Der letzte Sommer

Roman

(9)
Im Sommer 1914 besucht der Medizinstudent Hugh seine geliebte Tante Agatha, deren Ehemann ein hoher Beamter in der Regierung ist. Er wird begleitet von seinem Cousin Daniel, der von einem Leben als Poet und englischer Gentleman träumt. Agatha besteht darauf, dass das Säbelrasseln auf dem Balkan unbeachtet verklingen wird und dass König, Kaiser und Zar wie immer in ihren Sommerurlaub gehen werden. Zudem ist sie mit weitaus Wichtigerem beschäftigt: Seit kurzem ist sie Mitglied des örtlichen Schulbeirates und befürwortet die Einstellung einer weiblichen Lehrkraft. Als Beatrice Nash mit einem Schrankkoffer und riesigen Bücherkisten in der Kleinstadt ankommt, ist schnell klar, dass sie deutlich freidenkender – und attraktiver – ist, als eine Lateinlehrerin es sein sollte. Beatrice, die kürzlich ihren Vater verloren hat, will vor allem in Ruhe gelassen werden. Ihre ganze Energie fließt in ihre Schriftstellerei und in das Entmutigen möglicher Heiratskandidaten. Nichts ist Beatrice wichtiger als ihre Unabhängigkeit. Doch Daniels Charme und Hughs scharfer Verstand wie auch sein nobler Charakter lassen sie in ihrer Haltung schwanken. Mit Ausbruch des Krieges findet der idyllische Sommer ein jähes Ende. Als die Bewohner von den ersten Soldaten Abschied nehmen müssen, ahnen alle, dass sich ihr Leben grundlegend ändern wird.
Rezension
»Toller Roman, der das Lebensgefühl einer selbstständigen Frau dieser Epoche spürbar macht.«
PETRA

»Auf den letzten 100 Seiten bricht der Krieg mit aller Macht über die Menschen herein. […] Für diese 100 Seiten lohnt sich das ganze Buch.«
Solveig Bach, N-TV.de

»Ein Lieblingsbuch!«
Barbara Strauß, WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE

»Mit 568 Seiten gehört dieser Schmöker zu den umfangreicheren Neuerscheinungen. Aber er ist so toll geschrieben, dass es auch gerne noch mehr sein dürften.«
GRAZIA
Portrait
Helen Simonson ist in East Sussex / England geboren und aufgewachsen. Nach dem Abschluss an der London School of Economics hat sie lange in der Werbung gearbeitet. Ihr erster Roman ›Mrs Alis unpassende Leidenschaft‹ stand auf der Longlist für den IMPAC Dublin Award, war New York Times-Bestseller und auf der Bestsellerliste der unabhängigen Buchhandlungen mehrere Wochen auf Platz 1. Der Roman wurde in über 20 Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in New York.
Michaela Grabinger arbeitet seit 1985 als Übersetzerin. Zu den von ihr übersetzten Autoren zählen u. a. P. D. James, Michael Crichton, Elif Shafak, Tan Twan Eng und Xinran.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 576
Erscheinungsdatum 19.07.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9826-8
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 21,5/14,9/4,8 cm
Gewicht 748 g
Originaltitel The Summer Before The War
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Michaela Grabinger
Buch (gebundene Ausgabe)
22,99
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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0

von einer Kundin/einem Kunden aus Coburg am 08.10.2016
Bewertet: anderes Format

Wer sich Downton Abbey gerne angesehen hat wird dieses Buch lieben... Wundervoll geschriebene Geschichte in der Zeit des ersten Weltkriegs.

Lieblingsbuch für die Schatzkiste
von Danie >SABO< Schuster am 29.08.2016

Helen Simonson - Der letzter Sommer - Dumont Rye/East Sussex Exkursionen, literarische Buchhaltung und Ausgrabungen, Reisen in Länder, wo Latein noch lebendig scheint. Das war das Leben von Beatrice Nash, bevor ihr Vater starb, den sie immer und überall begleitet hat. Sie ist überrascht, als sie erfährt, das ihr Erbe ein... Helen Simonson - Der letzter Sommer - Dumont Rye/East Sussex Exkursionen, literarische Buchhaltung und Ausgrabungen, Reisen in Länder, wo Latein noch lebendig scheint. Das war das Leben von Beatrice Nash, bevor ihr Vater starb, den sie immer und überall begleitet hat. Sie ist überrascht, als sie erfährt, das ihr Erbe ein Treuhandvermögen ist, das ihre geizige Tante Marbely verwaltet. Sie hat keinerlei Verständnis, für junge Damen, die nicht heiraten wollen und ein gewisses Maß an Eigensinn an den Tag legen. Davon hat Beatrice jede Menge und der 23jährige Blaustrumpf marschiert schon zügig in die Ecke der alten Jungfern. Wie das Glück es so will, wird ihr eine Stelle als Lateinlehrerin in Aussicht gestellt. Beatrice nimmt den Fehdehandschuh des "Althergebrachten" auf und will sich selbst ernähren, sie zieht in ein kleines Cottage in Rye/Sussex. Agatha Kent ist eine Frau mit Herz und Verstand und ist eine diplomatische Förderin des Fortschritts und nachdem der letzte Lateinlehrer sang und klanglos das Weite suchte, boxt Agatha, die im Vorstand der Schule beisitzt, diese Stelle für eine Frau frei. Das Beatrice jung und hübsch ist, sorgt für Überraschung. Auch Hugh und Daniel, die beiden Neffen nehmen dies zur Kenntnis. Hugh will einmal ein großer Chirurg werden und Daniel ein nicht minder kleinerer Dichter. Die in Freundschaft verbundenen Cousins sind sehr verschieden, aber die Zeit des Krieges, macht alle gleich. Das Schlachtfeld ist wahrlich kein Ort für Ruhm und Ehre, der Schützengraben, keines Dichters Wonne. Hugh flickt die verwundeten Soldaten zusammen und Daniel sieht sich in der Pflicht, als sein bester Freund stirbt, ein Offizierspatent um in Sicherheit zu sein, lehnt er ab. Das kleine Städtchen Rye macht mobil. Flüchtlingsunterkünfte und Versehrtenlager, Wohltätigkeit und Barmherzigkeit, tatkräftige und moralische Unterstützung, jeder tut, was er kann. Es ist eine Zeit, in der mehr Todesanzeigen, als Hochzeiten in der Times erscheinen und so mancher Pfarrer sieht über die üblichen Traditionen hinweg. Der Mikrokosmos der fröhlichen Familie Kent und ihren ungewöhnlichen Freunden, wirkt auf Beatrice, wie eine weiche Wiege, ein Stützpunkt der Seele. Hier liegt ihre Bestimmung. Eine englische Familiengeschichte zur Zeit des ersten Weltkrieges, wie sie überall in Großbritannien sich abgespielt haben mag. Markierungen des Lebens. Die Autorin hat das außerwöhnliche Talent, alle Komponenten eines guten Romans zu vereinen. Liebe, Dramatik, Leben, Tod, Witz, Freundschaft und Sinnsuche. Pointiert, ohne Schnörkel und doch anrührend. Das Buch ist wie ein stetig fließender Strom, eine konsequente Spannung, die lediglich von ein paar schönen Umschreibungen untermalt wird, damit man Luft holen kann. Ein großartiges Werk und unbedingte Leseempfehlung, ich bin begeistert. Bitte mehr davon! :-* "Dafür trat ihm das Stätchen Rye vor Augen - die dicht gedrängten Häuser unterhalb der Kirche, die weite grüne Marsch im Abendlicht, im Hintergrund die dunkel ansteigenden Kreidehügel, und ein kleines Cottage in einer steilen Kopfsteinpflasterstraße." Soldaten im Lazarett: "Sie sind ein Engel! Der Hässlichste, den ich je gesehen habe! Was?? Sie hat es wohl an den Augen erwischt!"

Lesegenuss pur
von einer Kundin/einem Kunden aus Ebersbach am 15.08.2016

"Der letzte Sommer" ist ein Roman, der mitten ins Herz trifft, in vielerlei Hinsicht: Die Protagonistin Beatrice ist eine junge Frau, die versucht, ein unabhängiges Leben zu führen und selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Da Frauen ohne Mann Anfang des 20. Jahrhunderts nichts Wert waren, kann man hautnah miterleben,... "Der letzte Sommer" ist ein Roman, der mitten ins Herz trifft, in vielerlei Hinsicht: Die Protagonistin Beatrice ist eine junge Frau, die versucht, ein unabhängiges Leben zu führen und selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Da Frauen ohne Mann Anfang des 20. Jahrhunderts nichts Wert waren, kann man hautnah miterleben, welche Steine Beatrice von der Gesellschaft (und nicht nur von deren männlichen Mitgliedern) in den Weg gelegt werden und wie sie es immer wieder schafft, sich mit diplomatischem Geschick und Unterstützung von Freunden doch ein bisschen Selbstständigkeit zu erkämpfen. Des Weiteren bekommt man Einblicke in das gesellschaftliche Leben und die Denkweisen (hauptsächlich) der Upperclass in England zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Dabei sind aus heutiger Sicht nicht nur das extreme Zweiklassendenken, die hohen moralischen Ansprüche und das große Gefälle zwischen Arm und Reich erschreckend, auch der Umgang mit und die Illusionen über den Krieg sind schockierend. Umso drastischer ist der Kontrast zur Kriegswirklichkeit, die ebenfalls schonungslos beschrieben wird. Unterlegt sind die Geschehnisse mit einer Liebesgeschichte, die jedoch wohltuend im Hintergrund bleibt. Gelungen ist also die Entwicklung von Unbeschwertheit und Luxus bis zu den Schrecken des Krieges. Untermalt wird diese Entwicklung von der Jahreszeitensymbolik Sommer über Herbst zum Winter. Ebenso ist positiv anzumerken, dass es, der Handlung angemessen, ein Happy End und doch kein Happy End gibt. Auch sprachlich ist der Roman mehr als gelungen. Entsprechend der Upperclass-Figuren ist die Sprache gehoben, lebendig und bildhaft.