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Tod durch das Fallbeil

Der deutsche Scharfrichter Johann Reichhart (1893-1972)

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Im Namen des deutschen Volkes richtete er mit dem Fallbeil über 3000 Männer und Frauen. Zu seinen Todeskandidaten gehörten Mörder und Widerstandskämpfer, die Wiener Giftmischerin Martha Marek ebenso wie die 21jährige Studentin Sophie Scholl. Auf Befehl der amerikanischen Militärregierung henkte er 156 Nazigrößen am Galgen, darunter Oswald Pohl, Chef des SS-Wirtschaftshauptamtes. Zuletzt stand er selbst vor Gericht:
Johann Reichhart, (West)-Deutschlands letzter Scharfrichter und während der NS-Zeit Scharfrichter in ganz Süd- und Mitteldeutschland sowie in Österreich und Böhmen. Nach seiner Entlassung aus dem Arbeitslager lebte er seit 1949 versteckt in Oberbayern. Er starb 1972 in einem Pflegeheim bei München. Aus jetzt erstmals zugänglichem Aktenmaterial aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und dem Bundesarchiv sowie zahlreichen Berichten von Zeitzeugen enthüllt sich die Lebensgeschichte eines Mannes, der lieber Hundezüchter oder Tanzlehrer geworden wäre, dann aber als Scharfrichter in einer der blutigsten Epochen des 20. Jahrhunderts eine traurige Berühmtheit erlangte.
Portrait
Johann Dachs war Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Erster Polizeihauptkommissar in Dachau (bei München). 1982 wurde er Leiter der Polizeiinspektion 31 in München, aus der er 1988 als dienstältester Beamter im Vollzugsdienst in den Ruhestand ging. Johann Dachs wurde anschließend ein erfolgreicher Autor von Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen sowie mehrere Bücher.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum April 2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-934863-84-2
Verlag MZ-Verlag
Maße (L/B/H) 211/141/16 mm
Gewicht 321
Abbildungen mit Fotos und Dok.
Auflage 2. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
11,90
inkl. gesetzl. MwSt.
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In der 9. Generation
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 30.01.2015

»Betreff: Bewerbung um die Stelle des Nachrichters/Scharfrichters Am 1.4.24 treten Volksgerichte außer Kraft. Infolgedesse werden die Hinrichtungen in Bayern wieder durch Enthauptung vollzogen. Nachdem der bisherige Nachrichter pensioniert ist, ist die Stelle für Bayern freigeworden und ich möchte mich für das vormerken lassen.« Als sich Johann Reichhart 1924 für... »Betreff: Bewerbung um die Stelle des Nachrichters/Scharfrichters Am 1.4.24 treten Volksgerichte außer Kraft. Infolgedesse werden die Hinrichtungen in Bayern wieder durch Enthauptung vollzogen. Nachdem der bisherige Nachrichter pensioniert ist, ist die Stelle für Bayern freigeworden und ich möchte mich für das vormerken lassen.« Als sich Johann Reichhart 1924 für den Posten des Scharfrichters bewirbt, ist das für ihn ein ganz gewöhnlicher Vorgang. Großgeworden in einer Familie, in der sich dieses Amt von Generation zu Generation vererbt, war es für ihn vermutlich schon früh eine klare Sache: Sobald der Onkel in Pension geht, tritt er dessen Nachfolge an. Auf seine Bewerbung kam dann auch prompt die Zusage und so wurde der damals 31jährige Reichhart der neue Scharfrichter – in der 9. Generation seiner Familie. Er blieb im Amt bis zum Jahr 1947 und vollstreckte in dieser Zeit insgesamt 3.165 Todesurteile. Als ich dieses Buch sah, war ich vom Thema gleich fasziniert. Zum Glück ist die Todesstrafe in unserem Land abgeschafft, aber anderswo (zum Beispiel in Teilen der USA) gehört sie nach wie vor zur Rechtsprechung. Was sind das für Menschen, die einen solchen Beruf ausüben? Wie leben sie eigentlich damit? Ich versprach mir von dem Buch Infos dazu – und habe sie auch erhalten. Das Buch reist zunächst noch ein Stückchen weiter zurück in die Geschichte, erzählt von der Familie Reichhart und ihrer – nunja – besonderen Tradition, die sich in gleicher Weise auch in anderen Scharfrichterfamilien findet. Vereinfacht kann man sagen: Irgendjemand musste den Job machen, aber mit demjenigen, der es tat, wollte niemand sonst etwas zu tun haben. So gab es für die Angehörigen einer Scharfrichterfamilie meist weder die Möglichkeit, einen „normalen“ Beruf zu ergreifen, noch in eine „normale“ Familie einzuheiraten. Also blieb man unter sich und bei seinem Gewerbe. Reichhart war froh, dass er mit dem Fallbeil richten konnte. Für ihn bestand zwar nie ein Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Todesstrafe, aber er war der Überzeugung, dass die Vollstreckung so schnell und so schmerzlos wie möglich geschehen sollte, um dem Verurteilten unnötige Qualen und Angst zu ersparen. Im Beruf lief es gut für ihn an – aber wie stand es um sein Privatleben? Er hatte Frau, er hatte mehrere Kinder und das Geld reichte vorne und hinten nicht. Er wurde pro Hinrichtung bezahlt und in der Weimarer Republik bedeutete dies ein sehr unregelmäßiges Einkommen. Viele Todesstrafen wurden in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt, tatsächlich vollzogen wurden bis Ende 1928 „nur“ 23 Hinrichtungen. Für Reichhart bedeutete das, dass er manchmal monatelang überhaupt nichts verdiente. Und eine andere Verdienstmöglichkeit bot sich ihm auch nicht wirklich, da niemand den Scharfrichter beschäftigen, mit ihm Handel treiben, mit ihm nur verkehren wollte. Diese Jahre sind geprägt von diversen Versuchen, irgendwie Geld zu verdienen – beispielsweise als Wirt, Vertreter für eine katholische Verlagsbuchhandlung, Tanzlehrer oder Hundezüchter. Immer wieder bat er darum, ihm für seine Tätigkeit ein höheres und regelmäßiges Einkommen zu zahlen. Sein Onkel war schließlich noch verbeamtet gewesen! Er stellte einen Antrag auf Auflösung seines Vertrages, dieser wurde aber abgelehnt. Aber man ließ ihn nach Holland ziehen, wo er – unbekannt – sich ein zweites Leben als Gemüsehändler aufbaute und nur wenn er gerufen wurde, zur Vollstreckung einreiste. Irgendwann war aber auch in Holland bekannt geworden, was der nette Gemüsehändler so noch trieb. Da war es aus mit dem Doppelleben und er verließ Holland wieder. Es war das Jahr 1933. Erneut dachte er an Kündigung aber man belehrte ihn, dass er Pflichten gegenüber dem neuen Staat habe und man auf seine Erfahrung nicht verzichten könne. Wie es dann weiterging, kann man sich vorstellen. Allein zwischen 1940 und 1945 vollstreckte Reichhart 2.805 Todesurteile, unter anderem an Hans und Sophie Scholl. Das Buch befasst sich noch mit einigen Einzelfällen, zum Beispiel mit der ersten Frau, die Reichhart hinrichtete – und den anfänglichen Skrupeln, die er dabei hatte. Mit einer vierfachen Giftmörderin oder einem mehrfachen Kinderschänder und –mörder, der schnellstens hingerichtet werden musste, bevor er „natürlich“ an Leberkrebs starb. Letzten Endes war Reichhart ein Mensch geworden, der professionell seine Arbeit machte, auch wenn es sich bei den Verurteilten um zwei alte Freunde, Kameraden aus dem 1. Weltkrieg, handelte, denen er sein Leben verdankte. Mit dem Einmarsch der Amerikaner 1945 wurde er verhaftet, kam jedoch nach einer Woche wieder frei, da die Besatzer seine Dienste benötigten. Nach zwei Jahren ging es dann für ihn ins Internierungslager. Sowohl seine Haft als auch das anschließende Gerichtsverfahren werden behandelt – und die Zeit danach. Wie lebte Reichhart als alter Mann? Hatte sich an seiner Einstellung irgendwas geändert? Vervollständigt wird das Ganze mit statistischen Daten zu Hinrichtungen in Deutschland, Fotos, Aktenauszügen und Gerichtsprotokollen. Interessant fand ich auch die Ausführungen zur erheblichen Selbstmordrate unter Henkern. Der Autor befasste sich (in anderen Büchern) sehr viel mit authentischen Kriminalfällen aus alter Zeit, daher hat er auch einige Straftaten, an deren Ende die Hinrichtung stand, hier geschildert. Zwischendrin hatte ich dadurch das Gefühl, kein Sachbuch, sondern einen Krimi zu lesen, aber das war im Grunde gar nicht schlecht, denn es lockerte auf. Von unterhaltsam kann man natürlich nicht sprechen, aber für mich las sich das Buch trotzdem überraschend leicht. Was die Frage nach dem Menschen Reichhart anging, bemühte sich das Buch um eine neutrale Schilderung, ich schwankte wechselnd zwischen vorsichtigem Verständnis und purem Grauen. Fazit: Ein Sachbuch zu einem grausigen Thema, mit reichlich Fakten, Hintergründen und eingestreuten „Krimi-Anteilen“.

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