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Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Roman

(26)
Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.
Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos – nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.
Raffiniert, voller Rhythmus und Poesie erzählt Gerhard Jäger von der Magie, aber auch von der Brutalität eines Ortes, der aus Raum und Zeit gefallen scheint.
Rezension
"Gerhard Jäger … hat einen ausgesprochen bildreichen, süffig zu lesenden Stil und folgt in diesem bemerkenswerten Debüt seiner Hauptfigur bis hinein in die zunehmend verworrene Innenwelt."
Portrait
Gerhard Jäger, geboren 1966 in Dornbirn, arbeitete als Behindertenbetreuer, Lehrer und Vertreter im Außendienst. Er absolvierte eine Journalistenausbildung und arbeitete als freier Journalist und als Redakteur. 1994 erhielt er ein Nachwuchsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 1996 den Vorarlberger Literaturpreis für einen bisher unveröffentlichten Roman. Er lebt mit seiner Familie in Imst/Tirol.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 26.09.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783641197490
Verlag Karl Blessing Verlag
Verkaufsrang 21.653
eBook
18,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Claudia Bremer, Thalia-Buchhandlung Bremen

Ein Mann kommt am Ende seines Lebens nach Tirol, um Ereignisse in einem Bergdorf aus dem Jahr 1950 aufzuklären. Hochspannend und einfühlsam wird der Leser in die Geschichte gezogen Ein Mann kommt am Ende seines Lebens nach Tirol, um Ereignisse in einem Bergdorf aus dem Jahr 1950 aufzuklären. Hochspannend und einfühlsam wird der Leser in die Geschichte gezogen

„Lesestoff für den Winterurlaub“

Andrea Windsch, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.
Ein tiefgehender Roman, der einen fesselt mit einer sehr schönen Sprache, die fast poetisch klingt.
Die Handlung ist düster, kalt und spannend. Die Hauptfigur wird mit einer archaischen Bergwelt und einer misstrauischen Dorfgemeinschaft
Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.
Ein tiefgehender Roman, der einen fesselt mit einer sehr schönen Sprache, die fast poetisch klingt.
Die Handlung ist düster, kalt und spannend. Die Hauptfigur wird mit einer archaischen Bergwelt und einer misstrauischen Dorfgemeinschaft konfrontiert. Gleich von Beginn an liegt eine bedrohliche Stimmung in der Luft, eine Stimmung, die sich zunehmend verdichten und im Lawinenchaos explodieren wird. Und der Schluss? ..Ist in meinen Augen perfekt.

„"Es gibt Orte, die dir Angst machen"“

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Max Schreiber zieht sich zurück, in ein Dorf in den Bergen, um an seinem ersten Roman zu schreiben. Das Thema: Das Verbrennen einer jungen Frau, alleine in ihrem Haus, vor den Augen aller, vor gut hundert Jahren. Sein Eindringen in das Leben der Dorfbewohner und das Aufwühlen der (grausamen) Vergangenheit des Dorfes führen zu Misstrauen Max Schreiber zieht sich zurück, in ein Dorf in den Bergen, um an seinem ersten Roman zu schreiben. Das Thema: Das Verbrennen einer jungen Frau, alleine in ihrem Haus, vor den Augen aller, vor gut hundert Jahren. Sein Eindringen in das Leben der Dorfbewohner und das Aufwühlen der (grausamen) Vergangenheit des Dorfes führen zu Misstrauen und Vorurteilen gegenüber dem Fremden. Er verliebt sich in Marie, ringt mit seinem Rivalen, jemand stirbt und der Winter kommt. Und mit ihm der todbringende Schnee, mit ihm die todbringenden Lawinen.
60 Jahre später: Der mittlerweile 80jährige John Miller kehrt zurück nach Österreich, um mehr über das Schicksal seines verschollenen Cousins zu erfahren, einem flüchtigen Mörder. Sein Name: Max Schreiber.

Bildhaft und eindringlich schildert Jäger das Leben der beiden Männer und schafft es, von Beginn des Romans an eine unheimliche Spannung aufzubauen. Vor allem seine Schilderungen des Lebens der Dorfbewohner, deren Aberglauben und Ritualen fesseln ungemein. Und dann kommt der Winter, der Schnee und man hat förmlich das Gefühl, man wäre auch da, man wäre dabei, als die ersten Flocken fallen, als die Wege zugeschneit werden, als die Luft kälter wird. Gefährlich wird.
Man kann ihn regelrecht riechen den Schnee, die Angst, die Schuldzuweisungen und das Misstrauen. Man beginnt zu frieren. Ein toller, atmosphärischer Roman, sprachgewaltig, in dem man versinkt und erst durch das, überraschende und unerwartete, Ende wieder zum Auftauchen gezwungen wird!

Christel Cader, Thalia-Buchhandlung bonn

Am besten auf dem Sofa, bei einer Tasse Tee, liest sich dieser sprachgewaltige Bergroman über ein abgelegenes Tiroler Bergdorf im Lawinen-Winter 1951. Spannend und eindringlich.
Am besten auf dem Sofa, bei einer Tasse Tee, liest sich dieser sprachgewaltige Bergroman über ein abgelegenes Tiroler Bergdorf im Lawinen-Winter 1951. Spannend und eindringlich.

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Winter 1951 in den Alpen.Archaische Lebensweise die Nähe und Bedrohung durch Lawinen ,
und eine zarte Liebe welche zur Tragödie wird. Eine Geschichte die verzaubert und aufwühlt.
Winter 1951 in den Alpen.Archaische Lebensweise die Nähe und Bedrohung durch Lawinen ,
und eine zarte Liebe welche zur Tragödie wird. Eine Geschichte die verzaubert und aufwühlt.

Saskia Hoppe, Thalia-Buchhandlung Emden

Wirklich genial!!!
Die perfekte Lektüre für jedermann, der einen gemütlichen Tag mit einem Buch vor dem Kamin verbringen möchte.
Wirklich genial!!!
Die perfekte Lektüre für jedermann, der einen gemütlichen Tag mit einem Buch vor dem Kamin verbringen möchte.

Kerstin Ehlert, Thalia-Buchhandlung Neuss

Melancholisch, fesselnd und poetisch.
Jäger lässt einen in die winterliche Alpenlandschaft eintauchen und den Schnee schon beinahe in den Händen spüren.
Großartiger Lesestoff!
Melancholisch, fesselnd und poetisch.
Jäger lässt einen in die winterliche Alpenlandschaft eintauchen und den Schnee schon beinahe in den Händen spüren.
Großartiger Lesestoff!

„Spannend, melancholisch und absolut großartig!“

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Bremen

Der junge Max Schreiber kommt im Herbst 1950 in ein abgelegenes Tiroler Bergdorf, um für ein Buch zu recherchieren. Angeblich hat es hier im Rahmen der Hexenverfolgung im 19. Jahrhundert ein Verbrechen gegeben und Schreiber möchte nun mehr darüber in Erfahrung bringen. In dem Bergdorf, wo die Zeit still zu stehen scheint, mietet sich Der junge Max Schreiber kommt im Herbst 1950 in ein abgelegenes Tiroler Bergdorf, um für ein Buch zu recherchieren. Angeblich hat es hier im Rahmen der Hexenverfolgung im 19. Jahrhundert ein Verbrechen gegeben und Schreiber möchte nun mehr darüber in Erfahrung bringen. In dem Bergdorf, wo die Zeit still zu stehen scheint, mietet sich der junge Historiker ein Zimmer im ortsansässigen Gasthof. Anfangs stehen ihm die Dorfbewohner sehr skeptisch und ablehnend gegenüber, Schreiber fühlt sich isoliert und ausgestoßen, doch mit der Zeit lernt er die Regeln der Dorfgemeinschaft kennen, bis zu einer Verkettung von tragischen Ereignissen...

Dem Autoren Gerhard Jäger ist mit "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod" ein grandioser und sprachlich herausragender Roman geglückt, der für mich zu einer der besten bisherigen Veröffentlichungen des Jahres zählt! Man verliert sich in den Seiten, man genießt jedes einzelne Wort und jeder Satz ist einfach perfekt. Man lässt sich förmlich auf den Worten durch die Seiten tragen! Zudem verwebt er verschiedene Themen zu einem großen Ganzen, das wirklich zu überzeugen weiß. Es ist zum Teil Kriminalroman, mit Elementen aus dem Bereich der Gesellschaftsromane und auch die Liebe und die Leidenschaft kommen nicht zu kurz. Alles hat seinen Raum und auch diese sind perfekt gewählt! Es geht um die Macht von Aberglauben, Leidenschaft, Paranoia, Todesangst und Eifersucht und wo man jetzt die Furcht haben könnte, dass dieser Roman zu überladen ist, kann man sich einfach hinein fallen und mitreißen lassen, denn alles ist genau so, wie es sein muss, um auf ganzer Linie zu überzeugen! Der Roman lebt von seiner Wortgewalt und die Beschreibungen der Landschaft, des Dorfes, der Bewohner und allem Drumherum lassen den Leser zu einem Teil der Seiten werden und die Melancholie des Ortes spüren. Bei diesem Werk darf man sich zurück lehnen und einfach genießen, denn dieses Buch war wirklich absolut großartig!

Oliver Rosenland, Thalia-Buchhandlung Bremen

Tolle Geschichte, grandios geschrieben! So wie Jäger Schnee beschreibt fühlt man ihn in seinen Händen und fängt vor Kälte an zu zittern. Ganz großes Werk! Tolle Geschichte, grandios geschrieben! So wie Jäger Schnee beschreibt fühlt man ihn in seinen Händen und fängt vor Kälte an zu zittern. Ganz großes Werk!

„Für Freunde schöner Worte!“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Der Roman, oder sollte ich besser von einem Krimi sprechen, beginnt in der Gegenwart. Ein 80jähriger Mann begibt sich aus Amerika nach München und sucht dort im Landesarchiv nach Spuren des Lawinenwinters 1951 in Tirol. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte des Historikers Max Schreiber. Der begab sich in die damals noch vom Alptentourismus Der Roman, oder sollte ich besser von einem Krimi sprechen, beginnt in der Gegenwart. Ein 80jähriger Mann begibt sich aus Amerika nach München und sucht dort im Landesarchiv nach Spuren des Lawinenwinters 1951 in Tirol. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte des Historikers Max Schreiber. Der begab sich in die damals noch vom Alptentourismus verschonte Tiroler Bergwelt auf die Suche nach der Geschichte um eine Hexe. Gerhard Jäger lässt den Leser die melancholische Stimmung des winterlichen Bergdorfes deutlich spüren. Ebenso sieht sich der Leser mit alten Aberglauben konfrontiert. Spannend wird die Geschichte als Max Schreiber selbst in den Mittelpunkt der Ereignisse gerät. Ob der alte Mann erfährt, was damals wirklich geschah, verrate ich natürlich nicht.
Lesen Sie diesen ungewöhnlicher Roman, der spannend und melancholisch ist und der vor allem aufgrund seiner wunderbaren, bildhaften Sprache überzeugt.

Anka Ziegler, Thalia-Buchhandlung Chemnitz-Center

Der Entschleunigungsroman schlechthin. Nicht nur das Leben in den Bergen 1950/51, sondern auch die Sprache spiegelt das wider. Ein sympathischer Historiker wagt sich hoch.



Der Entschleunigungsroman schlechthin. Nicht nur das Leben in den Bergen 1950/51, sondern auch die Sprache spiegelt das wider. Ein sympathischer Historiker wagt sich hoch.



Heike Dreyer, Thalia-Buchhandlung Wilhelmshaven

Erinnert stark an Robert Schneiders "Schlafes Bruder". Eine einsame Bergwelt, eine misstrauische Dorfgemeinschaft und ein Mann, der sich verliert. Großartig geschrieben! Erinnert stark an Robert Schneiders "Schlafes Bruder". Eine einsame Bergwelt, eine misstrauische Dorfgemeinschaft und ein Mann, der sich verliert. Großartig geschrieben!

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
26 Bewertungen
Übersicht
23
2
1
0
0

Selten so ein packendes und intensives Buch gelesen
von einer Kundin/einem Kunden am 26.11.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Ein 80-jähriger Amerikaner reist in seine alte Heimat Österreich, um einer Geschichte auf den Grund zu gehen, die über fünfzig Jahre her ist. Der fünfundzwanzigjährige Historiker Max Schreiber verschwand damals spurlos während einem unbarmherzigen Winter in einem kleinen Bergdorf oberhalb von Innsbruck. Er war seinerseits auf der Suche, er... Ein 80-jähriger Amerikaner reist in seine alte Heimat Österreich, um einer Geschichte auf den Grund zu gehen, die über fünfzig Jahre her ist. Der fünfundzwanzigjährige Historiker Max Schreiber verschwand damals spurlos während einem unbarmherzigen Winter in einem kleinen Bergdorf oberhalb von Innsbruck. Er war seinerseits auf der Suche, er folgte der Spur einer Frau, die hundert Jahre zuvor in ebenjenem Dorf verbrannt sein soll. Doch der Filter der Zeit verwischt die Spuren und das Manuskript Max Schreibers, das der alte Mann in dem Landesarchiv findet, erhellt nur einen Teil der Geschehnisse. Auch die Erinnerung ist keine zuverlässige Quelle und so verliert sich der alte Mann in der Beschreibung des schneereichen Lawinenwinters 1951 und der Charakterisierung der eigenwilligen Dorfbewohner. Doch die alten Geschichten ruhen nicht und strecken ihre Fühler bis in die Gegenwart. Gerhard Jäger schafft es hervorragend, die verschiedenen Stimmungen einzufangen und malt mit seinen Worten eine eindrucksvolle Kulisse, vor der sich die Handlung wie ein Gemälde entfaltet. Die Vielschichtigkeit der Handlung spiegelt sich auch im Schreibstil wider und erzeugt einen Sog, dem man nur schwer entkommt. Ein sprachliches und stilistisches Meisterwerk.

Ein großartiges Debüt des Autors!
von einer Kundin/einem Kunden aus Jüchen am 11.09.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Gerhard Jäger legt meiner Meinung nach mit „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ein fulminantes Debüt vor. Ein vom Verlauf her eher ruhiges Buch, das aber sprachlich zu überraschen vermag und inhaltlich einfach nur unglaublich bildhaft und atmosphärisch ist. Ein 80-jähriger Mann in der Gegenwart. Ein... Gerhard Jäger legt meiner Meinung nach mit „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ein fulminantes Debüt vor. Ein vom Verlauf her eher ruhiges Buch, das aber sprachlich zu überraschen vermag und inhaltlich einfach nur unglaublich bildhaft und atmosphärisch ist. Ein 80-jähriger Mann in der Gegenwart. Ein abgelegenes Berg-Dorf in den frühen 1950er Jahren. Dazu ein vermeintliches Verbrechen in der Vergangenheit. Das sind die sehr reduzierten Themen dieses ausdrucksstarken und packenden Romans. In 2 wechselnden Zeitebenen werden 2 unterschiedliche, doch immerzu miteinander verbundene Erzählstränge skizziert. Man kommt schon zu Beginn gut in die Geschichte hinein und erhält einen ersten Vorgeschmack auf das Feingefühl des Autors. Jäger‘s Schreib- und Erzählstil sind sehr eingängig und mit einer wahnsinnig eindrücklichen und bildhaften Sprache versehen. Oftmals gibt es Spitzen mit sehr geradlinig abgestimmten, beinahe schwarzem Humor. Dem gegenüber steht eine bedrückende und düstere Szenerie und Stimmung. Gerhard Jäger versteht es, das abgelegene Bergdorf, seine Bewohner und die sich dort abspielenden Inhalte perfekt darzustellen und aufleben zu lassen. Er schafft nahezu nahtlos eine dichte, intensive Atmosphäre – lediglich stellenweise unterbrochen durch die gegenwärtigen Zwischenepisoden. Inhaltlich wirken die Protagonisten, sowie der Verlauf der Geschichte sehr authentisch, insbesondere durch die markanten anschaulichen Schilderungen. Insgesamt fand ich den Roman extrem gelungen. Er verfügt meiner Meinung nach über die richtige Mischung aus besagtem feinen Humor, Spannung, szenischem Gefüge und Tiefgang. Sprachlich hat Gerhard Jäger mich eh sofort überzeugen können. Deshalb eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

Eindrucksvolles und naturgewaltiges Drama
von einer Kundin/einem Kunden aus Hambühren am 10.02.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

"Es gibt Momente, Orte, die dir Angst machen. Du weißt, dass da etwas ist, das auf dich wartet, gesichtslos, namenlos, jenseits aller Begriffe, jenseits aller Konturen, und doch, es ist da, du spürst es, und du weißt nur eines: Es ist nichts Gutes." Zum Schreiben hat sich der junge Historiker... "Es gibt Momente, Orte, die dir Angst machen. Du weißt, dass da etwas ist, das auf dich wartet, gesichtslos, namenlos, jenseits aller Begriffe, jenseits aller Konturen, und doch, es ist da, du spürst es, und du weißt nur eines: Es ist nichts Gutes." Zum Schreiben hat sich der junge Historiker Max Schreiber 1950 in ein Tiroler Bergdorf zurückgezogen. Einsam ist es hier und die Dorfbewohner voller Misstrauen dem Fremden gegenüber, denn er rüttelt an alten Geheimnissen. Er fühlt sich hingezogen zu einer jungen Frau, doch da ist noch der Kühbauer, der schon lange um Maria wirbt. Jemand stirbt und ein Stall brennt, aber zur Klärung bleibt keine Zeit, denn die Lawinen bedrohen das Dorf und alle bangen um ihr Leben. Fast 60 Jahre später fliegt der achtzigjährige John Miller von Amerika nach Innsbruck, um Recherchen über einen Mörder, seinen Cousin, durchzuführen. Der Schreibstil erinnert an ein Gemälde. Jeder Satz ein Pinselstrich, der emotionsgeladene Bilder entstehen lässt. Gerhard Jäger hat einen besonderen Sprachrhythmus, der fesselt und besondere Gefühle heraufbeschwört. Verschiedene Zeit- und Erzählebenen, lange verschachtelte Sätze, die sich erstaunlich gut lesen lassen und akzentuierte Wiederholungen einzelner Sequenzen, zeichnen den Stil aus. "...aus seinem Mund kommen Berge und Hügel, Gipfel und Grate, Wälder und Schluchten, Wege und Pfade, ein paar rot glühende Sonnenstrahlen wie Farbtupfer auf die Bergspitzen gesetzt, zimmern weitere Buchstaben die kleine Alm, die in einer Senke an einer steilen Bergflanke vor den wütenden Winden des Hochgebirges Schutz sucht und Schutz bietet, seit vielen, vielen Jahren, all den Hirten, die die Sommer hier verbringen, hier, bei den Kühen, die die Hänge und die wenigen Ebenen abweiden, ruhig und bedächtig, denn es ist ein friedliches Leben." Es liegt von Anfang an eine spürbare Spannung in der Luft. Ein Fremder, der in die abgeschnittene harte Welt des kleinen Bergdorfes eindringt. Man sieht förmlich, wie Max Schreiber argwöhnisch beobachtet, jeder Schritt und jedes Wort kritisch bewertet wird. Sagen, Mythen und Aberglaube spielen hier eine große Rolle. Unbewusst schürt Max den Unwillen der Dörfler, als er sich für die stumme Marie interessiert. Sein anfänglich als Roman geplantes Buch wird immer mehr zu einem Tagebuch, dessen Form sich von der Ich-Erzählung zur Betrachtung wandelt und seine Unruhe, Verlorenheit und Ängste widerspiegelt. Dann kommt der Winter, so kalt, brutal und unberechenbar, dass man beim Lesen eine Gänsehaut bekommt. Vom geschichtlichen Lawinenwinter 1951 hatte ich vorher noch nichts gelesen und wurde von der unfassbaren Wucht der Lawinen sprichwörtlich mitgerissen. Man kämpft gegen die Schneemassen, die die Häuser einstürzen lassen und am Ende nur noch ums nackte Überleben. Zusammengedrängt in der Kirche hört man das Donnern der ins Tal krachenden alles zermalmenden weißen Flut. Viele kommen darin um, werden vermisst, so auch Max Schreiber. Nur sein Manuskript taucht später wieder auf. Hier setzt die Rahmenhandlung ein. Im Jahr 2006 fliegt der achtzigjährige Amerikaner John Miller nach Österreich, um am spürbaren Ende seines Lebens der Spur eines Mörders zu folgen. Im Innsbrucker Landesarchiv liest er das Manuskript von Max Schreiber, taucht in dessen Geschichte ein und lässt den Leser am Geschehen teilhaben. Eigene Erinnerungen führen ihn immer wieder fort in die Vergangenheit, wecken Gefühle und Sehnsüchte nach seiner verstorbenen Frau Rosalind: "...Rosalind über eine Kiste mit Büchern gebeugt, Rosalind mit einem alten Schmöker am Fenster sitzend, Rosalind in einer angeregten Diskussion mit einem Kunden, Rosalind die mir mit einem triumphierenden Blick ein seltenes Exemplar reicht, Rosalind, Rosalind." Das Lesen wühlt den alten Herren sichtlich auf und man bangt um dessen Gesundheit. Nach und nach wird ersichtlich, dass auch seine Lebensgeschichte ein Geheimnis birgt, welches bis zum Schluss verborgen bleibt. Mich hat dieser Roman mit seiner poetisch eindringlichen Art schlicht und einfach begeistert. Ein absolut empfehlenswertes Lesehighlight.


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