzählen würde, die den Leser zu wahren Lachsalven hinreißen. Dazu kommen köstliche Dialoge, mitunter verfasst in edelstem Hamburger Schnack. Wer dieses Buch liest, wird unweigerlich zum Zaungast im “Goldenen Handschuh”. Er schließt Bekanntschaft mit Originalen wie Soldaten-Norbert, Fanta-Rolf und Tampon-Günter, lernt beeindruckende Schimpfwörter, bekommt all die großen und kleinen Tragödien mit, die sich in der Schänke am Hamburger Berg abspielen. Er wird aber auch Zeuge von Honkas Morden, denn die beschreibt Heinz Strunk auf eindringliche Weise. “Der goldene Handschuh” ist in diesem Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik nominiert. Völlig verdient, wie ich finde, denn dieses Buch ist ganz und gar außergewöhnlich und sucht seinesgleichen. Ich dekoriere es schon jetzt, im noch sehr jungen Lesejahr 2016, mit der Auszeichnung “Mein Lieblingsbuch des Jahres”. Bisher haben es nur sehr, sehr wenige Bücher geschafft, mich derart zu fesseln und sich in mein Gehirn zu brennen wie Heinz Strunks neuer Roman.

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5 0
Geschichten aus der Hölle, die es schon zu Lebzeiten gibt
von Xirxe aus Hannover am 10.01.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Wie tief Menschen sinken können, macht sich die/der DurchschnittsbürgerIn meist kaum klar. Ab und zu sieht man solche geschlagenen Existenzen auf der Straße, gelegentlich kreist eine Gruselmeldung durch die Medien, wenn verwahrloste, auch alkoholkranke Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in eine Klinik gebracht werden. Man schaudert sich dann... Wie tief Menschen sinken können, macht sich die/der DurchschnittsbürgerIn meist kaum klar. Ab und zu sieht man solche geschlagenen Existenzen auf der Straße, gelegentlich kreist eine Gruselmeldung durch die Medien, wenn verwahrloste, auch alkoholkranke Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in eine Klinik gebracht werden. Man schaudert sich dann wohlig beim Anblick dieser häßlichen, teils abstoßenden Gestalten und ist glücklich über das eigene, im Vergleich dazu doch schöne Leben. Doch was in diesen Menschen vorgeht, wie sie leben und fühlen, bleibt unbekannt, denn wer will schon zu solchen Personen in Beziehung treten? Heinz Strunk hat es gewagt und das Soziotop der Gaststätte 'Zum goldenen Handschuh' Mitte der Siebziger detailliert beschrieben. Hier finden sich die, die vom Alkohol bereits so zerstört sind, dass ein 'normales' Leben unerreichbar ist. Kriegsveteranen, Verlassene, Behinderte - aber auch Mancher aus der scheinbar so gut situierten Gesellschaft, wo Vieles nur Schall und Rauch ist. Allen gemeinsam ist, dass sie saufen um zu vergessen, um sich besser zu fühlen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fritz Honka, ein erbarmungswürdiger Mensch, der zeit seines Lebens fast nur grausam misshandelt und verstümmelt wurde. Wenn er nicht arbeitet, säuft er bis knapp zur Bewusstlosigkeit im goldenen Handschuh, sodass es ihm noch gelingt, gelegentlich ein weibliches Wesen abzuschleppen, das noch weiter unten in gesellschaftlichen Skala steht (ja, das geht.) Älter sind sie, häßlich wie die Nacht und bar jeden Selbstvertrauens. Er misshandelt, missbraucht und versklavt sie, um sich selbst eine Stufe höher zu stellen. Daneben steht die Beschreibung einer alteingesessenen, ehrwürdigen Reedersfamilie, deren Glanz jedoch lange zurückliegt. Mittlerweile herrscht nur noch Gleichgültigkeit und Heuchelei und selbst der materielle Reichtum ist nur noch ein Trugbild. Der Senior ist zerfressen von Hass und Wut und wartet nur noch auf den richtigen Augenblick, um dem Allem Ausdruck zu verleihen. Sein Sohn, in einer gleichgültigen Ehe gefangen, verwaltet in der familieneigenen Reederei nur noch den Mangel und gibt sich im goldenen Handschuh regelmäßig dem Suff hin. Und sein Schwager, ein erfolgreicher lediger Rechtsanwalt, ist ein ebensolcher Alkoholiker wie Fritz Honka, von dem ihn lediglich unterscheidet, dass er ein schöneres Zuhaus und mehr Geld hat und damit besseren Alkohol und schönere Frauen bekommt. Kein sehr symphatisches Personal, das man in dieser Geschichte vorfindet. Und doch gelingt es Heinz Strunk, Mitgefühl für Fritz und die anderen Stammgäste im goldenen Handschuh zu wecken. Denn letzten Endes wollen sie nichts weiter, als ein bisschen Liebe und Respekt und wären mehr als glücklich, einen Menschen an der Seite zu haben, neben dem sie am Morgen aufwachen könnten. Es ist ein vulgäres, ordinäres und grausames Buch, und trotzdem gibt es immer wieder auch Szenen zum Lachen oder bei denen ich völlig gerührt war. Auch wenn sich das Ganze liest, als käme es von einem anderen Stern, sollte man sich klarmachen, dass wir sooo weit davon nicht entfernt sind. Wie es sich der Jüngste der Reedersfamilie denkt, als er das erste Mal im goldenen Handschuh ist: 'Wieviel davon steckt auch in mir, in jedem?...Werde ich auch so, wenn ich nur lange genug hier sitze?'

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