Die schwarze Spinne

Erzählung. Nachw. v. Konrad Nussbächer

Reclam Universal-Bibliothek 6489

(5)
'Die schwarze Spinne' (erschienen 1842) ist die berühmteste Novelle Jeremias Gotthelfs und ein Meisterwerk der Erzählliteratur des Biedermeier. In der kunstvoll aufgebauten Novelle mit ihrer komplexen Erzählstruktur wird eine Geschichte um Gottlosigkeit und Aberglauben erzählt. In zwei legendenartigen Rückblicken berichtet ein Großvater vom tödlichen Wüten einer teuflischen Spinne und der Rettung durch christlich-heldenmütige Gesinnung. Versinnlicht wird die didaktische Absicht des Autors durch die genrehafte Schilderung der Dorfwelt und eine Sprachkraft, die die groteske Handlung in ihrer ganzen Phantastik entfaltet.

Text in neuer Rechtschreibung. - Mit Anmerkungen von Wolfgang Mieder.
Portrait
Jeremias Gotthelf (d. i. Albert Bitzius), 4. 10. 1797 Murten (Kanton Fribourg) - 22. 10. 1854 Lützel¿üh (Kanton Bern). G. stammte aus einem Pfarrhaus, besuchte das Gymnasium in Bern (1812-14) und studierte anschließend bis 1820 Theologie an der Berner Akademie. Er unterbrach seine Vikariatszeit bei seinem Vater in Utzenstorf (Oberaargau) durch einen Studienaufenthalt in Göttingen und eine Reise durch den Norden Deutschlands (1821- 1822). Danach war er wieder Vikar in Utzenstorf; nach dem Tod seines Vaters wurde er 1824 nach Herzogenbuchsee, 1829 nach Bern und 1831 nach Lützel¿üh im Emmental versetzt; hier erhielt er 1832 eine Pfarrstelle. Sein politisches Engagement für den Liberalismus fand mit der Verfassung von 1831 ein Ende; sie verbot Geistlichen die politische Betätigung. Stattdessen trat er in der Nachfolge J. H. Pestalozzis und der Schweizer Volksaufklärung für die Verbesserung des Erziehungswesens und der sozialen Verhältnisse ein; seine Kritik an der Berner Erziehungspolitik trug ihm 1845 die Entlassung als Schulkommissär seines Bezirks ein. Sein Pseudonym als Schriftsteller ist seinem ersten Roman entnommen (Der Bauern-Spiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf). Hier und in den folgenden frühen Romanen und Erzählungen, die die Seelsorge auf der literarischen Ebene fortsetzen, dominiert die drastische Kritik an sozialen Missständen, an Pauperismus und Alkoholismus. Mit Uli dem Knecht gelangte G. zu einer episch-breiten, gelassenen Darstellung des Bauerntums seiner Zeit, wobei sich der pädagogische Anspruch in der Gegenüberstellung exemplarischer Verhaltensweisen und Lebenshaltungen in positivem und negativem Sinn niederschlagen. G.s Romane spiegeln dabei, mit zunehmend konservativer Tendenz, die sozialen und ideologischen Kon¿ikte, die aus der industriellen Revolution, aus dem Vordringen des modernen Zeitgeists in Bezug auf Religion, Wissenschaft, Geldwirtschaft in die agrarische Welt resultierten. Repräsentativ für G.s Erzählen mit seiner plakativen Gegenüberstellung von Gut und Böse und seinem rhetorisch-biblischen Stil ist die Erzählung Die schwarze Spinne, die den ersten Band seiner Bilder und Sagen aus der Schweiz eröffnet. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 133
Erscheinungsdatum 01.01.1986
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-006489-4
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 14,7/9,3/1 cm
Gewicht 69 g
Verkaufsrang 26.437
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Kundenbewertungen

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Nicht für Jeden geeignet
von Blutorange am 29.12.2009

"Die schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf ist nicht für jedermann geeignet. Es stammt aus dem Jahre 1842 und ist auch in diesem Stil geschrieben. Es hat Redewendungen die man nur noch aus dem Altdeutschen kennt und dies merkt man besonders auf den ersten 30 Seiten. Zudem muss man auch... "Die schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf ist nicht für jedermann geeignet. Es stammt aus dem Jahre 1842 und ist auch in diesem Stil geschrieben. Es hat Redewendungen die man nur noch aus dem Altdeutschen kennt und dies merkt man besonders auf den ersten 30 Seiten. Zudem muss man auch sehen, dass sich die ganze Geschichte viel mit Glauben und Aberglauben der damaligen Zeit befasst. Das Buch ist in etwa mit einer Sage zu vergleichen. Hätte ich dieses Buch damals in der Schule nicht lesen müssen, dann hätte ich es auch nie gelesen. Doch ich muss sagen gegen Ende hin liest es sich doch recht flüssig und es wird sehr spannend und es gibt reiflich Stoff über den man sich danach noch den Kopf zerbrechen kann. Alles in allem jedoch ein sehr gutes Buch

Lesenswert!
von einer Kundin/einem Kunden am 31.01.2009

Aus Anlass einer Taufe wird rückblickend die Geschichte der schwarzen Spinne erzählt, wie es zu ihrem Auftauchen kam und wie sie Angst und Schrecken verbreitet hat... Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Gotthelf begnügt sich nicht einfach mit Schauermärchen, sondern stellt die Frömmigkeit der Dorfbewohner, ihren Aberglauben, aber... Aus Anlass einer Taufe wird rückblickend die Geschichte der schwarzen Spinne erzählt, wie es zu ihrem Auftauchen kam und wie sie Angst und Schrecken verbreitet hat... Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Gotthelf begnügt sich nicht einfach mit Schauermärchen, sondern stellt die Frömmigkeit der Dorfbewohner, ihren Aberglauben, aber auch ihren Wankelmut anschaulich dar. Christine, die weibliche Hauptperson, ist alles andere als eine bescheidene und sanftmütige Frau und passt weder ins damalige Weltbild noch in das kleinbürgerliche Dorf, in dem sie wohnt. Man muss berücksichtigen, dass Gotthelf, wenn er sie deshalb negativ beschreibt, zu einer anderen Zeit gelebt hat und seine Ansichten nicht unter heutigen Gesichtspunkten beurteilt werden können. Dennoch bleibt es nicht aus, dass der Leser unserer Zeit zumindest anfangs so etwas wie Sympathie für Christine empfindet. Sie ist tüchtig, weiß sich immer zu helfen und lässt sich nicht bevormunden. In einem von Männern dominierten Umfeld hat sie es deshalb schwer und ist entsprechend unbeliebt. Ihre Fähigkeiten werden nicht anerkannt und Ratschläge, die sie erteilt nicht geschätzt. Gekonnt ist die Veränderung von Christines Wesensart beschrieben, als sie in Not gerät. Aus der selbstsicheren Frau wird eine verzweifelte Gestalt, die zunehmend zu Boshaftigkeit und Skrupellosigkeit neigt... Alles in allem absolut empfehlenswert!

Sehr unterhaltsam
von einer Kundin/einem Kunden am 06.11.2007

Ein sehr gutes Buch!!! Hab es in einem halben Tag gelesen, weil es so spannend war. Jene, welche das Buch kritisieren und als niveaulos bezeichnen haben den Inhalt nicht verstanden.