Die Party bei den Jacks

Nachw. v. Kurt Darsow

(6)
Alles, was Rang und Namen hat, findet sich im Art déco-Ambiente von Esther und Frederick Jack ein: sie eine gefeierte Broadway-Künstlerin, er ein aus Koblenz stammender Jude und Selfmade-Millionär. Die Roaring Twenties sind auf ihrem Höhepunkt angelangt, schon wirft die Große Depression ihre Schatten voraus. Doch vom drohenden Ende der Sause will man bei den Jacks noch lange nichts wissen … Mit seiner Innenansicht einer New Yorker Luxusadresse – von der Dachterrasse bis hinab in den Untergrund, von wo die Subway feine Vibrationen durchs Gebäude schickt – zeichnet Wolfe das Panoptikum einer faszinierenden Stadt und einer faszinierenden Epoche.

Portrait
Thomas Wolfe (1900-1938) wurde als letztes von acht Kindern in Asheville, North Carolina, geboren. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, schaffte es der hochbegabte Junge bis nach Harvard und wurde Dozent für amerikanische Literatur an der New York University. Kaum hatte sein Schaffen weltweit Anerkennung gefunden, als er im Alter von nur siebenunddreißig Jahren starb.
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Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 11.02.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74511-1
Verlag btb
Maße (L/B/H) 20,7/13,7/3 cm
Gewicht 408 g
Originaltitel The Party at Jack's
Übersetzer Susanne Höbel
Verkaufsrang 63.283
Buch (Taschenbuch)
12,99
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Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Der Manesse Verlag hat diesen letzten Roman aus dem Nachlass vom Thomas Wolfe 2011 erstmalig auf Deutsch veröffentlicht. Und jetzt gibt es ihn bei btb im Taschenbuch Thomas Wolfe war ein großer amerikanischer Autor, der 1900 in North Carolina geboren wurde und 1938 in Maryland starb. Als junger Mann hat er mindestens zweimal Deutschland besucht. Anfangs gefiel es ihm dort sehr gut, doch bei seinem letzten Besuch bemerkte er sehr wohl kritisch, wie in Deutschland mit den Juden umgegangen wurde. Viele seiner Schriftstellerkollegen wie William Faulkner, Sinclair Lewis und Hermann Hesse waren Bewunderer seines Schreibstils.

In dem Roman „Die Party bei den Jacks“ beschreibt er einen Tag im Leben der Jacks Ende der zwanziger Jahre noch vor dem großen Börsenkrach. Die Welt ist noch in Ordnung. Die Jacks sind eine wohlhabende, jüdische Familie, die in Manhattan, New York eine Stadtwohnung hat. Frederick Jack ist ein Börsianer, der seine Ursprünge in Deutschland hat und als siebzehnjähriger mit seinem Onkel nach Amerika gegangen ist. Seine Frau Esther ist eine sehr anerkannte Bühnenbildnerin. Thomas Wolfe beschreibt Frederick und Esther, die Dienstmädchen und Fahrstuhlführer, die Wohnung und später auch die Gäste sehr genau. Den Höhepunkt bildet die Party am Abend.

Thomas Wolfe ist bereits mit seinem Werk „Schau heimwärts Engel“ bei den Kritikern mit seiner Beschreibungswut aufgefallen. Er benutzt gerne ein Übermaß an Adjektiven und hat. Hang zu Opulenz und Redundanz. Ein typisches Beispiel aus diesem Werk ist die folgende Beschreibung:

„Es war erstaunlich zu sehen, wie viele fähige, intelligente Männer und Frauen, Menschen mit rascher Auffassungsgabe, guten Nerven und großen Fähigkeiten, die so gut wie jede Form erlesener und seltener Zerstreuung in Form von Reisen, Lektüren, Musik oder ästhetischen Genüssen würdigen konnten und auch gewürdigt hatten und die in der Mehrzahl allem, was öde, langweilig und trivial war, voller Ungeduld begegneten, hier geduldig versammelt waren, um einer Vorführung wie dieser ihre ehrerbietige Aufmerksamkeit zu zollen. (S. 258)

Großartig ist der Gegensatz, den Thomas Wolfe am Anfang seines Buches beschreibt. Frederick war im Traum wieder zurück in Koblenz, Deutschland und hat seine alten Schulkameraden wiedergetroffen. Er beschreibt wunderbar die Enge und Engstirnigkeit der Deutschen in dieser Zeit. Dann beschreibt er das jetzige Leben und die Stadt New York mit all ihrer aufstrebenden Kraft. Anfangs hat man das Gefühl, er schwelgt zu sehr von seinen Hauptpersonen, doch um so weiter man liest, um so mehr kann man auch die Ironie des Autoren entdecken.

Thomas Wolfe beschreibt die New Yorker Upper Class wunderbar. Es sind ach so aufgeklärte, sozial eingestellte Menschen, die doch in Wirklichkeit nach wie vor rassistisch und einfach schrecklich gelangweilt sind. Abgerundet wird das Buch durch das informative und sehr lesenswerte Nachwort von Kurt Dasow, welches den Roman auch literaturgeschichtlich einordnet.

Für Freunde von ironischen Gesellschaftsromanen.
Der Manesse Verlag hat diesen letzten Roman aus dem Nachlass vom Thomas Wolfe 2011 erstmalig auf Deutsch veröffentlicht. Und jetzt gibt es ihn bei btb im Taschenbuch Thomas Wolfe war ein großer amerikanischer Autor, der 1900 in North Carolina geboren wurde und 1938 in Maryland starb. Als junger Mann hat er mindestens zweimal Deutschland besucht. Anfangs gefiel es ihm dort sehr gut, doch bei seinem letzten Besuch bemerkte er sehr wohl kritisch, wie in Deutschland mit den Juden umgegangen wurde. Viele seiner Schriftstellerkollegen wie William Faulkner, Sinclair Lewis und Hermann Hesse waren Bewunderer seines Schreibstils.

In dem Roman „Die Party bei den Jacks“ beschreibt er einen Tag im Leben der Jacks Ende der zwanziger Jahre noch vor dem großen Börsenkrach. Die Welt ist noch in Ordnung. Die Jacks sind eine wohlhabende, jüdische Familie, die in Manhattan, New York eine Stadtwohnung hat. Frederick Jack ist ein Börsianer, der seine Ursprünge in Deutschland hat und als siebzehnjähriger mit seinem Onkel nach Amerika gegangen ist. Seine Frau Esther ist eine sehr anerkannte Bühnenbildnerin. Thomas Wolfe beschreibt Frederick und Esther, die Dienstmädchen und Fahrstuhlführer, die Wohnung und später auch die Gäste sehr genau. Den Höhepunkt bildet die Party am Abend.

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Großartig ist der Gegensatz, den Thomas Wolfe am Anfang seines Buches beschreibt. Frederick war im Traum wieder zurück in Koblenz, Deutschland und hat seine alten Schulkameraden wiedergetroffen. Er beschreibt wunderbar die Enge und Engstirnigkeit der Deutschen in dieser Zeit. Dann beschreibt er das jetzige Leben und die Stadt New York mit all ihrer aufstrebenden Kraft. Anfangs hat man das Gefühl, er schwelgt zu sehr von seinen Hauptpersonen, doch um so weiter man liest, um so mehr kann man auch die Ironie des Autoren entdecken.

Thomas Wolfe beschreibt die New Yorker Upper Class wunderbar. Es sind ach so aufgeklärte, sozial eingestellte Menschen, die doch in Wirklichkeit nach wie vor rassistisch und einfach schrecklich gelangweilt sind. Abgerundet wird das Buch durch das informative und sehr lesenswerte Nachwort von Kurt Dasow, welches den Roman auch literaturgeschichtlich einordnet.

Für Freunde von ironischen Gesellschaftsromanen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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Stil Top, Handlung eher Flop
von Cristina aus Luzern am 31.05.2015

Das Werk ist geprägt von stilistischer Brillianz, durch welche die Handlung teilweise mehr oder weniger verdrängt wird. Wolfe schriebt mit einer derart sprachlichen Prägnanz und Ausschweifung, die mir bisher selten begegnet ist. Am nächsten kommt wohl spontan Thomas Mann. Die Handlung des Werks ist leider nicht so sehr im... Das Werk ist geprägt von stilistischer Brillianz, durch welche die Handlung teilweise mehr oder weniger verdrängt wird. Wolfe schriebt mit einer derart sprachlichen Prägnanz und Ausschweifung, die mir bisher selten begegnet ist. Am nächsten kommt wohl spontan Thomas Mann. Die Handlung des Werks ist leider nicht so sehr im Vordergrund wie die Protagonisten es sind; trifft jedoch die Zeit, zu der es spielt, auf den Nerv. Stil 5/5 Story 3/5

Wenn Sie "Es führt kein Weg zurück" bereits gelesen haben, waren Sie auf dieser Party schon mal Gast!
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Genau diese Party wurde schon einmal in dem Buch "Es führt kein Weg zurück" von Thomas Wolfe gefeiert. Hier in einer ausführlicheren Version mit durchaus neuen aber auch alten und korrigierten(?) Sätzen. Wir wissen, daß der Autor Truhen mit zehntausenden Seiten von Manuskripten hatte, in denen... Genau diese Party wurde schon einmal in dem Buch "Es führt kein Weg zurück" von Thomas Wolfe gefeiert. Hier in einer ausführlicheren Version mit durchaus neuen aber auch alten und korrigierten(?) Sätzen. Wir wissen, daß der Autor Truhen mit zehntausenden Seiten von Manuskripten hatte, in denen sein Verleger wühlen konnte, aus denen er Bücher zusammen stellte. Und eine Form dieser Party gab es also bereits als Kapitel in dem genannten Rowohlt Taschenbuch. Beim Wiederlesen packt und berührt mich die Geschichte ganz genauso, wie vor vielen Jahren! Alleine der groteske Auftritt des Zirkusmannes, der mit einer Manege mit kleinen Drahtfiguren bei diesem Fest für Unglauben und Unbehagen sorgt, beschäftigt mich heute wieder genauso, wie damals der Brand in dem Hochhaus.Sicherlich werden Sie nach diesen 317 Seiten weitere Romane und Erzählungen von Wolfe lesen wollen.

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Dem Sprachkünstler Wolfe zu folgen macht anfangs etwas Mühe, aber es lohnt sich. Wolfe beschreibt einen Tag im Leben des märchenhaft reichen Wall-Street-Brokers Frederick und seiner Ehefrau Esther. Mit einer nahezu unglaublichen Präzision zeichnet Wolfe die Jacks und die Dinge und Menschen die sie umgeben. Bei der Party am Abend... Dem Sprachkünstler Wolfe zu folgen macht anfangs etwas Mühe, aber es lohnt sich. Wolfe beschreibt einen Tag im Leben des märchenhaft reichen Wall-Street-Brokers Frederick und seiner Ehefrau Esther. Mit einer nahezu unglaublichen Präzision zeichnet Wolfe die Jacks und die Dinge und Menschen die sie umgeben. Bei der Party am Abend versammelt sich alles, was den Börsencrash vom Oktober 1929 möglich gemacht hat. Der Brand an deren Ende nimmt diese Erschütterung vorweg. Hierin liegt die Aktualität der Geschichte, die Partys und die Jacks gibt es auch heute.