Die Brooklyn-Revue

Roman

(4)
Brooklyn - Eine literarische Liebeserklärung.
Portrait
Paul Auster wurde 1947 in Newark, New Jersey, geboren. Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaften an der Columbia University und verbrachte nach dem Studium einige Jahre in Frankreich. International bekannt wurde er mit seinen Romanen Im Land der letzten Dinge und der New-York-Trilogie. Sein umfangreiches, vielfach preisgekröntes Werk umfasst neben zahlreichen Romanen auch Essays und Gedichte sowie Übersetzungen zeitgenössischer Lyrik. Sein bisheriges Lebenswerk krönte er mit dem Weltbestseller 4321.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 350
Erscheinungsdatum 02.01.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-25792-6
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 18,6/11,4/3,3 cm
Gewicht 288 g
Originaltitel The Brooklyn Follies
Auflage 1
Übersetzer Werner Schmitz
Verkaufsrang 93.820
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9,99
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Liebenswerter Roman mit ein paar Konstruktionsschwächen
von Anne Baldauf aus Leipzig am 21.06.2013

Wir lernen Nathan Glass, den Protagonisten und Erzähler der „Brooklyn Revue“ kennen, als er an seinen Geburtsort Brooklyn/NYC zurückkehrt, „um auf den Tod zu warten“. Er ist 59, hat soeben den Krebs besiegt, ist geschieden und vorzeitig pensioniert – vom Leben erwartet er rein gar nichts mehr. Von nun... Wir lernen Nathan Glass, den Protagonisten und Erzähler der „Brooklyn Revue“ kennen, als er an seinen Geburtsort Brooklyn/NYC zurückkehrt, „um auf den Tod zu warten“. Er ist 59, hat soeben den Krebs besiegt, ist geschieden und vorzeitig pensioniert – vom Leben erwartet er rein gar nichts mehr. Von nun an ist sein Alltag bestimmt von Spaziergängen, Besuchen in seinem neuen Stammrestaurant sowie in einem Bücherantiquariat und von der Niederschrift eines ‚Buches menschlicher Torheiten‘, einem Kaleidoskop menschlicher Schwächen, Versprecher und Anekdoten, das er als Zeitvertreib im Alter anlegen will. Aber so ruhig bleibt es natürlich nicht. Es beginnt mit dem zufälligen Wiedersehen mit seinem Neffen Tom – einst ein vielversprechender feinsinniger Collegestudent, nun aber lebt er in einer heruntergekommenen Wohnung in New York und hält sich mit Nebenjobs über Wasser. Der Leser lernt die traurige Familiengeschichte von Nathan, Tom und vor allen von dessen Schwester Aurora kennen, die als Teenager ausgerissen war und erst in der Pornoindustrie und dann in den Fängen einer fundamentalistischen christlichen Sekte landete. Ihre Tochter Lucy taucht eines Tages bei Tom und Nathan auf, und eine Kette von Ereignissen und schicksalhaften Begegnungen wird in Gang gesetzt. Und schließlich plant Toms schrulliger Chef Harry, der Besitzer des Bücherantiquariats, auch noch einen millionenschweren Coup rund um ein gefälschtes Manuskript … „Die Brooklyn Revue“ (2005) von Paul Auster vereinigt auf circa 350 Seiten eine Fülle an menschlichen Schicksalen und unglaublichen Begegnungen, dass man sich als Leser so manches Mal wie in einer Seifenoper vorkommt. Natürlich finden ausgerechnet die beiden attraktiven, von der Männerwelt enttäuschten Mittdreißigerinnen zueinander, natürlich trifft Tom nach der Autopanne in Vermont genau diese eine Frau, … - die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Das nimmt dem Roman allerdings nichts von seinem Charme. Paul Auster lässt seinen Erzähler Nathan das Geschehen mit so viel Witz und Scharfsinn berichten, dass die allzu auffällige Konstruiertheit meistens verschmerzt werden kann. Außerdem weiß das Buch den Leser an sich zu fesseln – eine gute Lektüre also für den Urlaub oder ein paar verschnupfte Tage daheim, wenn man mal viel Zeit zum Lesen hat.

Back to Brooklyn
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 19.04.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mit welch geschliffener und kultivierter Sprache Paul Auster hier einen Brooklyn'schen Reigen über Gott und die Welt, Liebe, Leid und Literatur inszeniert, ist schlicht atemberaubend. Gespickt mit klugen Binnenstories über Kafka und die Puppenbriefe, Wittgenstein, den prügelnden Philosophen, wie auch literarisch-philosophischen Diskursen über Poe, geleitet Erzähler Nathan Glass durch... Mit welch geschliffener und kultivierter Sprache Paul Auster hier einen Brooklyn'schen Reigen über Gott und die Welt, Liebe, Leid und Literatur inszeniert, ist schlicht atemberaubend. Gespickt mit klugen Binnenstories über Kafka und die Puppenbriefe, Wittgenstein, den prügelnden Philosophen, wie auch literarisch-philosophischen Diskursen über Poe, geleitet Erzähler Nathan Glass durch ein wahres Schicksalslabyrinth. Hier offenbart sich Austers große Kenntnis und sein Talent als grandioser Geschichtenerzähler. Kaum ein anderer Autor vermag das Unspektakuläre und Alltägliche in eine solch faszinierende, bildhafte und ausdrucksstarke Form zu packen, wie der Amerikaner. Ihm ist eine Aura eigen, welche den Leser mit allen Sinnen gefangen nimmt und ihn einfach nicht loslässt. Die übliche Distanz zur künstlichen Figur will sich hier erst gar nicht einstellen. Stattdessen taucht man tief in Austers Brooklyn ein, lässt sich treiben in dieser Geschichte voll anderer lustiger und trauriger Geschichten. Ausschnitte aus Leben, so anders und doch so gleich wie unsere eigenen, die aus der nicht identifizierbaren Masse der Großstadtbevölkerung Gesichter von Menschen kreieren. Gesichter von Menschen, die uns im Gedächtnis bleiben. Zusammen ergeben sie ein Bild eines Stadtteils, einer Stadt und eines Landes, das sich kurz nach der Wahl des Versagers Bush zum Präsidenten seiner größten Katastrophe entgegentaumelt. Auster lässt den Traum vom ewigen Idyll abrupt in einer Staubwolke enden, die an einem strahlenden Septembertag des Jahres 2001 Brooklyn verdunkelt. Die tiefste Wunde, welche dieser Stadt je geschlagen wurde, steht, und das wird zwischen den Zeilen immer wieder deutlich, für das Ende einer Ära und den Beginn einer Neuen. Eine Epoche, die wieder Unwägbarkeiten, Zufälle, Rückschläge und Tragödien bereithalten wird … welche aber wiederum der Mensch, mit dem Willen zur Veränderung verkraften kann und zu überstehen in der Lage ist. Oder wie es Nathan Glass mit seinem letzten Satz sagt: „Man unterschätze nicht die Macht der Bücher“. Passender hätte Auster keinen Schlussstrich unter sein Werk ziehen können, dass sich mit dieser Aussage quasi aufs Schönste selbst bestätigt. Insgesamt konnte mich auch mein dritter Paul Auster wieder auf ganzer Linie überzeugen. „Die Brooklyn-Revue“ ist ein machtvolles, aber doch unaufdringliches und leichtes Stück Literatur, das gleichsam lehrt und unterhält. Ein (vor allem wegen der Figur Nathan Glass) wunderschönes Buch, das meine Lust nach weiteren Werken dieses Autors befeuert und mir sicherlich länger im Gedächtnis bleiben wird.

Eine gut durchdachte Geschichte
von Kaffee am 12.03.2009
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Eine gut erzählte Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen, die bis zum Schluss spannend und lesenswert bleibt. Gut durchdacht, ohne sich zu wiederholen oder in Abzweigungen zu verirren, wird mal vorgegriffen und mal von der Vergangenheit berichtet.