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Die leblose Gesellschaft

Warum wir nicht mehr fühlen können

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"In ihrem aufrüttelnden Buch geht Jeannette Hagen der Frage nach, weshalb sich so viele Menschen in unserem Land nicht mehr vom Leid der Flüchtlinge berühren lassen und stattdessen mit Angst, Abwehr und mitunter sogar Aggression reagieren. Dabei blickt die
Autorin, die selbst mehrmals als freiwillige Helferin auf Lesbos und in Idomeni war, unter anderem auf die bis heute nicht vollzogene Aussöhnung mit unserer nationalsozialistischen Vergangenheit und erklärt die immer wiederkehrenden Wirkmechanismen von abgespaltenen Gefühlen. Aber Jeannette Hagen zeigt auch: In der gegenwärtigen Situation
liegen große Chancen, wenn wir bereit sind, Visionen zuzulassen und menschlich zu handeln. Es ist an der Zeit, gemeinsam etwas zu bewirken und die einschränkenden Denk- und Verhaltensmuster aufzubrechen. Diese Welt wird sich verändern – und wir würden gut daran tun, wenn wir diesen Wandel aktiv mitgestalten. Tagtäglich konfrontieren uns die Medien mit dem Leid und der Not der Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen: Wir sehen verzweifelte Eltern und Kinder, die ihr Leben auf dem Mittelmeer riskieren. Gestrandete Menschen, die nach der Schließung der Balkanroute wochenlang in Schlamm und Dreck an Europas Grenzzäunen ausharren. Die Not in den Flüchtlingslagern. Doch anstatt Mitgefühl zu zeigen und zu helfen, schauen viele von uns einfach weg. Anstatt das Entsetzen in aktives Handeln umzusetzen, verschließen wir am liebsten Augen und Ohren. Wir schneiden uns von unseren Emotionen ab – und halten damit das Elend konsequent von uns fern. Empathie und Mitgefühl als Säulen unseres Menschseins haben eine erschütternde Entwertung erfahren. Doch diese Abkehr von Gefühlen tötet nicht nur unsere Menschlichkeit, sondern entfremdet uns voneinander und von uns selbst. Der Kopf dominiert das Herz. Dem Denken wird gegenüber den Emotionen eine Vormachtstellung
eingeräumt, deren Auswirkungen uns teuer zu stehen kommen.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.09.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783958901070
Verlag Europa Verlag GmbH & Co. KG
Dateigröße 3336 KB
eBook
13,99
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Ein sachliches Gefühlbuch
von einer Kundin/einem Kunden aus Lechbruck am 16.01.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Selten kommt mir ein Buch in die Hände, welches in einem Umfang von knapp 200 Seiten, dass an einem Stück gelesen werden will. Jeannette Hagens Buch "Die leblose Gesellschaft" ist ein solches. Gestern Morge habe ich damit begonnen und am späten Abend war es gelesen. Nur gelesen. Ich bin... Selten kommt mir ein Buch in die Hände, welches in einem Umfang von knapp 200 Seiten, dass an einem Stück gelesen werden will. Jeannette Hagens Buch "Die leblose Gesellschaft" ist ein solches. Gestern Morge habe ich damit begonnen und am späten Abend war es gelesen. Nur gelesen. Ich bin mir sicher, dass es in mir eine Wirkung entfalltet und bereits entfalltet hat, siehe mein Gedicht "Flucht" von gestern. Jeannette Hagen greitft in dem Buch, durch eigene Begegnungen und Erfahrungen angeregt, ein Thema auf welches "keiner mehr hören kann". Flüchtlinge und unser Umgang mit ihnen. Und in ihrer Art hat sie mir das Wort Flüchtling, welches ich zuvor schon tausendfach gehört und gelesen habe, neu näher gebracht. Sie schreibt in Zitaten, das die Endung "ling" fast immer negiert ist; wie Schädling, Häftling, Jüngling usw.. Auch ein Grund warum wir mit den Kriegsgeflohenen so umgehen wie wir mit ihnen umgehen. Ihr zentraler Ansatzpunkt ist jedoch unsere gesellschaftliche Art mit Gefühlen umzugehen. Verdrängte Gefühle, zumal die sogenannten "Negativen" lassen sich nicht unterdrücken. Sie wirken über Generationen hinweg. Sie hindern uns ehrlich zu sein und da es nicht en vogue ist sich diesen zu stellen, suchen diese nach Möglichkeiten am Leben teilzuhaben. Sie kommen wie auf Knopfdruck hervor, wenn uns ähnliche Probleme, in welcher Form auch immer, begegnen. Diese negativen Erfahrungen und die daraus resultierenden Schmerzen werden auf die Projektionsfläche - und derzeit zentral auf die Kriegesgeschädigten - übertragen und an ihnen ausgelebt. Hagens Ansatz ist - belegt duch gut recherschierte Zitate - die Integration des Schmerzes in unseren Alltag, die Bearbeitung des Unterdrückten, das lebenlassen der Gefühle. Was jedoch ein Teil unserer Gesellschaft macht ist das genaue Gegenteil. Sie verstärken durch die Verdrängung des erlebten Schmerzes den Hass auf die Projektionsfläche, auf die Asylsuchenden. Dadurch, dass Deutschland zur Zeit Angela Merkel als Bundeskanzlerin hat, geschieht noch ein weiteres. Merkel wird seit langem gerne als "Mutti" tituliert. Durch die Schuldverschiebung auf sie, zerstören wir auch ein Mutterbild in unserer Gesellschaft. Eine Wirkung deren Folgen derzeit noch nicht abgesehen werden können. Hagen geht in ihrem Buch bereits auf die Folgen und die Auswirkungen einer Vaterlosen Gesellschaft ein und wie diese unsere Strukturen und den menschlichen Umgang prägen, die Zerstörung des Mutterbegriffes ist nur zwischen den Zeilen zu erlesen. Mein Resumee des Buches ist, dass jeder etwas zur Besserung in unserer Gesellschaft beitragen kann, wenn er bereit ist die eigenen Schmerzen zuzulassen und sich ihnen stellt. Keiner muss an vorderster Front den "Zu-uns-Gekommenen" helfen. Es hilft bereits bei sich die Flucht vor den Gefühlen und Schmerzen anzugehen. "Wer aufhört vor sich zu fliehen, hat auch keine Angst mehr vor den aus Not geflohenen."