Der Hase mit den Bernsteinaugen

Schmuckausgabe

(15)

Die erweiterte Schmuckausgabe im Taschenbuch

Japanische Miniatur-Schnitzereien aus Holz und Elfenbein - 264 Netsuke - liegen in der Vitrine des britischen Töpfers Edmund de Waal, Nachkomme der jüdischen Familie Ephrussi aus Odessa. Wie sie dorthin kamen, erzählt dieses Erinnerungsbuch. Vom Paris der Belle Époque gelangte die Sammlung ins Wien des Fin de Siècle, aus Tokio in den 1950er- Jahren schließlich nach London. Die Ephrussis, einst an Einfluss und Reichtum den Rothschilds ebenbürtig, erlebten mit dem »Anschluss« 1938 den Niedergang - ihr gesamtes Vermögen fiel der »Arisierung« zum Opfer. Nur die Netsuke wurden - jede einzeln - in der Schürze des Dienstmädchens Anna gerettet.

Eine Familienchronik, in der sich europäische Geschichte der letzten hundertfünfzig Jahre spiegelt, eine Wunderkammer, eine brillant geschriebene Erkundung über Besitz und Verlust, über das Leben der Dinge und die Fortdauer der Erinnerung.

Portrait

Edmund de Waal wurde 1964 in Nottingham / England geboren und studierte in Cambridge. Er ist Professor für Keramik an der University of Westminster und stellte u.a. im Victoria and Albert Museum und in der Tate Britain aus. Er lebt in London.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 408
Erscheinungsdatum 01.12.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14365-3
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 20,8/13,6/3,8 cm
Gewicht 476 g
Abbildungen mit Farbabbildungen
Übersetzer Brigitte Hilzensauer
Verkaufsrang 86.172
Buch (Taschenbuch)
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Eine Zeitreise der anderen Art, einfach wunderschön geschrieben. Eine Zeitreise der anderen Art, einfach wunderschön geschrieben.

„Der Sensationserfolg aus Großbritannien“

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Edmund de Waals Buch „Der Hase mir den Bernsteinaugen“ ist eigentlich eine Biografie über seine Familie mütterlicherseits. Aber es gibt sehr viel mehr darin zu entdecken! Entstanden ist dieses Buch als Edmund de Waal, ein Professor für Keramik und Künstler, von seinem Großonkel eine Sammlung von 264 Netsuke geerbt hat. Er wollte wissen, wo herkamen und wie sind sie in der Familie weitergegeben worden sind. Und jetzt ist dieses Buch als Taschenbuch erhältlich.

Netsuke sind kleine geschnitzte Figuren aus Elfenbein oder Holz, die als Gegengewicht bei der Befestigung des Inro (kleine Lackdose) am Obi (Gürtel) eines Kimonos dienten. Ende des 19. Jahrhunderts kamen sie in Europa groß in Mode.

Edmund de Waal entstammt mütterlicherseits aus einer vor dem 2. Weltkrieg sehr vermögenden jüdischen Familie – den Ephrussi. Ursprünglich stammt die Familie aus Odessa. Doch dann gingen je ein Sohn nach Paris und ein anderer nach Wien, um dort bedeutende Bankhäuser aufzubauen. Die jeweils jüngeren Söhne brauchten nicht in die Bank einzutreten, sondern konnten sich ganz den schönen Künsten widmen. Und so beginnt die Geschichte der Netsuke in Paris mit Charles Ephrussi. Er ist der erste Besitzer dieser Sammlung. Als sein Cousin Viktor in Wien heiratete, schenkte er Ihnen seine Netsuke zur Hochzeit. In dieser Familie nehmen sie einen ganz anderen Stellenwert ein. Fast gehen die Netsuke in der Nazizeit verloren, aber sie konnten wie durch ein Wunder gerettet werden und kehrten wieder in die Familie zurück. Der zweitjüngste Sohn von Viktor bringt sie zurück nach Japan und von dort erbt sie der Autor.

Wer jetzt allerdings denkt, dass dies nur eine Erzählung ist, wie die einzelnen Netsuke aussehen und wie sie in die Familie gekommen sind, der täuscht sich. Die Netsuke haben nur den Ausschlag gegeben, dass Edmund de Waal sich ausgiebig mit seiner Familiengeschichte beschäftigt hat. Dies hat ihn gut zwei Jahre seines Lebens gekostet. Wir als Leser erhalten jetzt eine Schatztruhe, in der wir ganz viel entdecken können. Wir entdecken das Paris mit seinen glamourösen Salons, den Moden und Sammlungen dieser Zeit, den Malern und Autoren, aber auch der Politik Ende des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lernen wir Wien näher kennen. Es ist gerade die Ringstraße neu entstanden und hier lebt die Familie. Auch hier besteht wieder ein lebhafter Austausch mit Künstlern. Allerdings endet dieses Leben tragisch als Hitler Österreich heim ins Reich holt. Auch die Familie Ephrussi hat zu lange gezögert und sich in Sicherheit gewogen.

Edmund de Waal hat ein wunderbares Buch über eine untergegangene Zeit geschrieben. Es gibt hier drin so viel zu entdecken und es gibt so viele Anreize, was man hinterher gerne anschauen oder lesen möchte. Und dazu ist es auch noch ein sehr genaues Dokument wie sich der Antisemitismus immer weiter entwickelt hat. Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, dass der Verlag uns einen Bildband als Ergänzung mit den ganzen 264 Netsukes anbieten würde.
Edmund de Waals Buch „Der Hase mir den Bernsteinaugen“ ist eigentlich eine Biografie über seine Familie mütterlicherseits. Aber es gibt sehr viel mehr darin zu entdecken! Entstanden ist dieses Buch als Edmund de Waal, ein Professor für Keramik und Künstler, von seinem Großonkel eine Sammlung von 264 Netsuke geerbt hat. Er wollte wissen, wo herkamen und wie sind sie in der Familie weitergegeben worden sind. Und jetzt ist dieses Buch als Taschenbuch erhältlich.

Netsuke sind kleine geschnitzte Figuren aus Elfenbein oder Holz, die als Gegengewicht bei der Befestigung des Inro (kleine Lackdose) am Obi (Gürtel) eines Kimonos dienten. Ende des 19. Jahrhunderts kamen sie in Europa groß in Mode.

Edmund de Waal entstammt mütterlicherseits aus einer vor dem 2. Weltkrieg sehr vermögenden jüdischen Familie – den Ephrussi. Ursprünglich stammt die Familie aus Odessa. Doch dann gingen je ein Sohn nach Paris und ein anderer nach Wien, um dort bedeutende Bankhäuser aufzubauen. Die jeweils jüngeren Söhne brauchten nicht in die Bank einzutreten, sondern konnten sich ganz den schönen Künsten widmen. Und so beginnt die Geschichte der Netsuke in Paris mit Charles Ephrussi. Er ist der erste Besitzer dieser Sammlung. Als sein Cousin Viktor in Wien heiratete, schenkte er Ihnen seine Netsuke zur Hochzeit. In dieser Familie nehmen sie einen ganz anderen Stellenwert ein. Fast gehen die Netsuke in der Nazizeit verloren, aber sie konnten wie durch ein Wunder gerettet werden und kehrten wieder in die Familie zurück. Der zweitjüngste Sohn von Viktor bringt sie zurück nach Japan und von dort erbt sie der Autor.

Wer jetzt allerdings denkt, dass dies nur eine Erzählung ist, wie die einzelnen Netsuke aussehen und wie sie in die Familie gekommen sind, der täuscht sich. Die Netsuke haben nur den Ausschlag gegeben, dass Edmund de Waal sich ausgiebig mit seiner Familiengeschichte beschäftigt hat. Dies hat ihn gut zwei Jahre seines Lebens gekostet. Wir als Leser erhalten jetzt eine Schatztruhe, in der wir ganz viel entdecken können. Wir entdecken das Paris mit seinen glamourösen Salons, den Moden und Sammlungen dieser Zeit, den Malern und Autoren, aber auch der Politik Ende des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lernen wir Wien näher kennen. Es ist gerade die Ringstraße neu entstanden und hier lebt die Familie. Auch hier besteht wieder ein lebhafter Austausch mit Künstlern. Allerdings endet dieses Leben tragisch als Hitler Österreich heim ins Reich holt. Auch die Familie Ephrussi hat zu lange gezögert und sich in Sicherheit gewogen.

Edmund de Waal hat ein wunderbares Buch über eine untergegangene Zeit geschrieben. Es gibt hier drin so viel zu entdecken und es gibt so viele Anreize, was man hinterher gerne anschauen oder lesen möchte. Und dazu ist es auch noch ein sehr genaues Dokument wie sich der Antisemitismus immer weiter entwickelt hat. Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, dass der Verlag uns einen Bildband als Ergänzung mit den ganzen 264 Netsukes anbieten würde.

„Eine kosmopolitische Familie“

Saidjah Hauck, Thalia-Buchhandlung Köln, Rhein-Center

Edmund de Waal erzählt hier an Hand des Weges von 264 Netsuke ( japanische Handschmeichler die einst am Kimonogürtel getragen wurden und begehrte Sammelobjekte geworden sind), die Geschichte seiner kosmopolitische Familie. In Odessa fängt alles an. Die Ephrussi sind erfolgreiche Getreidehändler, die nach Paris und Wien expandieren und ein Bankhaus gründen. Es ist eine verzweigte Familie des Ranges der Rothschilds, reich an Geld und Einfluss, kunstaffin und reisefreudig, bei vielen Größen dieser Welt zu Hause, bis der Nationalsozialismus alles verändert. Diese Geschichte ist großartig und sehr persönlich erzählt, sehr spannend und wahnsinnig interessant. Man fühlt sich durch Zeit und Raum katapultiert und erlebt alle Höhen und Tiefen der Ephrussis hautnah mit... Und die Netsuke wandern vom einen zum anderen mit.

Hanns Zischler liest die leicht gekürzte Version der interessanten Familiengeschichte sehr gekonnt. Seine warme Stimme passt perfekt. Ein Hörgenuss!

Edmund de Waal erzählt hier an Hand des Weges von 264 Netsuke ( japanische Handschmeichler die einst am Kimonogürtel getragen wurden und begehrte Sammelobjekte geworden sind), die Geschichte seiner kosmopolitische Familie. In Odessa fängt alles an. Die Ephrussi sind erfolgreiche Getreidehändler, die nach Paris und Wien expandieren und ein Bankhaus gründen. Es ist eine verzweigte Familie des Ranges der Rothschilds, reich an Geld und Einfluss, kunstaffin und reisefreudig, bei vielen Größen dieser Welt zu Hause, bis der Nationalsozialismus alles verändert. Diese Geschichte ist großartig und sehr persönlich erzählt, sehr spannend und wahnsinnig interessant. Man fühlt sich durch Zeit und Raum katapultiert und erlebt alle Höhen und Tiefen der Ephrussis hautnah mit... Und die Netsuke wandern vom einen zum anderen mit.

Hanns Zischler liest die leicht gekürzte Version der interessanten Familiengeschichte sehr gekonnt. Seine warme Stimme passt perfekt. Ein Hörgenuss!

„" ...eine kleine, unverwüstliche Entladung von Genauigkeit."“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Edmund de Waal ist Professor für Keramik: für ihn der entscheidende Anreiz, dieses Buch zu schreiben, für den Leser das Besondere dieser Familiengeschichte. Als Erbe von 264 Netsuke ( gesprochen: Netske, siehe Definition des Autors in meiner Überschrift), kleine handschmeichelnde Schnitzereien, macht er sich daran, den Weg dieser Miniaturkunst in seine Familie hinein zu erforschen. Auf elegante Weise führt der Autor den Leser zunächst in die Welt der Pariser Salons des 19. Jahrhunderts und in die weiteren internationalen Verflechtungen der Familie Ephrussi - detailreich, wundervoll erzählt.
In der neuen illustrierten Ausgabe phantasievoll graphisch ausgestattet mit noch mehr Familienfotos und beschriebenen Kunstwerken.
Edmund de Waal ist Professor für Keramik: für ihn der entscheidende Anreiz, dieses Buch zu schreiben, für den Leser das Besondere dieser Familiengeschichte. Als Erbe von 264 Netsuke ( gesprochen: Netske, siehe Definition des Autors in meiner Überschrift), kleine handschmeichelnde Schnitzereien, macht er sich daran, den Weg dieser Miniaturkunst in seine Familie hinein zu erforschen. Auf elegante Weise führt der Autor den Leser zunächst in die Welt der Pariser Salons des 19. Jahrhunderts und in die weiteren internationalen Verflechtungen der Familie Ephrussi - detailreich, wundervoll erzählt.
In der neuen illustrierten Ausgabe phantasievoll graphisch ausgestattet mit noch mehr Familienfotos und beschriebenen Kunstwerken.

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
15 Bewertungen
Übersicht
14
1
0
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0

Der Hase mit den Bernsteinaugen
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 13.02.2017
Bewertet: Taschenbuch

Ein faszinierendes Buch, das durch die Kulturgeschichte des letzten Jahrhunderts führt.

Jetzt gibt es die erweiterte illustrierte Sonderausgabe als Taschenbuch!
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Edmund de Waal (Großneffe) erzählt seine Familiengeschichte anhand von Gegenständen. Er ist der Erbe der 264 japanischen Netsukes (=Handschmeichler), die sich seit 1860 im Besitz der Familie Ephrussi befinden. Der Bogen der Erzählung spannt sich von Paris über Wien nach Tokio. Beim Lesen wandere ich durch die Häuser der... Edmund de Waal (Großneffe) erzählt seine Familiengeschichte anhand von Gegenständen. Er ist der Erbe der 264 japanischen Netsukes (=Handschmeichler), die sich seit 1860 im Besitz der Familie Ephrussi befinden. Der Bogen der Erzählung spannt sich von Paris über Wien nach Tokio. Beim Lesen wandere ich durch die Häuser der Familie, steige Treppen hinauf, bewundere Gemälde und berühre vorsichtig Gobelins und Tapeten. Aus diesem Blickwinkel erschließt sich mir die Zeit von Proust genauso, wie die von Siegmund Freud. Über die Dreyfus-Affäre kann ich ebenso nachdenken, wie über die Nazis in Österreich am 11. März 1938. Zum Schluss frage ich mich, bei wem die Netsukes wohl um 2160 sein werden ??? Diese neue erweiterte illustrierte Taschenbuchausgabe ist die Übersetzung der englischen "Prachtausgabe". Sie finden hier wunderbare Bilder, z.B. das Paradebett auf S. 50.

österreichisch-europäische Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 21.11.2014

Edmund de Waal ist Keramikkünstler. In einer Vitrine bewahrt er 264 Netsuke auf. Das sind kleine, geschnitze Figuren aus Elfenbein oder Holz. Als Nachfahre der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi kommt er in den Besitz dieser Miniaturen. Charles Ephrussi, Kunstsammler und Mäzen der Impressionisten, erwirbt sie um 1870. Als Hochzeitsgeschenk gelangen... Edmund de Waal ist Keramikkünstler. In einer Vitrine bewahrt er 264 Netsuke auf. Das sind kleine, geschnitze Figuren aus Elfenbein oder Holz. Als Nachfahre der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi kommt er in den Besitz dieser Miniaturen. Charles Ephrussi, Kunstsammler und Mäzen der Impressionisten, erwirbt sie um 1870. Als Hochzeitsgeschenk gelangen die Netsuke um die Jahrhundertwende in den Besitz der Wiener Verwandtschaft, Viktor und Emmy de Waal, den Urgroßeltern von Edmund de Waal. Standesgemäß und umgeben von Kunstschätzen und Büchern residiert die Bankiersfamilie in einem der schönen Ringstraßenpalais. Nach dem Anschluß wird das Vermögen der Familie Ephrussi enteignet. Was in den Augen der Nazis nicht lohnt gestohlen zu werden, wird zerstört und aus dem Fenster geworfen. Einzig, die kleinen Elfenbeinfiguren entgehen der Zerstörungsfreude in dieser unfassbaren Zeit...... "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal ist die Geschichte seiner Familie. Es ist österreichisch-europäische Geschichte. Großartig.