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Der Tag X

Roman

(8)
Der große Roman über den Aufstand am 17. Juni 1953, als 24 Stunden alles möglich schien



Das Leben der Gymnasiastin Nelly Findeisen wird mit jedem Tag komplizierter. Es reicht nicht, dass sie ihren Vater, der vor sieben Jahren nach Russland abkommandiert wurde, nie mehr sieht, auch ihre Mutter wird ihr zusehends fremder. Hinzu kommt ihr Engagement in einer kirchlichen Jugendorganisation, was im Frühjahr 1953 zum Rauswurf aus der Schule führt. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly – aber als sich in Berlin und Halle die Unzufriedenheit mit dem Regime in Massendemonstrationen entlädt, hängt ihrer aller Leben an seidenen Fäden.



Titus Müller erzählt eindringlich und packend vom Leben der Aufbegehrenden und entfaltet authentisch und detailgenau das Panorama eines Aufstandes, der beispielhaft wurde.




Rezension
"Es gibt wenige Bücher, die man selbst mit so großem Vergnügen und mit so viel Gewinn gelesen hat." Marcela Drumm, SWR 2 Forum Buch, "Buch der Woche"
Portrait
Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 begründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". 2002 war er Mitbegründer des Autorenkreises Historischer Roman "Quo vadis". Im gleichen Jahr veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman. Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis- Preis und den Sir Walter-Scott-Preis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 27.02.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89667-504-0
Verlag Karl Blessing Verlag
Maße (L/B/H) 221/148/38 mm
Gewicht 573
Verkaufsrang 29.430
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19,99
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„Getrieben von der Sehnsucht nach Freiheit“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

„Wir haben die Freiheit ersehnt, sie hat uns angeschaut, wir sind aufgebrochen, und sie hat uns nicht im Stich gelassen.“ (Joachim Gauck – 2009) -

Dies ist die Grundstimmung und Rahmenhandlung des „Tag X“, der Tag des Aufstandes vom 17. Juni 1953 als tausende von Menschen in Leipzig, Ostberlin und vielen anderen Orten in der vor kurzem
„Wir haben die Freiheit ersehnt, sie hat uns angeschaut, wir sind aufgebrochen, und sie hat uns nicht im Stich gelassen.“ (Joachim Gauck – 2009) -

Dies ist die Grundstimmung und Rahmenhandlung des „Tag X“, der Tag des Aufstandes vom 17. Juni 1953 als tausende von Menschen in Leipzig, Ostberlin und vielen anderen Orten in der vor kurzem gegründeten Deutschen Demokratischen Republik öffentlich gegen die Regierung und die Notstände demonstrierten, der aus dem Ruder lief und in blutiger Gewalt endete. Genau diese rebellische Stimmung nimmt Titus Müller in seinem authentischen, eindrucksvollen und temporeichen Roman auf. Meisterlich erteilt er nicht nur eine Gratisstunde neuer Deutscher Geschichte, sondern begeistert vielmehr aufgrund seiner brillianten Erzählkunst. Treffend beschreibt er das Schicksal von vier Familien. Schicksale, die unter die Haut gehen. Sehnen sich doch alle gleichermaßen nach Freiheit und ein Leben ohne Bespitzelung.
Freiwillig werden Sie den fesselnden Roman nicht aus der Hand legen! Unbedingt lesen!

„17. Juni 1953“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Vor kurzem habe ich Ihnen von Titus Müller das Buch „Geigen der Hoffnung“ vorgestellt. Und schon vor einiger Zeit „ Tanz unter Sternen“. Titus Müller ist ein sehr interessanter Autor. Er wurde 1977 in Leipzig geboren, hat Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik in Berlin studiert und 2004 seinen ersten Roman veröffentlicht. Vor kurzem habe ich Ihnen von Titus Müller das Buch „Geigen der Hoffnung“ vorgestellt. Und schon vor einiger Zeit „ Tanz unter Sternen“. Titus Müller ist ein sehr interessanter Autor. Er wurde 1977 in Leipzig geboren, hat Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik in Berlin studiert und 2004 seinen ersten Roman veröffentlicht. Er schreibt historische Romane, die gleichzeitig sehr spannend sind und einen gut unterhalten. Aber es sind auch Romane, die einem bestimmte Teile der Geschichte näher bringen.

In seinem aktuellen Roman erzählt er uns eine Geschichte, die um den 17. Juni 1953 in Berlin und Halle angesiedelt ist. Dieses Mal finde ich den Klappentext wieder nicht ganz so passend. Dem Klappentext nach hört es sich für mich wie so eine Art Dreiecksgeschichte an. 2 Männer buhlen um dieselbe Frau. Welcher der beiden bekommt sie am Ende? Aber das ist gar nicht die eigentliche Geschichte. Eigentlich erzählt Titus Müller nämlich mehrere Geschichten, die alle irgendwie zusammengehören. Ja, da ist die Schülerin Nelly, deren Vater in die UdSSR entführt wurde. Und ja, sie hat sowohl Kontakt zu dem sowjetischen Spion Ilja und zu dem jungen Uhrmacher Wolf. Und ja, Wolf landet wegen Nelly im Gefängnis. Aber Ilja hat auch eine ganz eigene Geschichte, die eng mit dem Politiker Lawrenti Beria verknüpft ist. Und Ilja hat eine politische Bedeutung, denn seine Aufträge führen ihn auch nach Bonn in die Nähe des damaligen Kanzlers Adenauer. Und dann gibt es noch die Geschichten in Halle. Die dortigen Hauptpersonen sind Lotte, alleinerziehende Mutter dreier Söhne, Heimeran, einem Polizisten der kasernierten Volkspolizei und Katharina und Marc. Und so erzählt uns der Autor, wie das Leben der Menschen in der DDR 1953 aussah, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten. Aber er klärt uns auch über die politischen Hintergründe auf. 1953 verstarb Stalin. Und für eine kurze Zeit entbrannte ein Machtkampf zwischen verschiedenen hochrangigen sowjetischen Politikern. War die UdSSR gescheitert? Wie sollte weiter mit dem Westen umgegangen werden. Und was sollte mit Deutschland geschehen. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den einzelnen Akteuren und spielt in Berlin, Halle, Bonn und Moskau.

Ich muss gestehen, dass der 17. Juni nie wirklich ein Thema für mich war. Es war ein Feiertag. Und es hat einen Volksaufstand in der DDR gegeben. Und das war mein Wissen. In der Schule war es auch kein Thema. Erst durch dieses Buch habe ich überhaupt verstanden, was damals in der DDR passiert ist. Und das ist es, was ich an dieser Art von Romanen so liebe. Ich werde gut unterhalten und lerne dabei auch noch etwas. Und dass diese Geschichte historisch korrekt ist, beweist uns der Autor in seinen umfangreichen Nachträgen. Im Anhang beschreibt er ausführlich den historischen Kern des Romans, er listet die Bücher auf, die ihm selbst besonders geholfen haben, und er erklärt die vielen Abkürzungen, die in der DDR und UdSSR gebräuchlich waren.

Mich hat dieses Buch sehr fasziniert. Und ich habe sehr viel draus gelernt. Allerdings hat mir etwas gefehlt. Wahrscheinlich diese von mir vermutete Dreiecksgeschichte, die es so nicht gibt. ;-)

Kundenbewertungen


Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
6
2
0
0
0

Großartig!
von einer Kundin/einem Kunden aus Osnabrück am 23.03.2017

Rezension zu „Der Tag X“ von Titus Müller Meinung: Als Hintergrund dient der 17.Juni 1953. Der Roman ist sehr gut recherchiert und es ist hilfreich, sich ein wenig in der Geschichte auszukennen, da viele Fachbegriffe und Abkürzungen auftauchen, die jedoch auch im Anhang erläutert werden. Trotz der Fachbegriffe lässt er sich... Rezension zu „Der Tag X“ von Titus Müller Meinung: Als Hintergrund dient der 17.Juni 1953. Der Roman ist sehr gut recherchiert und es ist hilfreich, sich ein wenig in der Geschichte auszukennen, da viele Fachbegriffe und Abkürzungen auftauchen, die jedoch auch im Anhang erläutert werden. Trotz der Fachbegriffe lässt er sich leicht und flüssig lesen und man hat das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Die Atmosphäre und die Entwicklung des Aufstandes sind spürbar und werden beeindruckend deutlich. Der Roman zeigt schon auf den ersten Seiten, was Ideologie bewirken kann. Geschichte sollte immer auch dazu da sein, um aus ihr zu lernen. Daher ist der Roman, obwohl er historisch ist, aktuell, da er anregt über Politik und seine Funktion und Auswirkungen nachzudenken, was ich gerade in unserer Gegenwart mit den politischen Brandherden wichtig finde. Der Spannungsaufbau gefällt mir sehr gut. Lange bleibt unklar, welche Rolle der russische Spion spielt und wo Nellys Vater steckt. Auch die steigernde Anspannung in der Gesellschaft, die sich dann am Tag X entlädt, trägt dazu bei. Auch die Charaktere sind toll beschrieben. Nelly gefällt mir sehr gut. Sie ist ein mutiger, beispielhafter Charakter, der all jene vertritt, die sich gegen das Regime aufgelehnt haben. Ihre Geschichte ist realistisch erzählt und vermittelt das Zeitgeschehen. Wolf ist, zumindest auf politischer Ebene, der perfekte Gegenpart zu Nelly- ebenfalls jung, aber (zunächst) regimetreu. Gut gefällt mir, dass er einerseits regimetreu scheint, andererseits aber an vielen Dingen zweifelt, wie etwa dem Schulverweis. Er versteht nicht, wie Nelly an einen Gott glauben und sich derart negativ über den Staat äußern kann, ist aber andererseits nicht einverstanden mit einigen der vom Staat gegebenen Einschränkungen. An ihm sieht man in jedem Fall was eine ideologische Erziehung nach Vorstellung des Staates und der Angstapparat Stasi bewirkt haben. Der Charakter des russischen Spions ist gnadenlos und mordet, wenn es ihm aufgetragen wird. Er stellt jedoch auch einige Geschehnisse und Verhaltensweisen der Führungsriege Russlands in Frage, was ihn sehr interessant macht. Fazit: Der Roman regt zum Nachdenken an. Er macht bewusst, was Politik und Macht anrichten können und wie Komplex die Politik ist, dass alles verpackt in einer tollen Geschichte mit starken Charakteren. Gerade in unserer heutigen Zeit sollten wir daran denken und uns unserer Verantwortung bewusst sein, die wir bei jeder Wahl tragen. Ein beeindruckender Roman, den ich jedem ans Herz legen kann, der sich für Geschichte und Politik interessiert.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
17. Juni 1953
von Eliza am 12.03.2017

Meine Meinung: Schon seit längerem bin ich ein Fan von Titus Müller, er schreibt für mich historisch fundierte Romane die unter die Haut gehen und von seinen Lesern bzw. Leserinnen verlangen, dass sie sich eine eigene Meinung zu einem Thema bilden und dies gefällt mir ganz außerordentlich. Als ich in der... Meine Meinung: Schon seit längerem bin ich ein Fan von Titus Müller, er schreibt für mich historisch fundierte Romane die unter die Haut gehen und von seinen Lesern bzw. Leserinnen verlangen, dass sie sich eine eigene Meinung zu einem Thema bilden und dies gefällt mir ganz außerordentlich. Als ich in der Vorschau der Verlagsgruppe Random House sah, dass „Der Tag X“ das neue Buch von Titus Müller bald erscheinen würde, setzte ich es mir direkt auf meinen Merkzettel. Auch das Cover sprach mich direkt an, es ist relativ ruhig gehalten, ein wenig beklemmend und strahlt eine gewisse Nachdenklichkeit aus. Der Klappentext bzw. die Beschreibung des Buches gibt nur einen Teil der Geschichte wieder und kratzt somit nur an der Oberfläche dessen, was Titus Müller uns erzählen wird. Die Geschichte wird stringent chronologisch erzählt, als Leserinnen und Leser erleben wird die Zeit des Umbruchs aus verschiedenen Perspektiven und finden uns auf einmal mitten im Geschehen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland wieder. Es ist nahezu unmöglich eine Distanz zum Geschehen zu wahren, so sehr wird man in den Strudel aus Intrigen, politische Spiele und familiäre Beziehungen hineingezogen. Nur die Mischung und Verstrickung der verschiedenen Handlungsstränge ergibt ein Gesamtbild zur Lage in der Gesellschaft, die so komplex und unübersichtlich ist. Nelly, Wolf sowie Ilja sind die Hauptcharaktere dieses Romans, doch spielen sie nicht alleine, sondern müssen sich den Regeln ihrer Regierung, ihren Machthabern, ihrer Familie und Vorgesetzten beugen. Sie erfahren leidvoll, dass sie nicht wirklich frei sind, sondern in einem System gefangen sind, welches man nicht so einfach durchbrechen kann. Die Zeichnung der Charaktere und Nebenfiguren ist Titus Müller wieder einmal sehr gut gelungen. Jede handelnde Figur hat ein unverwechselbares Profil. Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Facettierung der Figuren, keine Figur ist nur „schwarz“ oder nur „weiß“. Es gibt nicht die klassisch „Guten“ oder die klassisch „Bösen“ in diesem Roman. Um dem Autor in vollem Umfang folgen zu können, braucht man eine gehörige Portion an geschichtlichem Wissen bzw. die Bereitschaft sich diese(s) während des Lesens anzueignen. Ein recht anspruchsvoller Roman, der genau wegen dieser Tiefe so viel Spaß und Freude bereitet. Auch die Sprache die Titus Müller wählt ist diesem Roman angemessen. Der Schreibstil fordert vom Leser Konzentration und Aufnahmefähigkeit, denn man hat nicht nur das Gefühl, dass jedes Wort wichtig ist, nein jedes Wort ist wichtig und wohl gewählt und trägt zu dem überzeugenden Gesamteindruck bei. Komplettiert wird der sehr gute Eindruck von diesem Buch durch die Karte im vorderen Klappeninnendeckel, sowie einem Abkürzungsverzeichnis und einem umfangreichen Anhang, der viele zusätzliche historische Infos gibt. Titus Müller hat wieder einen sehr guten historischen Roman geschrieben, der volle Beachtung verdient. Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen, um es in seiner ganzen Tiefe und Breite erfassen zu können. Wer hier eine reine Liebesgeschichte vor historischer Kulisse erwartet wird eventuell enttäuscht oder völlig überrascht werden. Von mir gibt es eine ganz klar Lese- und Kaufempfehlung für alle Leserinnen und Leser, die sich auch schon mal gerne etwas tiefer mit einem historischen Thema beschäftigen und dabei nicht auf die Nähe von menschlichen Protagonisten verzichten möchten.

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Macht, Liebe und Widerstand
von Goldtime aus München am 04.03.2017

Moskau, Halle und Ost-Berlin, 1953: Während Stalins Nachfolger um die Verteilung der Ressorts streiten, wird die Lage im Osten Deutschlands immer prekärer: die Menschen stehen Schlange für ihre Grundnahrungsmittel, Gesetze werden von der StaSi mit eiserner Hand angewandt, es sickern kaum noch Nachrichten aus dem "imperialistisch verseuchten" Westen durch... Moskau, Halle und Ost-Berlin, 1953: Während Stalins Nachfolger um die Verteilung der Ressorts streiten, wird die Lage im Osten Deutschlands immer prekärer: die Menschen stehen Schlange für ihre Grundnahrungsmittel, Gesetze werden von der StaSi mit eiserner Hand angewandt, es sickern kaum noch Nachrichten aus dem "imperialistisch verseuchten" Westen durch - die DDR wird immer mehr abgeschottet. Nur die Kriegswirtschaft scheint zu florieren. Kein Wunder, dass sich Unzufriedenheit breit macht - und sich langsam zu einer explosiven Wut auflädt... Verschiedene Schicksale werden durch die historischen Ereignisse miteinander verknüpft: Nelly, eine junge Frau aus Ost-Berlin, muss um ihre Freiheit fürchten, da sie sich einer freidenkerischen christlichen Gruppierung angeschlossen hat. Noch dazu verlieben sich zwei Männer in sie: der junge Uhrmacher Wolf, der für sie zum Helden werden möchte, und der wesentlich ältere Ilja, der in geheimer Mission für die russische Regierung unterwegs ist. Katharina aus Halle wird aus ihrem Mann nicht mehr schlau, der sich immer mehr zurückzieht, und die Welt nur noch durch eine Kameralinse wahrzunehmen scheint. Katharinas Freundin Lotte erzieht ihre drei Kinder alleine, arbeitet rund um die Uhr und sehnt sich nach materieller Sicherheit. Kurz entschlossen sucht sie sich einen neuen Mann - und das ausgerechnet beim Staatssicherheitsdienst... Was diese Menschen mit dem sich anbahnenden Arbeiteraufstand im Juni 1953 zu tun haben, wird hier natürlich nicht verraten. Nur soviel: der bekannte Autor Titus Müller hat einen spannenden, kunstvoll aufgebauten Roman geschaffen, in den man sofort eintauchen kann. Ganz nebenbei erfährt man einiges über die deutsch- russischen Beziehungen in der damaligen Zeit. Durch die vielschichtigen Charaktere wird keine Schwarz-Weiß-Malerei betrieben, obwohl die politische Botschaft des Romans klar zu Gunsten der hungernden, unterdrückten Menschen ausfällt. Fazit: ein fesselnder, vielschichtiger und interessanter Roman über eine bislang wenig beschriebene Epoche deutscher Geschichte - 5 von 5 Sternen!

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