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Die blinden Flecken der Geschichte

Österreich 1927-1938

(3)
Die Zwischenkriegszeit ist in Österreich auch heute noch eine ideologische Kampfzone. Berichte über den Schattendorf-Prozess und den folgenden Brand des Justizpalastes 1927 sind oft fehlerhaft, wichtige Fakten werden ausgelassen und Ereignisse einseitig dargestellt. Ähnliches gilt für die Februarkämpfe 1934, in denen die Gewalt zwischen den verfeindeten Lagern eskalierte.
Historikerin Gudula Walterskirchen präsentiert die unterschiedlichen Sichtweisen, Widersprüche, Lücken bzw. Unrichtigkeiten, analysiert die Quellen und fördert auch völlig Neues zutage. Brisant ist auch die Zeit des Dollfuß- und Schuschnigg-Regimes. Ständestaat wie Sozialdemokratie zielten auf den falschen Feind. Statt gemeinsam gegen den Terror des Nationalsozialismus zu kämpfen, bekämpften sie einander, mit fatalen Folgen: Die politisch geschwächte österreichische Politik hatte Hitlers Einmarsch nichts entgegenzusetzen.
Die blinden Flecken der Geschichte prägen den Diskurs bis heute: Es gibt keine gemeinsame Gedenkkultur zu den damaligen Ereignissen, Gedenkveranstaltungen sind immer auch politisch eingefärbt.
Portrait
Gudula Walterskirchen, Dr.phil., geboren in Niederösterreich, ist Publizistin, Kolumnistin der Tageszeitung Die Presse, Historikerin und Autorin viel beachteter Bücher zur österreichischen Zeitgeschichte. Die Biografien von Engelbert Dollfuß und Ernst Rüdiger von Starhemberg sowie über den Adel im Widerstand wurden Bestseller.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 17.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-218-01063-4
Verlag Kremayr & Scheriau
Maße (L/B/H) 222/149/29 mm
Gewicht 467
Abbildungen schwarz-weiße Abbildungen
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
22,90
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Kundenbewertungen


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sehr interessantes Geschichtsbuch über ein brisantes Thema
von einer Kundin/einem Kunden aus Freudenberg am 10.05.2017

Zum Inhalt: Die Zwischenkriegszeit ist in Österreich auch heute noch eine ideologische Kampfzone. Berichte über den Schattendorf-Prozess und den folgenden Brand des Justizpalastes 1927 sind oft fehlerhaft, wichtige Fakten werden ausgelassen und Ereignisse einseitig dargestellt. Ähnliches gilt für die Februarkämpfe 1934, in denen die Gewalt zwischen den verfeindeten Lagern eskalierte. Gudula... Zum Inhalt: Die Zwischenkriegszeit ist in Österreich auch heute noch eine ideologische Kampfzone. Berichte über den Schattendorf-Prozess und den folgenden Brand des Justizpalastes 1927 sind oft fehlerhaft, wichtige Fakten werden ausgelassen und Ereignisse einseitig dargestellt. Ähnliches gilt für die Februarkämpfe 1934, in denen die Gewalt zwischen den verfeindeten Lagern eskalierte. Gudula Walterskirchen präsentiert die unterschiedlichen Sichtweisen, Widersprüche, Lücken bzw. Unrichtigkeiten, analysiert die Quellen und fördert auch völlig Neues zutage. Brisant ist auch die Zeit des Dollfuß- und Schuschnigg-Regimes. Ständestaat wie Sozialdemokratie zielten auf den falschen Feind. Statt gemeinsam gegen den Terror des Nationalsozialismus zu kämpfen, bekämpften sie einander, mit fatalen Folgen: Die politisch geschwächte österreichische Politik hatte Hitlers Einmarsch nichts entgegenzusetzen. Die blinden Flecken der Geschichte prägen den Diskurs bis heute: Es gibt keine gemeinsame Gedenkkultur zu den damaligen Ereignissen, Gedenkveranstaltungen sind immer auch politisch eingefärbt. Die Autorin Gurdula Waltershofen verführt uns in die Zwischenkriegszeit von 1922-1938 nach Österreich.Die Zeit ist geprägt von vielen politischen Veränderungen und Ereignissen.Es gab Bespitzelungen und man konnte eigentlich niemanden mehr trauen.Die Nationalsozialisten komen langsam an die Macht.Das Land wird von unruhen und Chaos beherrscht.Es beginnt eine schreckliche Zeit und die Bevölkerung ist hin und her gerissen.Letztendlich siegt auch hier Hitler durch seine faszinierende Propoganda. All dies verarbeitet die Autorin in diesesm Werk und versucht es uns nahe zu bringen.Durch Ihre sehr guten Recherchen erfahren wir viel Wissenswertes darüber .Wir erhalten gute Informationen und Fakten die klar und deutlich sind. Die Frage ob Österreich Opfer oder Täter ist,kann der Leser für sich selbst entscheiden.Die Autorin gibt uns Anlass dafür darüber Nachudenken.Das hat mir sehr gut gefallen. Durch die interessante und beeindruckende Erzählweise wird man förmlich in die Geschichte hinein gezogen und es wird nie langweilig. Mich hat dieses Buch tief bewegt und iich hatte interessante Lesemomente.Für geschichtsinteressierte Leser ist diese Lektüre sehr empfehlenswert.

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Von Schattendorf bis zum Anschluss
von Sikal am 06.05.2017

Das Buch „Die blinden Flecken der Geschichte Österreichs“ befasst sich mit der Zeit von 1927 bis 1938, wobei der Fokus der Autorin eindeutig auf einzelne Ereignisse gerichtet wird und sie nicht zum Ziel hatte, eine lückenlose Nacherzählung dieser Zeit anzustreben. Dass sie sich mit diesem Projekt auf ein heikles... Das Buch „Die blinden Flecken der Geschichte Österreichs“ befasst sich mit der Zeit von 1927 bis 1938, wobei der Fokus der Autorin eindeutig auf einzelne Ereignisse gerichtet wird und sie nicht zum Ziel hatte, eine lückenlose Nacherzählung dieser Zeit anzustreben. Dass sie sich mit diesem Projekt auf ein heikles Gebiet begibt, dürfte ihr durchaus bewusst gewesen sein… Als Historikerin schafft es Gudula Walterskirchen hier ein sachliches Bild der Ereignisse aufzuzeichnen, ohne zu urteilen und schon gar nicht zu verurteilen. Sie hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil, schreibt leicht verständlich und fesselt mit Fakten, die – mir zumindest – nicht in dem Ausmaß bekannt/bewusst waren. Das Buch ist für die Autorin das Ergebnis einer 15-jährigen Forschungsarbeit, bis dato nicht bekanntes (oder unter Verschluss gehaltenes) Material wurde eingearbeitet. Dadurch entsteht auf so manches Ereignis eine völlig andere Sicht der Dinge. Die Februarkämpfe 1934 wurden in enormem Ausmaß von den Nationalsozialisten gesteuert, das Land in Unruhe und Chaos zu versetzen, um letztendlich wieder für Recht und Ordnung zu sorgen wohl das Ziel. Österreich war mit dem Auflösen der Monarchie beschäftigt, in diese politische Richtung wollte keiner mehr zurück, doch auch die Demokratie wurde nicht als Allheilmittel gesehen. Unterschiedliche politische Strömungen wurden vertreten und gingen aufeinander los, oft gehetzt und aufgestachelt durch die Medien. Schattendorf sowie der darauffolgende Brand des Justizpalastes waren der Anfang einer furchtbaren Zeit, in der Diktaturen erschaffen wurden, Österreicher auf Österreicher schossen und schlussendlich der Propaganda Hitlers folgten. Die Opfer- oder Täterrolle Österreichs ist bis heute ein brisantes Thema. Die Autorin schafft es auch hier, die Fakten klar und sachlich darzulegen, ohne sich Deutungshoheit anzumaßen. Hier bleibt es jedem selbst überlassen, welche Interpretation er den Ereignissen zugesteht. Die Autorin gibt uns keine Antworten, zielt auch nicht in eine politische Richtung, sondern gibt Anlass für Diskussionen. Es gibt nicht nur Gut und Böse, nicht nur Schwarz und Weiß – es gibt auch Schattierungen/Abstufungen/Darstellungen. Dass wir mit unserem heutigen Wissen anders von gewissen Ereignissen denken, ist verständlich. Zum damaligen Zeitpunkt war man jedoch auf der Suche nach Verbesserungen und Veränderungen. Dass dieser Wunsch dermaßen schreckliche Folgen hatte, war wohl nicht jedem klar bzw. wurde nicht in dem Ausmaß wahrgenommen. Das Buch, im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen, ist gerade in unserer Zeit wieder sehr wichtig, um aufzuzeigen wohin Propaganda bzw. Manipulation von Menschen führen kann. Absolute Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne.

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Geschichte ist nicht einfach
von einer Kundin/einem Kunden am 29.03.2017

Die Geschichte Österreichs von 1918 bis 1938 bietet bis heute viel Stoff für politische Diskussionen.. Die Autorin konzentriert sich auf einige besonders brisante Themen wie Schattendorf 1927, die bewaffneten Auseinandersetzungen im Februar 1934 oder den "Anschluss" 1938. Sie will mit ihrem Buch festgefahrene Geschichtsbilder hinterfragen und Mythen entlarven.... Die Geschichte Österreichs von 1918 bis 1938 bietet bis heute viel Stoff für politische Diskussionen.. Die Autorin konzentriert sich auf einige besonders brisante Themen wie Schattendorf 1927, die bewaffneten Auseinandersetzungen im Februar 1934 oder den "Anschluss" 1938. Sie will mit ihrem Buch festgefahrene Geschichtsbilder hinterfragen und Mythen entlarven. Das ist ein großes Vorhaben, da die damaligen Ereignisse bis heute so kontrovers gesehen werden und es daher extrem schwer ist objektiv darüber zu berichten. Es wäre interessant, wie ein aussenstehender Historiker (z.B. ein Engländer) über die fragliche Zeit schreiben würde. Walterskirchen sieht ihr Buch als "Diskussionsgrundlage, die sich neue Einsichten, aber auch Widersprüche erhofft" - genauso sollte man dieses Werk verstehen.

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