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Der Tag, an dem ich fliegen lernte

Roman

(17)
Von fliegenden Babys, bayerischen Brasilianern und einem Dorf, das es auf der Welt gleich zweimal gibt
Als Luisas Mutter Aza gleich nach der Geburt das Weite sucht und zurück in ihr Heimatland Brasilien flüchtet, nimmt Luisas Vater Paul das Kind zu sich in die Münchener Studenten-WG. Erst viele Jahre später machen sich die beiden auf, um Azas Beweggründen auf die Spur zu kommen.Luisa hat ihr Leben dem beherzten Einsatz des Engländers Fergus zu verdanken, der sie kurz nach der Geburt rettet. Fergus zieht dann auch gleich mit Luisa in die WG ihres Vaters Paul, der nicht verstehen kann, dass Aza einfach so abgehauen ist. Ihr Name ist fortan in der WG tabu. Als sich jedoch die heranwachsende Luisa für die Geschichte ihrer Mutter zu interessieren beginnt und Paul merkt, dass er verstehen muss, um mit Aza abschließen zu können, machen sich die beiden auf, um ihren Spuren zu folgen. Die Reise führt zunächst nach Hinterdingen, einem kleinen bayerischen Dorf, das in der Vergangenheit von Azas Familie eine große Rolle spielt. Doch hier nimmt die Geschichte nur ihren Anfang. Weiter erzählt wird sie in Brasilien, wo ein Teil der Hinterdingener 1893 ein neues Leben begann.Stefanie Kremser erzählt in diesem warmherzigen Roman voller ungewöhnlicher Wendungen von den skurrilen Folgen einer Auswanderung, von der Sehnsucht, die eigene Herkunft zu erkunden, und der Langlebigkeit von Familienlegenden.
Rezension
»Stefanie Kremser ist eine sprühende, fantasievolle Erzählerin, die immer neue Wendungen und Überraschungen parat hat. Und nie vergisst, dass es vor allem aufs [...] Gefühl ankommt.«
Portrait
Stefanie Kremser, geboren 1967, wuchs in einem deutsch-bolivianischen Elternhaus in São Paulo, Brasilien, auf. Im Alter von 20 Jahren zog sie nach Deutschland und studierte Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Bisher hat sie zwei Romane veröffentlicht, »Postkarte aus Copacabana« sowie »Die toten Gassen von Barcelona«, und mehrere Drehbücher für den Münchner »Tatort« verfasst, die von der Kritik gefeiert wurden. Sie lebt in Barcelona und Frankfurt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 14.08.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783462308235
Verlag Kiepenheuer & Witsch eBook
Dateigröße 3619 KB
eBook
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„Ein großartiges, kraftvolles Buch über Familienbande, über Freundschaft und die Sehnsucht danach“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Luisa ist ein wahres Glückskind, denn als ihre Mutter Aza sie direkt nach der Geburt aus dem Fenster des Krankenhauses im fünften Stock wirft, fängt der gerade vorübergehende Rugbyspieler Fergus sie sicher in seinen Armen. Fergus, der Engländer, ist ja eigentlich nur der Liebe wegen nach München gekommen, findet auch bald Unterschlupf in der bewegten Wohngemeinschaft von Paul. Denn Paul ist Luisas Vater und überglücklich, dass diese wohlbehalten in dieser Welt angekommen ist, auch wenn ihm leider Aza, seine große Liebe, dabei abhanden gekommen ist, denn diese ist spurlos verschwunden. Pauls WG besteht außerdem aus Irene mit den turmhohen Rastalocken, die mit Hingabe in den Tag hinein träumt und köstliche Hanfkekse backt. Und Max, Kunststudent, ein begnadeter Comiczeichner und wahrer Chronist von Geschichten. Sie alle kümmern sich liebevoll um die Kleine. So wächst Luisa, genannt Lulu, das von allen geliebte Kind, behütet und völlig unbeschwert im Kreise einer durchaus eigenwilligen Ersatzfamilie auf. Nicht nur dort wird sie vergöttert, sondern auch Paul, ein durchaus strebsamer Biologiestudent, hat richtig gute Karten bei den Frauen, denn seine Kommilitoninnen sind ganz vernarrt in Luisa, die er als fürsorglicher Vater natürlich mit in die Vorlesungen nimmt. So ziehen die Jahre ins Land, und wie das Leben oft so spielt, bleibt nichts so, wie es ist, auch wenn alle es sich wünschen. So spielt auch Luisas Mutter Aza bei der Heranwachsenden plötzlich eine Rolle, denn Luisa, die jahrelang nichts über ihre Herkunft wissen wollte, ist neugierig geworden. Die Spur führt nach Brasilien, allerdings kommen beide nicht am bayerischen Hinterdingen vorbei, einem kleinen Dorf, in dem eigentlich die Geschichte 1893 ihren Anfang mit einer Auswanderungswelle nach Amerika nimmt. Eine lange Geschichte, die eine alte Frau den beiden in einer einzigen durchwachten Nacht berichtet, woraufhin die Suchenden wie geplant nach Sao Paulo aufbrechen.
Ein wunderbares Buch, prall und voller Leben, herzerwärmend und mitreißend, liebenswert chaotisch und voller überraschender Wendungen. Ein großartiges, kraftvolles Buch über Familienbande, über Freundschaft, über Heimat und die Sehnsucht nach all dem.





Luisa ist ein wahres Glückskind, denn als ihre Mutter Aza sie direkt nach der Geburt aus dem Fenster des Krankenhauses im fünften Stock wirft, fängt der gerade vorübergehende Rugbyspieler Fergus sie sicher in seinen Armen. Fergus, der Engländer, ist ja eigentlich nur der Liebe wegen nach München gekommen, findet auch bald Unterschlupf in der bewegten Wohngemeinschaft von Paul. Denn Paul ist Luisas Vater und überglücklich, dass diese wohlbehalten in dieser Welt angekommen ist, auch wenn ihm leider Aza, seine große Liebe, dabei abhanden gekommen ist, denn diese ist spurlos verschwunden. Pauls WG besteht außerdem aus Irene mit den turmhohen Rastalocken, die mit Hingabe in den Tag hinein träumt und köstliche Hanfkekse backt. Und Max, Kunststudent, ein begnadeter Comiczeichner und wahrer Chronist von Geschichten. Sie alle kümmern sich liebevoll um die Kleine. So wächst Luisa, genannt Lulu, das von allen geliebte Kind, behütet und völlig unbeschwert im Kreise einer durchaus eigenwilligen Ersatzfamilie auf. Nicht nur dort wird sie vergöttert, sondern auch Paul, ein durchaus strebsamer Biologiestudent, hat richtig gute Karten bei den Frauen, denn seine Kommilitoninnen sind ganz vernarrt in Luisa, die er als fürsorglicher Vater natürlich mit in die Vorlesungen nimmt. So ziehen die Jahre ins Land, und wie das Leben oft so spielt, bleibt nichts so, wie es ist, auch wenn alle es sich wünschen. So spielt auch Luisas Mutter Aza bei der Heranwachsenden plötzlich eine Rolle, denn Luisa, die jahrelang nichts über ihre Herkunft wissen wollte, ist neugierig geworden. Die Spur führt nach Brasilien, allerdings kommen beide nicht am bayerischen Hinterdingen vorbei, einem kleinen Dorf, in dem eigentlich die Geschichte 1893 ihren Anfang mit einer Auswanderungswelle nach Amerika nimmt. Eine lange Geschichte, die eine alte Frau den beiden in einer einzigen durchwachten Nacht berichtet, woraufhin die Suchenden wie geplant nach Sao Paulo aufbrechen.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
6
10
1
0
0

von Wildner Laura aus Rastatt am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Eine Mutter, die ihr Kind im Stich lässt und eine verlassene Tochter, die die Geheimnisse ihrer Vergangenheit lüften möchte. Warmherzig und voller unerwarteter Wendungen!

Pozuzo in Brasilien
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Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Bevor ich anfing zu lesen, führte ich mir den "Beipackzettel" der Autorin zu Gemüte und war begeistert. Was aus der Leseprobe noch nicht hervorging, war die Hintergrundstory des Buches - es sollte um die Auswanderung der bayrischen Bauern nach Peru gehen, hier im Buch umgeleitet auf Brasilien. Ein wunderbares... Bevor ich anfing zu lesen, führte ich mir den "Beipackzettel" der Autorin zu Gemüte und war begeistert. Was aus der Leseprobe noch nicht hervorging, war die Hintergrundstory des Buches - es sollte um die Auswanderung der bayrischen Bauern nach Peru gehen, hier im Buch umgeleitet auf Brasilien. Ein wunderbares Thema, das noch keine Beachtung in einer Romanverarbeitung gefunden hat. Wir lernen also zu Beginn des Buches, in der Gegenwart, Luisa kennen, die kurz nach der Geburt aus dem Fenster geworfen, aber glücklicherweise von dem Engländer Fergus gerettet wird. Ihre Mutter verschwindet und wird nicht mehr gesehen. Luisas Vater Paul zieht das Kind allein als Student in seiner Münchner WG groß. Doch eines Tages lässt es Luisa trotz liebevoller Zuneigung durch die ihr nahestehenden Personen keine Ruhe mehr. Sie wird doch wohl auch eine Mutter haben? Wer ist sie, wo ist sie hin? Auf der Suche nach ihr stoßen Vater und Tochter auf die außergewöhnliche Geschichte der bayrischen Auswanderer im 19. Jahrhundert und erkennen, wie Aza, Luisas Mutter damit zusammenhängt. Die Tickets nach Brasilien sind gebucht... Ein wundervolles Buch! Besonders wenn man das Dorf im peruanischen Dschungel, das als Vorlage für "Atrás das coisas" in Brasilien dient kennt, eröffnet sich einem vor Augen das grüne Tal, und man meint den Pilgerstrom von damals noch sehen zu können. Ein großartiges Werk!

Der Tag, an dem ich fliegen lernte
von miss.mesmerized am 07.08.2015
Bewertet: Buch (gebunden)

Sie hatte einen chaotischen Start ins Leben: noch im Krankenhaus ergreift Luisas Mutter Aza die Flucht und wirft mal eben noch das Töchterchen aus dem Fenster. Ein Schutzengel in Form des Engländers Fergus ist jedoch zur Stelle, um sich ebenso um das Wohlergehen des Mädchens zu kümmern wie der... Sie hatte einen chaotischen Start ins Leben: noch im Krankenhaus ergreift Luisas Mutter Aza die Flucht und wirft mal eben noch das Töchterchen aus dem Fenster. Ein Schutzengel in Form des Engländers Fergus ist jedoch zur Stelle, um sich ebenso um das Wohlergehen des Mädchens zu kümmern wie der nun alleinerziehende Student Paul und der Rest der WG: der angehende Comiczeichner Max sowie die etwas verschrobene Irene. Gemeinsam erziehen sie Lulu, der es an nichts fehlt, schon gar nicht an einer Mutter. Erst ein tragisches Ereignis lässt diese Idee Jahre später überhaupt erscheinen und als die WG nach Ende des Studiums vor der Auflösung steht, entscheidet Paul, dass es an der Zeit ist, Aza aufzusuchen. Gemeinsam begeben sich Vater und Tochter auf eine Reise in die Vergangenheit und quer über den Planeten. Titel und Cover haben mich lange Zeit so gar nicht angesprochen und die Vorstellung einer sehr leichten Liebesschnulze erweckt. Das ist das Buch so gar nicht, ganz im Gegenteil. Ich bezaubernd lockerem Plauderton berichtet Lulu als kindliche Erzählerin von ihrer ungewöhnlichen Lebenssituation und der Suche nach der Mutter. In zwei der drei Teile steht das Mädchen im Zentrum und diese sind die wirklich gut gelungenen und durchaus spannend, da man schnell wissen möchte, ob das Unterfangen, die Mutter zu finden, gelingt. Der Mittelteil, der die Vergangenheit der Auswanderer beleuchtet, weist doch einige Längen auf, ist jedoch zum Verständnis des Handelns der Figuren auch notwendig. Die Handlung ist amüsant und lädt an vielen Stellen zum Schmunzeln ein, die Dialoge wirken authentisch und so entsteht eine ungewöhnliche Geschichte, die einem wirklich packen kann. Fazit: für mich völlig überraschend ein gelungener und unterhaltsamer Roman.