Der Schneegänger

Kriminalroman

Sanela Beara 2

(32)
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst an ihre äußerste Grenze treibt ...

Portrait
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Klappenbroschur
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 21.11.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-48526-0
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,8/12,5/3,5 cm
Gewicht 383 g
Verkaufsrang 31.719
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Neuer Fall für Sanela, in den sie diesmal sehr persönlich involviert wird! Mir gefallen die Krimis um Joachim Vernau besser; nichtsdestotrotz auch hier wieder solide Krimikost! Neuer Fall für Sanela, in den sie diesmal sehr persönlich involviert wird! Mir gefallen die Krimis um Joachim Vernau besser; nichtsdestotrotz auch hier wieder solide Krimikost!

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Sympathisches Ermittlerpaar und ein berührend spannendes Familienverbrechen - absolut lesenswert! Sympathisches Ermittlerpaar und ein berührend spannendes Familienverbrechen - absolut lesenswert!

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Elisabeth Herrmann schreibt wirklich spannend und schafft es mit jedem Buch von ihr zu überzeugen. Elisabeth Herrmann schreibt wirklich spannend und schafft es mit jedem Buch von ihr zu überzeugen.

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Wahnsinn. Großartiger Krimi mit überaschendem Ende. Wahnsinn. Großartiger Krimi mit überaschendem Ende.

„Die große Frage der Schuld...“

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Da ich „Das Dorf der Mörder“ nicht gelesen hatte, wusste ich zuerst nicht, dass dieses Buch ein zweiter Fall für die Protagonisten war, aber für dieses Buch ist es auch nicht nötig, das erste gelesen zu haben, obwohl ich es nun lesen muss…

Elisabeth Herrmann hat eine ruhige und doch schnelle Art die Dinge zu erzählen, aber sie lässt uns zwischendurch auch Luft holen. Sie hat eine tolle Sprache, die man gut und flüssig lesen kann, aber nicht zu anspruchslos. Desweiteren faszinieren mich Fälle, die mit der Vergangenheit zu tun haben und Elisabeth Herrmann ist da eine Meisterin ihres Fachs.
Der Fall des kleinen Darijo Tudor ist sehr beklemmend und man weiß bis zum Schluss nicht genau, was mit ihm passiert ist. Die ganzen Theorien, die man zwischendurch entwickelt, werden mal mehr und weniger wahrscheinlicher bis hin zum großen Finale über die Frage von Schuld, aber auch gut und böse.
Die Charaktere sind liebevoll, aber mit Macken und Kanten gestaltet, was sie zwar sympathisch macht, aber einen auch manchmal aufregen – und genauso entwickelt man gute Kommissare in Krimis.

Wie schon erwähnt will ich nun unbedingt auch noch den ersten Fall dieses Teams lesen und freue mich auf weitere.
Da ich „Das Dorf der Mörder“ nicht gelesen hatte, wusste ich zuerst nicht, dass dieses Buch ein zweiter Fall für die Protagonisten war, aber für dieses Buch ist es auch nicht nötig, das erste gelesen zu haben, obwohl ich es nun lesen muss…

Elisabeth Herrmann hat eine ruhige und doch schnelle Art die Dinge zu erzählen, aber sie lässt uns zwischendurch auch Luft holen. Sie hat eine tolle Sprache, die man gut und flüssig lesen kann, aber nicht zu anspruchslos. Desweiteren faszinieren mich Fälle, die mit der Vergangenheit zu tun haben und Elisabeth Herrmann ist da eine Meisterin ihres Fachs.
Der Fall des kleinen Darijo Tudor ist sehr beklemmend und man weiß bis zum Schluss nicht genau, was mit ihm passiert ist. Die ganzen Theorien, die man zwischendurch entwickelt, werden mal mehr und weniger wahrscheinlicher bis hin zum großen Finale über die Frage von Schuld, aber auch gut und böse.
Die Charaktere sind liebevoll, aber mit Macken und Kanten gestaltet, was sie zwar sympathisch macht, aber einen auch manchmal aufregen – und genauso entwickelt man gute Kommissare in Krimis.

Wie schon erwähnt will ich nun unbedingt auch noch den ersten Fall dieses Teams lesen und freue mich auf weitere.

Sabrina Hüper, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Familiengeheimnisse und ein explosives Ermittlerteam - Sanela Beara unterstützt die Ermittlungen im Todesfall eines Jungen. Sehr lesenswert, aber besser erst den Vorgänger lesen! Familiengeheimnisse und ein explosives Ermittlerteam - Sanela Beara unterstützt die Ermittlungen im Todesfall eines Jungen. Sehr lesenswert, aber besser erst den Vorgänger lesen!

„Spannungskurve war stetig steigend. “

Christiane Koch, Thalia-Buchhandlung Dortmund

Vor vier Jahren verschwand der kleine Darijo Tudor. Er wurde entführt. Eine Verwechslung? Die Eltern schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe und stecken auch vier Jahre später, als die Leiche endlich gefunden wird, noch in tiefer Trauer.
Elisabeth Herrmann stellt am Beispiel eines toten Kindes mal wieder sehr offen dar, wie grausam Menschen sein können. Die Spannungskurve war stetig steigend und mündete in einem sehr dramatischen Abgang.
Vor vier Jahren verschwand der kleine Darijo Tudor. Er wurde entführt. Eine Verwechslung? Die Eltern schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe und stecken auch vier Jahre später, als die Leiche endlich gefunden wird, noch in tiefer Trauer.
Elisabeth Herrmann stellt am Beispiel eines toten Kindes mal wieder sehr offen dar, wie grausam Menschen sein können. Die Spannungskurve war stetig steigend und mündete in einem sehr dramatischen Abgang.

Rogondis Klar, Thalia-Buchhandlung Chemnitz

Nach vier Jahren wird ein kleiner Junge im Wald gefunden, was ist mit ihm geschehen. Spannend geschrieben, muss man lesen. Nach vier Jahren wird ein kleiner Junge im Wald gefunden, was ist mit ihm geschehen. Spannend geschrieben, muss man lesen.

„Von Wölfen und Lämmern“

Maja Günther, Thalia-Buchhandlung Berlin

Der zweite Fall der jungen, kantigen, engagierten, zutiefst verletzten Polizistin Sanela Beara - und wieder begibt sie sich mit Haut & Haar in eine brenzlige Situation, um dem Opfer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dieser Krimi lebt von seinen sehr gut gezeichneten Figuren, und die Story weist genügend Spielraum auf, die Lösung in jede Richtung treiben zu können.
Gut gemacht!
Der zweite Fall der jungen, kantigen, engagierten, zutiefst verletzten Polizistin Sanela Beara - und wieder begibt sie sich mit Haut & Haar in eine brenzlige Situation, um dem Opfer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dieser Krimi lebt von seinen sehr gut gezeichneten Figuren, und die Story weist genügend Spielraum auf, die Lösung in jede Richtung treiben zu können.
Gut gemacht!

„Nicht nur Wölfe im Wald“

Gina Weigmann, Thalia-Buchhandlung Brandenburg an der Havel

KHK Gehring bittet Sanela Beara wegen ihrer Sprachkenntnisse um Mithilfe in einem unaufgeklärten Fall. Im Grunewald sind Knochen gefunden worden, die zu einem kleinen kroatischen Jungen gehören, der vor vier Jahren entführt wurde. Seine Mutter ist nun nicht mehr Hausangestellte in der noblen Wannseevilla, sondern Hausherrin und der Vater lebt getrennt von seiner Frau in der Lausitz in einer Wolfstation. Bei der Obduktion kommen den Ermittlern Zweifel an der Entführung und Sanela kann sich durch ihre Beziehungen zur kroatischen Gemeinde undercover in den Haushalt einschleusen. Schon nach kurzer Zeit bröckelt die herrschaftliche Fassade im Innern des Hauses.

Wieder ein sehr spannender Fall wie schon „Das Dorf der Mörder“
KHK Gehring bittet Sanela Beara wegen ihrer Sprachkenntnisse um Mithilfe in einem unaufgeklärten Fall. Im Grunewald sind Knochen gefunden worden, die zu einem kleinen kroatischen Jungen gehören, der vor vier Jahren entführt wurde. Seine Mutter ist nun nicht mehr Hausangestellte in der noblen Wannseevilla, sondern Hausherrin und der Vater lebt getrennt von seiner Frau in der Lausitz in einer Wolfstation. Bei der Obduktion kommen den Ermittlern Zweifel an der Entführung und Sanela kann sich durch ihre Beziehungen zur kroatischen Gemeinde undercover in den Haushalt einschleusen. Schon nach kurzer Zeit bröckelt die herrschaftliche Fassade im Innern des Hauses.

Wieder ein sehr spannender Fall wie schon „Das Dorf der Mörder“

„Raffiniert“

Joke Hoogendoorn, Thalia-Buchhandlung Leer (Ostfriesland)

Ein ungleiches Paar sind sie: Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring und die Polizeistudentin Sanela Beara. Gehring hat ihre Zusammenarbeit in nicht allzu guter Erinnerung. Trotzdem fragt er sie um Hilfe bei den Ermittlungen, wenn die Leiche des kleinen Darijo gefunden wird, 4 Jahre nach seinem Verschwinden. Spätestens wenn Sanela auf eigene Faust eine Undercoverstelle als Putzhilfe im Hause der Familie organisiert, bereut Gehring seine Entscheidung. Aber da ist es längst zu spät, um sie zurückzuhalten.

„Schneegänger“ ist ein unglaublich raffinierter und spannender Krimi. Elisabeth Herrmann spinnt sie in so viele Richtungen, dass die Lösung wirklich erst im letzten Moment deutlich wird. Absolut gut gelungen!
Ein ungleiches Paar sind sie: Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring und die Polizeistudentin Sanela Beara. Gehring hat ihre Zusammenarbeit in nicht allzu guter Erinnerung. Trotzdem fragt er sie um Hilfe bei den Ermittlungen, wenn die Leiche des kleinen Darijo gefunden wird, 4 Jahre nach seinem Verschwinden. Spätestens wenn Sanela auf eigene Faust eine Undercoverstelle als Putzhilfe im Hause der Familie organisiert, bereut Gehring seine Entscheidung. Aber da ist es längst zu spät, um sie zurückzuhalten.

„Schneegänger“ ist ein unglaublich raffinierter und spannender Krimi. Elisabeth Herrmann spinnt sie in so viele Richtungen, dass die Lösung wirklich erst im letzten Moment deutlich wird. Absolut gut gelungen!

„Wölfe in Berlin“

Andrea Becker, Thalia-Buchhandlung Fulda

Das "Team" KHK Lutz Gehring und Sanela Beara ist unschlagbar. Er ist nur dröge ohne seine Kollegin Beara, die sich meistens auf der Grenze des Legalen bewegt. Zusammen können sie einen alten Fall lösen. Superspannend mit interessanten Charakteren! Das "Team" KHK Lutz Gehring und Sanela Beara ist unschlagbar. Er ist nur dröge ohne seine Kollegin Beara, die sich meistens auf der Grenze des Legalen bewegt. Zusammen können sie einen alten Fall lösen. Superspannend mit interessanten Charakteren!

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Durchschnitt
32 Bewertungen
Übersicht
16
14
2
0
0

Tanz mit dem Wolf und im Kreis
von Sandra Matteotti aus Zürich am 17.01.2017

Ein Jäger findet im kalten Winter das Skelett eines vergrabenen Jungen. Bald ist klar, dass es sich dabei um den vor vier Jahren verschwundenen Darijo handelt, ein Fall, der niemals geklärt werden konnte und bei dem sich Lutz Gehring nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Da Darios Eltern Kroaten sind,... Ein Jäger findet im kalten Winter das Skelett eines vergrabenen Jungen. Bald ist klar, dass es sich dabei um den vor vier Jahren verschwundenen Darijo handelt, ein Fall, der niemals geklärt werden konnte und bei dem sich Lutz Gehring nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Da Darios Eltern Kroaten sind, in den Ermittlungen damals keiner vor Ort war, der diese Sprache beherrschte, soll dieses Mal Sanela Beara mithelfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Ihres Zeichens ehemalige Streifenpolizistin, aktuell Studentin für den Kriminaldienst und schon mal in einem Fall mit Lutz Gehring verwickelt, welche die beiden nicht zu besten Freunden hatte werden lassen, ist sie schon bald tiefer in der Geschichte drin, als allen lieb ist. Sanela ermittelt mit Mitteln, die sich immer am Rande des gesetzlich machbaren bewegen – meist auf eigene Faust. Aber schliesslich und endlich ist es kompliziert und es geht darum, den Tod des kleinen Jungen zu klären. Verdächtige gibt es genug: Den eigenbrötlerischen, aufbrausenden und doch charmanten Vater, die zu höherem berufene Mutter, die schon während der Ehe eine Verhältnis mit ihrem Arbeitgeber hatte, diesen später geheiratet hat. Derselbe Arbeitgeber wäre auch noch auf der Liste der Verdächtigen, genauso wie seine Söhne und diese verehrende modelhafte Nachbarstöchter. Die Figurenaufstellung macht es schon offensichtlich: Es gibt Platz für viele Klischees und der Roman greift sie alle auf. Als Leser will man wissen, wer es nun war, keine Frage, allein der Weg dahin ist lang und steinig. Man weiss als geübter Krimileser schon von der ersten Seite an, wer es nicht gewesen ist, möchte aber wissen, wie sich seine Wege erklären lassen. Auch Ahnungen, wie alles zusammen hängen könnte, sind bald mal da, man möchte sie verifiziert haben. Und so liest man durch blumige Ausschweifungen, psychologische Charakterstudien, ausführliche Background Stories hindurch, die alle wunderbar sind, damit der Autor seine Figuren kennenlernt, die im Buch selber aber nicht mehr nötig oder sinnvoll sind. Positiv ausgedrückt steigern sie die Spannung durch das Herauszögern der Antworten, negativ ausgedrückt sind sie schlicht zu kürzender Ballast – gut geschrieben, bringen die Geschichte aber nicht weiter. Und irgendwann kommt dann das Ende. Es passiert nochmals viel, alles löst sich auf. Es ist irgendwie das einzig mögliche Ende, und doch befriedigt es nicht. Nicht mich. Wer gerne ausführliche Charakterstudien, blumige Figurenbeschreibungen, endlose Flashbacks, klischeebehaftete Beziehungsmuster und Gesellschaftsstudien hat, der kommt in dem Buch auf seine Kosten. Wer es gern knackig spannend mag, wird sich wohl eher ärgern. Was Elisabeth Hermann gelungen ist: Weglegen konnte ich das Buch nicht, ich wollte das Ende wissen. Auch die Sprache, die Schreibweise waren durchaus passend, sie versteht das Handwerk. Es war für mich persönlich das falsche Tempo und zu viel Ballast. Fazit: Die klassische Frage „whodunit“, auf die man eine Antwort haben will – trotz (zu?) vielen Klischees und Verzögerungen.

Mord verjährt nie!
von Stefanie Willaredt aus Bonn am 24.11.2016

Die schon verweste Leiche eine kleinen Jungen wird in einem Waldstück nahe Berlin gefunden. Es handelt sich um ein lange vermisste Kind einer durchaus ehrbaren Familie. Ehrbar? Lesen Sie selbst, Sie werden sich wundern!

Er war unterwegs, um die Unschuld zu töten...
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Bewertet: gebundene Ausgabe

Die Geschichte klingt erstmal sehr gradlinig: ein kleiner Junge verschwindet spurlos, ein paar Jahre später wird sein Skelett gefunden, schon nach wenigen Tagen wird der Vater als Hauptverdächtiger verhaftet. Zwischen den Eltern gab es oft Stress, wird gemunkelt. Medea-Syndrom, vermutet eine Ermittlerin: wenn ein Elternteil das Kind tötet, um... Die Geschichte klingt erstmal sehr gradlinig: ein kleiner Junge verschwindet spurlos, ein paar Jahre später wird sein Skelett gefunden, schon nach wenigen Tagen wird der Vater als Hauptverdächtiger verhaftet. Zwischen den Eltern gab es oft Stress, wird gemunkelt. Medea-Syndrom, vermutet eine Ermittlerin: wenn ein Elternteil das Kind tötet, um den Partner zu bestrafen. Aber natürlich stellt sich schnell heraus, dass an diesem Fall absolut gar nichts einfach oder gradlinig ist. Die Ermittler graben eine Schicht nach der anderen ab, finden alte Schuld, alten Verrat, alten Neid, alte Gier... Und dennoch ist kein Ende in Sicht. Die Wendungen (und Sackgassen!) haben mir gut gefallen, denn dadurch fand ich den Fall nicht vorhersehbar oder ausgelutscht! Ich bin nur so durch die 448 Seiten geflogen und habe mich dabei sehr gut unterhalten gefühlt. Spannend ist es in meinen Augen auch, obwohl das Augenmerk der Geschichte oft eher auf dem Drumherum liegt: auf dem Zwischenmenschlichem, das nicht immer direkt mit dem Fall zu tun hat. Schon im ersten Band der Reihe ("Das Dorf der Mörder") verbiss sich Sanela Beara, die zu der Zeit nur eine kleine Streifenpolizistin war, in den damaligen Fall wie ein zu allem entschlossener Zwergpinscher und pfiff dabei munter auf Regeln und Befugnisse. Inzwischen ist sie keine Streifenpolizistin mehr, sondern Beamtin auf Probe im ersten Jahr des Masterstudiengangs Gehobener Polizeivollzugsdienst - aber immer noch wild entschlossen und nur zu bereit, aus der Reihe zu tanzen... Sie ist ohne Zweifel hochintelligent, vielleicht sogar brillant, und dabei einfühlsam und sehr intuitiv: sie hat ein untrügliches Gespür dafür, was Menschen bewegt, aber nur wenig Geduld mit Bürokratie und den hierarchischen Strukturen bei der Polizei. Das macht sie zu einem kantigen, gelegentlich sperrigen Charakter, aber auch zu einem sehr interessanten! Sie war mir sympathisch, ich habe gerne über sie gelesen, nur manchmal hat mich nicht überzeugt, mit was sie alles durchkommt, ohne dass sie hochkant rausfliegt und sich von einer Karriere bei der Polizei endgültig verabschieden kann. Ab und an wirkte es auch mich fast schon überheblich, mit welcher Selbstverständlichkeit sie sich über die Regeln hinwegsetzt, weil sie sicher ist, dass sie alleine den Weg zur Wahrheit verfolgt. Außerdem ist sie verstörend anfällig für die Attraktivität von Tatverdächtigen... Mit Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring verbindet sie eine Art Hassliebe (meist mit Tendenz zum Hass), und obwohl sie sich im letzten Fall gegenseitig den letzten Nerv gekostet haben, fordert er sie auch dieses Mal wieder an. Schade fand ich, dass es relativ wenige Szenen gibt, in denen die beiden direkt miteinander zu tun haben, denn die Chemie zwischen ihnen ist sehr interessant! Keine Liebesgeschichte, aber da sprühen dennoch die Funken. In "Der Schneegänger" folgt der Leser ihren Erlebnissen meist getrennt voneinander, und Sanela steht eindeutig mehr im Rampenlicht. Sie ermittelt auf eigene Faust, benutzt ihre Kontakte in der kroatischen Community, fordert alte Gefallen ein, sprich: bringt den Fall voran und findet Sachen heraus, und dabei bewegt sie sich auf verdammt dünnem Eis. Gehring dagegen verrennt sich in Sackgassen und räumt hinter ihr her, indem er ihr zum Beispiel nachträglich die Befugnis besorgt, versteckt zu ermitteln. Sehr bedauerlich, denn er verkauft sich meiner Meinung nach deutlich unter Wert! Zitat: "Die Last des Gewehrs schien zentnerschwer. Darko blieb stehen und musste sich an einem Baum abstützen. Der Wind trieb die Wolken vor sich her, und für einen kurzen Moment schimmerte silbernes Mondlicht durch die kahlen Äste. Wie viel Schuld trug er selbst? Alle. Er war unterwegs, um die Unschuld zu töten." Den Schreibstil fand ich wieder großartig, sehr aussagekräftig und dabei voller Atmosphäre und ungewöhnlicher Metaphern. Fazit: Ein kleiner Junge wird ermordet, seine Leiche erst vier Jahre später gefunden. Da die Eltern des Jungen aus Kroatien stammen, wird Sanela Beara zu dem Fall dazu gerufen, obwohl sie nur Beamtin auf Probe und Studentin im Fach Gehobener Polizeivollzugsdienst ist. Eigentlich soll sie nur übersetzen und beobachten, fängt aber schnell damit an, auf eigene Faust versteckt zu ermitteln... Mir hat gut gefallen, wie vielschichtig und unvorhersehbar (zumindest in meinen Augen) sich die Geschichte entwickelt! Ich fand sie spannend und gut geschrieben, und besonders vom abwechslungsreichen Schreibstil war ich sehr angetan. Auch die Charaktere fand ich im Großen und Ganzen glaubhaft - mit einer Ausnahme: ich fand nicht mehr gänzlich glaubhaft, wie unverfroren sich Sanela über alle Regeln hinwegsetzt, ohne dass dieses Verhalten ihre Karriere bei der Polizei auf der Stelle beendet! Davon abgesehen ist sie für mich aber eine sympathische Heldin, über die ich gerne gelesen habe.