Der namenlose Tag

Roman

(35)
Kriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden. Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation eingeholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens, das sich umgebracht haben soll, und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete.
Zwanzig Jahre sind vergangen, und Ludwig Winther glaubt noch immer nicht an den Selbstmord seiner Tochter. Er ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, »einen toten Fall zum Leben zu erwecken «. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der »Gedankenfühligkeit «: Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.
Friedrich Ani und seine Kunst der Konstruktion gewöhnlich-außergewöhnlicher Kriminalistikrätsel; Friedrich Ani und seine Sprache, die vom Tod auf das Leben melancholisch gelöste Perspektiven wirft – Friedrich Ani und seine Kunst erreichen in seinem neuen Roman unvorhersehbare Dimensionen.
Rezension
Moritz Revermann Thalia-Buchhändler und Krimi-Süchtiger
Das sagt unser Literatur-Experte:
"Wenn Sie zuerst einen Blick auf den Quick-Check werfen sollten, finden Sie nur bei "cooler Ermittler" 5 Sterne. Die sind gelogen - und auch wieder nicht. Jakob Franck ist vieles, aber nicht cool. Jakob Frank ist Rentner - und auch wieder nicht. Ein Exkommissar, der nicht cool ist, vielmehr zutiefst menschlich, nachdenklich und etwas anders tickend. Ein typischer Friedrich-Ani-Kommissar, könnte Frank doch mütterlicherseits der Cousin von Tabor Süden sein, dem bisherigen Ermittler Anis.Vor 20 Jahren stand er einer Mutter bei, der er den Suizid ihrer Tochter mitteilen musste, indem er sieben Stunden wortlos bei ihr saß. Jetzt, kaum zwei Monate in Rente, bittet ihn der Vater des Mädchens, den Fall nochmals zu untersuchen, denn er hat nie an Selbstmord geglaubt. Er glaubt an Mord. "Der namenlose Tag" ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn, nicht Thriller, nicht Psychothriller - vielmehr Psychogramm. Langsam, entschleunigend, sprachlich herrlich altmodisch, haben wir hier ein wunderbares Stück Literatur vor uns. Meinetwegen: Kriminalliteratur. Auch egal. Weil: GUT!"
Portrait
Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u.a. mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Sein Roman Der namenlose Tag (2015), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis, markierte Anis Wechsel zu Suhrkamp. Mit den Theaterstücken Der Gefangene und Freiheit des Willens stellt der Suhrkamp Theater Verlag Friedrich Ani als neuen Dramatiker vor.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 301, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.08.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783518741764
Verlag Suhrkamp
Verkaufsrang 23.320
eBook
10,99
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„Tote am Wohnzimmertisch...“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

... sind nicht das einzige Problem des ehemaligen Kommissars: er bringt es nicht übers Herz, den verzweifelten Vater abzuweisen, der nicht an den Selbstmord seiner Tochter vor 20 Jahren glauben kann.
Tief taucht man ein in diese Geschichte und ist fasziniert von der "Gedankenfühligkeit" - die höchst eigene Art Jakob Francks, einen
... sind nicht das einzige Problem des ehemaligen Kommissars: er bringt es nicht übers Herz, den verzweifelten Vater abzuweisen, der nicht an den Selbstmord seiner Tochter vor 20 Jahren glauben kann.
Tief taucht man ein in diese Geschichte und ist fasziniert von der "Gedankenfühligkeit" - die höchst eigene Art Jakob Francks, einen vertrackten Fall zu lösen.
Herzzerreißend ist es, wie Friedrich Ani die verheerenden Auswirkungen dieses Todesfalls auf die Lebenden schildert. Ein meisterhafter literarischer Krimi!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
35 Bewertungen
Übersicht
13
4
11
5
2

intelligente Krimilektüre
von einer Kundin/einem Kunden am 30.10.2015

Seit eingen Wochen schon ist Hauptkommissar Jakob Franck in Pension. Seine Vorstellung von einem geruhsamen Leben löst sich recht schnell in Luft auf. Auch im Ruhestand suchen ihn seine ehemaligen Fälle heim. Er kann nicht aufhören, an all die Gewaltverbrechen zu denken, die er je bearbeitet und zu lösen... Seit eingen Wochen schon ist Hauptkommissar Jakob Franck in Pension. Seine Vorstellung von einem geruhsamen Leben löst sich recht schnell in Luft auf. Auch im Ruhestand suchen ihn seine ehemaligen Fälle heim. Er kann nicht aufhören, an all die Gewaltverbrechen zu denken, die er je bearbeitet und zu lösen versucht hat. Eines Tages taucht bei Jakob Franck Ludwig Winther auf . Vor zwanzig Jahren wurde Winthers Tochter erhängt aufgefunden. Obwohl Ludwig Winther die ermittelnden Beamten seinerzeit immer wieder darauf hingewiesen hat, dass es kein Selbstmord, sondern Mord gewesen sein muss, ließ sich kein Fremdverschulden feststellen. Nun bittet er Jakob Franck, den Fall seiner Tochter noch einmal aufzurollen. Er möchte Gewissheit. Vielmehr aber möchte er , dass sich endlich seine Schuldlosigkeit bestätigt. Seit dieser Tragödie schwebt nämlich der Vedacht im Raum, dass der Vater in irgendeiner Weise etwas mit dem Selbstmord seiner Tochter zu tun hat. "Der namenlose Tag" von Friedrich Ani ist intelligente, spannende Krimilektüre

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Die Auflösung eines scheinbar unlösbaren Falls
von einer Kundin/einem Kunden aus Stuttgart am 22.09.2015

Jakob Franck ist als Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand gegangen. Doch selbst wenn seine Frau inzwischen bei ihm ausgezogen ist, lebt er nicht allein in seiner Wohnung: All die Geister der Toten, deren Fälle er zu lösen hatte, kehren bei ihm wieder ein. Deshalb hat er immer einen Teller Kekse... Jakob Franck ist als Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand gegangen. Doch selbst wenn seine Frau inzwischen bei ihm ausgezogen ist, lebt er nicht allein in seiner Wohnung: All die Geister der Toten, deren Fälle er zu lösen hatte, kehren bei ihm wieder ein. Deshalb hat er immer einen Teller Kekse und einen Tee auf dem Tisch stehen. Da holt ihn ein zwanzig Jahre alter Fall wieder ein: Damals hatte sich ein siebzehnjähriges Mädchen im Park an einem Baum aufgehängt. Jakob Franck hatte der Mutter die Todesnachricht überbracht und sie danach sieben Stunden lang im Arm gehalten. Ein Jahr später nahm sich auch die Mutter das Leben. Nun tritt der Vater des Mädchens auf ihn zu und bittet ihn, erneut zu ermitteln, er vermutet einen Mord: Ein benachbarter Zahnarzt wäre laut seiner Vermutung der Mörder. Gewissenhaft taucht Jakob Franck in die Ermittlungen ein. Seine Spezialität ist die „Gedankenfühligkeit“, sie hilft ihm bei der Lösung dieser Aufgabe, selbst wenn der „namenlose Tag“ schon zwanzig Jahre her ist und die Beteiligten glauben, sich gar nicht mehr daran erinnern zu können. In einer verschwurbelten Sprache mit vielerlei Schachtelsätzen, Wiederholungen, Wurmfortsätzen und Sätzen, die sich über mehrere Zeilen erstrecken schildert Friedrich Ani diesen Fall und stellt einen Ermittler vor, der sich in diesem Fall verbeißt und ihn durch seine besondere Art auch lösen kann. Vermutlich soll dieser anstrengende Sprachstil seinen Protagonisten charakterisieren, doch ich empfand ihn äußerst schwierig zu lesen. Immer wieder ging mir der Lesefluss verloren, weil ich am Ende des Satzes den Anfang und das Zwischendrin nicht mehr wusste. Ein Miträtseln war mir so kaum möglich, musste ich mich doch so sehr auf das Lesen und Verstehen konzentrieren. Schade, denn die Person dieses Ermittlers ist recht gut gelungen, er löst elegant und fast schon beiläufig einen Fall, der eigentlich unlösbar erscheint. Der Fokus der Schuldzuweisung wird dabei immer wieder verschoben, um dann zum Schluss die Verfehlungen aller Beteiligten aufzuzeigen und damit Einsichten gibt in ein tragödisches Geschehen, das auch im Nachhinein unaufhaltsam erscheint. Dadurch erhält das Buch eine äußerst düstere Atmosphäre, was durch das Coverbild in schwarz, grau und weiß noch unterstrichen wird. Ich habe mich bis zum Ende des Buches durchgebissen, und letztendlich muss ich zugeben, dass die Idee zu diesem Ermittler sowie die Auflösung dieses Falls sehr ausgeklügelt sind. Wenn nur nicht dieser anstrengende Schreibstil wäre!

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Ein scheinbar einfaches Ende!
von Tina Bauer aus Essingen am 14.07.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Der frisch pensionierte Ermittler Jakob Franck wird von einem alten Fall heimgesucht. Der Vater der verstorbenen Esther sucht ihn auf und bittet den bereits vor Jahren zu den Akten gelegten scheinbaren Selbstmord endlich aufzuklären. Für Franck beginnt eine seltsame Reise durch die damalige Ermittlungsakte und durch die Geschichte der... Der frisch pensionierte Ermittler Jakob Franck wird von einem alten Fall heimgesucht. Der Vater der verstorbenen Esther sucht ihn auf und bittet den bereits vor Jahren zu den Akten gelegten scheinbaren Selbstmord endlich aufzuklären. Für Franck beginnt eine seltsame Reise durch die damalige Ermittlungsakte und durch die Geschichte der jungen Esther Winther. Die privaten Ermittlungen führen Franck von einem „Verhör“ zum Nächsten wobei er seine ganz eigene Methode dabei anwendet, um das gewünschte Stückchen Hinweis zu erhalten. Mit Francks Methode gelingt es dem Ermittler irgendwie auch sich selbst ein kleines Stückchen näher zu kommen. Ein Kriminalroman der ganz anderen Art, die mir als Leser mehr abverlangt hat, als man es von einem ganz normalen Krimi gewöhnt ist.

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