Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Roman

(26)
Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.



Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos – nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.



Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.



Raffiniert, voller Rhythmus und Poesie erzählt Gerhard Jäger von der Magie, aber auch von der Brutalität eines Ortes, der aus Raum und Zeit gefallen scheint.




Rezension
Anja Menne, Literatur-Expertin Thalia:
"Dieser atemberaubend packende Roman entführt in die wunderschöne, aber auch brutale Tiroler Bergwelt, die der Schriftsteller Gerhard Jäger mit einer umwerfenden Sprache zum Leben zu erwecken weiß. Der Roman „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Diese berührende, aber auch verstörende Geschichte um den jungen Wiener Historiker Max Schreiber, der 1950 in ein Bergdorf reist, um einem Verbrechen aus dem 19. Jahrhundert auf den Grund zu gehen und schließlich selbst verschwindet, ist mehr als ein Krimi. Erzählt wird der Roman anhand von Schreibers Aufzeichnungen und den Eindrücken eines alten Mannes, der ein halbes Jahrhundert nach dem Verschwinden des Historikers in dieses Bergdorf reist, um herauszufinden, was damals passierte. Das Buch ist ein bravouröses Literaturstück über die Gewalt und das Mysterium der Natur. Natürlich geht es auch um die Einsamkeit und vor allem um die Liebe, eine unerfüllte."
Portrait
Gerhard Jäger, geboren 1966 in Dornbirn, arbeitete als Behindertenbetreuer, Lehrer und Vertreter im Außendienst. Er absolvierte eine Journalistenausbildung und arbeitete als freier Journalist und als Redakteur. 1994 erhielt er ein Nachwuchsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 1996 den Vorarlberger Literaturpreis für einen bisher unveröffentlichten Roman. Er lebt mit seiner Familie in Imst/Tirol.
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 26.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89667-571-2
Verlag Blessing
Maße (L/B/H) 215/135/40 mm
Gewicht 637
Verkaufsrang 40.196
Buch (gebundene Ausgabe)
22,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 45230396
    Bleiben
    von Judith W. Taschler
    (27)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 44253162
    Das Café der guten Wünsche
    von Marie Adams
    (22)
    Buch (Taschenbuch)
    8,99
  • 45165213
    Von ihrer Hände Arbeit
    von John Berger
    Buch (gebundene Ausgabe)
    28,00
  • 45119436
    Hool
    von Philipp Winkler
    (27)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,95
  • 39179240
    Still. Chronik eines Mörders
    von Thomas Raab
    (86)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 44862875
    Die Nachtigall
    von Kristin Hannah
    (75)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 45244422
    Was ich liebe - und was nicht
    von Hanns-Josef Ortheil
    Buch (gebundene Ausgabe)
    23,00
  • 45331401
    Das Labyrinth der Lichter
    von Carlos Ruiz Zafón
    (62)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    25,00
  • 45207991
    Russische Weltliteratur: Schuld und Sühne - Die toten Seelen - Oblomow - Krieg und Frieden (4 Bände im Schuber)
    von Fjodor M. Dostojewski
    Buch (gebundene Ausgabe)
    29,95
  • 45262150
    Saint Mazie
    von Jami Attenberg
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,00
  • 44381376
    Diese gottverdammten Träume
    von Richard Russo
    (7)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,99
  • 45262157
    Wovon wir lebten
    von Silke Scheuermann
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,00
  • 45290657
    Die Paradiesmaschine
    von Lydia Mischkulnig
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,90
  • 45506947
    Die Spionin
    von Paulo Coelho
    (98)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,90
  • 42321899
    Das Nest
    von Cynthia D'Aprix Sweeney
    (109)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,95
  • 44114439
    Unterleuten
    von Juli Zeh
    (78)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,99
  • 45298318
    Nussschale
    von Ian McEwan
    (27)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 42492197
    Der goldene Handschuh
    von Heinz Strunk
    (24)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,95
  • 45246083
    Ein Monat auf dem Land
    von J. L. Carr
    (36)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    18,00
  • 44252607
    Das Geheimnis des Schneemädchens
    von Marc Levy
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99

Buchhändler-Empfehlungen

„"Es gibt Orte, die dir Angst machen"“

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Max Schreiber zieht sich zurück, in ein Dorf in den Bergen, um an seinem ersten Roman zu schreiben. Das Thema: Das Verbrennen einer jungen Frau, alleine in ihrem Haus, vor den Augen aller, vor gut hundert Jahren. Sein Eindringen in das Leben der Dorfbewohner und das Aufwühlen der (grausamen) Vergangenheit des Dorfes führen zu Misstrauen Max Schreiber zieht sich zurück, in ein Dorf in den Bergen, um an seinem ersten Roman zu schreiben. Das Thema: Das Verbrennen einer jungen Frau, alleine in ihrem Haus, vor den Augen aller, vor gut hundert Jahren. Sein Eindringen in das Leben der Dorfbewohner und das Aufwühlen der (grausamen) Vergangenheit des Dorfes führen zu Misstrauen und Vorurteilen gegenüber dem Fremden. Er verliebt sich in Marie, ringt mit seinem Rivalen, jemand stirbt und der Winter kommt. Und mit ihm der todbringende Schnee, mit ihm die todbringenden Lawinen.
60 Jahre später: Der mittlerweile 80jährige John Miller kehrt zurück nach Österreich, um mehr über das Schicksal seines verschollenen Cousins zu erfahren, einem flüchtigen Mörder. Sein Name: Max Schreiber.

Bildhaft und eindringlich schildert Jäger das Leben der beiden Männer und schafft es, von Beginn des Romans an eine unheimliche Spannung aufzubauen. Vor allem seine Schilderungen des Lebens der Dorfbewohner, deren Aberglauben und Ritualen fesseln ungemein. Und dann kommt der Winter, der Schnee und man hat förmlich das Gefühl, man wäre auch da, man wäre dabei, als die ersten Flocken fallen, als die Wege zugeschneit werden, als die Luft kälter wird. Gefährlich wird.
Man kann ihn regelrecht riechen den Schnee, die Angst, die Schuldzuweisungen und das Misstrauen. Man beginnt zu frieren. Ein toller, atmosphärischer Roman, sprachgewaltig, in dem man versinkt und erst durch das, überraschende und unerwartete, Ende wieder zum Auftauchen gezwungen wird!

„Lesestoff für den Winterurlaub“

Andrea Windsch, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.
Ein tiefgehender Roman, der einen fesselt mit einer sehr schönen Sprache, die fast poetisch klingt.
Die Handlung ist düster, kalt und spannend. Die Hauptfigur wird mit einer archaischen Bergwelt und einer misstrauischen Dorfgemeinschaft
Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.
Ein tiefgehender Roman, der einen fesselt mit einer sehr schönen Sprache, die fast poetisch klingt.
Die Handlung ist düster, kalt und spannend. Die Hauptfigur wird mit einer archaischen Bergwelt und einer misstrauischen Dorfgemeinschaft konfrontiert. Gleich von Beginn an liegt eine bedrohliche Stimmung in der Luft, eine Stimmung, die sich zunehmend verdichten und im Lawinenchaos explodieren wird. Und der Schluss? ..Ist in meinen Augen perfekt.

Unsere Buchhändler-Tipps

  • 1563800
    Die Frau mit den Regenhänden
    von Wolfram Fleischhauer
    (12)
    Buch (Taschenbuch)
    12,99
  • 21247179
    Das finstere Tal
    von Thomas Willmann
    (61)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,80
  • 39179240
    Still. Chronik eines Mörders
    von Thomas Raab
    (86)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 39179263
    Das Seelenhaus
    von Hannah Kent
    (40)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 39272463
    Ein ganzes Leben
    von Robert Seethaler
    (103)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    17,90
  • 44066771
    Weit über das Land
    von Peter Stamm
    (20)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 44185462
    Vom Ende der Einsamkeit
    von Benedict Wells
    (82)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 45255203
    Cox
    von Christoph Ransmayr
    (35)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 45313000
    Loney
    von Andrew Michael Hurley
    (58)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 47877538
    Der Tod so kalt
    von Luca D'Andrea
    (44)
    Buch (Paperback)
    14,99
  • 47877962
    Das Buch der Spiegel
    von E. O. Chirovici
    (174)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 62295211
    Acht Berge
    von Paolo Cognetti
    (29)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00

Kundenbewertungen


Durchschnitt
26 Bewertungen
Übersicht
23
2
1
0
0

Selten so ein packendes und intensives Buch gelesen
von einer Kundin/einem Kunden am 26.11.2017

Ein 80-jähriger Amerikaner reist in seine alte Heimat Österreich, um einer Geschichte auf den Grund zu gehen, die über fünfzig Jahre her ist. Der fünfundzwanzigjährige Historiker Max Schreiber verschwand damals spurlos während einem unbarmherzigen Winter in einem kleinen Bergdorf oberhalb von Innsbruck. Er war seinerseits auf der Suche, er... Ein 80-jähriger Amerikaner reist in seine alte Heimat Österreich, um einer Geschichte auf den Grund zu gehen, die über fünfzig Jahre her ist. Der fünfundzwanzigjährige Historiker Max Schreiber verschwand damals spurlos während einem unbarmherzigen Winter in einem kleinen Bergdorf oberhalb von Innsbruck. Er war seinerseits auf der Suche, er folgte der Spur einer Frau, die hundert Jahre zuvor in ebenjenem Dorf verbrannt sein soll. Doch der Filter der Zeit verwischt die Spuren und das Manuskript Max Schreibers, das der alte Mann in dem Landesarchiv findet, erhellt nur einen Teil der Geschehnisse. Auch die Erinnerung ist keine zuverlässige Quelle und so verliert sich der alte Mann in der Beschreibung des schneereichen Lawinenwinters 1951 und der Charakterisierung der eigenwilligen Dorfbewohner. Doch die alten Geschichten ruhen nicht und strecken ihre Fühler bis in die Gegenwart. Gerhard Jäger schafft es hervorragend, die verschiedenen Stimmungen einzufangen und malt mit seinen Worten eine eindrucksvolle Kulisse, vor der sich die Handlung wie ein Gemälde entfaltet. Die Vielschichtigkeit der Handlung spiegelt sich auch im Schreibstil wider und erzeugt einen Sog, dem man nur schwer entkommt. Ein sprachliches und stilistisches Meisterwerk.

Ein großartiges Debüt des Autors!
von einer Kundin/einem Kunden aus Jüchen am 11.09.2017

Gerhard Jäger legt meiner Meinung nach mit „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ein fulminantes Debüt vor. Ein vom Verlauf her eher ruhiges Buch, das aber sprachlich zu überraschen vermag und inhaltlich einfach nur unglaublich bildhaft und atmosphärisch ist. Ein 80-jähriger Mann in der Gegenwart. Ein... Gerhard Jäger legt meiner Meinung nach mit „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ein fulminantes Debüt vor. Ein vom Verlauf her eher ruhiges Buch, das aber sprachlich zu überraschen vermag und inhaltlich einfach nur unglaublich bildhaft und atmosphärisch ist. Ein 80-jähriger Mann in der Gegenwart. Ein abgelegenes Berg-Dorf in den frühen 1950er Jahren. Dazu ein vermeintliches Verbrechen in der Vergangenheit. Das sind die sehr reduzierten Themen dieses ausdrucksstarken und packenden Romans. In 2 wechselnden Zeitebenen werden 2 unterschiedliche, doch immerzu miteinander verbundene Erzählstränge skizziert. Man kommt schon zu Beginn gut in die Geschichte hinein und erhält einen ersten Vorgeschmack auf das Feingefühl des Autors. Jäger‘s Schreib- und Erzählstil sind sehr eingängig und mit einer wahnsinnig eindrücklichen und bildhaften Sprache versehen. Oftmals gibt es Spitzen mit sehr geradlinig abgestimmten, beinahe schwarzem Humor. Dem gegenüber steht eine bedrückende und düstere Szenerie und Stimmung. Gerhard Jäger versteht es, das abgelegene Bergdorf, seine Bewohner und die sich dort abspielenden Inhalte perfekt darzustellen und aufleben zu lassen. Er schafft nahezu nahtlos eine dichte, intensive Atmosphäre – lediglich stellenweise unterbrochen durch die gegenwärtigen Zwischenepisoden. Inhaltlich wirken die Protagonisten, sowie der Verlauf der Geschichte sehr authentisch, insbesondere durch die markanten anschaulichen Schilderungen. Insgesamt fand ich den Roman extrem gelungen. Er verfügt meiner Meinung nach über die richtige Mischung aus besagtem feinen Humor, Spannung, szenischem Gefüge und Tiefgang. Sprachlich hat Gerhard Jäger mich eh sofort überzeugen können. Deshalb eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

Eindrucksvolles und naturgewaltiges Drama
von einer Kundin/einem Kunden aus Hambühren am 10.02.2017

"Es gibt Momente, Orte, die dir Angst machen. Du weißt, dass da etwas ist, das auf dich wartet, gesichtslos, namenlos, jenseits aller Begriffe, jenseits aller Konturen, und doch, es ist da, du spürst es, und du weißt nur eines: Es ist nichts Gutes." Zum Schreiben hat sich der junge Historiker... "Es gibt Momente, Orte, die dir Angst machen. Du weißt, dass da etwas ist, das auf dich wartet, gesichtslos, namenlos, jenseits aller Begriffe, jenseits aller Konturen, und doch, es ist da, du spürst es, und du weißt nur eines: Es ist nichts Gutes." Zum Schreiben hat sich der junge Historiker Max Schreiber 1950 in ein Tiroler Bergdorf zurückgezogen. Einsam ist es hier und die Dorfbewohner voller Misstrauen dem Fremden gegenüber, denn er rüttelt an alten Geheimnissen. Er fühlt sich hingezogen zu einer jungen Frau, doch da ist noch der Kühbauer, der schon lange um Maria wirbt. Jemand stirbt und ein Stall brennt, aber zur Klärung bleibt keine Zeit, denn die Lawinen bedrohen das Dorf und alle bangen um ihr Leben. Fast 60 Jahre später fliegt der achtzigjährige John Miller von Amerika nach Innsbruck, um Recherchen über einen Mörder, seinen Cousin, durchzuführen. Der Schreibstil erinnert an ein Gemälde. Jeder Satz ein Pinselstrich, der emotionsgeladene Bilder entstehen lässt. Gerhard Jäger hat einen besonderen Sprachrhythmus, der fesselt und besondere Gefühle heraufbeschwört. Verschiedene Zeit- und Erzählebenen, lange verschachtelte Sätze, die sich erstaunlich gut lesen lassen und akzentuierte Wiederholungen einzelner Sequenzen, zeichnen den Stil aus. "...aus seinem Mund kommen Berge und Hügel, Gipfel und Grate, Wälder und Schluchten, Wege und Pfade, ein paar rot glühende Sonnenstrahlen wie Farbtupfer auf die Bergspitzen gesetzt, zimmern weitere Buchstaben die kleine Alm, die in einer Senke an einer steilen Bergflanke vor den wütenden Winden des Hochgebirges Schutz sucht und Schutz bietet, seit vielen, vielen Jahren, all den Hirten, die die Sommer hier verbringen, hier, bei den Kühen, die die Hänge und die wenigen Ebenen abweiden, ruhig und bedächtig, denn es ist ein friedliches Leben." Es liegt von Anfang an eine spürbare Spannung in der Luft. Ein Fremder, der in die abgeschnittene harte Welt des kleinen Bergdorfes eindringt. Man sieht förmlich, wie Max Schreiber argwöhnisch beobachtet, jeder Schritt und jedes Wort kritisch bewertet wird. Sagen, Mythen und Aberglaube spielen hier eine große Rolle. Unbewusst schürt Max den Unwillen der Dörfler, als er sich für die stumme Marie interessiert. Sein anfänglich als Roman geplantes Buch wird immer mehr zu einem Tagebuch, dessen Form sich von der Ich-Erzählung zur Betrachtung wandelt und seine Unruhe, Verlorenheit und Ängste widerspiegelt. Dann kommt der Winter, so kalt, brutal und unberechenbar, dass man beim Lesen eine Gänsehaut bekommt. Vom geschichtlichen Lawinenwinter 1951 hatte ich vorher noch nichts gelesen und wurde von der unfassbaren Wucht der Lawinen sprichwörtlich mitgerissen. Man kämpft gegen die Schneemassen, die die Häuser einstürzen lassen und am Ende nur noch ums nackte Überleben. Zusammengedrängt in der Kirche hört man das Donnern der ins Tal krachenden alles zermalmenden weißen Flut. Viele kommen darin um, werden vermisst, so auch Max Schreiber. Nur sein Manuskript taucht später wieder auf. Hier setzt die Rahmenhandlung ein. Im Jahr 2006 fliegt der achtzigjährige Amerikaner John Miller nach Österreich, um am spürbaren Ende seines Lebens der Spur eines Mörders zu folgen. Im Innsbrucker Landesarchiv liest er das Manuskript von Max Schreiber, taucht in dessen Geschichte ein und lässt den Leser am Geschehen teilhaben. Eigene Erinnerungen führen ihn immer wieder fort in die Vergangenheit, wecken Gefühle und Sehnsüchte nach seiner verstorbenen Frau Rosalind: "...Rosalind über eine Kiste mit Büchern gebeugt, Rosalind mit einem alten Schmöker am Fenster sitzend, Rosalind in einer angeregten Diskussion mit einem Kunden, Rosalind die mir mit einem triumphierenden Blick ein seltenes Exemplar reicht, Rosalind, Rosalind." Das Lesen wühlt den alten Herren sichtlich auf und man bangt um dessen Gesundheit. Nach und nach wird ersichtlich, dass auch seine Lebensgeschichte ein Geheimnis birgt, welches bis zum Schluss verborgen bleibt. Mich hat dieser Roman mit seiner poetisch eindringlichen Art schlicht und einfach begeistert. Ein absolut empfehlenswertes Lesehighlight.


Wird oft zusammen gekauft

Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod - Gerhard Jäger

Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

von Gerhard Jäger

(26)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,99
+
=
Meine geniale Freundin / Neapolitanische Saga Bd.1 - Elena Ferrante

Meine geniale Freundin / Neapolitanische Saga Bd.1

von Elena Ferrante

(105)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00
+
=

für

44,99

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen