Die Erfindung der Flügel

Roman

(62)
Die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk, versehen mit einer violettfarbenen Schleife – die zehnjährige Hetty »Handful«, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt …

Portrait
Sue Monk Kidd hatte sich in den USA bereits mit dem Schreiben von Biografien einen Namen gemacht, ehe „Die Bienenhüterin“ erst zum Geheimtipp, dann zum großen internationalen Bestseller wurde, der sich allein in den USA über 6 Millionen Mal verkaufte und in England für den renommierten Orange Prize nominiert war. Auch „Die Meerfrau“ stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Ihr lange erwarteter neuer Roman "Die Erfindung der Flügel" sorgte in den USA gleich nach Erscheinen für großes Aufsehen und stieg auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste ein. Die Filmrechte hat sich Oprah Winfrey gesichert. Sue Monk Kidd lebt mit ihrer Familie in South Carolina.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 496
Erscheinungsdatum 13.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-71467-4
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,8/11,8/3,8 cm
Gewicht 399 g
Originaltitel The Invention of Wings
Abbildungen 1 schwarzweisse Abbildungen
Übersetzer Astrid Mania
Verkaufsrang 2.845
Buch (Taschenbuch)
9,99
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Romane über Sklaverei gibt es viele. Romane, die dieses Thema aber mit Einfühlsamkeit, Intellekt und Tiefgang behandeln, sind selten.
Umso notwendiger sind eben jene Bücher, die durch ihre Menschlichkeit das Leben zur Zeit der Segregation auf eine Weise darstellen, die die Augen öffnet, die zweifeln lässt und die wütend macht.
Und dieses Buch macht wütend. Es macht wütend und traurig und hallt lange nach.
Geschildert wird das Leben zweier Mädchen, die unterschiedlicher kaum sein können. Die weiße Sarah, wohlbehütet, privilegiert, und die schwarze Hetty, Sklavenmädchen, Geburtstagsgeschenk für Sarah. Beide werden Freundinnen, beide lernen ihre Rolle in der Gesellschaft. Und beide wachsen über sich hinaus...
Aufgrund der Thematik sicher kein einfaches Buch, aber allein der wunderbare und ergreifende Schreibstil von Kidd sind Grund genug dieses Buch zu lesen.
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Wunderbar erzählt Sue Monk Kidd die Geschichte zweier Frauen, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft ist. Die eine, Tochter aus gutem Hause, aber eben doch "nur" eine Frau, und die andere, die Tochter einer Sklavin, ohne Rechte und ohne Aussicht auf ein selbst bestimmtes Leben. Doch beide wollen sich nicht mit ihrem Schicksal abgeben und kämpfen für ihre Freiheit.
Die abwechselnde Sichtweise macht die Geschichte umso interessanter zu lesen. Ein tolles Buch, das auf historischen Persönlichkeiten basiert und einen guten Einblick in die Zeit der Sklaverei in den Südstaaten der USA gibt.
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„Eine wahre Geschichte“

Kristin Schenk, Thalia-Buchhandlung Coesfeld

Die Erfindung der Flügel beruht auf dem wahren Leben der Sarah Grimke, was die Geschichte für mich umso spannender gemacht hat. Eine bemerkenswerte Frau, die immer wieder Hindernissen getrotzt hat um ihren Weg zu gehen und für ihre Überzeugungen einzustehen.
Besonders gelungen fand ich, dass nicht nur Sarahs sondern auf Hettys Seite der Geschichte erzählt wurde. Beide Mädchen etwa gleich alt, wuchsen im selben Haus auf, verbrachten ihr Leben jedoch in zwei unterschiedlichen Welten, getrennt durch ihre Hautfarbe.
Für alle Freunde von "Gute Geister".
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Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Koblenz

Geschichte basierend auf einem wahren Hintergrund. Es geht wirklich unter die Haut was dieser Roman offenbart. Einmalig und unbedingt lesenswert! Geschichte basierend auf einem wahren Hintergrund. Es geht wirklich unter die Haut was dieser Roman offenbart. Einmalig und unbedingt lesenswert!

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Ein wunderschönes Buch in der Tradition von "Gute Geister"! Ein wunderschönes Buch in der Tradition von "Gute Geister"!

„Unbedingt lesen“

Zoë Charlotte Claus, Thalia-Buchhandlung Hilden

Es geht um ein 14-jährigem weißes, reiches Mädchen, die zu ihrem Geburtstag ein dunkelhäutiges 11-jähriges Mädchen als persönliche Hausdame geschenkt bekommt.
Doch anders als zu dieser Zeit versteht das weiße Mädchen nicht, wieso das dunkelhäutige Mädchen für sie machen und tun muss und sie selber bekommt das gelbe vom Ei - zwischen den Beiden entwickelt sich eine unheimlich tiefe Freundschaft, eine sehr enge Bindung, in der jeder versucht dem anderen so viel wie möglich zu geben und zu ermöglichen.

Ein Buch über Menschlichkeit in Zeiten, in denen Menschlichkeit Minderheiten gegenüber nicht groß geschrieben wurde. Unbedingt lesen!
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„Wer kennt Sarah Grimké?“

Jana Schäfer, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Zugegeben, ich hatte auch noch nie von ihr gehört, doch sie ist eine spannende Frau, denn sie kämpfte vehement sowohl gegen die Sklaverei als auch infolgedessen für die Rechte der Frauen.
All das erzählt Sue Monk Kidd ruhig, mit klaren Worten. Sie legt den Fokus auf die Kinder- und Jugendjahre Sarahs, die geprägt sind von den Hindernissen, die ihr als Frau in den Weg gelegt werden.
Sie geht ihren Weg trotzdem und so beeindruckt sie auf jeder Seite dieses Buches aufs Neue.
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„Ein beeindruckender Roman über die Freiheit“

Ingrid Böhmer-Pietersma, Thalia-Buchhandlung Kleve

Ausgehend von der wahren Geschichte der Schwestern Grimké, den Pionierinnen gegen die Sklaverei und für die Rechte der Frauen, beschreibt Sue Monk Kidd spannend und anrührend das Schicksal zweier Mädchen.
Sarah ist weiß und wohlhabend; Hetty von dunkler Hautfarbe und versklavt. Jede ist auf ihre Weise gefangen und sucht einen Weg, sich zu befreien.
Ein wunderbares Buch mit Sogwirkung, glaubwürdig, bewegend und besonders!!
Ausgehend von der wahren Geschichte der Schwestern Grimké, den Pionierinnen gegen die Sklaverei und für die Rechte der Frauen, beschreibt Sue Monk Kidd spannend und anrührend das Schicksal zweier Mädchen.
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Hatice Uzun, Thalia-Buchhandlung Ludwigsburg

Ein großartiges Buch ... mitreißend .. Schön !! Ein großartiges Buch ... mitreißend .. Schön !!

„Amerika zur Zeit der Sklaverei“

Judith Wolf, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein wirklich beeindruckend geschriebener Roman über ein Farmermädchen, dass eine Sklavin zu ihrem 11. Geburtstag geschenkt bekommt und die Lage der Sklaven verabscheut. Sie nimmt sich vor gegen die Sklaverei an zu kämpfen und zusätzlich die Rechte der Frauen in Amerika zu verbessern...
Einfach spannend und packend....!
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„Die Südstaaten im 19. Jahrhundert“

Stephanie Bilke, Thalia-Buchhandlung Münster

Mitreißender Roman über die Sklavin Hetty und die Plantagentochter Sarah Grimké, Vorreiterin im Kampf gegen die Sklaverei und für die Rechte der Frau. Im Wechsel erzählen sie ihre Geschichte und zeichnen damit eine authentische Sicht auf die Dinge. Mitreißender Roman über die Sklavin Hetty und die Plantagentochter Sarah Grimké, Vorreiterin im Kampf gegen die Sklaverei und für die Rechte der Frau. Im Wechsel erzählen sie ihre Geschichte und zeichnen damit eine authentische Sicht auf die Dinge.

Michael Wasel, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein berührender Roman über die Grausamkeit der Sklaverei und zwei ganz besondere Schwestern, die bereit sind, dagegen zu kämpfen. Uneingeschränkte Leseempfehlung! Ein berührender Roman über die Grausamkeit der Sklaverei und zwei ganz besondere Schwestern, die bereit sind, dagegen zu kämpfen. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

Marta Gorecki, Thalia-Buchhandlung Münster

Mitreißend und historisch korrekt recherchiert! Zwei Mädchen trotzen den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit und kämpfen um die Verwirklichung ihrer Träume. Schön! Mitreißend und historisch korrekt recherchiert! Zwei Mädchen trotzen den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit und kämpfen um die Verwirklichung ihrer Träume. Schön!

„Für alle die ein schönes Buch lesen möchten!“

Anke Schnöpel, Thalia-Buchhandlung Hilden

Das wohl schönste Buch das ich seit langem gelesen habe.
Charleston 1803, die rebellische Sarah Grimké bekommt zu ihrem Geburtstag eine Sklavin geschenkt, die zehnjährige „Handful“ Hetty. Sie will keine Sklavin, sie will lesen und wie ihre Brüder zur Schule gehen und Anwältin werden. Hetty möchte frei sein. Beiden werden diese Wünsche nicht erfüllt. Dieses Buch beschreibt, wie sie kämpfen um wenigstens ein klein wenig Freiheit zu bekommen. Ein wunderschöner Roman über das Leben der Grimké Schwestern, die Vorreiterinnen im Kampf der Sklavenabschaffung und für Frauenrechte wurden.
Bitte Lesen!
Das wohl schönste Buch das ich seit langem gelesen habe.
Charleston 1803, die rebellische Sarah Grimké bekommt zu ihrem Geburtstag eine Sklavin geschenkt, die zehnjährige „Handful“ Hetty. Sie will keine Sklavin, sie will lesen und wie ihre Brüder zur Schule gehen und Anwältin werden. Hetty möchte frei sein. Beiden werden diese Wünsche nicht erfüllt. Dieses Buch beschreibt, wie sie kämpfen um wenigstens ein klein wenig Freiheit zu bekommen. Ein wunderschöner Roman über das Leben der Grimké Schwestern, die Vorreiterinnen im Kampf der Sklavenabschaffung und für Frauenrechte wurden.
Bitte Lesen!

„Ein wunderbares Buch“

Beate Mildenberger, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

1803 - Südstaaten - Sara Grimke erhält zu ihrem elften Geburtstag die Sklavin Hetty Handful geschenkt. Das "Geschenk" möchte sie ablehnen, dies wird aber nicht zugelassen von Ihren Eltern.
Jetzt wird über fast 40 Jahre abwechselnd die Geschichte von Sara und Handful erzählt.
Sara Grimke gab es wirklich, und sie war eine der ersten Vorreiterinnen der Anti-Sklaverei-Bewegung.
Sehr einfühlsam erzählt. Ein Roman, dessen Thema einen nicht losläßt, und von dem man sich wünscht er möge doppelt so dick sein.
1803 - Südstaaten - Sara Grimke erhält zu ihrem elften Geburtstag die Sklavin Hetty Handful geschenkt. Das "Geschenk" möchte sie ablehnen, dies wird aber nicht zugelassen von Ihren Eltern.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
62 Bewertungen
Übersicht
47
13
1
0
1

Ganz tolles Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 14.02.2018
Bewertet: eBook (ePUB)

Es werden die Lebensgeschichten zweier Frauen, einer Sklavin und ihrer Herrin, sehr eindrucksvoll beschrieben. Da es sich in weiten Teilen um eine wahre Geschichte handelt macht es besonders interessant. Das Buch ist sehr fesselnd und man kann es nicht so schnell wieder beiseite legen. Absolut empfehlenswert.

Gelungene Mischung aus Biographie und Fiktion über eine starke Frau, die sich für die Anti-Sklavereibewegung stark gemacht hat.
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 24.06.2017

Sarah Grimké, Tochter eines Plantagenbesitzers in den Südstaaten der USA, bekommt zu ihrem elften Geburtstag im Jahr 1803 eine fast gleichaltrige Sklavin als Kammerzofe geschenkt. Sie möchte dieses Privileg gar nicht haben, kann sich aber aufgrund ihres Standes nicht dagegen wehren und beschließt, dieser eines Tages die Freiheit zu... Sarah Grimké, Tochter eines Plantagenbesitzers in den Südstaaten der USA, bekommt zu ihrem elften Geburtstag im Jahr 1803 eine fast gleichaltrige Sklavin als Kammerzofe geschenkt. Sie möchte dieses Privileg gar nicht haben, kann sich aber aufgrund ihres Standes nicht dagegen wehren und beschließt, dieser eines Tages die Freiheit zu schenken. Hetty "Handful" schläft von nun an vor der Tür von Sarahs Zimmer, die ihr verbotenerweise das Lesen und Schreiben beibringt, bis ihr selbst die Bücher aus der Bibliothek des Vaters verboten werden. Handful ist die Tochter einer Näherin im Haushalt der Grimkés, die mit Tricks klammheimlich gegen das Sklaventum aufbegehrt. Handful lernt von ihrer Mutter und erhält von Sarah Passierscheine, so dass sie den Hof verlassen kann und, nachdem ihre Mutter fliehen konnte, an Treffen von aufständischen Sklaven teilnehmen kann und diese unterstützt. Sarah träumt seit ihrer Kindheit davon, wie ihr ältere Bruder Thomas Rechtsanwalt zu werden und äußert sich schon früh kritisch gegen die Sklavenhaltung. Gerade von ihrem Vater wird sie für ihr Engagement als Frau nur belächelt. Sie begleitet ihn, als ihm wegen einer Lungenerkrankung ein Aufenthalt im Nordern der USA empfohlen wird. Als Sarah nach seinem Tod allein auf der Rückreise nach Charleston ist, lernt sie auf dem Schiff den Quäkerprediger Israel kennen. Sie fühlt sich zu dem verheirateten Mann hingezogen, der ihr ein Buch über die Quäkerbewegung schenkt. Zurück bei ihrer Mutter ist sie erschrocken darüber, wie es Handful ohne sie ergangen ist. Nach einer Bestrafung ist sie körperlich massiv gezeichnet und muss am Stock gehen. Sarah schafft es lange nicht, in Briefkontakt mit Israel zu treten, fühlt sich aber berufen, selbst Predigerin zu werden. 1827 schreibt sie einen Brief an Handful "Nun drängt es mich, Predigerin bei den Quäkern zu werden. Dies wird mir zumindest einen Weg aufzeigen, das zu tun, was ich an meinem elften Geburtstag versucht habe, als Du mir so grausam übereignet wurdest. Es wird mir gestatten, alle, die es hören wollen, zu sagen, dass ich so etwas nicht hinnehmen kann, dass wir die Sklaverei nicht hinnehmen dürfen, dass sie ein Ende haben muss. Dafür bin ich geboren - nicht für das Amt der Predigerin, auch nicht für das Rechtswesen, sondern für die Abschaffung der Sklaverei." Als Israels Frau verstorben ist, zieht Sarah in seinen Haushalt, um die Kinder zu unterrichten. Aufgrund Israels Schwester Catherine und der streng gläubigen Gemeinde der Quäker hat ihre Liebe aber trotz der räumlichen Nähe keine Chance. Später lehnt sie einen Heiratsantrag von Israel ab, um sich ganz für ihre Ideale einzusetzen. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester Nina engagiert sie sich für die Abschaffung der Sklaverei und geht sogar noch einen Schritt weiter, für die Gleichstellung der Sklaven und der Frauen mit den Männern. Sie nimmt dafür in Kauf, dass sie nie eine eigene Familie gründen kann und auch aus ihrem Heimatort Charleston verstoßen wird. Die Bewegung ist allerdings nicht aufzuhalten. Bei öffentlichen Auftritten, zunächst in Krichen, später unter freiem Himmel, haben die beiden Schwestern bei ihren Reden einen massiven Zulauf von Frauen und dann selbst von Männern. Der Roman "Die Erfindung der Flügel" handelt von zwei Schwestern, die tatsächlich im 19. Jahrhundert existierten. Die Grimké-Schwestern, Sarah und Nina, lebten in Charleston im Bundesstaat South Carolina und waren die ersten offiziellen Rednerinnen der Anti-Sklaverei-Bewegung und zählten in den USA in den 1830er-Jahren zu den bedeutendsten Frauenrechtlerinnen. Es ist eine Biographie, die nicht nur die Geschichte von Sarah Grimké im Zeitraum von 1803 bis 1838 erzählt, sondern auch die Situation der schwarzen Sklaven in den Südstaaten der USA und die ungerechte Ausbeutung und Herabwertung vermeintlich minderwertiger Menschen sehr eindrucksvoll verschreibt. Als Roman werden die Lebensgeschichten von Sarah und Handful verknüpft und jeweils abwechselnd aus deren Sicht erzählt, wobei Handful eine fiktive Figur ist, die die Autorin bewusst gewählt hat, um die Situation der Sklaven noch lebensnaher und brutaler darzustellen. "Die Erfindung der Flügel" ist eine gelungene Mischung aus Biographie und Fiktion und in Bezug auf die Anti-Sklavereibewegung sehr lehrreich. In dem Buch werden zwei (nimmt man Sarahs zwölf Jahre jüngere Schwester Angelina, "Nina", noch dazu, drei) starke Frauen porträtiert, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz für ihre Ideale einsetzen und für ihre persönliche Freiheit, aber auch für eine ganze Freiheitsbewegung einsetzen und Vorbildcharakter haben. Als (Unterhaltungs-)roman fand ich es schade, dass der Roman bereits im Jahr 1838 endete und nicht noch bis zum Tod von Sarah weitererzählt wurde. Im Gegensatz zu Handful fehlte mir bei ihr ein Abschluss ihrer Geschichte, die dann aber zumindest im Nachwort von Sue Monk Kidd nachzulesen ist

Die eindrucksvolle Geschichte zweier bemerkenswerter Frauen
von NiWa aus Euratsfeld am 02.07.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Charleston, USA. Anfang des 19. Jahrhunderts. Sarah ist 11 Jahre alt, darf nun in ihr eigenes Zimmer ziehen und bekommt die etwas jüngere Handful als Geschenk. Ein Geburtstagsgeschenk, das sie eigentlich nicht will, doch die schwarze Handful ist ihr ab sofort als Zofe und Dienstmädchen zugeteilt. Sue Monk Kidd entführt... Charleston, USA. Anfang des 19. Jahrhunderts. Sarah ist 11 Jahre alt, darf nun in ihr eigenes Zimmer ziehen und bekommt die etwas jüngere Handful als Geschenk. Ein Geburtstagsgeschenk, das sie eigentlich nicht will, doch die schwarze Handful ist ihr ab sofort als Zofe und Dienstmädchen zugeteilt. Sue Monk Kidd entführt den Leser in den Süden der USA. Hier wird Baumwolle gepflanzt, temperamentvolle Plantagenbesitzer richten ihren Blick stolz über ihr Anwesen, während Schwarze die Arbeit machen und dabei oft nicht halb so gut wie Tiere behandelt werden. In dieser Welt wächst Sarah auf. Wie es bei ihr zuhause üblich ist, erhält sie das schwarze Mädchen Handful als Geburtstagsgeschenk, die ihr von nun an zu Diensten sein soll. Aber Sarah versteht nicht, warum Handful nicht ihre Freundin sein kann, sondern ihr Eigentum ist. Da beschließt sie, dem Mädchen das Lesen beizubringen, was in den Augen des Staates und ihrer Eltern ein Verbrechen ist. Die Geschichte handelt in erster Linie von Sklaverei, dem Wunsch nach Freiheit und der Überzeugung, dass jeder Mensch gleichberechtigt ist. Dabei stehen die Sklaven am Beispiel von Handful im Vordergrund, dennoch wird auch der Emanzipation der Frau Raum gegeben. Sarah will sich nicht dem Frauenbild fügen und stößt laufend mit dem aktuellen Weltbild an. Sie kann auch nichts mit der Sklaverei anfangen und es widert sie an, in Handful ihr Eigentum zu sehen. Handful hingegen sehnt sich nach einem freien Leben. Sie weiß, was es bedeutet gefangen zu sein und keine Rechte zu haben. Aber als ihre Mutter ihr afrikanische Märchen von freien schwarzen Menschen erzählt, wird Handful klar, dass sie irgendwann wirklich in Freiheit gelangen kann. Sue Monk Kidd erzählt hier eine außergewöhnliche Geschichte von zwei außerordentlichen Frauen, die mich schon nach den ersten paar Seiten nicht mehr losgelassen hat. Abwechselnd nimmt man Handfuls und Sarahs Perspektive ein, begleitet sie ihren Weg entlang und sieht dabei wie verschieden und trotzdem ähnlich sich die beiden sind. Obwohl es nicht viel Spannung gibt, ist man bei der Beschreibung der Lebensbedingungen der Sklaven derart erschüttert, dass man sich kaum vom Buch lösen kann. Man leidet aber nicht nur mit dem Sklavenmädchen Handful, sondern auch mit Sarah, die im Grunde nicht anders als die Sklaven dran ist: „Mein Körper mag ein Sklave sein, aber nicht mein Geist. Bei dir ist es umgekehrt.“ (S. 273) Denn Sarah sehnt sich nach einem selbstbestimmten Leben, das in dieser Zeit als Frau so gut wie unmöglich zu führen ist. Auf eindrucksvolle Weise fühlt man die gesellschaftlichen Grenzen, denen Sarah ausgesetzt ist und weiß doch, dass sie im Vergleich zu Handful eigentlich ein gutes Dasein hat. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die afrikanische Herkunft der Schwarzen in diesem Roman zu tragen kommt. Seien es Märchen aus Afrika oder Handfertigkeiten, welche genutzt werden um in kunstvollen Quilts die eigene Geschichte zu erzählen - die Autorin zeigt, dass die Sklaven nicht auf einmal in den USA und als niedere Handlanger bestimmt waren, sondern eine ganze Kultur hinter sich gelassen haben. „Die Erfindung der Flügel“ ist ein historischer Roman, der einem die Schrecken der Sklaverei vor Augen führt, die gesellschaftlichen Schranken fühlen und trotzdem Hoffnung schöpfen lässt. Es ist die eindrucksvolle Geschichte zweier bemerkenswerter Frauen, die es auf jeden Fall wert ist gelesen zu werden. Mich hat dieses Buch beeindruckt, aufgewühlt und nachhaltig zum Nachdenken angeregt und ich bin sehr, sehr froh, dass ich die Geschichte von Sarah Grimké erfahren habe.