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Deutschboden

Eine teilnehmende Beobachtung

(6)

Deutschboden leuchtet – es ist das Licht der Tankstelle an der Ausfallstraße nachts um halb eins.

Moritz von Uslar sucht nach einer Kleinstadt mit Boxclub und Kneipe und findet sie im Landkreis Oberhavel, gut eine Autostunde nördlich von Berlin. Pension Heimat, Franky´s Place, Gaststätte Schröder: Der Reporter hört zu, guckt zu, trinkt mit. Er bleibt drei Monate und kehrt mit einer großen literarischen Reportage zurück – eine Geschichte der Gegenwart, die zugleich ein Abenteuerroman ist. Präzise Beobachtungen, O-Töne und die Fülle absurder, rührender und furchterregender Alltäglichkeiten ziehen den Leser ins Leben. Klassisches Reportertum, hochmodern.

Portrait
Moritz von Uslar, geboren 1970 in Köln, war Redakteur beim Magazin der Süddeutschen Zeitung und beim Spiegel; heute arbeitet er bei der ›Zeit‹. Darüber hinaus ist er Autor von Theaterstücken und des Romans »Waldstein oder Der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005«; auch seine gesammelten Interviews erschienen in Buchform.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 05.04.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-19139-0
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 190/125/21 mm
Gewicht 286
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 64.786
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Martina Scheidel, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

Das ist vielleicht nicht schön aber Realität.
Gerade die Offenheit von Herrn von Uslar bringt Sympathie für die Menschen und Verständnis für Ihre Lebenswelt. Die beschriebenen Tankstellentreffs und Dorfkneipen sind auch im Rest von Deutschlands ländlichen Gegenden zu finden.
Das Leben ist nicht für alle gleich einfach, aber die Mitmenschen,
Das ist vielleicht nicht schön aber Realität.
Gerade die Offenheit von Herrn von Uslar bringt Sympathie für die Menschen und Verständnis für Ihre Lebenswelt. Die beschriebenen Tankstellentreffs und Dorfkneipen sind auch im Rest von Deutschlands ländlichen Gegenden zu finden.
Das Leben ist nicht für alle gleich einfach, aber die Mitmenschen, welche der Autor kennenlernt meistern trotzdem ihren Alltag mit Optimismus und Humor. Eine gelungene Beobachtung.

Kundenbewertungen


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Kein Ort, nirgends?
von einer Kundin/einem Kunden aus Halle (Saale) am 17.04.2012

Zehdenick in Brandenburg, Kleinstadt, (Ex-)DDR, Träume trotz einer Menge Perspektivenlosigkeit und ein (Wessi-)Reporter mit Klischees im Gepäck. Dabei geht es aber weit weniger darum, Vorurteile bestätigt zu finden oder aus dem Weg zu räumen. Der Reporter beobachtet, lernt kennen, verdaut, reflektiert (wenn auch im Niedergeschriebenen nicht besonders tiefgründig, aber vielleicht... Zehdenick in Brandenburg, Kleinstadt, (Ex-)DDR, Träume trotz einer Menge Perspektivenlosigkeit und ein (Wessi-)Reporter mit Klischees im Gepäck. Dabei geht es aber weit weniger darum, Vorurteile bestätigt zu finden oder aus dem Weg zu räumen. Der Reporter beobachtet, lernt kennen, verdaut, reflektiert (wenn auch im Niedergeschriebenen nicht besonders tiefgründig, aber vielleicht hinreichend). Wenngleich das Ende – der Abschied aus der Oberhavel-Kleinstadt nach etwa dreimonatigem Aufenthalt – beinahe etwas unglaubwürdig pathetisch ausfällt, so bleibt dem Leser – wie dem Autor auch – doch nicht allein der Eindruck der mehr als oft erwähnten Tristesse. Man mag vielmehr glauben, man hat etwas verstanden, Menschen verstanden in ihrem Lebensraum, in ihrem sozialen Gefüge. Vor allem darin liegt die Leistung von Uslars. Vorherrschendes Gefühl: "Was es nicht gibt, ist doch da." Seien es Klischees, Orte, Träume ... Die teilnehmende Beobachtung ist unterhaltsam geschrieben, frei heraus, und entlockt einem auch hier und da ein Grinsen. Dazu gibt es sowohl Lokal- als auch gewissermaßen Zeitkolorit.

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Die Zeit als Tempo-Journalist dürfte für Moritz von Uslar sehr nachhaltig gewesen sein. Gerade die Spritztour mit Christian Kracht durch die DDR, als sie Ost-Disko glotzen gingen und sich dabei in das Land ein bisschen verknallten. 20 Jahre danach legt der Autor nun ein Buch mit dem Titel „Deutschboden“... Die Zeit als Tempo-Journalist dürfte für Moritz von Uslar sehr nachhaltig gewesen sein. Gerade die Spritztour mit Christian Kracht durch die DDR, als sie Ost-Disko glotzen gingen und sich dabei in das Land ein bisschen verknallten. 20 Jahre danach legt der Autor nun ein Buch mit dem Titel „Deutschboden“ vor, in dem er sich um das deutsche Schreckgespenst der Jetzt-Zeit kümmert, der „Kleinstadt“ in den neuen Bundesländern. Uslar recherchierte einige Monate, nistete sich in eine der Städte ein und siehe da, dort leben ja Menschen wie du und ich. Ha! Nicht nur Nazi-Scheiß-Jugendliche! Abgesehen davon, Uslar bringt die Dinge perfekt auf den Punkt, seine Storys haben dieses Echtzeit-Feeling, das viele Autoren zu schreiben versuchen, aber nur wenige erschaffen können. Der Nachteil an Echtzeit-Storys ist, dass sich die Charaktere und Geschichten erst finden müssen, aber das ist in diesem Format eben so. Ein cooles Zeitdokument ist die „teilnehmende Beobachtung“ auf alle Fälle und die Ankunft der Künstler in der „ostdeutsche Kleinstadt“ stimmt mich zuversichtlich. Und mehr auf Wankos Blog.

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Ein deutsches Seelenstück
von Benjamin Haase aus Bremen, Weserpark am 08.10.2011
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Moritz von Uslar reist nach Deutschboden, in den legendenumwobenen Osten Deutschlands, die Heimat des „Fight-Prolls“, für eine Feldstudie der besonderen Art: Milieutauchen und Assimilationsversuch in Dorfkneipen und Box-Clubs, bei Tankstellen-Gelagen und aus der Perspektive eines Proll-Mobils, in Gesprächen über pilzähnlich sprießende Nagelstudios oder der schlichten Bierverbrüderung und nähert sich... Moritz von Uslar reist nach Deutschboden, in den legendenumwobenen Osten Deutschlands, die Heimat des „Fight-Prolls“, für eine Feldstudie der besonderen Art: Milieutauchen und Assimilationsversuch in Dorfkneipen und Box-Clubs, bei Tankstellen-Gelagen und aus der Perspektive eines Proll-Mobils, in Gesprächen über pilzähnlich sprießende Nagelstudios oder der schlichten Bierverbrüderung und nähert sich so unerschrocken, betroffen und beteiligt einem (Quatsch-) Psychogramm, das so herrlich politisch inkorrekt ist, das einem (vor Lachen) die Tränen kommen…!

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