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Die Farbe von Milch

Roman

(56)

Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte. 
Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

„Ein kleiner großer Roman.“ Frankfurter Rundschau

„Intensive, grandiose Lektüre.“ Wienerin

„Ein kompromissloses Werk von seltsamer, sprachlicher Schönheit“ Brigitte

„Nell Leyshons neuer Roman ist ein beeindruckendes Buch über Klassenunterschiede und Willkür, das vor allem auch mit seiner Sprache punktet. […] 'Die Farbe von Milch' hat mich tief beeindruckt, ja ein Stück weit erschüttert“ Nicole Abraham, hr 1

„Ein hervorragender, fesselnder Roman.“ Münchner Merkur

„Nell Leyshons unbeugsame Heldin, die sich den Regeln der Zeit widersetzt, fasziniert von der ersten Zeile an. Ein kämpferisches Buch, ganz leise und poetisch erzählt.“ Für Sie

„Leyshon gelingt es, ihrer Mary eine Stimme zu geben, die das Spannungsfeld zwischen dem ungebildeten Bauernmädchen und dem großen, schöpferischen Geist, der in ihr wohnt, auf wunderbare Weise wiedergibt. […] Zu Recht wurde dieser schmale Roman von der englischen Presse als ein ungewöhnliches Meisterwerk gefeiert.“ BÜCHER magazin

„Nell Leyshon, die in Dorset, im Südwesten Englands, lebt, wurde vielfach für ihre Romane und Theaterstücke ausgezeichnet. Und auch in "Die Farbe von Milch" erweist sie sich als furchtlose Erkunderin der Seelen. Denn was sie mit ihren dürren Sätzen aus der Innenwelt ihrer Protagonistin heraufholt, ist so erdrückend wie faszinierend. [...] Nell Leyshon ist ein Roman von archaischer Wucht geglückt.“ Peter Henning, Spiegel Online

„Alle Menschen, die glauben, früher sei alles besser gewesen, müssen dieses Buch lesen. Und alle anderen auch. Nell Leyshon gibt dem 15-jährigen Bauernmädchen Mary eine unfassbar starke Stimme.“ DONNA

„In sehr eigenwilliger und eindringlicher Sprache erzählt Nell Leyshon ein Jahr aus dem Leben der jungen Bauerntochter. Ein literarisches Lesevergnügen der besonderen Art.“ Weilheimer Tageblatt

„Eine unverwechselbare, unvergessliche Erzählstimme ... Marys einfache Worte malen eindringliche Bilder in den Kopf des Lesers ... Nell Leyshons Einfühlungsvermögen ist beeindruckend.“ The Independent  

„Mit Brontëesken Untertönen . . . ein verstörender Kommentar zu den sozialen Zwängen, denen Frauen im 19. Jahrhundert unterworfen waren.“ Financial Times  

„Eine kleine Tour de force - eine wundervolle, überzeugende Stimme, und eine erschütternde Geschichte, die mit großem Können und mit Sparsamkeit erzählt ist.“ Penelope Lively  

„Ich liebe dieses Buch. Verführerisch, Brontë-esk, fesselnd, besonders und unvergesslich. Mary ist eine absolut interessante und liebenswerte Erzählerin. Ein Buch voller Hoffnung.“ Marian Keyes  

„Was scheinbar ruhig als ein einfaches ländliches Leben ohne große Aussichten beginnt, entwickelt sich nach und nach, Buchstabe für Buchstabe zu einem voller Möglichkeiten, das aber durch menschliche Fehlbarkeit zum Scheitern verurteilt ist.“ Daily Telegraph  

„Nur alle Jubeljahre einmal erschafft ein Autor eine so lebendige und aufsehenerregende Erzählstimme wie die Marys. Nell Leyshon verdient es, mit Preisen überschüttet zu werden.“ Sunday Express  

„Ein eindringliches Kammerspiel über Klassenunterschiede, Armut und das harte Leben einer standeslosen Frau in einer patriarchalischen Welt ... Dieses Buch sitzt.“ Psychologies  

„Total faszinierend. Von subtiler lyrischer Schönheit, pur und poetisch.“ The Observer  

„In ‚Die Farbe von Milch’ erweckt Nell Leyshon den Geist der Brontës zu neuem Leben.“ Vanity Fair  

„Dicht und bewegend ... Mary könnte einem Roman Thomas Hardys entsprungen sein.“ Seattle Times  

„Herzzerreißend und lange nachklingend. Eine wahrhaft wundervolle Lektüre – ein schlanker, schöner Roman mit so viel Herz, dass es für zwei Bücher gereicht hätte.“ San Francisco Chronicle  

„Die unerschrockene, achtsame und zutiefst überzeugende Erzählerin, ein ungebildetes, aber blitzgescheites Bauernmädchen, macht diesen kurzen Roman so eindrucksvoll.“ Atlantic

„Ein sehr kraftvoller Monolog, der durch die perfekte Übereinstimmung von Geschichte und Erzählhaltung in Erstaunen versetzt.“ La Repubblica  

„Eine unvergessliche, herzergreifende Geschichte, die den Leser Stück für Stück mehr gefangen nimmt.“ Flow (Niederlande)

„Leyshon erweckt mit sparsamen Worten und den Mitteln des poetischen Realismus eine bedrückende Welt, in die wir eintauchen müssen, ganz gleich ob wir wollen oder nicht. Dieser schmale Band ist der beste Beweis dafür, dass literarisches Können nichts zu tun hat mit möglichst viel Text.“ Nürnberger Nachrichten

„Aus gutem Grund hat Nell Leyshon viele Preise erhalten (...). Das Werk ist verblüffend ausdrucksstark und eher exotisch auf dem Büchermarkt. Minimalismus pur statt geschwätzig heißer Luft, klare Handlungs- und Zeitperspektiven statt verschachtelter Zeitebenen und effekthascherischer Gedankenakrobatik.“ Passauer Neue Nachrichten

„Nell Leyshon gelingt ein fesselndes Porträt. Wort für Wort ringt sich Mary ab. Für die Wahrheit. Die will sie uns erzählen. In ganz einfachen Sätzen. Und es sind Sätze, die fesseln. Denn so schlicht die Sprache ist, so beeindruckend sind die Bilder, die entstehen.“ Augsburger Allgemeine

Portrait
Nell Leyshons erster Roman, Black Dirt, stand auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Für ihren zweiten Roman, Die Farbe von Milch, war sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt in Dorset.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 208 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.09.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783961615018
Verlag Eisele eBooks
Übersetzer Wibke Kuhn
Verkaufsrang 1.263
eBook
16,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„So was von gut...“

Ruth Kisters, Thalia-Buchhandlung Berlin

Eigentlich darf man über den Inhalt gar nichts erzählen, damit jede/r ganz unvoreingenommen beim Lesen das erleben kann, was ich erlebte. Nur so viel: Es geht um die 4. Tochter eines Bauern, die auch noch eine körperliche Beeinträchtigung hat. Ein für damalige Verhältnisse ganz und gar wertloser Mensch, denn wir schreiben das Jahr 1830. Eigentlich darf man über den Inhalt gar nichts erzählen, damit jede/r ganz unvoreingenommen beim Lesen das erleben kann, was ich erlebte. Nur so viel: Es geht um die 4. Tochter eines Bauern, die auch noch eine körperliche Beeinträchtigung hat. Ein für damalige Verhältnisse ganz und gar wertloser Mensch, denn wir schreiben das Jahr 1830.
Und einfach darauf einlasse, auch wenn es teilweise weh tut.

„Eine eindringliche, berührende Geschichte“

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Vechta

Mary ist stark, wortgewandt, manchmal sehr vorlaut und selten still. Das Leben, das sie mit ihren Eltern und ihren Schwestern auf dem Bauernhof führt, ist schwer und voller Entbehrungen. Eines Tages eröffnet sich jedoch eine neue Chance für das Mädchen.
Sofort habe ich Mary ins Herz geschlossen, mitgefühlt und gehofft. Stellenweise
Mary ist stark, wortgewandt, manchmal sehr vorlaut und selten still. Das Leben, das sie mit ihren Eltern und ihren Schwestern auf dem Bauernhof führt, ist schwer und voller Entbehrungen. Eines Tages eröffnet sich jedoch eine neue Chance für das Mädchen.
Sofort habe ich Mary ins Herz geschlossen, mitgefühlt und gehofft. Stellenweise macht dieses Buch sprachlos. An einigen Stellen ist es ganz still, an anderen laut. Obwohl dieses Buch keine leicht Kost ist, wäre es ein Fehler, es nicht zu lesen.

Tamara Behl, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Dem Sog dieses Buches kann man sich nicht entziehen. Es erschüttert und tut weh, und doch ist die Lektüre jeden unangenehmen Moment wert! Dem Sog dieses Buches kann man sich nicht entziehen. Es erschüttert und tut weh, und doch ist die Lektüre jeden unangenehmen Moment wert!

C. Ksoll, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Ein ganz besonderes, intensives Leseerlebnis, auf dass es sich einzulassen lohnt.
Marys unvergessliche Erzählstimme trägt massgeblich dazu bei, dass dieses Buch lange nachklingt.
Ein ganz besonderes, intensives Leseerlebnis, auf dass es sich einzulassen lohnt.
Marys unvergessliche Erzählstimme trägt massgeblich dazu bei, dass dieses Buch lange nachklingt.

Nadja Schwarz, Thalia-Buchhandlung Nürnberg

Wow - was für ein Buch. Ich habe die ergreifende Geschichte von der außergewöhnlichen Mary an einem Tag verschlungen. Wow - was für ein Buch. Ich habe die ergreifende Geschichte von der außergewöhnlichen Mary an einem Tag verschlungen.

Tatjana Hefter, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Was für ein Buch! Stilistisch ungewöhnlich trifft die Autorin mitten ins Herz.
Aufwühlend, ergreifend, anrührend.
Bisher mein persönliches Highlight des Jahres!
Was für ein Buch! Stilistisch ungewöhnlich trifft die Autorin mitten ins Herz.
Aufwühlend, ergreifend, anrührend.
Bisher mein persönliches Highlight des Jahres!

„Die Farbe von Milch“

Larissa Stoff, Thalia-Buchhandlung Düren

Die berührende Geschichte des jungen Bauernmädchens Mary, deren Leben sich völlig ändert, als sie von zuhause fort geschickt wird um für die Familie des Pfarrers zu arbeiten.
Ein ganz außergewöhnlicher Roman: In einem stillen, ja fast kargem Schreibstil, aber dennoch unglaublich ergreifend und berührend. Und mit einem Ende, welches
Die berührende Geschichte des jungen Bauernmädchens Mary, deren Leben sich völlig ändert, als sie von zuhause fort geschickt wird um für die Familie des Pfarrers zu arbeiten.
Ein ganz außergewöhnlicher Roman: In einem stillen, ja fast kargem Schreibstil, aber dennoch unglaublich ergreifend und berührend. Und mit einem Ende, welches noch einmal mit einer vollen Wucht trifft!

„Marys Geschichte“

Joke Hoogendoorn, Thalia-Buchhandlung Leer (Ostfriesland)

Ich hatte schon viel von diesem Buch gehört und es wurde mir auch von KollegInnen und KundInnen empfohlen. Meine Erwartungen waren dann auch dementsprechend hoch. Ob es daran gelegen hat, dass es mich dann doch nicht so überzeugt hat? Ja, es ist eine interessante, berührende Geschichte: Die einfache Bauerntochter Mary erzählt über ihre Ich hatte schon viel von diesem Buch gehört und es wurde mir auch von KollegInnen und KundInnen empfohlen. Meine Erwartungen waren dann auch dementsprechend hoch. Ob es daran gelegen hat, dass es mich dann doch nicht so überzeugt hat? Ja, es ist eine interessante, berührende Geschichte: Die einfache Bauerntochter Mary erzählt über ihre Zeit im Haus des Pfarrers. Sie kommt dahin, um sich um die Frau des Pfarrers zu kümmern und um im Haushalt zu helfen. Mary fügt sich ihrem Schicksal eher widerwillig. Lieber wäre sie auf dem Bauernhof geblieben. Als dann die Frau stirbt und der Pfarrer die Köchin entlässt, bleiben Mary und der Pfarrer alleine in dem Haus. Diese Situation eskaliert, als der Pfarrer von Mary mehr als nur Hausarbeit verlangt.
Mary, die bis sie ihre Arbeit im Haus des Pfarrers begonnen hatte, weder lesen noch schreiben konnte, hat die Geschichte selber aufgeschrieben. Das Buch lässt sich ganz leicht lesen, aber die großen Emotionen, die ich erwartet hatte, blieben (für mich) aus. Trotzdem gute Unterhaltung!

Vanessa Roggen, Thalia-Buchhandlung Köln

Von der Stellung der Frau in einer von Männern bestimmten Gesellschaft, darum geht es grob gesagt, mehr will ich gar nicht verraten. Unbedingt lesen! Berührend und eindrücklich. Von der Stellung der Frau in einer von Männern bestimmten Gesellschaft, darum geht es grob gesagt, mehr will ich gar nicht verraten. Unbedingt lesen! Berührend und eindrücklich.

„Die berührende Geschichte der M.A.R.Y“

Mareike Schmitz, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Die bewegende Geschichte von dem Bauernmädchen Mary geht einem bis tief unter die Haut.
Der Roman ist geprägt durch einen außergewöhnlichen Schreibstil. Der Leser kann sich leicht in die damaliger Zeit und auch in die Hauptprotagonistin Mary hineinversetzen.
Emotional, beeindruckend und düster zugleich!
Die bewegende Geschichte von dem Bauernmädchen Mary geht einem bis tief unter die Haut.
Der Roman ist geprägt durch einen außergewöhnlichen Schreibstil. Der Leser kann sich leicht in die damaliger Zeit und auch in die Hauptprotagonistin Mary hineinversetzen.
Emotional, beeindruckend und düster zugleich!

„Mary geht unter die Haut ...“

Franziska Kommert, Thalia-Buchhandlung Göttingen

"Die Farbe von Milch", ist DAS Buch von 2017 und es wird auch 2018 noch präsent bleiben. Hier haben wir ein kleines Meisterwerk (grandios übersetzt), das ohne große Werbekampagne den Weg in unser Bücherregal findet.
Ganz ohne blumige Umschreibungen, oder verschachtelten Sätzen, oder gar Metaphern, wendet sich Mary direkt an uns Leser.
"Die Farbe von Milch", ist DAS Buch von 2017 und es wird auch 2018 noch präsent bleiben. Hier haben wir ein kleines Meisterwerk (grandios übersetzt), das ohne große Werbekampagne den Weg in unser Bücherregal findet.
Ganz ohne blumige Umschreibungen, oder verschachtelten Sätzen, oder gar Metaphern, wendet sich Mary direkt an uns Leser. Dabei ist sie so herrlich einfach und direkt. Schnörkellos kommt sie zum Punkt und Bamm!, der Satz hat gesessen. Ihre Geschichte ist traurig und ab einem gewissen Punkt können wir ahnen was ihr widerfahren wird. Trotzdem habe ich gelesen und gelesen und war mit dem letzten Satz sprachlos. Mary blieb danach noch eine ganze Weile mein Schatten. Und das macht ein gutes Buch aus! Die Charaktere und ihre Geschichten bleiben noch an unserer Seite.

Sina Hufnagel, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Eine kleine und doch sehr emotionale Geschichte über ein sehr mutiges Mädchen. Dieses Buch wirkt noch lange nach! Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Eine kleine und doch sehr emotionale Geschichte über ein sehr mutiges Mädchen. Dieses Buch wirkt noch lange nach!

„Hartes Leben “

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Mary, ein Bauernmädchen, trotzt mit flinker Zunge dem harten, lieblosen Leben. Einziger Lichtblick der liebevolle Großvater. Sprachlich überzeugend, konnte mit dem Schmökern nicht aufhören. Mary, ein Bauernmädchen, trotzt mit flinker Zunge dem harten, lieblosen Leben. Einziger Lichtblick der liebevolle Großvater. Sprachlich überzeugend, konnte mit dem Schmökern nicht aufhören.

Bettina Mohler, Thalia-Buchhandlung Soest

In klarer, schnörkelloser Sprache erzählt Mary von harter Arbeit, einem entbehrungsreichen Leben und unerfüllten Träumen. Dieses Buch ist wahrhaftig ein kleiner Schatz! Schön! In klarer, schnörkelloser Sprache erzählt Mary von harter Arbeit, einem entbehrungsreichen Leben und unerfüllten Träumen. Dieses Buch ist wahrhaftig ein kleiner Schatz! Schön!

„sprachlich gewaltig und spannend inszeniert“

Inga Roos, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Sprachlich und erzählerisch gewaltig inszeniert Leyshon das Schicksal der Bauerntochter Mary vor dem Hintergrund einer mitleidslosen und brutalen Gesellschaft: Prädestiniert, um darüber zu diskutieren, welchen Einfluss sie auf ihr Schicksal hatte.

Der Roman spielt im 19. Jahrhundert auf dem Land. Hauptfigur ist Mary, eine von vier
Sprachlich und erzählerisch gewaltig inszeniert Leyshon das Schicksal der Bauerntochter Mary vor dem Hintergrund einer mitleidslosen und brutalen Gesellschaft: Prädestiniert, um darüber zu diskutieren, welchen Einfluss sie auf ihr Schicksal hatte.

Der Roman spielt im 19. Jahrhundert auf dem Land. Hauptfigur ist Mary, eine von vier Schwestern. Ihr Vater, ein brutaler Patriarch, schickt die gehbehinderte Mary zum Pastor, um dort seine Frau zu pflegen. Hin und hergerissen zwischen den Welten, hat Mary das erste mal die Möglichkeit auf Selbstfindung und den Zugang zu Bildung. Sie selbst ist ein Freigeist, eine starke Frau, die sich traut, auch Autoritäten zu widersprechen. Jedoch als die Frau des Pastors stirbt, verändert sie dieser und nutzt seine Machtposition kaltblütig aus.

Der Roman ist sprachlich und erzählerisch ein Kunstwerk. Marys Gedankenwelt wird durch ihre einfachen ohne Kommata aneinandergereihten Satzstrukturen deutlich. Ihr Erfahrungswelt dreht sich nur um die eintönige, schwere Arbeit und Stillsitzen kann sie gar nicht. Sie weiß auch nicht, was sie sich wünschen soll. Ihr fehlen Visionen, das Sehnen nach einer anderen Welt, die sie nicht kennt. Auf der anderen Seite weigert sie sich, Machtstrukturen zu respektieren. Genauso wie sie selber denkt, entwickelt sich ihr Leben, sie ist ihrem Schicksal ausgeliefert und kann weder den Vater daran hindern, sie zum Pastor zu schicken, noch dem Pastor, ihr Gewalt anzutun. Erst als er ihr das Lesen und Schreiben beigebracht hat, entwickelt sich in ihr Widerstand. Und bis zum Schluss hofft man, dass sie ihr Schicksal meistern wird.... Durch diese sprachlich gewaltige und durch die spannend inszenierte Handlung entsteht ein Roman, über den man viel nachdenken und auch diskutieren möchte.

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Es geht um Mary, das einfache Bauernmädchen, das 1830 unter merkwürdigen Umständen Lesen und Schreiben lernt. Erschüttert und fassungslos bleibt man als Leser zurück! Es geht um Mary, das einfache Bauernmädchen, das 1830 unter merkwürdigen Umständen Lesen und Schreiben lernt. Erschüttert und fassungslos bleibt man als Leser zurück!

Ein Diamant unter der Masse an zeitgenössischer Unterhaltungsliteratur. Poetisch, traurig, schön. Für alle, die das Besondere schätzen. Ein Diamant unter der Masse an zeitgenössischer Unterhaltungsliteratur. Poetisch, traurig, schön. Für alle, die das Besondere schätzen.

Ulrike Walther, Thalia-Buchhandlung Gotha

Dieser Roman über das Schicksal des Bauernmädchens Mary im England des 19. Jahrhunderts ist sehr bewegend und ausdrucksstark.
Der Autorin ist ein Meisterstück gelungen.
Dieser Roman über das Schicksal des Bauernmädchens Mary im England des 19. Jahrhunderts ist sehr bewegend und ausdrucksstark.
Der Autorin ist ein Meisterstück gelungen.

Hannelore Wolter, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Die Geschichte vom unbedarften Bauernkind zur Pflegerin einer Kranken und späteren Pfarrersfrau. Ein bewegtes Schicksal poetisch erzählt. Wunderschön. Die Geschichte vom unbedarften Bauernkind zur Pflegerin einer Kranken und späteren Pfarrersfrau. Ein bewegtes Schicksal poetisch erzählt. Wunderschön.

Stefanie Kellmann, Thalia-Buchhandlung Chemnitz-Röhrsdorf

Eine Geschichte über ein junges Bauernmädchen, dem Schlimmes widerfahren ist. Die Sprache ist einfach, aber unglaublich kraftvoll und ehrlich. Ich las das Buch in wenigen h durch. Eine Geschichte über ein junges Bauernmädchen, dem Schlimmes widerfahren ist. Die Sprache ist einfach, aber unglaublich kraftvoll und ehrlich. Ich las das Buch in wenigen h durch.

„Die Farbe von Milch“

Petra Dressing, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

In einer einfachen, dem beschriebenen dörflichen Leben angepassten Sprache beschreibt Nell Leyshon eine erdrückende und karge Welt ohne Liebe oder Zuneigung. Trotzdem bleibt Mary, die ihr Schicksal zunächst stoisch erträgt, bevor sie dagegen aufbegehrt, dem Leser lange im Gedächtnis. In einer einfachen, dem beschriebenen dörflichen Leben angepassten Sprache beschreibt Nell Leyshon eine erdrückende und karge Welt ohne Liebe oder Zuneigung. Trotzdem bleibt Mary, die ihr Schicksal zunächst stoisch erträgt, bevor sie dagegen aufbegehrt, dem Leser lange im Gedächtnis.

„Die Farbe von Milch“

Jasmin Stenger, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Ein unglaublich berührender Roman über ein mutiges Bauernmädchen, das gegen die patriarchalische Gesellschaft ankämpft.
Die wunderschöne poetische Sprache macht dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss.
Ein unglaublich berührender Roman über ein mutiges Bauernmädchen, das gegen die patriarchalische Gesellschaft ankämpft.
Die wunderschöne poetische Sprache macht dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss.

Andrea Pehle, Thalia-Buchhandlung Leer

Mary, das einstige Bauernmädchen erzählt die Geschichte eines Jahres in einem Leben, das sie nicht gewählt hat. Anrührend, packend, pur und poetisch. Unbedingt lesen! Mary, das einstige Bauernmädchen erzählt die Geschichte eines Jahres in einem Leben, das sie nicht gewählt hat. Anrührend, packend, pur und poetisch. Unbedingt lesen!

„Brilliant“

Ulrike Ackermann, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Was für ein berührender Roman!!!

Er besticht durch seine einfach gehaltene poetische Sprache.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit dafür, denn er ist ein Schatz, der Ihnen unvergessen bleiben wird...
Was für ein berührender Roman!!!

Er besticht durch seine einfach gehaltene poetische Sprache.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit dafür, denn er ist ein Schatz, der Ihnen unvergessen bleiben wird...

„Die Farbe von Milch“

T. Spring, Thalia-Buchhandlung Halle

Eine hoffnungsvolle Geschichte über ein mutiges Bauernmädchen in Zeiten größter sozialer Ungerechtigkeit. Sie hat eine ganz besondere Erzählstimme, eindrücklich und voller Mut. Eine hoffnungsvolle Geschichte über ein mutiges Bauernmädchen in Zeiten größter sozialer Ungerechtigkeit. Sie hat eine ganz besondere Erzählstimme, eindrücklich und voller Mut.

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Ein ganz besonderes Buch über das entbehrungsreiche Leben einer Frau. Der Reiz liegt im Kontrast aus bitteren Lebensumständen und der Poesie und Schönheit, die das Buch besitzt. Ein ganz besonderes Buch über das entbehrungsreiche Leben einer Frau. Der Reiz liegt im Kontrast aus bitteren Lebensumständen und der Poesie und Schönheit, die das Buch besitzt.

„Die ungerade Zahl der Eier“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Ein Bauernmädchen mit wachem Blick und flinker Zunge, nur mit dem gebrechlichen Großvater gibt es herzliche Verbundenheit. Im Pfarrershaushalt gerät sie in eine fremde Welt nicht ohne Tücke.

Es entfaltet sich eine herbe Geschichte mit ganz eigenem, reizvollem Ton eingepackt in einem sehr schönen, zart gestalteten Buch.
Ein Bauernmädchen mit wachem Blick und flinker Zunge, nur mit dem gebrechlichen Großvater gibt es herzliche Verbundenheit. Im Pfarrershaushalt gerät sie in eine fremde Welt nicht ohne Tücke.

Es entfaltet sich eine herbe Geschichte mit ganz eigenem, reizvollem Ton eingepackt in einem sehr schönen, zart gestalteten Buch.

„Geheimtipp “

Christine Pajak, Thalia-Buchhandlung Lutherstadt Wittenberg

Mit ihrer außerordentlichen Erzählstimme hat mich Nell Leyshon sofort in den Bann gezogen.
Sie erzählt eine spannende Geschichte um ein Mädchenschicksal im 19. Jahrhundert, in rauen Zeiten, in denen Emanzipation noch ein Fremdwort war.
Dramatisch und tragisch im klassischen Sinne eines bürgerlichen Trauerspiels mit einer reinen, direkten
Mit ihrer außerordentlichen Erzählstimme hat mich Nell Leyshon sofort in den Bann gezogen.
Sie erzählt eine spannende Geschichte um ein Mädchenschicksal im 19. Jahrhundert, in rauen Zeiten, in denen Emanzipation noch ein Fremdwort war.
Dramatisch und tragisch im klassischen Sinne eines bürgerlichen Trauerspiels mit einer reinen, direkten Sprache.

Lisa Golitsch, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein Mädchenschicksal im 19. Jahrhundert, das einen so schnell nicht mehr loslässt! Ein Mädchenschicksal im 19. Jahrhundert, das einen so schnell nicht mehr loslässt!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Bremen

Dieses Buch ist anders. Aus der Sicht eines jungen Bauernmädchens in sehr einfacher Sprache. Absolut lesenswert, aber das Ende ist ebenso schonungslos. Dieses Buch ist anders. Aus der Sicht eines jungen Bauernmädchens in sehr einfacher Sprache. Absolut lesenswert, aber das Ende ist ebenso schonungslos.

„Es ist eine Falle.....“

Claudia Tross, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Ein neuer Verlag geht an den Start, der Eisele Verlag aus München präsentiert in diesem Herbst sein erstes Programm. Erst mal hab ich die Augen gerollt - brauchen wir unbedingt NOCH einen Verlag - aber als ich mich mit den Neuerscheinungen beschäftigt habe, hat mich der Ansatz überzeugt, ein kleines, feines Programm zu machen, ohne Ein neuer Verlag geht an den Start, der Eisele Verlag aus München präsentiert in diesem Herbst sein erstes Programm. Erst mal hab ich die Augen gerollt - brauchen wir unbedingt NOCH einen Verlag - aber als ich mich mit den Neuerscheinungen beschäftigt habe, hat mich der Ansatz überzeugt, ein kleines, feines Programm zu machen, ohne Masse zu produzieren.
Der Roman erzählt in einer eindringlichen, sehr ausdrucksstarken Sprache von der unwirtlichen Lebenssituation der 15jährigen Mary, die von dem groben Vater mehr wie ein Stück Vieh an den Pfarrhaushalt verkauft wird. Was dort dann passiert liest sich wie ein Kammerspiel in 2 Akten und der geübte Leser weiss sehr schnell, wohin die Geschichte steuert und dass Mary in einer derart patriarchalischen Gesellschaft nicht gewinnen kann.

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Einfühlsame Geschichte
von Delena aus Duisburg am 14.04.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Mary ist 15 Jahre alt und lebt mit ihren drei Schwestern auf dem Hof der Eltern. Ihr Leben ist geprägt von Arbeit und den ständigen Vorwürfen des Vaters, dass er keinen Sohn bekommen hat, der auf dem Hof richtig zupacken kann. Als der Dorfpfarrer eine Haushaltshilfe für seine kranke... Mary ist 15 Jahre alt und lebt mit ihren drei Schwestern auf dem Hof der Eltern. Ihr Leben ist geprägt von Arbeit und den ständigen Vorwürfen des Vaters, dass er keinen Sohn bekommen hat, der auf dem Hof richtig zupacken kann. Als der Dorfpfarrer eine Haushaltshilfe für seine kranke Frau benötigt, wird Mary als Jüngste und dazu noch gehbehindert, vom Vater gegen Entlohnung abgegeben. Schnell wird im Haushalt des Pfarrers bemerkt, dass Mary mehr als eine Bauerntochter mit schlichtem Gemüt ist. Mary erfährt Zuneigung und Aufmerksamkeit. Als die Frau des Pfarrers stirbt, ändert sich erneut alles. Das Leben eines Mädchens im 19. Jahrhundert, noch dazu aus ärmlichen Verhältnissen, ist zentrales Thema von "Die Farbe von Milch". Das Buch ist aus der Sicht von Mary, jener 15-jährigen geschrieben, die anders als ihre Schwestern, aufgeweckt, wissbegierig, direkt und keinesfalls schüchtern ist. In der damaligen Zeit sind diese Eigenschaften, noch dazu beim weiblichen Geschlecht, auffällig und nicht überall gern gesehen. Der Vater von Mary lenkt seine Frauen mit strenger Hand. Die Brutalität erschreckt an einigen Stellen, Liebe und Zuneigung sind Fremdwörter im Leben der Familie. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Mary geschrieben und das macht die ganze Handlung für mich noch eindringlicher. In schlichten Worten erzählt Mary ihre Geschichte. Wenn man sich auf den eingangs etwas holprig erscheinenden Stil eingelassen hat, erlebt man hautnah mit, wie es Mary geht und was sie fühlt, welche Wünsche und Hoffnungen sie hat und was ihre Umwelt mit ihr macht. Mary hat mich berührt und ich hätte gerne ihre Hand genommen und ihr gesagt, dass alles gut wird. Als Mary dann quasi vom Vater an den Pfarrer verkauft wird, ändert sich vieles für Mary. Die schwerkranke Ehefrau des Pfarrers und auch der Pfarrer selbst erkennen, dass Mary etwas besonderes ist. "Die Farbe von Milch" hat mich berührt. Eine ergreifende, tiefgründige und sensible Geschichte in einem besonderen Erzählstil, die ich jedem, der ausserhalb des Mainstreams etwas lesen möchte, sehr empfehle.

Grausame Zeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Paderborn am 28.03.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

?Und dann schloss ich die Augen doch mein Herz schlug schnell vor Aufregung und obwohl mein Körper ganz still im Bett lag tobte mein Geist wild herum und wollte nicht stellstehen, als wäre er eine Biene im Sommer.? (S. 79) Mary ist jung, als sie zwangsweise ihr Leben hinter sich... ?Und dann schloss ich die Augen doch mein Herz schlug schnell vor Aufregung und obwohl mein Körper ganz still im Bett lag tobte mein Geist wild herum und wollte nicht stellstehen, als wäre er eine Biene im Sommer.? (S. 79) Mary ist jung, als sie zwangsweise ihr Leben hinter sich lassen muss und an einen neuen Ort kommt: Von der elterlichen Farm, auf der das Leben hart aber vorhersehbar ist, in den Haushalt des Pfarrers, um dessen kranke Frau zu pflegen. Die Geschichte der darauf folgenden Geschehnisse erzählt sie selbst aus der Perspektive der ein Jahr älteren Mary ? und man wird das Gefühl nicht los, dass zwischendurch etwas Gravierendes geschehen ist. Es hat wirklich eine ganze Zeit gedauert, bis ich mich an den doch sehr eigenwilligen Stil in ?Die Farbe von Milch? gewöhnt habe, und obwohl dieser sicherlich zur Atmosphäre beiträgt, bin ich mir nicht sicher, ob es meiner Meinung nach nicht auch ein allwissender Erzähler getan hätte. Aber es ist wie es ist, und irgendwann hatte ich mich dann auch an die fehlenden Kommata gewöhnt. Während also die Aufmachung es mir erst schwer machte, in das Buch einzutauchen, war die Handlung schon deutlich ansprechender: Zunächst scheint das Leben auf dem Bauernhof hart und grausam zu sein, was für mich als unbeteiligte Leserin das Gefühl aufkommen ließ, das Leben im Pfarrhaus sei deutlich erstrebenswerter; langsam tritt jedoch die Erkenntnis ein, dass die Vorhersehbarkeit des Farmlebens im Pfarrhaus völlig fehlt, und ab dem Moment hatte mich das Buch fest im Griff. Mary ist klug, trotz der widrigen Umstände, und häufig klüger als es gut für sie ist. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Leben wie ihres in der Geschichte unserer Gesellschaft häufiger vorkam als man wahrhaben möchte. Die meisten anderen Charaktere scheinen mehr oder weniger (eher mehr) eindeutig im übermächtigen sozialen Gefüge und den Gepflogenheiten der damaligen Zeit (immerhin spielt sich die ganze Geschichte in einem Bauerndorf des 19. Jahrhunderts ab) zu stecken und zeigen auch keine Ambitionen, diesen Umstand zu ändern oder auch nur darüber nachzudenken. ?Du solltest weniger drauf schauen was andere Leute machen, sagte ich, und lieber selbst mehr machen.? (S. 9) ?Oh Mary, sagte sie. Ich will kein Morgen und ich will nicht dass die Zeit jemals weiterläuft.? (S. 67) ?Die Farbe von Milch? war überraschend grausam, überraschend ehrlich und überraschend schmerzhaft, dabei jedoch ein Buch, bei dem ich froh bin, es gelesen zu haben. Gerade die Betrachtung aus dem Blickwinkel der Frauenrechte zeigt hier, dass ein Buch, das in einem historischen Kontext angesiedelt ist, durchaus auch für unser Leben Erkenntnisse bieten kann.

Ein faszinierendes Lesehighlight
von einer Kundin/einem Kunden aus Weeze am 26.03.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Ein Leseerlebnis der besonderen Art ist ?Die Farbe von Milch? von Nell Leyshon. Am auffälligsten ist die einzigartige Erzählstimme, mit der dieses Buch seine Geschichte preisgibt. Denn hier erzählt, oder besser gesagt, schreibt die fünfzehnjährige Mary im Jahr 1831 zurückblickend ihr bisheriges Leben in der Ich-Form nieder. Denn obwohl... Ein Leseerlebnis der besonderen Art ist ?Die Farbe von Milch? von Nell Leyshon. Am auffälligsten ist die einzigartige Erzählstimme, mit der dieses Buch seine Geschichte preisgibt. Denn hier erzählt, oder besser gesagt, schreibt die fünfzehnjährige Mary im Jahr 1831 zurückblickend ihr bisheriges Leben in der Ich-Form nieder. Denn obwohl sie mit ihren drei Schwestern auf dem Bauernhof ihrer Eltern groß wurde, wo ihr Leben von Lieblosigkeit, ihrem grausamen unberechenbaren Vater und harter Arbeit, statt Schule geprägt war, hat sie doch lesen und schreiben gelernt, als sie im Haushalt des Dorfpfarrers leben und dessen Ehefrau pflegen musste. Die Sprache des Buches ist so einfach, wie Mary selbst und während man sich beim lesen anfangs noch fragt, wie man diesen simplen Schreibstil ertragen soll, der einer teilweise kindlich aufgeregten Aneinanderreihung von Sätzen gleicht, zwar als Satzzeichen den Punkt kennt, aber fast gänzlich ohne Kommata auskommt, lernt man Mary kennen und lässt sich allmählich in die Handlung des Buches hineinziehen. So schlicht und klar der Erzählstil ist, so ehrlich, direkt und ungebildet, aber nicht dumm erlebt man Mary. Gleichzeitig wächst einem dieses junge Mädchen, dem viel Ungerechtigkeit widerfährt, das aber darüber nicht jammert sondern damit zu leben lernt, in all seiner Direktheit und Ruppigkeit irgendwie ans Herz. Man spürt zwischen den Zeilen die Gefühle, für die Mary die Worte fehlen. Immer wieder hält sie in ihrem Bericht inne, weil sie diese Erzählpausen braucht und richtet das Wort direkt an den Leser, bittet um Bestätigung und bittet leise und eher flehend darum, ihr zu glauben. Während man sich noch fragt, was Mary eigentlich passiert ist und wovon sie so dringend erzählen möchte, nimmt die Geschichte langsam ihren Lauf. Selbst wenn man bereits ahnt, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, nachdem die Frau des Pfarrers gestorben ist, er die andere Hausangestellte entlassen hat und fortan mit Mary allein im Haus ist, wird die Geschichte nicht langweilig, sondern bleibt in ihrer besonderen Art ungewöhnlich bis zum Schluss. Das Ende ließ mich schockiert, aber zutiefst beeindruckt zurück. In diesen knapp 208 Seiten werden Schreibstil und Charakter der Protagonistin in einer Art wiedergegeben und miteinander verwoben, sodass eine sehr authentische Gesamtheit und Atmosphäre beim lesen entsteht, die mir in dieser Form bisher in der Literatur noch nicht begegnet ist. Trotz einfacher Sprache, ist dieses Buch stellenweise poetisch, sehr berührend und intensiv. ?Die Farbe von Milch? ist ein erdrückender, aber faszinierender Roman, den ich kaum aus der Hand legen mochte ? ein echtes Lesehighlight, das ich sehr empfehlen kann!


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