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Die Mittagsfrau

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2007

(30)
Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste
Gewinnerin des Deutschen Buchpreises
1945. Flucht aus Stettin in Richtung Westen. Ein kleiner Bahnhof irgendwo in Vorpommern. Helene hat ihren siebenjährigen Sohn durch die schweren Kriegsjahre gebracht. Nun, wo alles überstanden, alles möglich scheint, lässt sie ihn allein am Bahnsteig zurück und kehrt nie wieder.
Julia Franck erzählt das Leben einer Frau in einer dramatischen Zeit - und schafft zugleich einen großen Familienroman und ein eindringliches Zeitepos.
'Es ist ein tolles, ein wunderbar berührendes, ein frösteln machendes Buch.'
Elmar Krekeler, Die Welt
Portrait

Julia Franck wurde 1970 in Berlin geboren. Sie studierte Altamerikanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin. 1997 erschien ihr Debüt ›Der neue Koch‹, danach ›Liebediener‹ (1999), ›Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen‹ (2000) und ›Lagerfeuer‹ (2003). Sie verbrachte das Jahr 2005 in der Villa Massimo in Rom. Für ihren Roman ›Die Mittagsfrau‹ erhielt Julia Franck den Deutschen Buchpreis 2007. Der Roman wurde in 35 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Roman ›Rücken an Rücken‹ (2011).
Julia Francks Roman ›Lagerfeuer‹ wurde 2012/13 für das Kino unter der Regie von Christian Schwochow unter dem Titel ›Westen‹ verfilmt.

Literaturpreise:

1995 Siegerin beim Open Mike-Wettbewerb
1998 Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste
1999 Stipendium der Stiftung Niedersachsen
2000 3sat-Preis in Klagenfurt
2004 Marie Luise Kaschnitz Preis
2005 "Roswitha Preis" der Stadt Bad Gandersheim
2007 Deutscher Buchpreis
2010 war die englische Ausgabe der ›Mittagsfrau‹ auf der Shortlist des Independent Foreign Fiction Prize und auf der Shortlist des ›Jewish Quaterly‹ sowie für den internationalen IMPAC nominiert.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 429
Erscheinungsdatum 01.04.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-17552-9
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 191/127/33 mm
Gewicht 418
Auflage 9
Verkaufsrang 81.461
Buch (Taschenbuch)
9,95
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„Die Mittagsfrau“

Daniela Suchlich, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Was bewegt eine Mutter 1945 dazu, ihren 7-jährigen Sohn an einem Bahnhof in der Nähe von Ostpommern auszusetzen?
Diese Frage stellt sich wohl jeder, der das erste Kapitel von Julia Francks Mittagsfrau gelesen hat.
Im Laufe des Romans wird die Lebensgeschichte von Helene Würsich erzählt – ihre schwere Kindheit nach dem 1. Weltkrieg,
Was bewegt eine Mutter 1945 dazu, ihren 7-jährigen Sohn an einem Bahnhof in der Nähe von Ostpommern auszusetzen?
Diese Frage stellt sich wohl jeder, der das erste Kapitel von Julia Francks Mittagsfrau gelesen hat.
Im Laufe des Romans wird die Lebensgeschichte von Helene Würsich erzählt – ihre schwere Kindheit nach dem 1. Weltkrieg, das Leben in Berlin mit ihrer Schwester und schließlich der Tod ihres Verlobten – und Julia Franck versucht, den Leser verstehen zu lassen, wie es zu dem Drama am Anfang des Buches gekommen ist.
Der Einstieg in den Roman gestaltet sich anfangs schwer, die Sprache und Erzählweise der Autorin fesselt den Leser nicht von Anfang an. Doch wenn man erst mal in die Geschichte eingetaucht ist und das Leben der Helene weiterverfolgt, möchte man das Buch kaum noch aus den Händen legen.
Meiner Meinung nach hat Julia Franck den Deutschen Buchpreis für diesen Roman zu Recht erhalten und ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der gerne Familiendramen oder geschichtliche Romane liest.

„Deutsche Geschichte“

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Wie kann eine Mutter ihr Kind absichtlich allein zurücklassen in einem Bahnhof voller Kriegsflüchtlinge? Fassungslos habe ich das Buch begonnen und konnte nicht anders als diese Frau direkt zu verurteilen. Doch Julia Franck gelingt etwas Beeindruckendes. Nach und nach breitet sie die fesselnde Geschichte einer lebenshungrigen und leidenschaftlichen Wie kann eine Mutter ihr Kind absichtlich allein zurücklassen in einem Bahnhof voller Kriegsflüchtlinge? Fassungslos habe ich das Buch begonnen und konnte nicht anders als diese Frau direkt zu verurteilen. Doch Julia Franck gelingt etwas Beeindruckendes. Nach und nach breitet sie die fesselnde Geschichte einer lebenshungrigen und leidenschaftlichen jungen Frau im 20. Jahrhundert vor meinen Augen aus, die durch Zeit und Umstände letztendlich zu dieser erschreckenden Tat getrieben wird. Ein großartiger Roman, der mich sehr bewegt hat.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Schicksalsschläge einer Frau, die zwei Weltkriege erlebt hat und innerlich erkaltet ist. Traurig und schmerzhaft, aber unbedingt lesenswert. Schicksalsschläge einer Frau, die zwei Weltkriege erlebt hat und innerlich erkaltet ist. Traurig und schmerzhaft, aber unbedingt lesenswert.

Nina Aselmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Die Lebensgeschichte einer zerrissenen Frau und Mutter, Helene, im 20. Jahrhundert. Eindrucksvoll geht dieser Roman unter die Haut. Die Lebensgeschichte einer zerrissenen Frau und Mutter, Helene, im 20. Jahrhundert. Eindrucksvoll geht dieser Roman unter die Haut.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Bewegende Geschichte einer Frau, die große Träume und Gefühle hegt. Doch zwei Weltkriege desillusionieren sie. Bewegende Geschichte einer Frau, die große Träume und Gefühle hegt. Doch zwei Weltkriege desillusionieren sie.

Ich vergebe nur 3 Musen weil mir die Figuren auch nach Beenden der Lektüre nicht ans Herz wachsen konnten. Dennoch habe ich dieses Buch flüssig lesen können. Ich vergebe nur 3 Musen weil mir die Figuren auch nach Beenden der Lektüre nicht ans Herz wachsen konnten. Dennoch habe ich dieses Buch flüssig lesen können.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Es passiert eine ganze Menge in einem halben Jahrhundert, da ist es nicht immer leicht den Überblick zu behalten. Mit etwas zu viel Opulenz erzählt. Es passiert eine ganze Menge in einem halben Jahrhundert, da ist es nicht immer leicht den Überblick zu behalten. Mit etwas zu viel Opulenz erzählt.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
30 Bewertungen
Übersicht
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5
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0

Ergreifende Lebensgeschichte
von J.G. aus Berlin am 04.04.2009

Im Prolog des Romans wird beschrieben, wie eine Mutter kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges ihren Sohn an einem Bahnhof alleine lässt und nicht wieder zurückkehrt. Der Hauptteil versucht die Frage „Warum?“ aufzulösen. Im Hauptteil wird die Kindheit und Jugend von Helene und ihr Verhältnis zu ihren Eltern, insbesondere zur... Im Prolog des Romans wird beschrieben, wie eine Mutter kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges ihren Sohn an einem Bahnhof alleine lässt und nicht wieder zurückkehrt. Der Hauptteil versucht die Frage „Warum?“ aufzulösen. Im Hauptteil wird die Kindheit und Jugend von Helene und ihr Verhältnis zu ihren Eltern, insbesondere zur jüdischen Mutter, erzählt. Helene wächst mit ihrer Schwester Martha in Bautzen auf, die ein sehr inniges Verhältnis zueinander haben. Der Vater hat eine Druckerei und ist in der Stadt ein angesehener Mann. Nachdem der Vater in den Krieg ziehen muss, werden die Eigenheiten der Mutter immer schlimmer und das Verhältnis zu den beiden Töchtern immer komplizierter. Helene übernimmt die Aufgaben in der Druckerei und hegt immer den Traum von einem Studium. Der schwerverletzte Vater kehrt zurück und wird von beiden Töchtern bis zu seinem Tod gepflegt. Beide Töchter träumen von einem Leben bei ihrer Tante in Berlin und verlassen ihre Mutter in Bautzen. Nach einiger Zeit in Berlin lernt Helene Carl, einen jüdischen Philosophiestudenten, kennen und beide verlieben sich ineinander. Sie planen ihre Zukunft und wollen heiraten. Aufgrund eines tragischen Unfalls kommt Carl ums Leben. Nach einiger Zeit der Trauer trifft Helene Wilhelm, der sich in sie verliebt, „obwohl“ sie jüdischer Abstammung ist. Er besorgt ihr eine „deutsche“ Identität und heiratet sie. Allerdings erkennt er in der Hochzeitsnacht, dass sie keine Jungfrau ist und behandelt sie schlecht bzw. ist kaum noch zu Hause. Als Peter geboren wird, fängt Helene an als Krankenschwester zu arbeiten um sich und ihren Sohn durch die Zeit des 2. Weltkrieges zu bringen. Meines Erachtens ist es Julia Franck hervorragend gelungen über die Lebensgeschichte einer Frau während und zwischen den 2 Weltkriegen sowie über ihre Beweggründe den Sohn alleine zurück zu lassen zu schreiben. Auch wenn viel Interpretationsspielraum gelassen wird und keine expiziten Gründe genannt werden. Die Lebensträume von Helene sind sehr nachvollziehbar und umso ergreifender war es, dass aufgrund äußerer Umstände die Träume nach und nach zerstört wurden. Oder dass der Fluch um das Geheimnis der Mittagsfrau sie vielleicht auch eingeholt hat? Das Buch macht traurig, das Schicksal ist sehr ergreifend. Vor allem mit dem Hintergrund, dass der Rahmen der Romans auf einer wahren Begebenheit basiert. Der Schreibstil ist sehr beeindruckend. Julia Franck schreibt sehr nüchtern und klar sowie äußerst sinnlich. Einige Gedanken oder auch Sätze sind einfach wunderbar. Während des Lesens habe ich richtig gefühlt, dass Julia Franck bestimmt an manchen Sätzen sehr lange gefeilt haben muss, um die Sätze so schön zu formulieren. Ein wahrer literarischer Lesegenuss…

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Das Leben überleben
von Michelle Rößner aus Göttingen am 12.08.2009

Der Roman beginnt mit etwas kaum Vorstellbarem: eine Mutter lässt nach Kriegsende ihren siebenjährigen Sohn auf der Flucht einfach auf einem abgelegenen Bahnsteig zurück und setzt ihren Weg in den Westen alleine fort. Rückblickend wird die Lebensgeschichte dieser Frau erzählt und damit geschildert, wie es zu einer derartigen Handlung kommen... Der Roman beginnt mit etwas kaum Vorstellbarem: eine Mutter lässt nach Kriegsende ihren siebenjährigen Sohn auf der Flucht einfach auf einem abgelegenen Bahnsteig zurück und setzt ihren Weg in den Westen alleine fort. Rückblickend wird die Lebensgeschichte dieser Frau erzählt und damit geschildert, wie es zu einer derartigen Handlung kommen konnte: Helene, die zunächst sehr behütet aufwächst, erlebt zwei Weltkriege und auf diesem Hintergrund den wirtschaftlichen und psychischen Verfall ihrer Familie. Sie träumt davon, Medizin zu studieren und geht mit ihrer Schwester in den 20er Jahren zunächst nach Berlin. Als sie dort ihre große Liebe durch einen tragischen Unfall verliert und ihre spätere Ehe mit einem Ingenieur scheitert, verzweifelt sie immer mehr am Leben und ist mit ihrem aus dieser Ehe hervorgegangenen Sohn gänzlich überfordert. Zwar schafft sie es, in Stettin den zweiten Weltkrieg zu überstehen, aber der Wunsch, einfach aus ihrem bisherigen Leben zu entfliehen, nimmt immer mehr Gestalt an... „Die Mittagsfrau“ ist Zeitgeschichte, Familien- und Lebensgeschichte in einem. Der Roman schildert eindringlich, was es bedeutet, alles zu verlieren und wie viel Kraft das Leben kosten kann.

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von ChrisYo aus Lutherstadt Wittenberg am 05.09.2017

Zum Inhalt: 1945. Flucht aus Stettin in Richtung Westen. Ein kleiner Bahnhof irgendwo in Vorpommern. Helene hat ihren siebenjährigen Sohn durch die schweren Kriegsjahre gebracht. Nun, wo alles überstanden, alles möglich scheint, lässt sie ihn allein am Bahnsteig zurück und kehrt nie wieder. Julia Franck erzählt das Leben einer Frau... Zum Inhalt: 1945. Flucht aus Stettin in Richtung Westen. Ein kleiner Bahnhof irgendwo in Vorpommern. Helene hat ihren siebenjährigen Sohn durch die schweren Kriegsjahre gebracht. Nun, wo alles überstanden, alles möglich scheint, lässt sie ihn allein am Bahnsteig zurück und kehrt nie wieder. Julia Franck erzählt das Leben einer Frau in einer dramatischen Zeit - und schafft zugleich einen großen Familienroman und ein eindringliches Zeitepos. Helene und ihre Schwester leben ein gutes Leben. Zwar ist die Mutter psychisch instabil, aber auf den Vater können sie sich verlassen. Als dieser jedoch für den Dienst im ersten Weltkrieg eingezogen wird, ändert sich das Leben der Schwestern schlagartig. Während die Große sich als Krankenschwester ausbilden lässt, ist die Kleine noch mitten in ihrer jugendlichen Entwicklung. Sie ist fasziniert von der guten Freundin der Großen und wünscht sich auch ein bisschen so zu sein wie sie. Als der Vater wieder aus dem Krieg zurück kommt ist er verwundet. Die Große übernimmt seine Pflege, versucht ihn mit Morphium über die Schmerzen zu helfen. Doch bald muss die erkennen, dass die Große das Morphium für sich selbst nimmt und es kommt wie es kommen muss, der Vater stirbt. Fortan beginnt für die Schwestern eine turbulente Reise. Die Große nimmt die Kleine mit zu der reichen Tante in die Stadt, wo sie das Leben in vollen Zügen genießen. Es scheint keine Grenzen mehr zu geben und die Kleine - Helene - verliebt sich und verlobt sich schließlich. Doch es sind die Wirren des zweiten Weltkrieges die immer mehr um sich greifen. Ihre Mutter kommt in ein Zuchthaus und ihr Verlobter wird auf offener Straße von einem Auto angefahren. Helene ist hoffnungslos. Doch da taucht ein neuer Mann in ihrem Leben auf. Eine Chance für ein gesichertes Leben? Und was wird aus der großen Schwester, wenn sie weg zieht? Kann sie sie mit ihrer Lebensgefährtin allein lassen? Das Schicksal um Helene meint es wirklich nicht gut mit ihr und so muss sie sich schließlich entscheiden, was wirklich wichtig ist. Die Mittagsfrau hatte ich zufällig im Regal entdeckt und mir das Buch eher auf Verdacht gekauft. Ich bin nicht enttäuscht worden. Die Geschichte ist ergreifend, fesselnd, schockierend. Sie ist emotional und man muss sich oft die Frage stellen, wie man sich selbst wohl in dieser Situation verhalten hätte. Helene ist wirklich ein armes Kind. Die Mutter hat psychische Störungen und so können die Kinder sie nur an den guten Tagen sehen. Mit der Verletzung des Vaters verschwindet er quasi ganz aus der Bildfläche. Er ist zwar da, aber immer wenn Helene ihn sieht scheint es ihm schlechter zu gehen, bis er schließlich dahin siecht. Die Schwester hingegen, die man erst bewundert hat, verurteilt man dann als Leser, wenn man begreift, dass diese die Schmerzmittel selbst als Drogen für sich genommen hat. Mit dem Umzug in die Stadt geht das Leben für Helene bergauf. Eine Ausbildung als Krankenschwester, bei der sie aber unter anderem bald miterleben muss, wie man behinderte Frauen zwangssterilisiert, da diese nicht mit in das System passen. Wer die Geschichte aufmerksam liest, der erkennt auch bald, dass die Mutter schlicht und einfach verloren ist, nachdem man sie in eine Anstalt einweist und man kann sich wohl auch zusammen reimen, was wirklich mit ihr passiert. Genauso verhält es sich mit Helenes Verlobten der auf offener Straße einem "Verkehrsunfall" zum Opfer fällt. Zufall? In meinen Augen keinesfalls. Auch muss Helene nun auch auf sich selbst achten und auch die große Schwester, wohnen sie bei ihrer Tante die Jüdin ist und stinkreich - somit rutschen sie selbst auch in den Fokus. Helene muss sich etwas einfallen lassen und endlich, als man denkt, dass sie einen sicheren Hafen gefunden hat, da passiert das nächste Unglück. Empfehlen möchte ich das Buch allen, die einen Schicksalsroman suchen. Ihr kommt hier voll und ganz auf eure Kosten. Die Story ist leicht geschrieben und beginnt mit dem Ende, bevor Helenes Geschichte wirklich aufgerollt wird. Das Buch spricht alle Tabuthemen der damaligen Zeit an, ohne sich nur an einem Thema festzubeißen. Es geht um Sex vor der Ehe, lesbische Beziehungen, Drogenmissbrauch, Abtreibung, die Wirren des ersten und des zweiten Weltkriegs und die Folgen. Es ist wirklich interessant die Geschichte aus solch einem Blickwinkel präsentiert zu bekommen. Dabei schreibt die Autorin detailliert, was ich persönlich richtig gut finde. Dieses Buch ist nicht nur einfach zum lesen, sondern es regt auch zum nachdenken an. Gut gemacht. Idee: 5/5 Spannung: 5/5 Emotionen: 5/5 Details: 5/5 Gesamt: 5/5

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