Die letzten schönen Tage

Roman

(9)
Serge Hanowski ist Mitte dreißig und Werbetexter in einer Berliner Agentur. Er ist manisch – mit einer Prise diabolischem Feuer. Eines Nachts wartet Serge auf die letzte Bahn nach Neukölln, als er auf den Gleisen ein Centstück liegen sieht. Er weiß sofort: Das ist mein Glückscent. Aber runterspringen? Die Vernunft siegt. Serges größter Wunsch ist es, endlich seine Freundin Kati zu heiraten. Was er nicht weiß: Kati hat ein Verhältnis mit seinem Arbeitskollegen David. Doch sie entscheidet sich für ihn und eine gemeinsame Auszeit auf Malta. Die beiden kommen bei den halbseidenen Angestellten eines Online-Poker-Servers unter, was ihr Leben nicht einfacher macht. Und auch auf der Insel wird Serge von Eifersucht getrieben. Er hackt sich in Katis E-Mail-Zugang ein und beginnt in ihr Leben einzugreifen. Kati kann nur ahnen, wozu Serge in der Lage ist. Tempo, Witz und die Fallstricke einer Dreiecksbeziehung machen Helmut Kraussers neuen Roman zu einer rasanten Tragikomödie um Liebe, Entsagung – und nahrungsverweigernde Kater.
Portrait
Helmut Krausser, geboren 1964, lebt in Berlin. Bei DuMont erschienen neben dem Gedichtband >Plasma< (2007) die Romane >Eros< (2006), >Die kleinen Gärten des Maestro Puccini< (2008), >Einsamkeit und Sex und Mitleid< (2009) >Die letzten schönen Tage< (2011) und >NIcht ganz schlechte Menschen< (2012) sowie die Tagebücher >Substanz< (2010) und >Deutschlandreisen< (2014) und der Kriminalroman >Aussortiert< (DuMont Taschenbuch 2011). Seine Romane >Der große Bagarozy< und >Fette Welt< wurden fürs Kino verfilmt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 224, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 17.02.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783832185466
Verlag DUMONT Buchverlag
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„Zwischenmenschlicher Beziehungsdschungel...“

Moritz Revermann, Thalia-Buchhandlung Neuss

Drei Generationen erleben und erleiden in unterschiedlicher Form das, was man Beziehung oder Liebe nennt. Die junge und die ältere Generation bildet den flankierenden Rahmen für eine klassische Dreiecksgeschichte des mittleren Alters: Kati liebt und umsorgt Serge, schläft aber mit David, einem Arbeitskollegen von Serge. Dieser zweifelt Drei Generationen erleben und erleiden in unterschiedlicher Form das, was man Beziehung oder Liebe nennt. Die junge und die ältere Generation bildet den flankierenden Rahmen für eine klassische Dreiecksgeschichte des mittleren Alters: Kati liebt und umsorgt Serge, schläft aber mit David, einem Arbeitskollegen von Serge. Dieser zweifelt an allem, sich selbst und vor allem immer mehr an Kati. David kokst und vögelt sich durch die Welt, merkt aber, nachdem sich Kati von ihm trennt, wie sehr er sie liebt (Liebt? - naja...)

Serge, geprägt durch den frühen Tod seiner Mutter, ist Werbetexter und bösartig, wie Herr Krausser gerne mal ist, erleidet er als 'Kreativer' einen Burn-Out und kann sich nun im Laufe der Geschichte immer mehr seinem Narzissmus und seiner übersteigerten Selbstreflexion hingeben (oder ist er ihr tatsächlich einfach ausgeliefert? Gute Frage, Herr Krausser).

Durch die ständig wechselnden Ich-Perspektiven der drei Hauptfiguren gewinnt der Roman rasch an Tempo, und was als gemählicher Beziehungsroman beginnt, wird zu einem klaustrophobischen Beziehungsdrama. Es wird in diesem Roman viel von Liebe gesprochen. Am Ende fragt man sich als Leser: Was ist Liebe? Was gehört alles dazu - und was nicht? Kann es Liebe überhaupt geben, solange die Menschen sind, wie sie sind? Herr Krausser: Sie stellen große Fragen und geben in diesem Roman bittere Antworten:

"Als ich sie liebte, über alles liebte. In jenen letzten schönen Tagen. Als es noch Möglichkeiten gab. Und hätte ich damals jenen Glückscent von den Gleisen geholt, es wäre einiges anders gekommen. Vielleicht nicht völlig anders, nur etwas später. Aber macht das etwas aus? Wann etwas geschieht, ist doch egal. Es geschieht."

'die letzten schönen tage' ist ein typischer Krausser, konsequent bis zum Schluss. Einen Stern Abzug gibt es von mir für die etwas klischeehafte Zeichnung seiner Figuren, die an mancher Stelle etwas überkarikiert werden. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau, denn Krausser bietet wie immer ein unterhaltsames, nachdenklich machendes und kurzweiliges Lesevergnügen! Vielleicht lesen Sie dieses Buch besser nicht, wenn Sie selbst gerade von Eifersucht getrieben sind, - oder vielleicht gerade dann... Entscheiden Sie selbst.

Kundenbewertungen


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Retten, was nicht zu retten ist?
von einer Kundin/einem Kunden am 17.03.2011

Krausser erzählt in seinem neuen Roman eine Dreiecksgeschichte um Serge, einem Werbetexter, Mitte dreißig, seiner Freundin Kati und deren Nebenmann David. Serge möchte Kati heiraten, obwohl die Beziehung festgefahren ist, das spüren beide. Sie entscheidet sich für Serge, der nichts von David weiss und sie beschließen eine Auszeit auf... Krausser erzählt in seinem neuen Roman eine Dreiecksgeschichte um Serge, einem Werbetexter, Mitte dreißig, seiner Freundin Kati und deren Nebenmann David. Serge möchte Kati heiraten, obwohl die Beziehung festgefahren ist, das spüren beide. Sie entscheidet sich für Serge, der nichts von David weiss und sie beschließen eine Auszeit auf Malta zu nehmen. Dort entwickelt sich eine vertrackte Geschichte, Serge wird immer eifersüchtiger, spioniert Kati hinterher und provoziert durch sein Verhalten ein großes Chaos. Eingebettet in eine schmale familiärre Rahmenhandlung erleben wir, in welche Abgründe die Beteiligten bei ihrem Versuch eine Klärung zu finden geraten. Einmal mehr erweist sich Helmut Krausser als genauer Beobachter menschlciher Beziehungen und erzählt von den tragikomischen Auswirkungen der Versuche, das Scheitern einer Beziehung zu verhindern.

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von Mirjam Berle aus Hagen am 19.02.2011
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Helmut Krausser vermag es wie kaum ein anderer, die (Un)tiefen menschlicher (Liebes)beziehungen zu beschreiben, und das mit einer unglaublichen sprachlichen Schärfe, die mal schmerzlich, mal behaglich unter die Haut geht und bis ins tiefste Innere trifft. In „Die letzten schönen Tage“ beschreibt er die scharfen Spitzen der Eifersucht, die... Helmut Krausser vermag es wie kaum ein anderer, die (Un)tiefen menschlicher (Liebes)beziehungen zu beschreiben, und das mit einer unglaublichen sprachlichen Schärfe, die mal schmerzlich, mal behaglich unter die Haut geht und bis ins tiefste Innere trifft. In „Die letzten schönen Tage“ beschreibt er die scharfen Spitzen der Eifersucht, die sich in der Seele und den Gedanken seiner Protagonisten verhaken und sie mit ihrer teuflisch zerstörerischen Macht nicht mehr loslassen – insbesondere, wenn unausgesprochene Erwartungen und Emotionen ihre tiefen Schneisen schlagen können. Fatal, nicht nur in einer Dreiecksbeziehung wie der hier beschriebenen... Wie viele seiner Romane ist auch dieser teuflisch gelungen, verliert sich nicht im Tragischen, sondern lässt einen durchaus auch mal schmunzeln. Es hat eben viele Facetten, das Miteinander!

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Schön kann so relativ sein...
von Sabrina Wallant aus Erlangen am 30.08.2012
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Ein fesselnder Roman, der dadurch, dass man die Perspektiven aller beteiligten Personen abwechselnd erlebt noch an Lebendigkeit gewinnt. Man fiebert dem Ende regelrecht entgegen, man leidet mit... Wirklich ein tolles Buch!

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