Theater / Regie im Theater / Die Glasmenagerie

Ein Spiel der Erinnerungen

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Amanda Wingfield lebt mit ihren zwei erwachsenen Kindern in einer kleinen Wohnung in St. Louis. Amanda, frühzeitig von ihrem Ehemann verlassen, flüchtet sich ebenso in eine Traumwelt wie ihre beiden Kinder. Tom entflieht seinem trostlosen Dasein in die illusionäre Wirklichkeit des Kinos und träumt davon, Dichter zu werden. Lauras Lebensinhalt besteht darin, zerbrechliche Glastierchen zu sammeln. Mit Jim O´Connor tritt die Realität ins Leben der Familie. O´Connor, von der Mutter als Heiratskandidat für die Tochter betrachtet, ist bereits anderweits gebunden und zerbricht nicht nur eines von Lauras Glastierchen.
›Die Glasmenagerie‹ war Tennessee Williams´ Durchbruch als Dramatiker und wurde 1945 mit überwältigendem Erfolg uraufgeführt. Wie fast alle seine Stücke wurde auch ›Die Glasmenagerie‹ in Hollywood verfilmt. ›Die Glasmenagerie‹ wurde von Jörn van Dyck neu übersetzt.

Portrait
Tennessee Williams gilt heute als einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Geboren 1911 in Columbus, Mississippi, schaffte er nach einer psychisch belasteten Jugend und nach Jahren des Kampfes um Anerkennung 1945 mit dem Drama ›Die Glasmenagerie ‹ den Durchbruch zum Welterfolg. Er starb am 25. Februar 1983 in einem New Yorker Hotel.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 111
Erscheinungsdatum 01.03.1984
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-27109-2
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,2/12,6/0,9 cm
Gewicht 110 g
Originaltitel The Glass Menagerie
Auflage 44
Übersetzer Jörn van Dyck
Verkaufsrang 57.676
Buch (Taschenbuch)
9,99
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St Louis und anderswo
von Polar aus Aachen am 15.07.2008

Erinnerungen sind oft ein Spiel, gefärbt von demjenigen, der sich erinnern will. Seine persönliche Sicht prägt jedes Ereignis darin. Man sollte bei diesem Stück nie vergessen, dass Tom Wingfield vor etwas geflüchtet ist, wenn er in seiner Erinnerung zu seiner Familie nach St. Louis zurückkehrt. Eine Familie, in der... Erinnerungen sind oft ein Spiel, gefärbt von demjenigen, der sich erinnern will. Seine persönliche Sicht prägt jedes Ereignis darin. Man sollte bei diesem Stück nie vergessen, dass Tom Wingfield vor etwas geflüchtet ist, wenn er in seiner Erinnerung zu seiner Familie nach St. Louis zurückkehrt. Eine Familie, in der jeder auf seine Weise, den ärmlichen Verhältnissen zu entfliehen sucht, in der Tom durch seine Arbeit den Vater ersetzt, zum Familienoberhaupt einer Familie erkoren ist, die er sich selbst nicht ausgesucht hat, an die er durch die Geburt gebunden ist. Seien es die Südstaaten der Mutter, sei es, dass Tom sich als Dichter sieht, oder Laura sich in die Glasmenagerie zurückzieht. Sie flüchten vor dem da draußen, vor sich selbst und den anderen in der Familie. Das Leben ist nur so zu ertragen. Kein Wunder, dass ein Außenstehender alles durcheinander bringt, wenn er in dieses Arrangement bricht. Plötzlich keimt Hoffnung auf, die Mutter sieht bessere Zeiten anbrechen, die Tochter ist womöglich verliebt, weil sie schon in der Schule für Jim geschwärmt hat. Geblasenes Glas. Schön für die Vitrine, bei allzu häufigem Gebrauch äußerst fragil. Dass am Ende all das wie das Einhorn zerbricht, veranlasst Tom dazu, wie sein Vater das Weite zu suchen. Zu filigran ist das Spinnennetz gestrickt, in der sich die Welt seiner Familie verfängt, weil sie nicht so sein darf, wie sie ist. Arm und hoffnungslos. Da flüchtet man lieber in seine Träume und baut sich eine Welt auf, wie sie sein sollte. Interessant wäre die Frage zu beantworten, inwieweit Toms Erinnerungen sich so eingefärbt haben, damit er den Ballast loswurde, sich wie sein Vater davonmachen konnte. Tennessee Williams wird uns das nicht beantworten.