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Do Not Disturb

Rezension
Die 1967 in Manchester gegründete Band um Peter Hammill zählt zu den dienstältesten Gruppen, die sich im weiten Feld zwischen Progressive Rock, Art Rock und freien Experimenten bewegen. Spannend an dem neuen Album, das bereits das dritte nach der Wiedervereinigung des Kerntrios im Jahr 2009 bildet, ist dabei der Soundkosmos. "Do Not Disturb" klingt auch wegen der größtenteils live aufgenommenen Produktion herrlich analog. Bis- weilen fragt man sich gar, ob es sich bei den Songs um in den Archiven entdeckte Tracks aus den Sixties handeln könnte. Doch die unbändige Lust an verspielten Strukturen, die mitunter überraschend eingängigen Gesangsmelodien und eine überbordende Dringlichkeit verorten das Album fest in der musikalischen Gegenwart. Diesen Ansatz kann man gleich beim ersten Song, dem vielschichtigen "Aloft", verfolgen. Von den verwendeten Instrumenten und vom Sound könnte man den Track in den 60er Jahren verorten, aber die verschachtelte Konstruktion zeigt, dass die Band ihre Ohren auch in den nachfolgenden Jahrzehnten weit offen gehalten hat und für vielerlei Einflüsse empfänglich war. Gleichzeitig bestätigen Van Der Graaf Generator auch mit "Do Not Disturb" ihren prägenden Einfluss, den die Formation ihrerseits auf die Musikszene hatte. Denn sie stehen für eine raffinierte Verbindung von komplexen Harmonien, schrägen Taktmetren und überraschenden Wendungen in den Songs, bei denen man sich nie zu sicher darf, was als nächstes passiert. Das erinnert bisweilen an King Crimson, mit denen sich Van Der Graaf Generator die Vorliebe fürs Experimentieren teilen, aber auch an Procol Harum, deren Melodieseligkeit auf verquere Art spiegeln, oder Atomic Rooster, dessen Orgel-getriebene Heavyness sie ebenfalls im Repertoire haben. "Don't Disturb" bietet nun neun überwiegend längere Stücke, die zumeist die Fünf-Minuten-Marke weit hinter sich lassen, die aber trotzdem sofort memorable Refrains bieten wie etwa "Alfa Berlina" oder das witzige "Oh No! I Must Have Said) Yes", das zudem mit einem starken Gitarrenriff punktet, das mit einem vorgezogenen Akzent einen gut gesetzten Widerhaken bietet. Rhythmisch interessant sind auch Stücke wie "Forever Falling", die wie der erste Teil von "Brought To Book" die Jazz-Affinität der Formation klar erkennen lassen. Richtig schräg wird es dann im Instrumental "Shikata Ga Nai", aber weil Van Der Graaf Generator anders als viele Progrock-Bands völlig ohne Pathos auskommen und bei den Arrangements lieber auf Reduktion denn auf Überfüllung setzen, ist "Do Not Disturb" ein Album, dem das Kunststück gelingt, zugleich zu verstören und zu verzaubern. Dietmar Schwenger (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 30.09.2016
EAN 5013929476233
Genre Rock
Hersteller HART Musik-Vertrieb GmbH
Komponist Van der Graaf Generator
Musik (CD)
15,69
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