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Der Sommer der Schmetterlinge

Roman

(6)
Die Unmöglichkeit des Vergessens
Ein fesselnder, poetischer Roman über große Gefühle und dunkle Leidenschaften: Nach Jahren treffen sich die beiden ungleichen Schwestern Maria Inês und Clarice wieder, um das Unerklärliche zu klären, das ihr Leben geprägt hat.
Die beiden Mädchen wachsen in einem wohlhabenden Elternhaus auf einer Fazenda im Landesinnern des Bundesstaates Rio de Janeiro auf. Ihre Kindheit verläuft scheinbar harmonisch und behütet, tatsächlich aber ist ihre Welt bestimmt von den "verbotenen Dingen", die man nicht aussprechen darf. Und so teilen Clarice und Maria Inês dunkle Geheimnisse, die jeden ihrer Schritte begleiten.
Mit den Jahren verlieren sie sich aus den Augen, die eine lebt als Ärztin in Rio, die andere auf der heimatlichen Fazenda. Erst nach dem Tod der Eltern treffen die Schwestern in einer schicksalhaften Nacht wieder aufeinander und bringen all die unausgesprochenen Wahrheiten endlich ans Licht.
"Der Sommer der Schmetterlinge" erzählt in starken Bildern und mit viel Atmosphäre von Abhängigkeiten und Abgründen in Zeiten der Diktatur und Repression.
"Wir haben es mit einer Autorin zu tun, der die Zukunft gehört. Ihr Schreiben verspricht Großes und hat bereits eine Menge davon erreicht." José Saramago
"Eine mitreißende Geschichte, ein eleganter Stil: Mit Der Sommer der Schmetterlinge gelingt der brasilianischen Schriftstellerin Adriana Lisboa der faszinierendste Roman der Saison." ELLE
Rezension
"Wir haben es mit einer Autorin zu tun, der die Zukunft gehört. Ihr Schreiben verspricht Großes und hat bereits eine Menge davon erreicht." José Saramago
"Eine mitreißende Geschichte, ein eleganter Stil: Mit Der Sommer der Schmetterlinge gelingt der brasilianischen Schriftstellerin Adriana Lisboa der faszinierendste Roman der Saison." ELLE
Portrait
ADRIANA LISBOA, geb. 1970 in Rio de Janeiro, lebte in Frankreich und Japan, bevor sie sich in den USA niederließ. Neben ihrer Tätigkeit als Musikerin und Übersetzerin (u. a. Margaret Atwood, Cormac McCarthy, Jonathan Safran Foer) hat sie bislang zehn Bücher veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Der vorliegende Roman Der Sommer der Schmetterlinge wurde mit dem Premio José Saramago ausgezeichnet.

Enno Petermann, 1964 in Berlin geboren, studierte Lateinamerikanistik und Germanistik. Er übersetzte u.a. Romane von Sérgio Sant'Anna, Sylvia Iparraguirre und Eduardo Belgrano Rawson. Heute lebt er in Potsdam.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 284
Erscheinungsdatum 14.01.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7466-3115-8
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 190/116/25 mm
Gewicht 231
Originaltitel Sinfonia em branco
Auflage 1. Auflage
Buch (Taschenbuch)
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


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Beeindruckend und sprachgewaltig
von mabuerele am 29.02.2016

„...Ihre Eltern hatten ihnen Schweigen und Heimlichkeit beigebracht. Bestimmte Dinge, Tatsachen,waren nicht benennbar. Nicht einmal denkbar...“ Maria Ines und ihre ältere Schwester Clarice wachsen in einem kleinen Ort in Brasilien auf. Maria Ines genießt ihre unbeschwerte Kindheit, bis im Alter von neun Jahren ihre kleine Welt zerbricht. Sie hat etwas... „...Ihre Eltern hatten ihnen Schweigen und Heimlichkeit beigebracht. Bestimmte Dinge, Tatsachen,waren nicht benennbar. Nicht einmal denkbar...“ Maria Ines und ihre ältere Schwester Clarice wachsen in einem kleinen Ort in Brasilien auf. Maria Ines genießt ihre unbeschwerte Kindheit, bis im Alter von neun Jahren ihre kleine Welt zerbricht. Sie hat etwas gesehen, was nicht für ihre Augen bestimmt war .Die Wege der Schwestern trennen sich. Viele Jahre sind vergangen. Jetzt ist Maria Ines zusammen mit ihrer Tochter auf den Weg zu ihrer Schwester. Dort aber wartet auch Tomas, ein Maler, für den Maria einst die Frau in Weiß war. Die Autorin hat ein berührendes Buch geschrieben. Die Geschichte lässt sich zügig lesen. Dazu tragen die kurzen Abschnitte bei, die in sich gegliedert sind, und häufig Zeit und Art wechseln. Das verlangt Konzentration. Maria Ines, die jüngere Schwester, war ein lebhaftes Kind, das gern seine Grenzen austestete und viel Phantasie hatte. Clarice gilt als fügsam, zurückhaltend, demütig, wohlerzogen. Die Mutter Otacilias, in einer unglücklichen Ehe gefangen, sah, was geschah und schwieg. Erst als es zu spät war, wurde Clarice zur Tante nach Rio de Janeiro geschickt. So unterschiedlich wie der Charakter, so verschieden waren die Lebenswege der Schwestern. Dunkle Geheimnisse überschatteten die Jahre und bestimmten das Geschehen. Beeindruckend ist der Sprachstil des Buches. Die Autorin versteht das Spiel mit Worten. Metapher reiht sich an Metapher. Häufig werden Aufzählungen von Vergleichen gewählt. Kurze Sätze, markante Wortgruppen wirken eindringlich und machen nachdenklich. Die Gespräche sind leise, kurz, behutsam, mehr verschweigend als aussprechend. Manche Aussagen kehren mehrmals wieder und erhalten dadurch eine besondere Bedeutung für das Geschehen. Nur an einer Stelle werden Beziehungen zur politischen Situation erwähnt. Das gibt dem Ganzen eine weiteren bedrückenden Aspekt. Über aller aber erscheint häufig das Bild der unbeschwerten Kindheit, wo es einen Hügel gab und bunte Schmetterlinge ins Tal schwebten. Die entscheidenden Szenen des Buches finden auf diesen Hügel statt. Der Autorin gelingt es, in die Tiefe der Psyche ihrer Protagonisten einzudringen. Angst und Schmerz, Hass und Verlorenheit durchziehen die Geschichte. Wie obiges Zitat zeigt, durchzieht das Schweigen die Jahre des Lebens. Das ist auch für die Männer an der Seite der Schwestern nicht einfach. Doch auch sie schweigen und akzeptieren, was geschieht. Und da ist der Vater, ein Vater, der Angst vor seinem Kind hat, der die Schuld im Alkohol ertränkt und ihr Ausmaß nicht begreift. Das Cover mit den beiden Mädchen passt zum Thema. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat auf überzeugende und eindringliche Weise dargestellt, wie schnell ein Leben zerbrechen kann und wie schwer es ist, die Verletzungen der Vergangenheit zu überwinden.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Voll Poesie und Leid
von Xirxe aus Hannover am 06.03.2016

Es ist die Geschichte zweier Schwestern aus Brasilien, die völlig unterschiedliche Lebenswege einschlagen, sich aber trotzdem immer noch verbunden fühlen. Nach zehn Jahren steht ein Wiedersehen in ihrem Elternhaus bevor und in einem für europäische Verhältnisse ungewöhnlichen, aber dennoch wundervollen, poetischen Stil erzählt die Autorin über die Kindheit und... Es ist die Geschichte zweier Schwestern aus Brasilien, die völlig unterschiedliche Lebenswege einschlagen, sich aber trotzdem immer noch verbunden fühlen. Nach zehn Jahren steht ein Wiedersehen in ihrem Elternhaus bevor und in einem für europäische Verhältnisse ungewöhnlichen, aber dennoch wundervollen, poetischen Stil erzählt die Autorin über die Kindheit und das Erwachsenwerden dieser beiden Frauen. Klar ist, es gibt Etwas über das in dieser Familie niemand spricht, es herrscht eine Grabesstille im Zuhause der beiden Mädchen. Nur wenige wissen davon und die Geschichte selbst nähert sich diesem Etwas nur allmählich mit vagen Andeutungen, wohingegen seine Auswirkungen überdeutlich beschrieben werden. Alle leiden darunter: die Einen direkt, die Anderen indirekt. Es muss etwas Abscheuliches gewesen sein, doch dieses entsetzlich Unbeschreibliche wird auf eine solch stimmungsvolle und poetische Weise erzählt, dass der Kontrast zwischen Sprache und Erlebtem wohl kaum größer sein könnte. Doch der Roman lebt nicht nur von der wunderbaren Sprache der Autorin. Während es zu Beginn nur selten Hinweise auf das Unaussprechliche gibt, steigen diese mit zunehmender Seitenzahl. Und so rätselte ich mit, was denn geschehen sein könnte und wurde immer ungeduldiger, je näher das Treffen der beiden Schwestern rückte. Obwohl ich wie vermutlich viele Andere auch es schon früher ahnte (zumindest ungefähr), was passiert sein könnte, ist die 'Auflösung' dennoch schockierend - ich konnte das Unglaubliche kaum glauben. Es ist eine Geschichte, wie sie sich auch in unserer Gegend hätte ereignen können, voller Schweigen und Verschlossenheit. Doch durch die bilderreiche Sprache Adriana Lisboas wird schon nach wenigen Seiten klar: Man befindet sich mitten in Südamerika. Weshalb dann nicht die volle Punktzahl? Das Buch ist trotz des traurigen Themas sehr sehr poetisch - für meinen Geschmack etwas zu sehr. Um nicht falsch verstanden zu werden: Nein, das hier ist KEIN Kitsch und drückt nicht auf die Tränendrüse. Doch als durchschnittliche Mitteleuropäerin vertrage ich offenbar nur eine bestimmte Menge an Poesie - und die ist mit diesem Buch auf jeden Fall erreicht ;-)

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Ein wundervoller Roman über einen kleinen Funken Hoffnung und der Rückkehr zu sich selbst.
von Tina Bauer aus Essingen am 31.01.2016

Die beiden Schwestern Clarice und Maria Inez wachsen wohlbehütet im brasilianischen Hinterland auf. Doch eine einzige Begebenheit rüttelt am Leben der kleinen Familie und zerstört diese Stück für Stück. Adriana Lisboa schafft es mit dieser Geschichte, die beiden Schwestern als liebevoll und hinterfragend sowie als berechnend und überaus rächend... Die beiden Schwestern Clarice und Maria Inez wachsen wohlbehütet im brasilianischen Hinterland auf. Doch eine einzige Begebenheit rüttelt am Leben der kleinen Familie und zerstört diese Stück für Stück. Adriana Lisboa schafft es mit dieser Geschichte, die beiden Schwestern als liebevoll und hinterfragend sowie als berechnend und überaus rächend darzustellen. Es zeigt sich ein Weg der Berechnung und der Verzweiflung auf der erst Jahre später durch die Rückkehr und der Besinnung zu sich selbst durch Maria Inez beendet werden kann.

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